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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Altenpflege
ingoborm Offline

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Beiträge: 937

12.10.2005 18:28
Chronisches Krankheitsverhalten antworten

Chronisches Krankheitsverhalten
aus PflegeWiki, der freien Wissensdatenbank

Der Begriff chronisches Krankheitsverhalten bezeichnet subjektives Krankheitserleben von Patienten sowie daraus resultierendes Verhalten, das in keinem angemessenen Verhältnis zu den medizinischen Befunden steht (Brähler & Schumacher, 2001).

(Beachte: dieser Begriff ist zu unterscheiden vom Begriff der chronischen Krankheit oder des chronischen Schmerzes).

Merkmale

Die wesentlichen Merkmale des chronischen Krankheitsverhaltens sind im folgenden dargestellt:

* Einbuße an positiven Erlebnismöglichkeiten, sozialer Rückzug, Reduktion von Aktivitäten, Auftreten depressiver Verstimmungen, Konflikte mit dem sozialen Umfeld.
* Passivität und Einschränkung der Bewältigungsanstrengungen.
* Gleichzeitig übermäßige Besorgnis um die eigene Gesundheit und gesundheitsgefährdender Lebensstil mit Risikoverhalten (Alltagsdrogen, Medikamente, Fehlernährung, Bewegungsmangel etc.)
* Aufgabe der Selbstverantwortung für die eigene Gesundheit und Delegation der Zuständigkeit an die Experten des Gesundheitswesens (Ärzte und Therapeuten).
* Unangemessene Inanspruchnahme medizinischer und therapeutischer Maßnahmen.
* Nichtbefolgen medizinisch-therapeutischer Verordnungen.
* Vermeidungsverhalten, Funktionalisierung der Erkrankung ("Krankheitsgewinn"): Zuwendung der Umgebung, Schonung, finanzielle Vorteile u. a. m..
* Verlust der angestammten sozialen Funktionen und Rollen, dauerhafte Übernahme der Krankenrolle bis hin zur Invalidität, Beeinträchtigung aller wichtigen Lebensbereiche.

Dieses Chronische Krankheitsverhalten ist ein komplexes Phänomen, bei dem neben somatischen und psychologischen Krankheitsprozessen vor allem auch medizinsoziologisch erklärbare Vorgänge eine wichtige Rolle spielen. In der Regel gelingt es mit rein medizinischen Maßnahmen nicht, diese beschriebenen Entwicklungen zu stoppen oder gar umzukehren; manchmal kommt es im Gegenteil zu einer noch weiteren Verstärkung der Krankenrolle.


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