|
Frühgeborenen-Retinopathie Es handelt sich bei der Frühgeborenen-Retinopathie um eine Erkrankung der Netzhaut, die bei unreif, also zu früh, Geborenen entstehen kann, wenn sie mit Sauerstoff beatmet werden müssen. Frühe Formen kann man therapieren, um somit schwere Folgeschäden mit deutlichem Sehverlust zu verhindern. Häufigkeit Bei ca. 5-30 % der Frühgeborenen entwickelt sich eine Retinopathie. Wiederum ca. 5-10% dieser Kinder erblinden an den Folgen. Ein besonders hohes Risiko, an einer solchen Retinopathie zu erkranken, haben Kinder mit weniger als 32 Wochen Geburtsalter, mit weniger als 1500 g Geburtsgewicht, und wenn mehr als 100 mmHg Sauerstoff-Spannung im Blut gemessen werden. Die schweren Verläufe dieser Augenerkrankung werden in der Regel innerhalb einiger Wochen nach Beendigung der Sauerstoff-Therapie beobachtet. Ursachen Die Ursache für diese Erkrankung liegt in der Beatmung mit Sauerstoff bei unreifen Neugeborenen (Frühgeborenen). Bei unreifen Kindern ist das Gefäßsystem der Netzhaut noch nicht voll entwickelt. Das unreife Gefäßsystem reagiert auf die hohen Sauerstoffkonzentrationen bei der künstlichen Beatmung mit einer starken Gefäßverengung. Nach Abschluss der Sauerstoffbehandlung erweitern sich die unreifen Netzhautgefäße und beginnen überschießend zu wachsen. Diese krankhafte Gefäßentwicklung kann zu schwerwiegenden Komplikationen führen. So kann es zu Netzhautabhebungen, Einblutungen, Augendruckanstieg und sekundär zu Erblindungen kommen. Symptome Das Problem ist, dass vom Patienten keine Symptome wahrgenommen oder beschrieben werden können, da es sich um Neugeborene handelt. Umso entscheidender ist eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle solcher gefährdeter Frühgeborener. Diagnose Die Diagnose einer Netzhautveränderung bei Frühgeborenen kann nur durch den Augenarzt diagnostiziert werden. Dadurch, dass die Kinder und daher natürlich auch ihre Augen so klein sind und die Säuglinge bei einer Untersuchung nicht mitmachen können, erfordert die Untersuchung Erfahrung und Geschicklichkeit vom Augenarzt. Vor der Untersuchung der Netzhaut werden den Kindern Augentropfen gegeben, die die Pupille erweitern. Dann leuchtet der Augenarzt mit einer Lichtquelle durch eine Lupe in die Augen der Kinder. Wenn der Einblick nicht in alle Richtungen gut genug ist, muss ein kleiner Lidsperrer die Augen der Säuglinge offen halten, dabei werden die Augen mit einem stumpfen Metallstab in die entsprechenden Richtungen gedreht. Das ist nicht schmerzhaft, jedoch lästig für die Kinder, so dass sie dabei häufig schreien. Je nach Befund, Alter des Kindes und vorangegangener Sauerstoffzufuhr entscheidet der Arzt, wie häufig die Untersuchung der Netzhaut wiederholt werden muss. Therapie Die Therapie der Frühgeborenen-Retinopathie ist vom Stadium abhängig. Anfangs beschränkt sich die Therapie lediglich auf regelmäßige engmaschige Kontrollen der Netzhaut. Ab einem bestimmten Stadium, das der Augenarzt beurteilen kann, muss die Netzhaut des Kindes mit einem ausgiebigen Kälte- oder Lasereingriff behandelt werden. Dies erfolgt in Vollnarkose. Dadurch kann man in vielen Fällen schwere Folgezustände verhindern. Unter Umständen kann es jedoch zu einer Netzhautablösung kommen, die dann entsprechend operiert werden muss. Prophylaxe Eine Prophylaxe ist nur durch die Kinderärzte möglich, indem man den Kindern so wenig Sauerstoffzufuhr wie aus kinderärztlicher Sicht vertretbar zukommen lässt. Unter der Sauerstoffbeatmung sollte der so genannte Sauerstoffpartialdruck im Blut regelmäßig kontrolliert und die Beatmung entsprechend ausgerichtet werden. Bestenfalls sollte bereits vor der Geburt ein Atemnotsyndrom, das nach der Geburt eine Sauerstoffbeatmung nötig macht, verhindert werden. Insgesamt ist auch in späteren Jahren die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Kinder mit einer Frühgeborenen-Retinopathie eher auch andere Augenerkrankungen, wie z.B. eine Kurzsichtigkeit, aufweisen als Kinder ohne solche Netzhautveränderungen. Daher sollte auch nach dem Abheilen der eigentlichen Veränderungen eine regelmäßige Kontrolle der Augen erfolgen. Prognose In ca. 20% kommt es nach diskretem Verlauf zu einer Rückbildung der Veränderungen ohne bleibende Schäden mit voll erhaltener Sehschärfe. In ca. 60% der Fälle kommt es zu einem fortgeschrittenen Narbenstadium, was jedoch funktionell noch mit einer zentralen Sehschärfe von 10 bis 50% einhergeht. In den restlichen 20% kommt es zu solch starken Veränderungen an der Netzhaut, dass ein Sehschärfenverlust auf unter 10% erfolgt. Informationsquelle:
http://www.onmeda.de/krankheiten/fruehge...tinopathie.html © OnVista Media GmbH
|