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Keuchhusten (Pertussis) Keuchhusten ist eine durch Bakterien (Bordetella pertussis) ausgelöste Infektionskrankheit, die vor allem bei Säuglingen einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann. Durch Rückgang der Impfungen, in der früheren DDR bestand z.B. eine Impfpflicht, nimmt die Häufigkeit des Keuchhustens auch in der Bundesrepublik Deutschland wieder zu. Typisch sind neben allgemeinen Krankheitssymptomen stakkatoartige Hustenanfälle und ein mehrwöchiger Krankheitsverlauf. Zu den gefürchtete Komplikationen zählen Atemstillstand bei Säuglingen und Lungenentzündung. Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika, die Prophylaxe durch einen neuen, besser verträglichen Impfstoff ist ausdrücklich zu empfehlen. Definition Der Keuchhusten ist eine akute bakterielle Infektionskrankheit der Atemwege, die mit charakteristischen, bei jüngeren Säuglingen lebensbedrohlichen Hustenanfällen einhergeht und aufgrund einer sehr hohen Ansteckungsrate alle nicht immunen Personen befallen kann. Erreger Ausgelöst wird der Keuchhusten durch das Bakterium Bordetella pertussis . Das Bakterium setzt ein spezifisches Gift, das Pertussis-Toxin, frei und bedingt dadurch die Krankheitssymptome. Bordetella pertussis haftet an den Schleimhäuten des Atemtraktes und bewirkt dort Zellschädigungen. Es entsteht außerdem eine Entzündung, die dazu führt, dass ein zähflüssiger Schleim gebildet wird, der dann zu den charakteristischen Hustenanfällen führt. Nach einem überstandenen Keuchhusten entsteht eine langdauernde Immunität. Übertragungsweg Die häufigsten Infektionsquellen sind Infizierte, die aber noch keine Erkrankungserscheinungen zeigen. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, also u.a. durch Husten, Niesen, Küssen und benutzen desselben Geschirrs. Der Erreger ist extrem infektiös. Etwa 80% der Kontaktpersonen eines Patienten, die nicht geimpft sind, erkranken. Oft übertragen auch asymtpomatische Erwachsene die Krankheit auf Kinder. Häufigkeit Weltweit gibt es jährlich 51 Millionen Fälle von Keuchhusten, von denen ca. 600.000 tödlich enden. Die meisten dieser Fälle treten in Entwicklungsländern auf, in denen die Durchimpfung der Bevölkerung nicht gewährleistet ist und, meist aus finanziellen Gründen, keine oder nicht genügend Medikamente zur Verfügung stehen. Die meisten Opfer sind Kinder und vor allem Säuglinge. Zur Zeit nimmt die Erkrankungshäufigkeit auch in den Industrienationen wieder zu, da weniger Gebrauch von der vorhandenen Schutzimpfung gemacht wird. Die gilt insbesondere für die Bundesrepublik Deutschland, nicht zuletzt daher, dass die in der alten DDR bestehende Impfpflicht nicht mehr besteht. Symptome Stadium catarrhale Niesen, Schnupfen, manchmal Heiserkeit. Zu Beginn kaum Fieber. Uncharakteristischer Husten Stadium convulsivum
Ausbildung der typischen Hustenanfälle. Mehrere (15 bis 20), heftige stakkatoartige Hustenstöße mit gequältem Gesichtsausdruck. Es wird ein zäher, glasiger Schleim herausgewürgt. Rekonvalenzstadium
Leichte, nur noch wenige Anfälle. Keuchhusten junger Säuglinge
Meist besonders schwere Verläufe. Die Hustenanfälle sind schwächer, statt dessen kann es zu einem plötzlichen Atemstillstand kommen. Komplikationen
Sie sind bei jungen Kindern am häufigsten: * Aussackungen in der Lungenstruktur * Lungenentzündung * Reaktivierung einer vorher bestandenen Tuberkulose und Verschlimmerung des Befundes * Entzündung des Gehirns mit Krampfanfällen Diagnose
Sie ist bei den typischen Hustenanfällen leicht. Gute Hinweiszeichen sind Husten in der Nacht wobei die Zunge herausgestreckt wird. Hustenprovokation durch Druck mit einem Untersuchungsspatel auf den Zungengrund. Das Bakterium kann im Anfangsstadium der Infektion durch einen Rachenabstrich mit anschließender Färbung nachgewiesen werden. Therapie
Die antimikrobielle Therapie kann nur die Krankheitsdauer verkürzen, der Krankheitsausbruch kann nicht verhindert werden. Das Antibiotikum der Wahl ist Erythromycin. Schwerkranke Säuglinge sind stationär zu behandeln, da sie oftmals nicht in der Lage sind, den Schleim abzuhusten und dieser dann abgesaugt werden muss. Impfung
Die Keuchhustenimpfung ist ein Teil der ab dem Alter von 3 Monaten verabreichten DTP-Impfung (D = Diphterie, T= Tetanus, P = Pertussis). Bis vor einigen Jahren verabreichte man ein attenuiertes (abgetötetes) Ganzzellpräparat, das zwar zu 85% Schutz verlieh, aber bei 20% der Kinder zu leichten und bei 0,1% zu schweren Nebenwirkungen führte. Auch von einigen, sehr seltenen Fällen von Hirnschäden wurde berichtet. Trotzdem verhalf diese Schutzimpfung zu einer stark reduzierten Durchseuchung und stellte in den meisten Fällen einen wirksamen Schutz der Kinder dar. Heutzutage benutzt man statt dessen einen viel besser verträglichen Impfstoff in dem nur einige Proteine des Bakteriums, die biotechnologisch hergestellt worden sind, vorkommen. Prophylaxe
* Vermeidung der Ansteckungsgefahr: kein Kontakt mit Hustenden, dies gilt besonders für Säuglinge. * besonders empfohlen: Impfung. Was Eltern zu Hause tun können: * Isolieren Sie Ihr Kind, damit sich andere nicht anstecken. * Sorgen Sie für Bettruhe, soweit das Kind dies mitmachen will. * Geben Sie dem Kind möglichst viel zu trinken, damit sich der Schleim in der Lunge besser lösen und abgehustet werden kann. * Da die Hustenanfälle vor allem in der Nacht kommen, sorgen Sie für kühle und feuchte Raumluft. Sie können beispielsweise feuchte Handtücher im Zimmer aufhängen. * Ansteckungsgefahr besteht bis zum Abklingen der Symptome. Lassen Sie Ihr Kind möglichst solange zu Hause. * Wird Ihr Kind mit Antibiotika behandelt, gilt die Ansteckungsgefahr bis 5 Tage nach Beginn der Einnahmen. Informationsquelle: http://www.onmeda.de/krankheiten/keuchhusten.html?p=11
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