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Asthma bronchiale Das Asthma ("Asthma bronchiale") ist eine chronische Entzündung der Atemwege. Die Bronchien reagieren bei Asthmatikern auf bestimmte Reize überempfindlich und verengen sich krampfartig. Diese Verengung der kleinen Luftwege führt zu einer anfallsweisen Atemnot, begleitet durch starke Schleimbildung und Schwellung der Schleimhaut. Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter, worauf im folgenden Text besonders Wert gelegt wird. In Deutschland sind etwa 10 % der Kinder betroffen, aber auch 5% der Erwachsenen. Während bei Kindern das Asthma überwiegend allergisch bedingt ist, leiden Erwachsene, v.a. in der zweiten Lebenshälfte, häufiger unter dem sog. nichtallergischen Asthma. Die Dauer eines Anfalls reicht von wenigen Sekunden bis zu Stunden (schwerer Asthmaanfall). Auslösend können Allergien, Infektionen der oberen Atemwege, Überanstrengung, psychische Belastung, Kälte, Medikamente oder verunreinigte Luft sein. Die Diagnose erfolgt durch Krankengeschichte, körperliche Untersuchung, Lungenfunktionstests und allergologische Abklärung. Wichtigste Maßnahme ist die Meidung der möglichen Auslöser (Staub, Haustiere bei Allergie, Zigarettenrauch u.a.). Daneben unterscheidet man Anfallsbehandlung und Intervalltherapie bei häufigen Attacken. Man verwendet dafür Bronchialsprays meist mit Applikationshilfe (z.B. Inhalator oder Spacer) und verabreicht Betasympathomimetika (Kurzwirksame helfen im Anfall), Kortisonpräparate, Leukotrienantagonisten und/oder ggf. Cromoglicinsäure. In schweren Fällen kann eine intravenöse Behandlung notwendig werden. Die Prognose des kindlichen Asthma bronchiale ist günstig. Definition Beim Asthma bronchiale sind die Atemwegswände chronisch (langwierig) entzündet. Auf bestimmte Reize verengen sie sich und rufen so eine - häufig anfallsartige - Atemnot hervor, besonders nachts und am frühen Morgen. Der Begriff entstammt dem Griechischen. Er bedeutet soviel wie Atemnot oder Kurzatmigkeit. Schon der römische Arzt Galen beschrieb die Krankheit. Er war der Ansicht, dass der abgehustete Schleim dem Hirn entstamme. Im Kindesalter ist Asthma die häufigste chronische Erkrankung. Zwischen 5% und 15% aller Kinder sind davon betroffen. Jungen sind doppelt so häufig erkrankt wie Mädchen. Dieser Geschlechterunterschied ist bei älteren Kindern deutlich geringer, im Erwachsenenalter überwiegt dann der Anteil erkrankter Frauen. Bei 30% der kindlich Erkrankten tauchen bereits Symptome bis zum ersten Lebensjahr auf und bis zum fünften Lebensjahr entwickeln 80%-90% der Patienten die Krankheit. Je später das erstmalige Auftauchen ist, desto wahrscheinlicher ist eine allergische Komponente im Krankheitsgeschehen. Ursachen Die Auslöser der Bronchialschwellung sind vielfältig, man unterscheidet entsprechend verschiedene Formen des Asthma bronchiale. Neben den allergischen können auch nichtallergische Reaktionen auf Reize eine Rolle spielen. Hier stehen Luftschadstoffe, wie Abgase oder Tabakrauch, Nebel, Kaltluft im Vordergrund, auch Medikamente können auslösend sein. Bei vielen Kindern kommt es erst durch körperliche Anstrengung zu Asthma. Man spricht dann von einem Anstrengungsasthma. In den meisten Fällen reagieren die Patienten aber auf mehrere Auslöser; es liegen häufig Mischformen der Erkrankung vor. Psychologische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle, einerseits beeinflussen sie das Ausmaß des Krankheitsgeschehens, andererseits spielen sie eine Rolle bei der Bewältigung der Krankheit. Allergisches Asthma Beim allergischen Asthma kann eine allergische Reaktion auf verschiedene Allergene der Atemluft vorliegen, so z.B. auf Hausstaub bzw. die Exkremente von Hausstaubmilben, auf Bäume- und Gräserpollen, Schimmelpilzsporen, Vogelfedern, Tierhaare, Parfüme, chemische Lösungsmittel oder auch - seltener - auf Eiweißkörper in der Nahrung. Typischerweise kommt es wenige Minuten nach Kontakt mit dem Allergen zum Auftreten der Beschwerden. Bei der Hälfte der allergisch verursachten Fälle kommt es ca. 6-10 Stunden später zu einem zweiten Schub von Atembeschwerden. Berufsbedingtes Asthma Auch im Beruf kommen Kontakte zu vielen Substanzen zustande, die als Allergene wirksam werden können. Klassische Fälle sind hier die Mehlstauballergie des Bäckers, die Nickel- oder Pflegemittelallergie des Friseurs, die Holzstauballergie des Schreiners oder auch Allergien gegen Farb- und Lösungsmittel bei Druckereiarbeitern. Ein berufsbedingtes Asthma ist aber nicht immer die Folge einer Allergie. Vielfach bewirken bei dieser Form des Asthmas auch chemische Reizstoffe eine Irritation des Bronchialsystems. Besonders bei Personen mit bekannter Allergieneigung sollte dieser Aspekt bei der Berufswahl mit einbezogen werden. Infektasthma Die durch Virusinfektionen der Atemwege hervorgerufene Entzündung macht die Atemwege anfälliger für andere Reize. Bei jüngeren Kindern wird dies gelegentlich nach Infektionen mit Respiratory Syncytial und Parainfluenza Viren beobachtet, bei älteren Kindern nach Influenza- und Rhinovirusinfektionen. Insgesamt ist das Infektasthma aber eine Erkrankung des Erwachsenen. Bei Asthmaerkrankungen, die jenseits des zwanzigsten Lebensjahres auftreten, kann nur in weniger als einem Fünftel der Fälle eine rein allergische Ursache nachgewiesen werden. Vielmehr entwickelt sich die Erkrankung hier häufig im Anschluss an Infektionen der Luftwege, oft auch der Nasennebenhöhlen, deren Folge ein überempfindlich reagierendes Bronchialsystem ist. Eine Veranlagung scheint wie bei Allergien auch hier eine Rolle für den Ausbruch der Erkrankung zu spielen. Weil sich bei dieser Asthmaform eine genaue Ursache bzw. ein bestimmter äußerer Einfluss nicht nachweisen lässt, nennt man sie häufig auch intrinsisches oder endogenes (von innen kommendes) Asthma, während ein durch äußere Einflüsse wie Allergene, Chemikalien oder Medikamente ausgelöstes als extrinsisches oder exogenes (von außen kommendes) Asthma bezeichnet wird. Arzneimittelasthma Das Medikamentenasthma tritt fast nie isoliert, sondern in der Regel in Kombination mit anderen, meist allergischen Asthmaformen auf. Etwa 10-20% aller Asthmatiker reagieren auf bestimmte Medikamente überempfindlich. Im Wesentlichen handelt es sich bei diesen Medikamenten um saure Analgetika (Schmerzmittel) und Antiphlogistika (Entzündungshemmer) insbesondere durch Acetylsalicylsäure ausgelöst. Auch Betarezeptorenblocker (Medikamente u.a. gegen Bluthochdruck) können einen Asthmaanall induzieren. Bei dieser Form des Asthmas handelt es sich nicht um eine Allergie im eigentlichen Sinne. Vielmehr ist diese Form der Arzneimittelunverträglichkeit die Folge einer möglicherweise erblich bedingten Stoffwechselabweichung. Besonders häufig beobachtet man das Arzneimittelasthma bei Frauen im mittleren Lebensalter. Die Erkrankung äußert sich insbesondere im Bereich der Nase mit Niesen und wässrigem Nasenfluss, später auch durch polypenartige Schleimhautwucherungen, die eine erhebliche Nasenatmungsbehinderung darstellt. Belastungsasthma Noch verbreiteter als das Arzneimittelasthma ist bei Allergikern das Belastungs- oder Anstrengungsasthma, das ebenfalls in der Regel kombiniert mit anderen Asthmaformen auftritt. So leiden die meisten von allergischem Asthma betroffenen Kinder und etwa jeder dritte asthmakranke Erwachsene unter Atemnot während und nach körperlicher Belastung. Kalte und trockene Luft begünstigt den Anfall. Bei schrittweise gesteigerter Anstrengung, prophylaktischer Gabe von bronchialerweiternden Medikamenten und der Wahl geeigneter Sportarten, wie z.B. Schwimmen, schränkt das Asthma die Betroffenen aber in vielen Fällen kaum ein. Symptome Die Symptome des Asthma bronchiale werden durch die Schwellung der Atemwege, insbesondere der Bronchialschleimhäute hervorgerufen; auch durch die gesteigerte und übermäßig zähflüssige Produktion von Bronchialschleim. Kinder sind häufiger als Erwachsene betroffen, weil ihre Schleimhautoberfläche im Verhältnis zur Weite der Atemwege besonders groß ist. Die Muskeln der kleinen Luftwege, der sog. Bronchioli, ziehen sich zudem krampfartig zusammen. Vor allem das Ausatmen ist durch diese Mechanismen gestört: Bei der insgesamt verlängerten Ausatmung entsteht durch eine Verstärkung der Strömungsgeräusche ein Pfeifen ("Giemen") und Brummen. Häufig liegt auch ein Reizhusten mit glasig-zähem (bei Infektion: eitrigem) Auswurf vor. Im Intervall fehlen die Beschwerden oft ganz. Akut zeigt sich das Asthma als Anfall. Dieser kann nur wenige Minuten dauern oder er kann sich über Stunden oder sogar Tage erstrecken. Die Ärzte sprechen dann von einem "Status asthmaticus". Im Verlauf zeigen sich Symptome wie Husten oder Atemnot auch zwischen den Anfällen. Herz und Lungengewebe werden belastet, es kann sich auf Dauer eine Lungenüberblähung ("Emphysem") bilden. Die allgemeine Entwicklung eines betroffenen Kindes kann bei schweren Verlaufsformen eingeschränkt sein. Das Kind bleibt dann in der körperlichen (Gewicht, Größe) und geistigen Entwicklung (schulische Leistungen) hinter seinen Altersgenossen zurück. Im extrem fortgeschrittenen Stadium kann sich der Brustkorb - durch die Überblähung der Lungen - fassähnlich verformen. Beim Atemvorgang ist das Muskelspiel verändert. Die so genannte Atemhilfsmuskulatur, bestehend aus Teilen von Thorax-, Rücken- und Schultergürtelmuskulatur, wird bei der vermehrten Atemanstrengung des Patienten zusätzlich zu den normalen Atemmuskeln in den Atemvorgang mit einbezogen. So werden im Asthmaanfall häufig die Arme abgestützt, damit Hilfsmuskeln den Brustkorb bei fixiertem Schultergürtel zusätzlich heben und senken können. Diagnose Die Diagnose des Asthma bronchiale ergibt sich meistens aus der Schilderung der typischen wiederkehrenden Beschwerden des Kindes. Am typischsten sind dabei die pfeifenden ("Giemen") und brummenden Geräusche bei der Atmung. Das häufige Symptom des Hustens ist schon weniger spezifisch. Als andere Erkrankungen mit einem ähnlichen Erscheinungsbild sollten dabei eine akute Entzündung der Bronchien, Keuchhusten, Mukoviszidose, Erweichung der Luftröhrenknorpel (Tracheomalazie) oder auch das Einatmen eines Fremdkörpers ausgeschlossen werden. Bei der spezifischen Diagnostik stehen die Lungenfunktionstests (Spirometrie, Ganzkörperplethysmographie) im Vordergrund, um die eingeschränkte Atemfunktion und die genaue Art der Einschränkung zu identifizieren. Da es sich beim Asthma vor allem um ein Problem bei der Ausatmung handelt, also eine so genannte Obstruktion vorliegt, ist die Ausatemkapazität und die Menge der in der Lunge zurückbehaltenen Luft von entscheidender diagnostischer Bedeutung. Mit Hilfe eines so genannten Peak-flow-Meters wird die höchste Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft während einer forcierten Ausatmung gemessen prozentual im Vergleich mit einem Sollwert bestimmt. Die Überprüfung wird nach Gabe eines bronchienerweiternden Sprays (ß-2-Mimetikum) wiederholt, um die asthmatypische Aufhebbarkeit der Obstruktion zu testen. Falls ein durch Anstrengung hervorgerufenes Asthma vorliegt, kann man versuchen, Lungenfunktionstests unter körperlicher Belastung durchzuführen. Bei schweren Asthmaanfällen kann die Bestimmung der arteriellen Blutgaskonzentration von Sauerstoff und Kohlendioxid notwendig werden. In der Diagnostik des allergischen Asthmas werden Bluttests durchgeführt, um die bei Allergien typische Erhöhung der Antikörperkonzentration der Klasse IgE nachzuweisen. Bei diesen Patienten liegen gehäuft eine familiäre Belastung für Allergien oder auch andere allergische Erkrankungen wie Nesselsucht, Heuschnupfen, Milchschorf oder ein endogenes Ekzem vor. Hauttests dienen der Bestimmung des auslösenden Allergens. Bei Unklarheit kann ein so genannter inhalativer Provokationstest durchgeführt werden. Hierbei atmet der Patient ein verdächtiges Allergen oder einen Reizstoff ein. Werden daraufhin typische asthmatische Symptome beobachtet, so ist der Auslöser identifiziert und sollte in Zukunft gemieden werden. Therapie Für die Behandlung des Asthma bronchiale werden zwei Arzneimittelgruppen eingesetzt: bronchienerweiternde und entzündungshemmende Medikamente. Mit den Entzündungshemmern - insbesondere Kortikosteroide - wird die chronische Entzündung als eigentliche Ursache des Asthmas behandelt. Kortikoide (z.B. Budesonid, Fluticason oder Mometason) bewirken, dass die Schwellung und Schleimbildung in den Atemwegen zurückgeht. Kortikoide werden inhaliert, um den Zielort direkt und mit möglichst wenigen Nebenwirkungen zu erreichen. Sie sind die wesentliche Stütze der Dauertherapie des Asthmas. Die medikamentöse Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Je nach Schweregrad bzw. "Stufe", von denen beim Asthma vier unterschieden werden, kommen verschiedene Medikamente bzw. unterschiedliche Dosierungen zum Einsatz. In den höheren Krankheitsstufen werden neben den inhalativen Kortikosteroiden auch langwirksame Beta-2-Sympathomimetika (Bronchodilatatoren) eingesetzt. Diese adrenalinähnlichen Substanzen erweitern die Bronchien: Die Atemwege sind nicht mehr so stark verengt, weil die verkrampfte Atemmuskulatur gelockert wird. Beta-Sympathomimetika bekämpfen also die Beschwerden, nicht die Ursache. Unter den bronchienerweiternden Substanzen gibt es kurz- und langwirksame. Langwirksame Beta-Sympathomimetika (z.B. Formoterol, Salmeterol) verbessern die Symptomatik für einen Zeitraum bis zu zwölf Stunden. Die kurzwirksamen Bronchodilatatoren (z.B. Salbutamol, Terbutalin) helfen im akuten Anfall, wenn die Wirkung innerhalb weniger Minuten einsetzen soll. Wer zu häufig nach diesen Substanzen greift, beweist, dass seine Asthmatherapie nicht optimal ist. Oft wird die wichtige Dauertherapie vernachlässigt, da sich die Patientin bzw. der Patient beschwerdefrei fühlt. Dabei bildet sich die Entzündung in den Atemwegen erst nach Wochen und Monaten zurück. Eine gute Therapie vermag auch die Lungenfunktion langfristig zu normalisieren. Inhalation Bronchienerweiternde Substanzen können inhaliert oder als Kapsel bzw. Tablette eingenommen werden. Generell wird bei Asthmamedikamenten die inhalative Anwendung, wenn möglich, bevorzugt. Anstatt über den Blutweg - wie bei Kapseln oder Tabletten - gelangen sie direkt über die Bronchien an den Entzündungsherd. Zwischenzeitig gibt es auch feste, inhalative Kombinationspräparate von bronchienerweiternden mit entzündungshemmenden Substanzen (Formoterol mit Budesonid oder Salmeterol mit Fluticason). Der Einsatz mehrerer, verschiedener Inhalationsgeräte entfällt dadurch; die Asthma-Therapie wird für die Betroffenen einfacher. Im Wesentlichen gibt es zwei Inhalationsverfahren, je nachdem, ob eine Flüssigkeit (Dosieraerosole, "Sprays"; mit Inhalationshilfe, dem sog. Spacer) in den Mund gesprüht oder eine Trockensubstanz (Diskus, Diskhaler) eingeatmet wird. Die Inhalationstechnik ist unterschiedlich und muss vom Patienten erlernt werden. Beim Spray ist jedoch oft die Koordination zwischen Einatmen und Auslösen des Sprühstoßes ungewohnt. Mit dem behandelnden Arzt ist zu klären, welche Applikation individuell am geeignetsten ist. Wichtig ist dabei immer eine gute Patientenschulung. Asthma-Patienten müssen die Handhabe mit dem Gerät erlernen, damit eine effektive Therapie gewährleistet ist. Bei Kindern und Schwangeren sind besondere Therapievorschriften zu beachten. Sie sind in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt zu klären. Anfallstherapie Bei der Behandlung des akuten Asthmaanfalls stehen die bronchienerweiternden Medikamente im Vordergrund. Bei einem leichten bis mittelschweren Anfall reichen zwei bis vier Hübe eines kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetikums wie Fenoterol oder Salbutamol. Mitunter ist dies nach ca. 15 Minuten zu wiederholen. Kortikosteroide werden zusätzlich entweder in die Venen (intravenös) oder über den Mund (oral) gegeben. Die Atmung fällt den Patienten im Sitzen leichter. In schweren Fällen kann auch eine künstliche Beatmung des Patienten notwendig werden. Langzeitbehandlung Eine medikamentöse Langzeitbehandlung bleibt den Asthmapatienten mittleren und höheren Schweregrades vorbehalten. Neben den bronchienerweiternden und entzündungshemmenden Wirkstoffen gibt es noch weitere Arzneimittel, die insbesondere ab dem dritten Schweregrad ("Stufe") alternativ in Frage kommen. Xanthinderivate (Theophyllin) sind ebenfalls bronchialerweiternd, allerdings liegen die heilsame und giftige Dosis nicht weit voneinander entfernt. Daher sollte ihre Einnahme möglichst unter Kontrolle des Wirkstoffspiegels im Blut erfolgen. Cromoglicinsäure oder Nedocromil setzen die Empfindlichkeit von sog. Mastzellen in der Bronchialschleimhaut herab. In den aktuellen Richtlinien sind sie allerdings nur noch in der Stufe 2 bei Kindern und Jugendlichen als Alternative erwähnt. Antileukotriene (Montelukast) werden dagegen zunehmend bedeutsamer. Bei Erwachsenen werden sie in der Langzeittherapie des mittel- bis schwergradigen Asthmas (in Kombination mit inhalativem Kortikoid) empfohlen. Bei Kleinkindern zwischen 1 und 6 Jahren ist Montelukast den langwirksamen Beta-2-Sympathomimetika sogar vorzuziehen. Vier-Stufen-Plan Symptomatik Therapie Stufe 1 Gelegentlich auftretendes (intermittierendes) Asthma: Nicht mehr als einmal pro Woche Atemnot, nächtliche Atemnot nicht öfter als zweimal im Monat. Zwischendurch beschwerdefrei. Peak-flow über 80%. Keine Dauermedikation. Nur bei Bedarf Inhalation eines kurzwirksamen Beta-2-Sympathomimetikums. Stufe 2 Leichtes anhaltendes (persistierendes) Asthma: Mehr als einmal wöchentlich aber keine täglichen Beschwerden; nächtliche Atemnot mehr als zweimal im Monat. Peak-flow bis 80%. Regelmäßige Inhalation eines entzündungshemmenden Medikaments: niedrig dosiertes inhalatives Kortikoid. Bei Bedarf Inhalation eines kurzwirksamen, bronchienerweiternden Beta-2-Sympathomimetikums ("Bronchodilatators"). Stufe 3 Mittelschweres anhaltendes Asthma: Tägliche Beschwerden oder mehr als einmal wöchentlich nachts auftretende Symptomatik. Peak-flow 60-80%. Regelmäßige Inhalation eines entzündungshemmenden Medikaments (inhalatives Kortikoid in niedriger bis mittlerer Dosierung). Zusätzlich regelmäßige Inhalation eines langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikums; ggf. in fester Kombination. Optional: Theophyllin als Retardtablette, Antileukotriene (Montelukast), usw. Bei Bedarf Inhalation eines kurzwirksamen Bronchodilatators Stufe 4 Schweres anhaltendes Asthma: Dauersymptome wechselnder Intensität, sowohl tagsüber als auch nachts. Deutliche Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Peak-flow morgens unter 60%, deutliche tageszeitliche Schwankungen. Regelmäßige Inhalation eines entzündungshemmenden Medikaments (inhalatives Kortikoid in hoher Dosierung). Zusätzlich regelmäßige Inhalation eines langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikums, ggf. in fester Kombination, und ein weiteres Medikament: Theophyllin oder Kortikosteroid (oral). Bei Bedarf Inhalation eines kurzwirksamen Bronchodilatators. Zusätzliche therapeutische Maßnahmen Die Therapie des Asthmas besteht keinesfalls allein aus Medikamenten. Wichtig sind auch die zusätzlichen Maßnahmen wie regelmäßiger Sport, eine Normalisierung des Körpergewichts, Atem- und Physiotherapie und der Verzicht auf Nikotin. Eine gute Patientenschulung ist beim Asthma von großer Bedeutung. Sie schult den praktischen Umgang mit Asthma und sorgt für das theoretische Verständnis der Erkrankung. Viele Krankenhäuser, niedergelassene Fachärzte, Selbsthilfegruppen oder Rehabilitationszentren für Atemwegserkrankte bieten solche Schulungsveranstaltungen an. Zusätzlich zur medikamentösen Therapie gibt es noch eine Reihe weiterer therapeutischer Maßnahmen zur Unterstützung der Atemfunktion und zur Verbesserung des Allgemeinzustands. Eine wichtige Hilfe ist gezielte Physiotherapie. Die so genannte Atemgymnastik sollte im beschwerdefreien Intervall durchgeführt werden. Sie dient der Kräftigung der Atemmuskulatur und damit einer Steigerung der Atemleistung. Die Betroffenen erlernen zudem spezielle Atemtechniken. Eine der wichtigsten ist die so genannte Lippenbremse. Bei dieser Technik kann nur wenig Luft durch die Lippen entweichen, wodurch sich ein Druck in der Mundhöhle aufbaut, der sich bis in die Lunge fortsetzt und die kleinen Luftwege und Lungenbläschen am kollabieren hindert. Ebenfalls eindeutig nachgewiesen ist der positive Effekt von autogenem Training bei Asthmaerkrankungen. Richtig eingesetzt kann diese Entspannungstechnik die Atemfunktion positiv beeinflussen. Auch für andere Konzentrations- und Meditationsübungen wie etwa Yoga wurden positive Effekte auf die Asthmasymptomatik beschrieben. Verlauf Im Allgemeinen ist die Prognose von kindlichem Asthma bronchiale sehr gut. Die meisten Kinder haben nur leichte Beschwerden. In der Regel haben mehr als 50% der betroffenen Kinder im Erwachsenenalter kein Asthma mehr. Bei einigen kommt es jedoch auch nach jahrzehntelangem asthmafreiem Intervall zu einem Wiederauftreten der Erkrankung. Je schwerer das Asthma in der Kindheit, desto wahrscheinlicher ist es, dass diese Menschen auch als Erwachsene darunter leiden. In jedem Falle bleibt die Anfälligkeit des Bronchialsystems ein Leben lang erhalten. Bei schwersten Erkrankungen kann die allgemeine körperliche und geistige Entwicklung des Kindes verlangsamt und insgesamt eingeschränkt sein. Todesfälle durch Asthmaanfälle sind glücklicherweise eher selten. Auf 100.000 Einwohner bezogen sterben pro Jahr nur ca. 2 Menschen an einem Asthmaanfall. Vorbeugen Allgemeine Maßnahmen Die Vorbeugung dient sowohl dem Vermeiden von akuten Asthmaanfällen, als auch der Eingrenzung der Langzeitschäden bei bestehendem Asthma bronchiale. Trockene Raumluft stellt einen Reizfaktor für die Bronchien dar, Betroffene sollten also auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit im Raum achten. Die individuell unterschiedliche klimatische Reizbarkeit sollte bei der Wahl des Aufenthaltsortes bedacht werden, soweit dies möglich ist. Im Hochgebirge und an der See sind weniger Allergene in der Luft. Bei Pollenallergie kann es hilfreich sein, das Kind zu bestimmten pollenbelasteten Jahreszeiten an einen anderen Wohnort, z.B. an die See, zu schicken. Auf das Rauchen in Räumen, in denen Kinder mit Asthma wohnen, muss unbedingt verzichtet werden. Sowohl die Häufigkeit des Auftretens von Asthma, als auch der Schweregrad des Verlaufs werden durch Rauchen in der Umgebung negativ beeinflusst. Bei einigen Kindern kommt es zu Asthma, wenn eine bakterielle Entzündung der Nasennebenhöhlen oder der Bronchien vorliegt. In diesen Fällen sollten die bakterielle Nasennebenhöhlenentzündung oder Bronchitis frühzeitig und konsequent mit Antibiotika behandelt werden. Keinesfalls sollte allerdings eine Dauertherapie mit Antibiotika geschehen. Bei allergischem Asthma ist es von großer Wichtigkeit, den auslösenden Stoff in der Atemluft oder Nahrung zu meiden. Es kann nötig werden, ein Haustier zu verschenken oder die Bettdecken oder Matratzen auszutauschen. Im Handel sind allergenfreie Matratzen erhältlich. Bisweilen kann eine Desensibilisierung Erfolg bringen. Allgemeine Einschränkungen bezüglich der Ernährung gibt es für Asthmatiker nicht. Eine Ausnahme bilden natürlich die Patienten, die an einer Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit leiden. Für alle anderen gelten die üblichen Empfehlungen hinsichtlich einer gesunden, vitaminreichen Kost. Damit der Schleim besser abfließen kann, sollten Asthmatiker möglichst viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Medikamente Wenn ein asthmaerkranktes Kind Fieber bekommt, sollte man als fiebersenkendes Mittel besser paracetamol- als acetylsalicylsäurehaltige Präparate verwenden. Vor allem bei älteren Kindern ist eine Unverträglichkeit des Wirkstoffs als Asthmaauslöser bekannt. Seltener können auch andere Wirkstoffe der selben Substanzklasse (z.B. Ibuprofen, Diclofenac, Indometacin) verantwortlich sein. Eine andere Medikamentenklasse, die Menschen mit Asthma nicht einnehmen sollten sind so genannte ß-Blocker (blutdrucksenkende Mittel). Allerdings ist deren Einnahme bei Kindern ohnehin nur in sehr wenigen Ausnahmefällen nötig. Zur Anfallsvorbeugung ist eine kontinuierliche Therapie, wie oben angegeben, notwendig. Wichtig ist auch die regelmäßige Überwachung und Anpassung der Therapie. So kann die Atemfunktion mittels eines Peak-flow-Meters auch zu Hause überprüft werden, um Erkrankungsverlauf und Effektivität der Therapie kontinuierlich zu kontrollieren. Eltern, deren Kinder schwerstes Asthma haben, bei denen ein hohes Risiko vorliegt im Status asthmaticus überhaupt keine Luft mehr zu bekommen und bei denen daher schon eine künstliche Beatmung notwendig geworden war, sollten eventuell in Absprache mit dem Kinderarzt adrenalinähnliche Stoffe zur sofortigen Injektion unter die Haut im Hause verfügbar haben. Allgemein sollten Asthmatiker ein Dokument bei sich tragen, aus dem hervorgeht, welche Erkrankung sie haben, welche Auslöser dafür bekannt sind, welche Medikamente sie einnehmen, wer zu informieren und was zu tun ist. Informationsquelle: http://www.onmeda.de/krankheiten/asthma.html
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