Noch zu Anfang des Jahrhunderts wurde zwischen "tiefer" und "gewöhnlicher" Trauer unterschieden, wobei die Dauer der Trauerzeit vom Verwandtschaftsgrad abhängig war. Zum Ende des Jahrhunderts wird eine derart strenge Reglementierung nicht mehr aufrechterhalten. Das Leben in den Städten und die damit verbundene Änderung in den Lebensgewohnheiten haben diesen Brauch gelockert. In dörflichen Gemeinschaften, in denen noch engere Beziehungen aufrecht erhalten werden, sind jedoch den örtlichen Sitten entsprechende Verhaltensmuster auch heute noch selbstverständlich. Es bleibt daher dem Einzelnen vorbehalten, ob er seine Trauer durch ein auf eine bestimmte Dauer abgestimmtes Tragen schwarzer Kleidung oder in anderer Form zum Ausdruck bringt.
Anläßlich der Trauerfeier sollte aber dennoch von den nächsten Angehörigen schwarze oder dunkle Kleidung getragen werden.
Das Tragen von Hut (bei der Witwe mit - kleinem - Schleier) und Handschuhen hängt davon ab, welche Bedeutung der Einzelne den konventionellen Bräuchen beimißt.
Während Trauerkleidung für Kinder weder notwendig noch angebracht ist, sollten Trauergäste einer dem Anlaß entsprechenden Kleidung in gedeckten Farben den Vorzug geben.
Schwarze Revers- oder Armschleifen sind ebenfalls erhältlich in Fachgeschäften.