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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Religiöses zu Sterben, Tod und Trauer
Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 6.581

16.10.2005 18:24
Sterben und Tod in den 4 großen Weltreligionen [Teil 2] antworten

Sterben und Tod in den 4 großen Weltreligionen

Teil 2

Tod und Sterben im Christentum:

Sterben und Tod im Christentum:

Einleitung: diesen Teil des Referates werde ich aus der Sicht eines Katholischen Christen schreiben. Alles was in diesem Teil des Referates steht trifft bis auf die Krankensalbung auch auf einen Evangelischen Christen zu.
Die Grundlage des christlichem Glaubens ist die Auferstehung Christi.

Einem Christen ist, wenn der Tod absehbar oder eine schwere Krankheit vorliegt die im Zweifel zum Tode führen kann. Auf Wunsch ein Priester zu bestellen.
Der im Katholischenglaube die Krankensalbung gibt und mit ihm die Eucharistie feiert im Evangelischenglauben ist dies das letzte Abendmahl.
Das Sakrament der Krankensalbung

Die schwierige Situation des Krankseins, die Leib und Seele des Menschen niederbeugen eine Urerfahrung der Menschheit, darf hier als bekannt, vorausgesetzt werden. Krankheit macht den Menschen seiner Begrenztheit und Abhängigkeit bewusst und erinnert eindringlich an das oft aus dem Auge verlorene Gesetz des Sterben müssens. Zur zusätzlichen Belastung wird die in vielen Religionen verbreitete Sinngebung als Strafe für persönliche Schuld oder für die eines ganzen Stammes, ja auch der Verachten, eine Sinngebung, die auch zu einer Diffamierung in den Augen der Mitmenschen führte.
Die Krankensalbung

Zur Krankensalbung richtet man das Zimmer her und bereitet einen Tisch mit Kreuz, Kerzen und Weihwasser vor.

Der Priester begrüßt den Kranken und die Anwesenden. Es folgt das allgemeine Schuldbekenntnis oder die Beichte, In unmittelbarer Todesgefahr kann anschließend dem Kranken der vollkommene Ablass gewährt werden.

Danach wird von einem Anwesenden ein Wort aus der Heiligen Schrift gelesen (z.B. Jak 5, 13-16; Röm 8, 18-27; Röm 8, 31b-39). Nach den Fürbitten legt der Priester dem Kranken die Hände auf. Dann spricht er über das Öl ein Dankgebet:

P: Sei gepriesen, Gott, allmächtiger Vater-, für uns und unserm Heil hast du deinen Sohn in diese Welt gesandt. Wir loben dich.
A: Wir preisen dich.
P: Sei gepriesen, Gott, eingeborener Sohn: Du bist in die Niedrigkeit unseres Menschenlebens gekommen, um unsere Krankheiten zu heilen.
Wir loben dich.
A: Wir preisen dich.
P: Sei gepriesen, Heiliger Geist, Du unser Beistand: Du stärkst uns in den Gebrechlichkeiten unseres Leibes mit nie erlahmender Kraft.
Wir loben dich.
A: Wir preisen dich.
P: Herr, schenke deinem Diener / deiner Dienerin, der/die mit diesem heiligen Öl in der Kraft des Glaubens gesalbt wird, Linderung seiner/ihrer Schmerzen und stärke ihn/sie in seiner/ihrer Schwäche. Durch Christus, unsern Herrn.
A: Amen.
Nun salbt der Priester den Kranken auf der Stirn und auf den Händen. Dabei spricht er:

P: DURCH DIESE HEILIGE SALBUNG HELFE DIR DER HERR IN SEINEM REICHEN ERBARMEN, ER STEHE DIR BEI MIT DER KRAFT DES HEILIGEN GEISTES:
DER HERR, DER DICH VON SONDEN BEFREIT, RETTE DICH, IN SEINER GNADE RICHTE ER DICH AUF. A AMEN.

Nach einem Gebet des Priesters sprechen alle das Vaterunser. Danach können der Kranke und die Anwesenden, wenn sie es wünschen, die heilige Kommunion empfangen. Die Feier schließt mit dem Segen des Priesters.
1. Biblische Grundlagen, Sinnverständnis
und geschichtliche Entwicklung

Jesus von Nazaret hat diese Deutung zurückgewiesen (vgl. Joh 9, 1-3), indem er aufweist, dass Krankheit auch einen in die Zukunft weisenden Sinn haben kann. Darüber hinaus macht der christliche Glaube Jesu Passion und Auferstehung zur Grundlage eines neuen Sinnverständnisses von Leiden und Sterben des Christen (vgl. Röm 8, 17f). Krankheit kann und muss auch als Teilnahme am Pascha-Mysterium Christi gesehen werden, auch in dem Sinn, dass des Christen Leid fruchtbar wird für die Gemeinschaft der Glaubenden (Kol 1, 24).

Die Evangelien berichten an zahlreichen Stellen, dass Jesus den Kranken seine besondere Zuwendung schenkte und viele von ihnen an Leib und Seele heilte. Wie mit anderen Notleidenden hat er sich auch mit den Kranken solidarisiert, ja identifiziert, so dass er in der Gerichtsrede (Mt 25, 31-46) jeden helfenden Dienst oder auch dessen Verweigerung auf sich selbst bezieht. Darüber hinaus hat er seinen Jüngern Auftrag und Vollmacht gegeben, den Kranken die Hände aufzulegen (Mk 16,18), sie mit Öl zu salben (Mk 6, 13) und sie zu hellen (ebd. und Lk 9, 1 ff). Die Apostelgeschichte berichtet, dass die Apostel auch nach Jesu Tod und Auferstehung Kranke im Namen und in der Vollmacht Jesu hellten (vgl. Apg 3, 1 u. 5, 15f).

Von besonderer Bedeutung für den Krankendienst der apostolischen Gemeinden ist die Weisung des Jakobusbriefes 5, 14f. Denn sie zeigt, dass dieser Heilsdienst bereits institutionalisiert war. "Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich: Sie sollen für ihn beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken retten, und der Herr wird ihn aufrichten; wenn er Sünden begangen hat, werden sie ihm vergeben".

Was die Gemeinde bzw. Kirche hier tun soll, ist nichts anderes als die sinngemäße Weiterführung des Auftrags Jesu an seine jünger. Das Gebet des Glaubens, begleitet und veranschaulicht durch Ölsalbung und Handauflegung, bewirkt leibliche und seelische Rettung und Aufrichtung und gegebenenfalls auch Vergebung der Sünden. Dabei ist festzuhalten, dass es hier nicht um Sterbende, sondern allgemein um Kranke geht; ihnen soll ein Dienst am Leben und Heil geschenkt werden. Wichtig ist auch, dass sie an die "Altesten also an die Amtsträger der Gemeinde, verwiesen werden, nicht an irgendwelche Charismatiker. Biblischer Krankendienst ist amtliches Tun der Kirche' .
Aus dem biblischen Befund ergeben sich zwei wichtige Folgerungen:

Wenn die Kirche im Namen und in der Kraft ihres erhöhten Herrn unter sichtbaren Zeichen auf das Heil der Gläubigen hin tätig wird, so sprechen wir von einem Sakrament. Weil aber der im Jakobusbrief geschilderte biblische Krankendienst eindeutig den Intentionen Christi entspricht und in Verbindung mit dem Gebet des Glaubens und sichtbaren Zeichen die Zusage übernatürlicher Heilswirkungen hat, ist er ein sakramentales Tun der Kirche, ist er ein Sakrament. Dies aber bedeutet, wie auch bei den anderen Sakramenten, dass die Krankensalbung im letzten ein Heilshandeln des erhöhten Christus am Kranken ist, der en menschlichen Priester gleichsam nur als Werkzeug in seiner Hand benutzt. Er ist es, der im Gebet und Zeichen der Krankensalbung seinen liebenden und helfenden Dienst, den er einst in Palästina begonnen hat, am kranken Menschen unserer Tage fortsetzt. Im Blick auf die unübersehbaren Scharen der Kranken spricht er auch heute das Wort hilfsbereiter Anteilnahme- "Die Leute tun mir leid" (Mt 15, 32; Mk 8, 2). Er neigt sich voll Erbarmen zu ihnen und richtet sie auf; er schenkt ihnen neue Kraft und Hoffnung und Vergebung der Schuld, wenn sie in Sünde sind; er wird zum barmherzigen Samariter, der sich des daniederliegenden Kranken annimmt. So hat die Krankensalbung nichts mit Magie und Aberglauben zu tun. Sie ist Heilshandeln des Herrn am heilsbedürftigen Menschen.

Eine weitere wichtige Feststellung bezieht sich auf das Sinnverständnis der Krankensalbung. Weil es sich bei ihr um die Fortsetzung des biblischen Krankendienstes Jesu und seiner Apostel handelt, darf sie nicht als "Sakrament der Todesweihe" und als eine Art amtlicher Besiegelung des bevorstehenden Todeseintritts gesehen werden. Sie ist vielmehr ein Sakrament der körperlichen und seelischen Aufrichtung des Kranken, ein Sakrament der Hilfe und Heilung.

So hat es das kirchliche Altertum in Ost und West verstanden; davon zeugen vor allem die Weihetexte des Krankenöls von der Frühzeit bis zur Gegenwart' . Da heißt es beispielsweise im Euchologium (= Gebetssammlung) des ägyptischen Bischofs Serapion von Thmuis (4. Jahrhundert): "Wir rufen dich an, der alle Macht und Kraft hat, den Retter aller Menschen..., und bitten, dass du vom Himmel deines Eingeborenen Hellkraft auf dieses Öl sendest, damit es denjenigen, welche damit gesalbt werden... I gereiche zur Abwehr jeder Krankheit und Entkräftung..., zur guten Gnade und zur Nachlassung der Sünden, zum Heilmittel des Lebens und der Rettung, zur Gesundheit und Unversehrtheit von Seele, Leib und Geist, zur vollkommenen Gesundheit." Diese Gedanken haben sich in den Segnungsgebeten des Krankenöls, das der Bischof am Gründonnerstag konsekriert, erhalten. Auch in den Gebeten, die bisherige Krankensalbung begleiten und ihr nachfolgen, spielt die körperliche und geistige Aufrichtung und Heilung eine wesentliche Rolle.

Leider hatten sich seit dem frühen Mittelalter eine falsche Akzentuierung und eine bedenkliche Praxis herausgebildet. Weil man damals das Bußsakrament möglichst bis in die Todesstunde hinausschob, um den auferlegten harten Bußwerken zu entgehen ("Krankenbuße"), geriet das Sakrament der Krankensalbung immer mehr in die Nähe des Todes, da man es erst im Anschluss an die Beichte spenden zu dürfen glaubte. Dabei wurde der Akzent weniger auf die heilende und aufrichtende Funktion dieses Sakramentes gelegt, sondern mehr auf die Zusage der Sündenvergebung, obwohl doch das eigentliche Sakrament der Versöhnung unmittelbar vorausging. Der im 12. Jahrhundert aufkommende Name "Letzte Ölung" tat ein übriges, um die Krankensalbung zu einem Sakrament der Sterbenden umzudeuten. Ursprünglich meinte dieser Ausdruck, dass die Salbung der Kranken in der zeitlichen Reihenfolge die letzte der Salbungen sei, nach denen der Taufe, Firmung und Priesterweihe. So wurde es mehr gefürchtet als geliebt.

Erst die liturgische und pastorale Erneuerungsbewegung der letzten Jahrzehnte führte zu einer Rückbesinnung. Entsprechend dem alten Grundsatz, dass das liturgische Gebet auch Kriterium für den Glauben und die Glaubenspraxis sei ("Lex orandi- Lex credendi") erkannte man dass es sich mehr um eine Hilfe zum Leben als um eine Todesvorbereitung handelt. Dieser erfreuliche Wandel fand seinen Ausdruck in der Änderung des Namens. Die Bezeichnung "Letzte Ölung" wird ersetzt durch "Krankensalbung". Diese Bezeichnung fand durch die Aufnahme in den "Katechismus" der Bistümer Deutschlands" (1955) und in
die zahlreichen neuen Diözesangesangbücher rasche Verbreitung. Auch
das II. Vatikanum begrüßt diese Änderung, indem es feststellt: "Die Letzte Ölung', die auch - und zwar besser -, Krankensalbung' genannt werden kann, ist nicht nur das Sakrament derer, die sich in Äußerster Lebensgefahr befinden" (LK 73).

Gewiss gehört es nicht zur Absicht und Funktion dieses Sakramentes, die medizinischen Bemühungen um den Kranken überflüssig zu machen und ihn sozusagen "gesundzubeten", wie dies von manchen Sekten berichtet wird. Sakramente setzen die Naturgesetze nicht außer Kraft und wirken nicht spektakuläre Wunder am laufenden Band, sie sind keine Heilungsautomaten.

Die Existenz eines Krankensakramentes will dem Kranken auch nicht suggerieren, sich widerstandslos mit der Krankheit abzufinden. Im Gegenteil, das neue Rituale sagt in seinen Vorbemerkungen ein klares ja zur Gesundheit und Leistungskraft des Menschen als einer allgemeinen Intention göttlicher Vorsehung: Es liegt durchaus im Plan der göttlichen Vorsehung, dass der Mensch gegen jede Art von Krankheit entschieden ankämpft und sich gewissenhaft mit aller Sorgfalt um das hohe Gut der Gesundheit bemüht" (3; vgl. auch 4 und 32).

Zusammenfassend kann zum Sinnverständnis der Krankensalbung festgestellt werden, dass sie nach dem biblischen Befund und den Zeugnissen der Tradition nicht ein Sakrament der "Todesweihe" ist, sondern der leiblichen und seelischen Aufrichtung dienen will. Sie stellte den Kranken, wie jedes Sakrament, in die Nähe des Herrn und versichert ihn seiner helfenden Liebe. So richtet sie ihn im Glauben und in der Hoffnung auf und gibt ihm die Kraft, seine Krankheit als die Fügung eines liebenden Vatergottes zu sehen und zu tragen. Sie bewahrt ihn vor Kleinmut und Verzweiflung und schenkt ihm Gelassenheit und Frieden. So wird zunächst die geistig-seelische Not des Kranken gelindert und geheilt. In nicht wenigen Fällen wird sich dies auch günstig auf den Gesamtverlauf der Krankheit auswirken. Ist doch der Mensch als "psychosomatisches Wesen" zu sehen, als Leib-Geist-Einheit. Leibliche Gebrechen belasten den Geist; seelische Not macht oft auch den Leib des Menschen krank, seelische Aufrichten, begünstigt die leibliche Gesundheit. Darüber hinaus hat uns Jesus wiederholt versichert, dass das beharrliche und glaubensstarke Gebet selbst "Berge zu versetzen" vermag (vgl. Mt 21,21 und Mk 11,23). Wer aber wollte dem sakramentalen Gebet der Kirche, in dem Christus unser Vor- und Mitbeter ist, Grenzen seiner Wirksamkeit vorschreiben und in Frage stellen, dass es auch die körperliche Heilung begünstigen und herbeiführen kann? So darf die Aussage des Jakobusbriefes in einem vollen und hoffnungsfrohen Sinn verstanden werden. Seelsorger und Krankenschwestern wissen von zahlreichen Fällen zu berichten, wo es mit dem Kranken nach dem gläubigen Empfang des Sakramentes seelisch wie körperlich auffällig aufwärtsging .
Das Sterben des Christen: mit Christus durch den Tod zum Leben

Das Leben des Menschen ist überschattet von der Gewissheit des Todes. Christus aber hat in seinem Sterben den Tod besiegt und in seiner Auferstehung uns den Zugang zum ewigen Leben geöffnet. In der Taufe wird der Mensch mit Christus verbunden und erhält Anteil an seinem Leben.

In der Kommunion empfängt der Christ den Leib des Herrn als Kraft für seinen Weg durch das Leben; für den Gläubigen der die Kommunion auch zur Wegzehrung auf dem letzten Weg durch den Tod in das ewige Leben, im christlichen Sterben vollenden sich die Taufe und das christliche Leben.

"Keiner von uns lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber: Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben, wir gehören dem Herrn" (Röm 14, 7-8).

Wer daher lebt und stirbt im Glauben an diese Verbindung mit dem Herrn, in der Hoffnung auf die Vollendung im Tod und in der Liebe zu Gott und den Menschen, für den ist das Sterben Übergang ins neue Leben.

Beim Begräbnis ehren wir den Leib, in dem dieses menschliche und göttliche Leben sich ausgeprägt hatte, und geben ihn der Erde zurück als Samenkorn für die Auferstehung.
Das Sterben des Christen in der Gemeinschaft der Kirche

Alle Glieder des Leibes Christi, die Getauften auf Erden, die Armen Seelen in der Läuterung und die Vollendeten im Himmel, sind miteinander verbunden, Darum bittet die Kirche auf Erden, der Verstorbene möge von seinen Sünden gereinigt und mit den Heiligen zum Festmahl im Reich Gottes zugelassen werden. Insbesondere feiert sie für die Verstorbenen die Eucharistie; sie verkündet darin Tod und Auferstehung des Herrn und dankt für die Erlösung; sie bekennt ihren Glauben an das ewige Leben und erhält jetzt schon daran Anteil am Tisch des Herrn. Die Lebenden sind nirgends enger verbunden mit den Verstorbenen als in Christus; diese Gemeinschaft wird verwirklicht in der Eucharistie.

Vom Sterben eines Christen ist die ganze Gemeinde betroffen. Ihre Aufgabe ist es, für den Verstorbenen zu beten, in Gebet und Gesang den Glauben an die Auferstehung zu bekräftigen, die Angehörigen dadurch in ihrem Schmerz zu trösten und durch Werke der Nächstenliebe die Verbundenheit der Glieder mit Christus und untereinander zu stärken.

3 Am 2. November, dem Tag Allerseelen, betet die Kirche in besonderer Weise um das Heil ihrer verstorbenen Glieder. In der Feier der Eucharistie und im gläubigen Empfang der Sakramente, in Gebet und Ablass und durch den Besuch der Friedhöfe zeigen die Gläubigen ihre Verbundenheit mit denen, die ihnen im Glauben vorausgegangen sind. Sie vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit und bekennen die Auferstehung des Fleisches und die Gemeinschaft der Heiligen J 1. November).

Einen Ablass für die Verstorbenen gewinnt, wer am Allerseelentag eine Kirche oder einen Friedhof besucht und dabei das Gebet des Herrn und das Glaubensbekenntnis verrichtet; Voraussetzung sind Beichte, Kommunionempfang und Gebet in der Meinung des Heiligen Vaters.
Die Wegzehrung

Der Christ, der in unmittelbarer Todesgefahr schwebt, soll durch das Sakrament der Wegzehrung mit dem Leib und dem Blut Christi gestärkt werden. Dies kann mit Zustimmung des Bischofs auch innerhalb einer häuslichen Messfeier geschehen.

Im Unterschied zur Form der einfachen Krankenkommunion (vgl. Nr. 371) erneuert der Kranke beim Empfang der Wegzehrung das Bekenntnis des Glaubens, das er bei der Taufe abgelegt hat: Glaubst du ... ? - Ich glaube.
Bei der Spendung sagt der Priester:

Christus bewahre dich und führe dich zum ewigen Leben. Der Kranke antwortet: Amen.
Schlussgebet des Priesters

Gott, dein Sohn ist für uns der Weg, die Wahrheit und das Leben. Schau gnädig her auf deinen Diener N. (Dienerin). Er (Sie) hat sich deinen Verheißungen anvertraut und ist
Gestärkt durch den Leib und das Blut deines Sohnes. Lass seine (ihre) Hoffnung nicht zuschanden werden. Gib, dass er (sie) in Frieden das Kommen deines Reiches erwarte. Durch Christus, unsern Herrn.
A: Amen.

Im Glaubens ist das Sterben eines Getauften österlicher Übergang durch den Tod ins ewige Leben bei Gott, intensivste Konkretisierung des Pascha-Mysteriums im Leben des einzelnen. Die Sorge für die Schwerkranken und Sterbenden war von jeher eine vorrangige pastorale Aufgabe der Kirche. Ihren liturgischen Ausdruck hat sie in der Spendung des eigentlichen Sterbesakramentes, der Eucharistie als "Wegzehrung", gefunden. Ist diese doch nach dem Wort des Herrn Unterpfa2 der Auferstehung (vgl. Joh 6, 54). Schon das erste allgemeine Konzil von Nizäa im Jahre 325 hatte die Spendung des letzten und notwendigsten Viaticums" an die Sterbenden als "altes und feststehendes Gesetz" eingeschärft . Ordentliche Spender der Wegzehrung sind die Seelsorger er Pfarreien und Krankenhäuser und die Oberen geistlicher Gemeinschaften, im Notfall jeder andere Priester, ein Diakon, Akolyth oder Kommunionhelfer. Für die beiden letzten gibt es einen eigenen Ritus .

Der rechte Zeitpunkt für die Wegzehrung ist im Gegensatz zur Krankensalbung - die unmittelbare Todesgefahr. Sie kann, ja soll nach Möglichkeit im Rahmen einer Messfeier empfangen werden. In diesem Fall kann das Messformular Bei der Wegzehrung- (MD 11, 975) oder "das von der, Heiligen Eucharistie' (MD 11, 1093f) genommen werden" (97), ausgenommen bestimmte Tage, an denen die Tagesmesse verpflichtend ist (ebd.). Sollte der Empfang des Bußsakramentes erforderlich sein, so geschieht er vor der Messe (98). Die begleitenden Riten der eigentlichen Wegzehrung finden nach dem Evangelium bzw. der Homilie statt, die Wegzehrung unter beiden Gestalten beim Kommunionteil.

Weil die Spendung der Wegzehrung außerhalb der Messe der häufigere Fall ist, soll dieser Ritus kurz beschrieben werden: Nach der Begrüßung besprengt der Priester den Kranken und das Zimmer mit Weihwasser (fakultativ ), lädt die Anwesenden zum Gebet ein und nimmt, wenn erforderlich, die sakramentale Beichte des Kranken entgegen; andernfalls folgt das allgemeine Schuldbekenntnis. Bußsakrament bzw. Bußakt können mit dem vollkommenen Ablass in der Sterbestunde abgeschlossen werden. Wenn die Zeit und der Zustand des Kranken es erlauben, wird eine kurze Lesung aus der Heiligen Schrift gehalten und das Taufbekenntnis erneuert (108). Nach den sich anschließenden Fürbitten kann ein Ungefirmter die "Notfirmung" durch den Priester empfangen (124). Nach dem gemeinsamen Vaterunser zeigt der Priester die heilige Hostie in der üblichen Form, wobei er die Worte anfügt: "Christus bewahre dich und führe dich zum ewigen Leben."' Den Abschluss bildet eine Oration und der Segen. "Danach können der Priester und die Anwesenden dem Kranken ein Zeichen der brüderlichen Liebe und des Friedens geben" (114).

Das Rituale sieht auch den nicht seltenen Fall vor, dass jemand unerwartet in Todesgefahr gerät, ohne dass er vorher, wie es sonst erwünscht ist, Bußsakrament, Krankensalbung und gegebenenfalls die Notfirmung empfangen könnte. Hierfür hält das Rituale einen zusammengefassten Ritus bereit, den man als " Versehgang " bezeichnet. Dabei werden die einzelnen Sakramente in folgender Reihenfolge gespendet: Bußsakrament, Krankensalbung, Notfirmung und Wegzehrung (115-135).
Die Sterbegebete

Nach der Sakramentesspendung sollen nach Möglichkeit die Sterbegebete gesprochen werden, notfalls auch von den Angehörigen oder anderen Laien. Darunter befinden sich "klassische" Gebete, die zum Teil ins 8. Jahrhundert zurückreichen, etwa das "Paradigmengebet" und das "Proficiscere" ("Mache dich auf den Weg ... ") . Ein solcher Gebetsdienst der "Commendatio animae" hatte auch im Römischen Rituale von 1614 und in zahlreichen Diözesanritualien Aufnahme gefunden, in bereicherter Form auch in der "Collectio rituum" von 1950. Das neue Rituale (138 bis 151) sieht darüber hinaus eine größere Anzahl von Kurzgebeten und Lesungen vor. Die teilweise Aufnahme in das "Gotteslob" (Nr. 79) ermöglicht auch den Laien die Übernahme dieses Gebetsdienstes

Sterbegebete
Das Gebet in der Sterbestunde verbindet den Menschen mit seinem Gott. Die Umstehenden helfen dem Sterbenden, die Zuversicht zu stärken und die Angst vor dem Tod im Glauben zu bewältigen. Ruf e

Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele.

Der Herr ist mein Licht und mein Heil.
Ich bin gewiss, Zuschauen die Güte des Herrn im Lande der

Lebenden.

Meine Seele dürstet nach dem lebendigen Gott.

Herr, in deine Hände leg ich voll Vertrauen meinen Geist.

Herr Jesus, nimm meinen Geist auf.

Jesus, Maria, Josef, steht mir bei im letzten Kampf.

Jesus, dir leb ich, Jesus, dir sterb ich, Jesus, dein bin ich tot

und lebendig.

Lesungen

Die Leidensgeschichte des Herrn aus einem der vier Evangelien oder Mt 25,1-13; Offb 21,1-7; Offb 22.

Psalmen

22, Nr. 715-717; 23, Nr. 718; 24, Nr. 122; 90, Nr. 736; 91, Nr.

698; 113, Nr. 693; 122, Nr. 692

Litaneien
Allerheiligenlitanei Nr. 762; Litanei vom Leiden Christi, Nr. 766

Gebete
A: Fünf Wunden, Sieben Worte Jesu am Kreuz Nr. 776, (einzelne Stücke), Kreuzwegstationen Nr. 775, Gesetze des schmerzhaften und glorreichen Rosenkranzes, "Sei gegrüßt, o Königin", Passionslieder. Wenn der Augenblick des Verscheidens unmittelbar bevorzustehen scheint, kann einer der Anwesenden sprechen:
Mache dich auf den Weg, Bruder (Schwester) in Christus im Namen Gottes, des allmächtigen Vaters, der dich erschaffen hat; im Namen Jesu Christi, des Sohnes des lebendigen Gottes, der für dich gelitten hat; im Namen des Heiligen Geistes, der über dich ausgegossen worden ist. Heute noch sei dir im Frieden eine Stätte bereitet, deine Wohnung bei Gott im heiligen Zion, mit der seligen Jungfrau und Gottesmutter Maria, mit dem heiligen Josef, mit ... (Namenspatron) und mit allen Engeln und Heiligen Gottes.
Gebet unmittelbar nach dem Verscheiden

A Kommt herzu, ihr Heiligen Gottes, / eilt ihm (ihr) entgegen, ihr Engel des Herrn. / Nehmt auf seine (ihre) Seele und führt sie hin vor das Antlitz des Allerhöchsten.

V Christus nehme dich auf, der dich berufen hat, und in das Himmelreich sollen Engel dich geleiten.

A Nehmt auf seine (ihre) Seele / und führt sie hin vor das Antlitz des Allerhöchsten,

V Herr, gib ihm (ihr) die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihm (ihr).

A Nehmt auf seine (ihre) Seele / und führt sie hin vor das Antlitz des Allerhöchsten.

V Lasset uns beten: Herr, unser Gott, wir empfehlen dir unsern Bruder (Schwester) N. In den Augen der Welt ist er (sie) tot. Lass ihn (sie) leben bei dir. Und was er (sie) aus menschlicher Schwäche gefehlt hat, das tilge du in deinem Erbarmen. Durch Christus, unsern Herrn. A Amen.

Eine besondere Waschung des Verstorbenen ist nicht von Nöten.
Die Begräbnisliturgie

Geschichtliche Bemerkungen

Die altchristliche Begräbnisfeier lehnte sich weitgehend an die Bräuche der heidnischen Antike an. Dies gilt bei der römischen Liturgie vor allem hinsichtlich des Tortenmahles, bei dem man sich an bestimmten Tagen (3., 7., 30. Tag nach dem Tod und an seinem Jahrestag) am Grab bzw. im Grabhaus versammelte, um in einem Familienmahl des Toten zu gedenken. Seit dem 2. Jahrhundert bereits verbanden die römischen Christen mit diesem Mahl die eucharistische Feier, bei der man sich den Verstorbenen in der gemeinsamen Vereinigung mit Christus besonders verbunden und nahe wusste. Die Christen trauern nicht wie jene, die keine Hoffnung haben (vgl. 1 Thess 4, 13), sondern sind von der Hoffnung auf die Auferstehung erfüllt. Dies zeigt sich auch in ihrer weißen Kleidung gegenüber der schwarzen Trauerfarbe der Helden. Statt der monotonen Totenklage der Klageweiber singen sie Psalmen und Hymnen, im Osten sogar das Halleluja . Ein bedeutsames Zeugnis für diesen Auferstehungsglauben der Christen im Angesicht des Todes gibt uns Johannes Chrysostomus (t 407): "Früher gab es für die Toten Kundgebungen des Schmerzes und Wehgeschrei. Heute sind es Psalmen und Hymnen ... Damals war der Tod eben das Ende. Jetzt ist es nicht mehr so: man sinn Lieder, Gebete und Psalmen, und all das zum Zeichen dafür, dass es ein freudiges Ereignis ist . . ."

Im Mittelalter nahm die Begräbnisliturgie Trauerelemente in einem Ausmaß an, dass die christliche Auferstehungshoffnung stark verdunkelt wurde. Angst und Schrecken vor dem "dies irae" des Gerichtes bestimmten weitgehend die Einstellung der Gläubigen und auch manche liturgischen Texte. Die Fürbitte für die Toten erhielt eine dominierende Stellung. In der Neuzeit führten Aufwand und Pomp bei den Begräbnisfeiern zu einem Klassensystem bei Beerdigungen. Das II. Vatikanum verbot diese Fehlentwicklung mit der generellen Bestimmung, dass es weder im Ritus noch im äußeren Aufwand ein Ansehen von Person oder Rang" geben dürfe (LK 32). Zugleich traf es folgende Bestimmung: "Die Totenliturgie soll deutlicher den österlichen Sinn des christlichen Todes ausdrücken und besser den Voraussetzungen und Überlieferungen der einzelnen Gebiete entsprechen, auch was die liturgische Farbe betrifft" (LK 81).

In Befolgung dieses Auftrages veröffentlichte die Gottesdienstkongregation am 15. August 1969 den Ritualefaszikel "Ordo exsequiarurn. (vom lateinischen exsequi = geleiten). Auf seiner Grundlage sollten die Bischofskonferenzen Eigenrituale erarbeiten lassen, die den Erfordernissen der einzelnen Gebiete Rechnung tragen. Die adaptierte Ausgabe für das deutsche Sprachgebiet erschien 1973 unter dem Titel "Die kirchliche Begräbnisfeier". Sie enthält statt der kurzen "Vorbemerkungen" der lateinischen Ausgabe eine ausführlichere "Pastorale Einführung" (Nr. 1 bis 38) und zahlreiche Auswahlmöglichkeiten, um den verschiedenen Traditionen der einzelnen Regionen besser gerecht werden zu können. Diese Ausgabe liegt den folgenden Ausführungen zugrunde.
Die Neugestaltung der Begräbnisliturgie

Das Sterben eines Christen betrifft wegen seiner Gliedschaft am Leibe Christi nicht nur die Angehörigen und Verwandten, sondern die gesamte Gemeinde als Kirche am Ort. Sie gedenkt seiner in den Tagen zwischen Tod und Begräbnis in der Eucharistiefeier, im Stundengebet und in der Totenwache. Beim Begräbnis selbst "erweist die Gemeinde dem Verstorbenen einen Dienst brüderlicher Liebe und ehrt den Leib, der in der Taufe Tempel des. Heiligen Geistes geworden ist. Sie gedenkt dabei des Todes und der Auferstehung des Herrn, sie erwartet in gläubiger Hoffnung die Wiederkunft Christi und die Auferstehung der Toten. So ist die Begräbnisfeier Verkündigung der Osterbotschaft (6). Zugleich legt die Gemeinde Fürbitte für den Verstorbenen ein und versucht, die Angehörigen durch die christliche Hoffnung aufzurichten.
Die Totenwache

In vielen Gegenden kommen an den Abenden zwischen Tod und Begräbnis die Verwandten und Nachbarn des Verstorbenen im Trauerhaus oder in der Kirche zusammen, um besondere Gebete zu verrichten. Die Leitung hat in der Regel ein Laie. Die Gebete können in der Form eines Wortgottesdienstes gestaltet werden, wofür zahlreiche Lesungen und Fürbittgebete zur Auswahl bereitstehen. Wird aber der Rosenkranz gebetet, so wird empfohlen, dem schmerzhaften Rosenkranz wenigstens das erste Geheimnis des glorreichen (Auferstehung) anzufügen und mit einem geeigneten Gebet zu schließen. Den einzelnen Geheimnissen kann eine passende Schriftlesung, z. B. aus der Passion, oder eine kurze Meditation vorausgehen. Auch der örtliche Brauch, vor Überführung des Toten zur Aufbahrung eine "Verabschiedung" zu halten, wird gutgeheißen und ein Modell hierfür angeführt. Auch diesen Ritus kann ein Laie leiten .
Die Eucharistiefeier ("Totenmesse")

Der Totenmesse kommt eine besondere Bedeutung zu, einerlei, welchen die Sitte durch, dass sich die Trauergemeinde im Anschluss an die Beisetzung zur Eucharistiefeier in die Kirche begibt. In jedem Fall soll die brennende Osterkerze dabei an einem gut sichtbaren Platz stehen, gegebenenfalls zu Haupt des Leichnams, um die Hoffnung auf die Auferstehung in Christus zu Versinnbilden und zu stärken. Aus dem gleichen Grund empfiehlt sich auch ein österliches Lied am Schluss der Messe.

Der Eröffnungsritus kann entfallen, wenn ein entsprechender Ritus bei der Überführung vom Trauerhaus in die Kirche vorausging. Schließt sich die Messfeier unmittelbar an das Begräbnis an, kann der gesamte Wortgottesdienst entfallen, weil ein solcher ja schon auf dem Friedhof stattgefunden hat. Auf diese Weise wird der Einheit der Begräbnisliturgie und zugleich dem Grundsatz Rechnung getragen, dass bei der gleichen Liturgiefeier Doppelungen zu vermeiden sind (vgl. LK 34). Wo bei der Begräbnismesse ein Opfergang üblich ist, kann er auch weiterhin während der Gabenbereitung gehalten werden'.
Grundtypen der Begräbnisgestaltung

Weil sinnvolle örtliche Gebräuche erhalten bleiben sollen, gibt es
neuen Rituale keinen Einheitsritus, sondern vielfältige Möglichkeiten.
Der erste Grundtyp sieht drei Stationen vor, die in verschiedener Weise
aufeinander folgen können: Trauerhaus (Trauerhalle) mit dem Eröffnungsritus, Kirche mit Eucharistiefeier und Grab mit Beisetzung; der zweite Grundtyp kennt nur zwei Stationen: Trauerhalle (Friedhofskapelle) mit Eröffnung und Grab mit Beisetzung, wobei der Wortgottesdienst dabei der einen oder anderen Station zugewiesen werden kann; der
dritte Grundtyp besteht aus einer einzigen Station: Die Gemeinde versammelt sich am Grab oder in der Friedhofskapelle oder im Krematorium, wo dann Eröffnung, Wortgottesdienst und Beisetzung bzw. Verabschiedung stattfinden .

Ohne auf die verschiedenen Formen im einzelnen einzugehen, seien lediglich die Riten am Grab beschrieben und einige allgemeine Bemerkungen angeschlossen.

Sobald die Trauergemeinde am Grab versammelt ist, spricht der Zelebrant ein Gebet (u. a. zur Segnung des Grabes) oder ein persönliches Wort. Unmittelbar vor oder während der Einsenkung des Sarges wird ein kurzes Schriftwort gesprochen (Joh 11, 25 oder Jes 31, 1 oder 1 Kor 15, 43.57) und hinzugefügt: "Wir übergeben den Leib der Erde. Christus, der von den Toten auferstanden ist, wird auch unsern Bruder (unsere Schwester) N. zum Leben erwecken." Der Zelebrant besprengt den Sarg mit Weihwasser, ehrt ihn durch Inzens (fakultativ) und wirft etwas Erde darauf, indem er spricht: "Von der Erde Mt du genommen, und zur Erde kehrst du zurück. Der Herr aber wird dich auferwecken." Nun steckt er ein Kreuz in die Erde oder macht das Kreuzzeichen über das Grab und spricht: jm Kreuz unseres Herrn Jesus Christus ist Auferstehung und Heil. Der Friede sei mit dir". Die Trauergemeinde singt ein entsprechendes Lied. Es folgen Fürbitten für die Verstorbenen, die trauernden Angehörigen und alle Anwesenden, das Gebet des Herrn, eine Schlußoration, ein Mariengebet und ein abschließendes Segenswort.

Alle Riten zeichnen sich aus durch Situationsnähe, Anpassungsfähigkeit, teilnehmende Freundlichkeit, reiche Verwendung der Heiligen Schrift, neutestamentliche Theologie und Einbaumöglichkeit wertvoller örtlicher Bräuche. Die neue Begräbnisliturgie ist geeignet, nicht nur den Verstorbenen in würdiger Form den letzten Dienst er Beisetzung und der brüderlichen Fürbitte zu schenken, sondern auch die Trauernden zu trösten, die anwesenden Gläubigen in der österlichen Haltung zu bestärken und auch die Fernstehenden in einer menschlich gewinnenden Form anzusprechen

In er Regel leitet ein Priester oder Diakon das Begräbnis. In besonderen Fällen können aber auch Laien damit beauftragt werden. Bei der Begräbnisliturgie darf es im Ritus keine Bevorzugung bestimmter Personen geben (PE 33). Damit dürfte das bis vor kurzem in manchen Gegenden noch übliche Klassensystem bei Beerdigungen endgültig zu Grabe getragen sein, ganz im Sinn des 11. Vatikanums (LK 32). Der Gebrauch von Weihwasser und Weihrauch soll dem örtlichen Brauch und Empfinden angepasst werden, er kann gegebenenfalls auch einmal unterbleiben. Die Gläubigen sollen ermuntert werden, von äußerem Aufwand bei Begräbnisfeierlichkeiten und Grabgestaltung Abstand zu nehmen und statt dessen karitative Werke zu unterstützen (37) .
Die Begräbnisfeier für unmündige Kinder

Im römischen Ritus gab es seit dem 15. Jahrhundert ein eigenes Ritual für die Beerdigung getaufter Kinder, die vor Erlangung des Vernunftgebrauchs gestorben sind. Es enthielt keine Fürbitte für das Kind, weil es noch nicht sündigen konnte und sich deshalb der Anschauung Gottes erfreut. Aus dem gleichen Grund gab es keine Messfeier für ein solches Kind. Das Il. Vatikanum gab die Weisung, dies zu ändern (LK 82). Die neue "kirchliche Begräbnisfeier" sieht vor, dass ihr Begräbnis nach einer der Formen gehalten wird, die für das Begräbnis Erwachsener vorgesehen sind, jedoch mit eigenen Texten. Das neue Rituale enthält u. a. eine Modellansprache und besondere Gebete für die Eltern des Kindes . Die gleiche Regelung gilt auch für ein Kind, das vor der von den Eltern beabsichtigten Taufe gestorben ist, jedoch mit einigen Anpassungen. Das neue Missale enthält zwei Messformulare für verstorbene unmündige Kinder, die getauft, und eines für solche die nicht getauft sind . Die liturgische Farbe ist weiß.
Zur Liturgie bei der Feuerbestattung

Weil beim Aufkommen der Feuerbestattung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für die Einäscherung der Toten oft mit Antikirchlichen Argumenten geworben wurde, verbot die Kirche für ihre Glieder die Feuerbestattung und lehnte jede liturgische Mitwirkung, auch bei der Beisetzung der Urnen, ab. Durch einen Erlass des Heiligen Offiziums vom 8. Mai 1963 wurde diese Einstellung noch während des Konzils revidiert und die kirchliche "Einsegnung" der Leiche und die Beisetzung der Urne unter Mitwirkung eines Geistlichen gestattet, sofern mit dem Entschluss zur Einäscherung keine kirchenfeindliche Tendenz verbunden war. Das neue Begräbnisritual sieht vor, dass eine kirchliche Feier entweder bei der Einäscherung oder bei der Urnenbeisetzung stattfinden kann. Findet zur Einäscherung ein kirchlicher Gottesdienst statt, der sich nach dem Grundtyp 3 (nur eine Station) zu richten hat, wird die Urne später in einer einfachen Feier beigesetzt. Findet aber nur bei der Beisetzung der Urne eine kirchliche Feier statt, so richtet sie sich entweder nach Grundtyp 2 oder 3

Quellennachweis:

Buddhismus, Islam, Judentum:
Wie trägt uns Glauben beim Sterben?
Vortragsreihe 1999
Leben, Tod und Sterben in den Weltreligionen
Herausgegeben von der Hospizhilfe Bremen e.v., 2000
Christentum:
Grundriss der Liturgie
Adolf Adam
Herne Verlag
ISBN: 3-451-20489-4
Gotteslob Katholisches Gesangsbuch und Gebetbuch des Bistum Hildesheim

Informationsquelle: http://www.altenpflegeschueler.de/sonsti...eligionen-2.php

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