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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Religiöses zu Sterben, Tod und Trauer
Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 6.581

26.09.2005 12:52
Sterben und Tod im Islam. antworten

1. Sterben und Tod eines Muslims

2.1 Paradies und Hölle

Das jüngste Gericht entscheidet anhand der Taten, ob ein Verstorbener ins Paradies als Belohnung oder in die Hölle als Bestrafung eingeht. Dies ist Ausdruck der Gerechtigkeit Gottes. Das Leben im Diesseits wird als Übergangsphase und als Prüfung angesehen. Jeder, der an Allah glaubt, wird nach Verbüßung seiner Sündenstrafe ins Paradies gelassen, da Allah ein verzeihender und gütiger Gott ist.

2.2 Bestattungsrituale

Da im Islam die Institution des Seelsorgers nicht existiert, werde ich im Folgen die rituelle islamische Bestattung beschreiben.

2.2.1 Begleitung im Sterben

Nach islamischer Auffassung soll ein Mensch in seiner Todesstunde nicht allein gelassen, sondern von seinen Angehörigen und Glaubensbrüdern begleitet werden. Die Anwesenden werden für ihn beten und mit ihm über Gutes reden. Sie sollen ihn auch vertrauensvoll auf Gottes erbarmen ins Bewusstsein rufen. Der Sterbende soll auf die rechte Körperseite gelegt werden und sein Gesicht in Richtung Mekka gedreht werden. Damit soll der Ausdruck verliehen werden, dass sich auch der Sterbende Gott zuwendet. Ferner wird von den Anwesenden die Sure 36 des Korans rezitiert, die an mehreren Stellen die Auferstehung zum Inhalt hat und ihm die Hoffnung auf die Auferstehung geben soll. Sie endet mit folgenden Worten:
"Preis sei dem, in dessen Hand die Herrschaft über alle Dinge ist und zu dem ihr zurück gebracht werdet."
Kurz vor Eintritt des Todes wird das Glaubensbekenntnis gebetet.

2.2.2 Waschung nach Eintritt des Todes

Der Tote wird entkleidet und mit einem Tuch zugedeckt. Die Augen werden geschlossen, der Kopf wird mit einer Binde umwickelt und die Gliedmaßen vorsichtig gestreckt. Die Arme werden an die Seite gelegt und der Bauch mit einem geeigneten Gegenstand belastet, damit er nicht aufbläht. Der Verstorbene sollte eigentlich noch am gleichen Tag bestattet werden. Mit der baldigen Waschung des Verstobenen beginnen die Riten der islamischen Bestattung. Die rituelle Waschung ist eine Vollwaschung und ist außer bei im Kampf gefallenen Kriegern oder Märtyrern verpflichtend und unverzichtbar. Sie ist nur durch Muslime durchführbar. Männer werden von Männern und Frauen von Frauen und Kinder von der Mutter gewaschen. Die Waschung wird in der Regel mit heißem Wasser, dem etwas Seife und Kampfer beigefügt ist, vorgenommen. Der Leichnam wird bis zum Bauchnabel mit einem Tuch zugedeckt. Zunächst wird mit einem leichten Druck auf den Unterleib versucht, den Körper zu entlehren. Danach werden die Ausscheidungen und Geschlechtsteile unter dem Tuch gewaschen. Im Anschluss beginnt eine zweite Waschung, wobei zuerst Mund und Nase gereinigt, sowie Hände, Gesicht, Kopf und Füße gewaschen wird. Des Weiteren wird von der linken zur rechten Körperhälfte gewaschen. Der zweiten Waschung kann sich eine dritte und vierte Waschung anschließen.

2.2.3 Einbetten in weiße Tücher

Nach der Waschung wird der Tote in weiße, parfümierte Leinentücher gewickelt, da eine Bestattung im Sarg nicht üblich aber erlaubt ist. Die Tücher müssen den ganzen Körper umhüllen. Die Leichentücher werden mit Stoffstreifen am Kopf und an den Füßen zusammengebunden. Danach wird ein kurzes Totengebet gesprochen.

2.2.4 die Bestattung

Die Bestattung ist Aufgabe der Männer. Frauen nehmen höchstens am Rande daran teil und gehen, sofern sie am Trauerzug teilnehmen, in Abstand hinter den Männern. Der Tote wird von möglichst vielen zur Grabstelle getragen. Im Grab muss der Tote auf der rechten Seite mit dem Gesicht nach Mekka gerichtet liegen. Die Ausrichtung nach Mekka (Quibla) ist auch die der Lebendigen. Sie hält die Gemeinschaft zusammen und erweist sich als das einigende Band, das sowohl die umschließt, die dahingegangen sich, als auch die, die zurückgeblieben sind. Alle Anwesenden helfen das Grab mit Erde zu füllen.

2.3 das Grab

Das Grab sollte möglichst schlicht und einfach gestaltet werden, ohne Steinfassung, Bedeckung, Kerzen und Blumenschmuck. Eine Stele in die der Name und eventuell eine Sure eingraviert sind ist ausreichend. Viele Tote werden in islamische Länder überführt.

2. die Trauer

Der Islam schreibt eine stille Trauer vor. Man soll drei Tage um den Toten trauern. In dieser Zeit werden Beileidsbesuche abgestattet. Lautes Weinen und Klagen weist der Islam auf Grund einer Überlieferung, die von stillen Tränen spricht entschieden zurück:
,,Wahrlich, das Auge tränt, das Herz trauert, wir aber sprechen nur Worte, die unserem Herren wohlgefällig sind."

Thesenblatt zum Referat: Tod und Sterben am Beispiel Islam


1. Der Islam wurde 622 durch den Propheten Mohammed in Medina gegründet. Seine heilige Schrift ist der Koran. Die hauptsächlichen Glaubensinhalte sind: Glaube an Allah, den einzigen und erhabenen Gott (Monotheismus), Glaube an seine Engel, seine Bücher, die Propheten, das Jüngste Gericht und die Vorherbestimmtheit von Gut und Böse. Die Religionsausübung ruht auf fünf Säulen: Glaubensbekenntnis, Gebet, Armensteuer, Fasten, Pilgerfahrt. Ca. eine Milliarde Menschen sind gehören dem Islam an.
2. Die Moslems glauben, dass am Tag des Jüngsten Gerichtes Allah darüber entscheidet, wer ins Paradies bzw. in die Hölle eingeht. Moslems glauben an eine leibhaftige Auferstehung. Daher sind keine Feuerbestattungen erlaubt.
3. Die Institution des Seelsorgers zur Sterbe- und Trauerbegleitung ist den Moslems in der Form, wie wir sie kennen, nicht bekannt. Nur die engsten Angehörigen und Freunde begleiten die Sterbenden.
4. Nach Eintritt des Todes erfolgt eine rituelle, dem Koran entsprechende Waschung des Toten. Im Anschluss daran erfolgt die Einbettung in weiße Tücher, da eine Bestattung im Sarg nicht üblich ist.
5. Die Bestattung ist hauptsächlich Aufgabe der Männer. Der Tote wird auf die rechte Seite mit dem Gesicht nach Mekka gerichtet gelegt. Damit wird eine Verbindung zwischen den Toten und den Lebenden im Einklang mit Allah ausgedrückt.
6. Das Grab soll schlicht und einfach ohne Kerzen und Blumenschmuck sein. Nur eine Stele mit dem Namen des Toten und eines Koranverses wird dort aufgestellt.
7. Die Trauer um die Toten ist eine stille Trauer, die drei Tage andauert. In dieser Zeit sollen Beileidsbesuche abgestattet werden.

Quelle:http://www.hausarbeiten.de/faecher/hausarbeit/pst/14204.html

Autor: Markus Kueffel
Fachbereich: Psychologie - Sonstiges
Kategorie: Referat / Schulaufsatz
Institution: abitur
Note: sehr gut
Archivnummer: K14204

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