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Fieberkrämpfe Fieberkrämpfe sind eine meist harmlose Sonderform von Krampfanfällen in der Art von epileptischen Anfällen, die typischerweise beim sonst gesunden Kleinkind bei Fieber über 38°C auftreten und etwa 4% der Kinder dieses Alters betreffen. Man unterscheidet einfache und komplexe Fieberkrämpfe nach speziellen neurologischen Kriterien. Einfache Fieberkrämpfe sind abgesehen von einem Wiederholungsrisiko harmlos, komplexe Fieberkrämpfe können die ersten Symptome einer späteren echten Epilepsie sein (in 4% der Fälle). Die Diagnose erfolgt aus der Schilderung der Eltern, wobei v.a. bei Verdacht auf einen komplexen Fieberkrampf eine weitere Abklärung erforderlich ist. Diese besteht aus neurologischer Untersuchung, Ableitung der Hirnströme (EEG) und Bestimmung von Laborwerten aus Blut und Liquor. Die Behandlung erfolgt stufenweise entsprechend der Symptome und Häufigkeit der Anfälle und besteht aus Fiebersenkung und antiepileptischen Medikamenten. Die selben Maßnahmen gelten für die Prophylaxe. Definition Fieberkrämpfe, auch Fraisen, Infekt-, Initial- oder Zahnkrämpfe genannt, sind Krampfanfälle im frühen Kindesalter, die im Rahmen eines fieberhaften Infektes ohne entzündliche Beteiligung des Zentralnervensystems auftreten. Dabei werden einfache, harmlose Fieberkrämpfe und komplexe, kontrollbedürftige Anfälle unterschieden. Häufigkeit Einfache Fieberkrämpfe, die 80-90% der Fieberkrämpfe ausmachen, treten im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren auf. Etwa 4% der Kinder dieser Altersklasse sind davon mindestens einmal betroffen. Bei den selteneren komplexen Fieberkrämpfen liegt das Risiko einer späteren Epilepsie bei 3-4%, in Sonderfällen wie bei familiärem Vorkommen von Epilepsie, vorbestehender Gehirnschädigung und bestimmten EEG-Veränderungen jedoch bei 20%. Einfache Fieberkrämpfe Bei Temperaturen von über 38°C kann es zu einem generalisierten, d.h. den ganzen Körper des Kindes betreffenden Krampfanfall kommen. Ein derartiger Anfall sieht für den medizinischen Laien sehr bedrohlich aus, ist jedoch meist relativ harmlos. Es kommt dabei zu Muskelzuckungen und Augenverdrehen bis hin sogar zur Bewusstlosigkeit, wobei die Dauer meist wenige Minuten beträgt und der Anfall von selbst zu Ende geht. Im Anschluss ist das Kind häufig noch für einige Zeit in einem gewissen Dämmerzustand und wirkt sehr verschlafen. Als Therapie ist in der Regel eine Senkung des Fiebers ausreichend. Einen Sonderfall stellen Fieberkrämpfe im ersten Lebensjahr dar, die zum Ausschluss einer Hirnhautentzündung weiter abgeklärt werden müssen. Komplexe Fieberkrämpfe Von komplexen Fieberkrämpfen spricht man bei * Herdsymptomatik im oder nach dem Anfall, d.h. die Anfälle sehen anders aus als oben beschrieben, da sie von einem bestimmten Areal im Gehirn ausgehen und die Symptome diesem entsprechen * neurologischen Symptomen nach dem Fieberkrampf * Anfallsserien innerhalb von 24 Stunden * Vorbestehender Gehirnschädigung * Anfallsdauer über 15 Minuten * Bleibenden EEG-Veränderungen * mehr als insgesamt vier Fieberkrämpfen * Fieberkrämpfen im ersten Lebensjahr oder nach dem vierten Geburtstag * Epilepsiebelastung der Familie Diagnose Die Diagnose der Fieberkrämpfe erfolgt in erster Linie aus der Krankengeschichte und den Schilderungen der Eltern. Der Ursache des Fiebers wird durch die ärztliche Untersuchung nachgegangen. Ein EEG (Ableitung der Hirnströme) wird bei Verdacht auf einen komplexen Anfall durchgeführt. Nach dem einfachen Fieberkrampf ist es wieder normal und bedarf keiner weiteren Kontrolle. Direkt im Fieberkrampf ist es in jedem Fall auffällig und zeigt das typische Muster eines generalisierten Anfalls. Bleiben Veränderungen wie Spike Wave Muster, Herdbefunde oder konstante Theta-Rhythmen zurück, ist eine weitere Abklärung erforderlich. Dazu gehören die Bestimmung von Laborwerten aus dem Blut (Blutzucker, Kalzium, Phosphat, alkalische Phosphatase und Elektrolyte) und Erregernachweis aus dem Liquor bei Verdacht auf Hirnhautentzündung. Dieser wird durch einen Kreuzstich, auch Lumbalpunktion genannt, gewonnen und ist bei Fieberkrämpfen im ersten Lebensjahr obligat. kuttherapie Therapie und Prophylaxe ist die Fiebersenkung mit antipyretischen, d.h. fiebersenkenden Zäpfchen oder Tropfen, Wickeln in den Leistenbeugen und Flüssigkeitszufuhr. Bei langer Dauer des Krampfes können zusätzlich antiepileptische Medikamente rektal oder intravenös verabreicht werden. Kurzzeitprophylaxe Bei Kindern mit erhöhtem Risiko sollte das Fieber in jedem Fall konsequent mit regelmäßiger Gabe von Fieberzäpfchen gesenkt werden. Ergänzend wird auch manchmal die prophylaktische Gabe eines Antiepileptikums empfohlen. Langzeittherapie Bei sehr hohem Wiederholungsrisiko sollte individuell abgewogen werden, ob eine medikamentöse Dauertherapie, die selbstverständlich auch Nebenwirkungen haben kann, Vorteile bringt. Diese wird in der Regel nach zweijähriger Anfallsfreiheit bei unauffälligem EEG wieder abgesetzt. Prognose Einfache Fieberkrämpfe sind in der Regel als harmlos zu betrachten, das Wiederholungsrisiko liegt jedoch bei 30%. Komplexe Fieberkrämpfe hinterlassen ebenso keinen Folgeschaden, sind jedoch ein Hinweis für Krampfneigung und in etwa 4% der Fälle erste Anzeichen einer Epilepsie. Informationsquelle: http://www.onmeda.de/krankheiten/fieberkraempfe.html
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