Validation aus PflegeWiki, der freien WissensdatenbankInhaltsverzeichnis 1 Einleitung 2 Ziel der Validation 3 Konzeptbeschreibung 4 Techniken des Validierens 4.1 Grundhaltung 4.2 Validation in der Praxis umsetzen Validation bedeutet Wertschätzung Validation wurde von der Sozialarbeiterin und Schauspielerin Naomie Feil, 1990 von Cleveland (USA) nach Europa getragen. Sie entwickelte diese Pflegetechnik aus der klientenzentrierten Gesprächsführung des Psychologen Carl Rogers heraus. Validation ist eine Methode, um den Zugang zu dementen, verwirrten und alten Menschen zu ermöglichen und beinhaltet * eine bestimmte Form des Eingehens und Reagieren auf die Verhaltensweisen und Äußerungen verwirrter bzw. dementer Menschen * eine Grundhaltung, die den alltäglichen Umgang mit dementen Menschen bestimmen kann * kann in belastenden Situationen Spannungen reduzieren und Beziehungen ermöglichen Validation ist ein wertschätzender Umgang mit desorientierten Menschen, der die Gefühle und die Lebenswelt der Betroffenen akzeptiert und annimmt. Ziel der Validation Ziel der Validation ist es , über die Gefühlswelt der betroffenen alten Menschen und unter Berücksichtigung biografischer Faktoren einen Zugang zu ihrer Erlebniswelt zu erhalten. Dabei geht es auch darum, alte Konflikte zu lösen und zu verstehen. Es gibt folgende Ziele: * Kognitive Ziele = Ressourcen frei zu setzen * Körperliche Ziele = Wohlbefinden zu verbessern * Emotionale und Personelle Ziele = alte Konflikte zu lösen o frühere Emotionen wiederzubeleben o Wertschätzung zu vermitteln o Identität und Selbstwertgefühl zu stärken o Würde zu bewahren o Stress zu reduzieren o Wohlbefinden zu verbessern * Soziale Ziele = Rückzug zu verhindern o gemeinsame Kommunikationsebene zu finden * Auf die Pflegenden bezogene Ziele = Verhaltensunsicherheiten abzubauen o Stress zu reduzieren o Arbeitszufriedenheit zu verbessern o individuelles Arbeiten zu fördern Konzeptbeschreibung Validation setzt sich aus 3 Elementen zusammen: 1. Leitbild, 2. Grundhaltung und 3. Technik. Die drei Elemente müßen zusammen spielen sonst entsteht keine Validation. * 3 Grundsätze bei der Begleitung alter Menschen sind wichtig 1. Wert schätzen statt widersprechen = AKZEPTANZ 2. Begleitend, mit einfühlendem Verstehen zur Seite stehen = EMPATHIE 3. Spürbar ehrlich, also echt in seinen Gefühlen bleiben = KONGRUENZ Techniken des Validierens Eine gute Beobachtung ist der erste Schritt zur Validation. Bei der Validationstechnik muß man bestimmte Kommunikationsregeln einhalten. 1. man soll einem verwirrten Menschen nie wiedersprechen (er lebt in seiner eigenen Welt) 2. Pflegekräfte sollen sich von den Gefühlen leiten lassen die die verwirrten Menschen äußern 3. die Kommunikation soll ruhig, klar, verständlich, wertschätzend sowie eindeutig sein 4. es sollen W-Fragen gestellt werden * z.B.Wer, Was, Wo, Wie, Wann. * Fragen die mit Warum beginnen sind zu vermeiden (verlangen logisches denken, dieses aber bei verwirrten Menschen verloren geht) 5. Pflegekräfte sollen die Sprache des verwirrten Menschen sprechen. Sie sollen auf Worte,Ausdrücke und Redearten achten Grundhaltung Pflegekräfte die validierent mit verwirrten Menschen umgehen, wenden Empathievermögen an, um in die Welt der Menschen vordringen zu können. Man kann auch sagen die Pflegekraft geht ein Stück " in den Schuhen des alten Menschen". Sie versucht, das hinter einer verwirrten Äußerung oder Handlung liegende Gefühl. z.B. Angst, Trauer ect., zu erkennen. Validation erfordert von Pflegekräften: * Selbstwahrnehmungsfähigkeit * aktives Zuhören * Kenntnisse der Biographie des Menschens * Empathievermögen,d.h. sich in die Situation des verwirrten hineinzuversetzten und seine Gefühle in Worte fassen zu können. Die Pflegeperson muss ein Gespür dafür entwickeln, die Gefühle des dementen, verwirrten und alten Menschen zu erkennen. Sie deutet dabei nicht, sondern drückt aus was sie wahrnimmt. Wo kein sprachlicher Austausch mehr möglich ist, greift sie auf Berührungen und Bewegungen zurück. ZIEL ist es, das der andere sich Verstanden fühlt und Entlastung findet. Validation in der Praxis umsetzen * der demente Mensch wird so akzeptiert wie er ist * der Rückzug in die Vergangenheit wird respektiert * seine Verhaltensweisen werden nicht verkindlicht und es wird nicht an ihm herumerzogen * er wird nicht korrigiert ("Ihre Mutter ist doch schon Tod") * er wird nicht abgelenkt ("Nun gehen wir erst einmal einen Kaffee trinken.") * seine Gefühle werden nicht heruntergespielt ("Wer wird den bei solch einem Wetter traurig sein") * er wird nicht getadelt ( "Das ist aber gar nicht schön, dass sie so böse sind.") * es wird nicht nachgebohrt ("Jetzt denken sie doch mal nach - wie war das genau") * man muss sich auf den dementen Menschen einstellen und eigene Gefühle zurückstellen * wichtig ist ein aufrichtiger, intimer Blickkontakt! * es wird in einer deutlichen, tiefen und liebevollen Stimme gesprochen. * es wird immer Körperkontakt gehalten ( Berührungen wecken erinnerungen, außerdem werden sie als angenehm empfunden) * die Kernaussage eines Gespräches wird wiederholt und die gleichen Schlüsselwörter benutzt * Fragen zur Vergangenheit werden gestellt * es wird dem dementen Menschen Zeit gegeben, um sich auszudrücken, was in ihm vorgeht * beim SPIEGELN wird auf die Körpersprache des alten Menschen geachtet * es wird dieselbe Körperhaltung oder Körperspannung angenommen * seine Bewegungen werden nicht nachgeafft, der gespiegelte fühlt sich sonst verspottet * respektvolles Spiegeln bedeutet: Den anderen ernst nehmen und verstehen
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