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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Altenpflege
ingoborm Offline

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Beiträge: 937

09.10.2005 17:30
Patiententestament - ARD-Ratgeber Recht antworten

Patiententestament - eine Download-Broschüre des
ARD-Ratgeber Recht zu einem ganz besonders schwierigem Thema

Einleitung

Der Tod und das Sterben - Themen, die wir nicht gerne anrühren. Dennoch ist in den letzten Jahren eine öffentliche Debatte über das Sterben - insbesondere über das für einige Menschen qualvolle Hinscheiden über Wochen und Monate hinweg mit manchmal allzu würdelosen Begleiterscheinungen - in Gang gekommen. Kein Wunder, daß vor allem über Sterbehilfen, über das Sterben-Lassen von Kranken, die den Tod wünschen, diskutiert wird. In Deutschland ist der Begriff "Sterbehilfe" wegen der furchtbaren Greueltaten im Dritten Reich ein besonders heikles Thema. Deshalb ist wohl der Disput darüber häufig geprägt von Ängsten, die dann in der Diskussion zu manchmal zu allerlei Unsachlichkeit führen. Das betrifft selbst den schmalen Bereich des Themas, mit dem sich diese Broschüre beschäftigt: Die sogenannten "Patien-tenverfügungen" oder auch "Patiententestamente", wie sie mittlerweile meist genannt werden.

Wir wollen dazu aus ethischer, weltanschaulicher oder religiöser Position heraus bewußt keine Stellungnahme oder gar eine wie auch immer geartete Meinung abgeben. Einem Fernsehmagazin, das dem Ratgeben in Sachen Recht verpflichtet ist, stünde das schlecht zu Gesicht, meinten wir. Auch wollten wir vermeiden, die landauf, landab ohnehin mit allzu großen Emotionen geführte Diskussion noch weiter anzuheizen. Wobei uns - das sei in Parenthese festgehalten - während der Recherche zu Thema aufgefallen ist, daß die heftigsten, zum Teil auch unsachlichsten, Diskussionsbeiträge häufiger von nur mittelbar betroffenen Menschen oder Institutionen stammen: Die aber, um die es letztlich geht, vornehmlich alte oder kranke Menschen nämlich, sich dagegen sehr viel seltener zu Wort melden.

Wir haben vor der Tatsache, daß Sie selbst in Sachen Tod und Sterben Ihre ganz persönliche Entscheidung treffen wollen, den größten Respekt. Wir hoffen, Ihnen mit dieser Broschüre zu helfen, die Ihnen ja wichtige Entscheidung so in einen rechtlichen Rahmen einzubinden, daß diese letztlich - wenn auch nicht vor Gott, wie manche Kirchenmenschen meinen - so doch vor deutschen Gerichten Bestand hat.

Wir haben in ihr dargelegt, wie Sie trotz der momentan noch unsicheren Rechtslage ein Patiententestament erstellen können, das mit einiger Wahrscheinlichkeit rechtlich gültig sein wird. Wir haben schließlich auch alle Schritte erläutert, die Sie zusätzlich zum Patiententestament erledigen sollten. Dennoch lassen Sie sich bitte sagen: Der Weg, den wir vorschlagen, ist nicht ganz leicht, und er ist sicher nicht in Eile zu gehen.

Lassen Sie uns aber auch festhalten: Selbst wir haben - nach einer recht intensiven Recherche zum Thema kein "letztes" Angebot oder gar eine Patentlösung für dieses rechtliche Problem anzubieten! Wahrscheinlich wird es die auch nicht geben. Soll sagen: Es wird auch weiterhin einer intensiven gesellschaftlichen Diskussion bedürfen, bis hier - auch rechtlich - Klarheit herrschen wird. Das kann noch Jahre dauern. Auf der anderen Seite: Organisationen, die für Patienten-Testamente und -Verfügungen Formulare und sonstwie "einfache" Lösungen anbieten; die dann auch noch behaupten, im Besitz einer wie auch immer gearteten Rechts-Wahrheit zu sein, mögen verlockend sein. Ob deren Rezepte aber am Ende wirklich erfolgreich sein werden, das ist - wie sich schon vielfach gezeigt hat - eine andere Frage. Was uns dann von den anderen Lösungsanbieter unterscheidet, fragen Sie? Nun - wir haben uns bemüht, Chancen und Risiken ohne jede Ideologie - und vor allem ohne auch nur den Ansatz von irgendwelchen materiellen Interessen - gegeneinander abzuwägen. Wir haben dazu mit Rechts- und Staatsanwälten ebenso gesprochen, wie mit Richtern aller Instanzen. Was uns Ende ermutigt hat, dieses Thema anzugehen, war die Bereitschaft vieler - angeblich "kalter" - Juristen, sich einem gesellschaftlichen Tabu mit großer Verantwortung, Redlichkeit und Einfühlungsvermögen, ja meist auch sehr viel menschlicher Wärme zu widmen.

Quintessenz: Lesen die folgende Fibel in Ruhe, lassen Sie sich Zeit, die darin gemachten Vorschläge, zu gewichten, zu prüfen und eventuell mit Freunden, einem Priester und Ihrem Arzt zu diskutieren oder auch bei einem Anwalt oder Notar Ihres Vertrauens zu hinterfragen. Und schließlich lassen Sie sich noch mehr Zeit, bei der Umsetzung unserer Ratschläge und Ihrer ganz individuellen Pläne. Das wichtigste Kriterium, nach dem am Ende möglicherweise eine Richterin oder ein Richter über Ihren Wunsch nach einem Tod in Würde entscheiden wird, ist die Glaubwürdigkeit Ihrer ganz persönlichen Willensbekundung. Und da Richter auch nur Menschen sind, sollten Sie darauf vertrauen, daß diese Ihre Ängste und Nöte verstehen können und letztlich auch respektieren. Dies zumal dann, wenn Sie alles daran setzen, "Ihre" Richterin oder "Ihren" Richter in Ihren Schriftsätzen davon zu überzeugen, daß es Ihnen letztlich um nur eines geht und ging: Um ein menschenwürdiges Ende!

Ihr

Jörg Weber und Matthias-Josef Zimmermann

Redaktion ARD-Ratgeber-Recht - Köln, im September 1998

Informationsquelle und zugleich weiterlesen auf : http://www.altenpflege-tod-und-sterben.d...entestament.htm

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