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Darmverschluss bei Kleinkindern Unter Darmverschluss, lateinisch Ileus, versteht man eine potenziell lebensbedrohliche Situation, die mannigfaltige Ursachen haben kann. Hauptursache im Kindesalter ist die Invagination, d.h. die plötzlich auftretende Einstülpung des Darmes. Die Invagination tritt am häufigsten im zweiten Lebenshalbjahr bei bis dahin gesunden Babys auf und verursacht einen Darmverschluss, der ohne entsprechende Behandlung lebensbedrohlich ist. Die Symptome sind heftige, in Wellen verlaufende Bauchschmerzen, Erbrechen, Abgang eines blutigen Schleimes, Blässe und Unruhe des Kindes. Es wirkt schwer krank. Die Behandlung muss unverzüglich im nächsten Krankenhaus erfolgen. Im Frühstadium kann die Invagination oft durch einen Einlauf gelöst werden. Gelingt dies nicht, so ist eine Operation erforderlich. Ursachen Ein Darmverschluss, lateinisch Ileus, kann mannigfaltige Ursachen haben: * Mechanische Passagehindernisse im Darm, wie z.B. verschluckte Fremdkörper, Tumoren, Würmer, Kotballen oder Gallensteine * Darmschlingenverwicklungen im weiteren Sinn wie der sog. Volvulus oder die Invagination, die Hauptursachen im Kleinkindesalter. Bei der Invagination stülpt sich ein Darmstück in den dahinter liegenden, also in der Fachsprache in den distal davon liegenden Darm hinein. Diese wird durch entzündliche oder angeborene Veränderungen wie Polypen oder Darmausstülpungen (etwa ein "Meckel-Divertikel") begünstigt. * Einklemmung von Darmschlingen als Komplikation von "Verwachsungsbäuchen" nach Operationen oder von Bauchwandbrüchen (=Hernien) * Selten sind angeborene Anomalien der Darmentwicklung für den Darmverschluss verantwortlich, der Mediziner bezeichnet diese als Malrotation. Das bedeutet, dass die Darmschlingen nicht, wie üblich in der Bauchhöhle angeordnet sind. Durch die mechanische Behinderung der Darmpassage entsteht also ein so genannter "mechanischer Ileus" und der Darminhalt kann nicht mehr weiter transportiert werden. Wird das Passagehindernis nicht rasch beseitigt, kann es zum Absterben von dann nicht mehr ausreichend durchbluteten Darmschlingen (=Darmgangrän) und in der Folge zu einer schweren Bauchfellentzündung (Peritonitis) kommen, die im schlimmsten Fall tödlich endet. Häufigkeit Die Invagination ist, wie gesagt, die häufigste Ursache für einen drohenden Darmverschluss im Kleinkindesalter. Der Häufigkeitsgipfel liegt dabei im zweiten Lebenshalbjahr. Bei Säuglingen in den ersten drei Lebensmonaten sowie bei Kindern nach dem dritten Geburtstag tritt sie jedoch extrem selten auf. Pathogenese Die Invagination erfolgt in der Regel an der Stelle des Überganges vom Dünndarm zum Dickdarm, also am so genannten Ileozäkalpol in der Nähe des Blinddarmes. Durch die normale Darmbewegung (Peristaltik), wird das eingestülpte Darmstück, das so genannte Invaginat, noch weiter nach vorne geschoben und damit vergrößert. Gleichzeitig werden die den Darm versorgenden Blutgefäße abgeknickt. Einerseits wird dadurch die Durchblutung der Darmwand unterbrochen und es kommt zu einem Sauerstoffmangel bzw. zu einer Ischämie im betroffenen Gewebe. Andererseits führt die Behinderung des Blutabflusses zu einem venösen Blutstau und zu Blutungen der Darmschleimhaut. Ohne weitere Behandlung kommt es - wie bei einem Blinddarmdurchbruch - innerhalb weniger Tage zum allgemeinen Verfall und infolge der resultierenden Bauchfellentzündung zu einer absolut lebensbedrohlichen Situation für den Patienten. Symptome Eine Invagination macht sich durch plötzlich auftretende heftige Bauchschmerzen bemerkbar. Zuvor gesunde Kinder krümmen sich vor Schmerzen und erbrechen. Ihre Haut ist von kaltem Schweiß bedeckt, sie sind blass und zeigen einen ängstlichen Gesichtsausdruck. Die Schmerzattacken treten anfangs wehenartig, also in wellenförmigem Verlauf auf. Es folgt eine Phase der scheinbaren Besserung, ein so genanntes freies Intervall mit anschließendem Stuhlverhalten, d.h. der Darm kann den Darminhalt nicht mehr weiter transportieren. Häufig geht dabei jedoch blutiger Schleim ab. Erfolgt keine entsprechende Behandlung, so wird der Bauch des Kindes zunehmend aufgetrieben und der Zustand des Kindes verschlechtert sich dramatisch. Im schlimmsten Fall führt die Invagination zum Tod. Im Verdachtsfall ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen! Diagnose Aufgrund der charakteristischen Phase einer scheinbaren Besserung sollte der Arzt die Krankengeschichte (Anamnese) besonders genau und umfassend erheben. Die geschilderten Symptome sind meist typisch und ergeben so bereits den Verdacht auf eine Invagination. Bei der anschließenden körperlichen Untersuchung kann das betroffene Darmstück häufig ähnlich einer Walze im rechten Unterbauch getastet werden. Nach der Austastung des Enddarms über den After zeigt sich oft blutiger Schleim am Fingerling. In der Regel gelingt in der Ultraschall-Untersuchung die eindeutige Diagnose. Die Invagination zeigt sich hier als "Schießscheiben-Phänomen", das bedeutet, das Bild auf dem Monitor ähnelt einer Schießscheibe. Auch durch einen Darmeinlauf mit einem Kontrastmittel lässt sich das Passagehindernis im Darm mittels einer Röntgenaufnahme darstellen. Therapie Im Anfangsstadium kann der Arzt die Invagination häufig durch äußere Maßnahmen lösen. Dies geschieht entweder durch eine spezielle Massage oder durch den Einlauf mit einem Kontrastmittel. Auf diese Weise kann auch gleich die Kontrolle erfolgen, ob die Darmpassage im Anschluss wieder frei ist, also der Darm wieder durchgängig ist. Physikalisch gesehen geschieht dabei folgendes: durch den hydrostatischen Druck der Flüssigkeit, die für den Einlauf verwendet wird, wird der eingestülpte Darm zurückgeschoben. Gelingt es nicht, die Invagination von außen zu lösen, muss rasch die Entscheidung zu einer Operation gefällt werden. Nur dadurch wird ein Absterben, d.h. eine Gangrän des schlecht durchbluteten Darmstückes letztlich vermieden. Meistens kann der Darm bei der Operation vollständig erhalten werden. Im fortgeschrittenen Stadium mit bereits eingetretener Schädigung des Darmes ist jedoch eine Darmresektion, also die Entfernung des betroffenen Darmstückes, erforderlich. Besteht gar eine Bauchfellentzündung, so müssen Infusionen zur Kreislaufstabilisierung und zur antibiotischen, also keimabtötenden, Behandlung verabreicht werden. Informationsquelle: http://www.onmeda.de/krankheiten/darmver...leinkinder.html
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