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Pflegeethik aus PflegeWiki, der freien Wissensdatenbank Inhaltsverzeichnis 1 Sinnkonzepte 1.1 Bedeutungskonzept 1.2 Emotionskonzept 1.3 Inhaltskonzept 2 Prinzipien der Pflegeethik 2.1 Prinzip der Autonomie/Selbstbestimmtheit 2.2 Prinzip des Guten Tuns 2.3 Prinzip des Nicht Schadens 2.4 Prinzip der Ehrfurcht vor dem Leben 3 Lebensdimensionen 3.1 5 Dimensionen nach Betty Neuman 4 Entscheidungsfindung 4.1 Thompson & Thompson 4.2 Nimwegener Fallbesprechung Sinnkonzepte Bedeutungskonzept Alle Krisen haben einen Sinn Emotionskonzept Die positiven Lebensgefühle werden unterstützt Inhaltskonzept verinnerlichte künstlerische, politische, religiöse Werte weisen über persönliche Existenz hinaus Prinzipien der Pflegeethik Ethische Prinzipien verhindern willkürliche, stimmungsabhängige Pflegehandlungen und helfen bei der Vermeidung von "Privatisierungen" der Pflegestandards. Ethische Normen sind manchmal zeitbedingt und wandelbar abhgängig vom gesellschaftlichen Umfeld: * Verantwortung der Kinder gegenüber den Eltern * Pflege ist "Frauenarbeit" Es gibt aber auch zeitlose, unaufgebbare Prinzipien:
* "Die Würde des Menschen ist unantastbar" (Artikel 1, Grundgesetz) Die Anwendung eines Prinzips in der konkreten Situation hat i.d.R. das Pflegeteam, nicht die einzelne Pflegekraft zu verantworten (vgl. auch: Entscheidungsprozess)
Ethische Prinzipien können in Konflikt geraten: Um eines zu erfüllen muss gegen ein anderes verstoßen werden. Prinzip der Autonomie/Selbstbestimmtheit Wille und Würde des Pflegebedürftigen stehen über jeder Pflegehandlung * Beispiel: Frau A. möchte im Bett bleiben, obwohl es heute frisch bezogen werden soll Prinzip des Guten Tuns Das Wohlbefinden soll gefördert werden. Entscheiden, was als Gutes Tun in der jeweiligen Situation beurteilt wird * Beispiel: Zigaretten/Bier vom Kiosk holen, obwohl der Arzt vor Gesundheitsschäden gewarnt hat Prinzip des Nicht Schadens Pflegebedürftige dürfen in körperlicher, seelischer und geistiger Unversehrt nicht geschädigt werden * Beispiel: zweistündiges Umlagern von Frau A. zur Dekubitusprophylaxe, obwohl es mit Schmerzen verbunden ist * Fixierung wegen Verletzungsgefahr Prinzip der Ehrfurcht vor dem Leben
Jeder Mensch hat seine Würde, unabhängig davon, in welchem körperlich-geistig-seelischen Zustand er sich befindet. * Beispiel: Auch ein Schwerstkranker, dessen Ende absehbar ist, hat Ansprruch auf alle Pflegemaßnahmen und persönliche Zuwendung Lebensdimensionen 1. physisch * alle körperlichen (physischen) Aspekte des Lebens 2. psychisch * ... 3. sozial * Familie * Freunde 4. seelisch * Glaube ________________________________ 5 Dimensionen nach Betty Neuman (Pflegewissenschaftlerin a.d. USA) 1. körperlich 2. psychisch 3. soziokulturell * Umfeld, * Familie, * kulturelle Gegebenheiten/Unterschiede) 4. entwicklungsbezogen * Biographie, * Lernprozesse, * usw. 5. spirituell * "nicht religionsabhähgig", eher die Fähigkeit Sinn zu finden, Hoffnung zu haben, * Lebensfreude zu besitzen Die 5 Dimensionen stehen in ständigem (meist unbewußtem) Bezug zueinander und aufeinander. Einschränkungen der einen Dimension können durch Ressourcen anderer Dimensionen ausgeglichen werden, so dass sich der Mensch trotz der Einschränkungen "gesund fühlen" kann. Entscheidungsfindung Thompson & Thompson 1. Beurteilen * Informationssammlung (Welche Entscheidung ist zu treffen ?!) * Wer ist an an Entscheiddung beteiligt ?! * Welche Wertmaßstäbe gerate evt. in Konflikt ?! o zB: Leben erhalten um jeden Preis <-> Sterben zulassen 2. Entscheiden * Zielsetzung: Was soll mit der Entscheidung erreicht werden (welches oberste Ziel) ? * Planung: Wie lässt sich die Entscheidung begründen ? Welche Alternativen zru Entscheidung gibt es ? 3. Handeln * Die entschiedenen Pflegemaßnahme wird durchgeführt. 4. Beurteilen * Wurde eine ethisch verantwortbare Handlung erreicht ? * Wird das Ergebnis von allen Beteiligten akzeptiert ? * Welche weiteren Maßnahmen sind notwendig ? * Lassen sich Erkentnisse auf andere Situationen übertragen ? Nimwegener Fallbesprechung (wird angewendet in DRK-Kliniken in Berlin) 1. "Wie lautet das ethische Problem ?" Der weit ausführlichere Entscheidungsfindungsprozess ist offen für eine neue veränderte Sicht des ethischen Problems. Daher wird vor der Beschlussfassung gefragt: "Wie lautet nun das ethische Problem"
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