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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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Dieses Thema hat 2 Antworten
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 Wissenswertes zum Hospiz und zur Hospizarbeit
Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 6.581

09.10.2005 15:55
WAS IST DER TOD? Thread geschlossen

WAS IST DER TOD?
Thema: Der Umgang mit Sterbenden

1. WAS IST DER TOD?

Es ist sehr schwer, den Begriff ,,Tod" allgemeingütig zu definieren. Von den verschiedenen Wissenschaften wurden deshalb Definitionen eines jeweils ganz bestimmten Todes geprägt und genau definiert:

-sozialer Tod: Herausgenommensein aus der gewohnten Umgebung;

-psychischer Tod: Verlußt des Bewußtseins;

-klinischer Tod:Fehlen der Lebensfunktionen Atmung und Kreislauf;

-juristischer Tod: Hirntod: Ausfall der Großhirnfunktionen;

-biologischer Tod: biochemischerTod: Absterben der Zellen - Einsetzen der Verwesung.

Für den Sterbenden hat der Tod jedoch nur eine einzige9

EXISTENZBEDROHENDE BEDEUTUNG: DAS ENDE DES JETZIGEN IRDISCHEN LEBENS

Dem Christen kann hier sein Glaube helfen: Er vermag den Tod als Ende des jetzigen und Anfang des ewigen Lebens zu betrachten.

2.WAS IST ,,STERBEN"?

Sterben ist kein Ereignis, sondern ein Vorgang, der fortschreitend den ganzen Menschen ergreift. Es umfaßt die letzte Zeitspanne vor dem Einsetzen des Todes. Somit ist der Sterbende ein Lebender und wie jeder Mensch in seiner Würde zu achten und zu behandeln. Folglich darf er nicht von den Lebenden abgesondert werden.

Es läßt sich nicht festlegen wann das Sterben beginnt. Als Zeitpunkte seien, abhängig von verschiedenen Sichtweisen, nur genannt: Geburt, natürlicher Alterungsprozeß, Beginn einer Krankheit, Wissen um eine ernste Erkrankung usw. Sicher ist aber, daß wir sterben werden.

3.WO GESCHIEHT ,,STERBEN"?

3.1 STERBEN DAHEIM

Früher starben die meisten Menschen zu Hause, in ihrer Familie. Auch nach dem Tod hatte jedes Familienmitglied bis zur Beisetzung Zeit und Möglichkeit, Abschied zu nehmen. So war für alle Sterben und Tod ein Ereignis, das zum Leben.gehörte. Heute versuchen wir oft, Gedanken über das Sterben zu verdrängen und lassen unsere Angehörigen auf dem letzten Weg allein.

Die Gründe hierfür sind unterschiedlich. Das soziale Umfeld hat sich gewandelt, die Familien und Wohnungen sind kleiner; in den Städten stehen oft alle Erwachsenen in einem Arbeitsverhältnis. Wenn nun jemand krank wird, auf lange Zeit Pflege braucht, müßte ein Familienmitglied seine Arbeitsstelle aufgeben, um die Pflege zu Hause zu ermöglichen.

Ein Zimmer für den zu Pflegenden müßte freigemacht werden, unter Umständen würde bei geringerent Einkommen eine größere Wohnung benötigt. Die Pflegeperson hat dann sieben Tage in der Woche an 24 Stunden zur Verfugung zu stehen. Für diese Leistung erhält sie z.Zt. noch geringere Rentenansprüche.

Ist das auf Dauer überhaupt durchführbar?

Diese Entscheidung muß jede Familie wohl selbst fällen, und niemand hat das Recht zu sagen: ,,In dieser Familie wäre es aber möglich gewesen." Auch wenn die Pflege daheim fast immer Vorteile hat, können wir nicht entscheiden, ob sie im Einzelfall zumutbar ist. Was wir aber tun können ist, Hilfen anbieten, damit sie möglich wird.

3.2 STERBEN IN HElMEN UND KRANKENHÄUSERN

Auch in Altenheimen und Krankenhäusern ist ein menschliches Sterben möglich. Hierbei ist es die Aufgabe des Personals, das entsprechende Umfeld zu schaffen, die Angehörigen anzuleiten und zu ermutigen. Wenn die Sterbebegleitung ausnahmslos auf das Pflegepersonal abgewälzt wird, wie es zur Zeit meist gedankenlos oder absichtlich geschieht, ist dieses jedoch überfordert.

Die Ausbildungspläne von Krankenschwestern und Medizinstudenten zeigen ein absolutes Oberwiegen naturwissenschaftlicher Inhalte. Das Krankenhaus wird meist als eine Einrichtung verstanden, die dem Heilungsprozeß, der Krankheitsbekämpfung und Wiederherstellung gewidmet ist. In diesem auf Erfolg ausgerichteten Heilen wird der Patient, dessen Krankheit unheilbar ist, wird das Sterben eines Menschen zwangsläufig angesehen als ein Fehlschlag, als ein Versagen derer, denen die Aufgabe des Heilens übertragen wurde. Der Todkranke merkt den Rückzug, die mangelnde Offenheit seiner Umwelt und ahnt den Ernst seiner Situation. Und so wird er in seiner Angst allein gelassen. In dieser Isolation ist es dem Kranken oft nicht mehr möglich, selbst mit seinen nächsten Verwandten über seine Krankheit und den Tod zu sprechen.

4. DER HELFER

4.1 VORAUSSETZUNGEN DES HELFERS

4.1.1 INNERE EINSTELLUNG

Eine Sterbebegleitung oder auch Langzeitpflege ist nur durchführbar wenn der Pflegende seelisch im Gleichgewicht ist. Er darf eine Pflege nicht übernehmen, um sein eigenes Selbstwertgefühl zu steigern. Sonst gerät er unter Druck, er müsse sich aufopfern um vor sich selbst zu bestehen. Die unbedingt notwendige Entlastung kann er nicht mehr zulassen .

4.1.2 ENTLASTUNGSMÖGLICHKEITEN

Bei der Pflege in der Familie ist der Freiraum des Pflegenden absolut notwendig. Folgendes ist oft zu beobachten: Wenn sich ein Mitglied zur Pflege bereit erklärt, ziehen sich die anderen aus der Verantwortung zurück. Eine bestimmte Freizeit, in der andere einspringen, muß von Anfang an fest vereinbart sein und nicht erst, wenn alles zusammenbricht Es ist unmöglich, daß der Pflegende um Ablösung betteln muß, damit er z.B.zum Zahnarzt kann! Wenn er einfach zum Kaffeetrinken oder Schwimmen will, erscheint ihm dieser Anspruch so ungehörig, daß er gar nicht erst fragt. Doch sollte dies ein selbstverständliches Recht des Pflegenden sein. Auch sollten die Kurzzeitpflegeplätze in Anspruch genommen werden, denn jedem steht ein Urlaub zu. Niemanden darf interessieren, ,,was die Nachbarn sagen", die gar nichts zu sagen haben, es sei denn: ,,Wo kann ich helfen?". Eine Pflege kann nur der übernehmen, der auf seine eigene Gesundheit genauso achtet wie auf das Wohlergehen seiner Angehörigen. Dazu benötigt er einen ausreichenden Ausgleich.

4.2 GRUNDSÄTZE FÜR DIE BETREUUNG STERBENDER

4.2.1AUFBAU EINER VERTRAUENSVOLLEN BEZIEHUNG

Der Aufbau einer solchen Beziehung ist das Wichtigste in der Begleitung. Wir können dem Sterbenden den Schmerz, daß er sterben muß, nicht ersparen. Die einzige Hilfe, die wir geben können, ist, an seiner Seite auszuhalten und ihn nicht allein zu lassen. Er sollte merken, daß seine Gefühle akzeptiert werden, daß er als selbständige freie Person geachtet wird. Dabei kommt es auf die Echtheit des Gespräches an: das bedeutet, daß wir auch das sagen, was wir meinen, es darf nicht fassadenhaft oder gekünstelt wirken. Echtheit teilt sich oft nicht durch das mit, was ich sage, sondern wie ich es sage. Verständnis erwächst dort, wo wir versuchen, den Patienten so zu verstehen, wie er sich selbst erlebt, und nicht wie wir ihn erleben.

4.2.2 AKZEPTIEREN ,,NEGATIVER" GEFÜHLE

Angst, Trauer und Ärger sind ,,normale" Reaktionen im Bewältigungsprozeß. Es ist wichtig, solche Gefühle (auch von Feindseligkeit) richtig einzuordnen, sie zu akzeptieren und nicht zum willkommenen Anlaß zu nehmen, sich von dem Kranken zurückzuziehen. Darüber hinaus sollten wir nicht versuchen, die Abwehrmechanismen brutal zu durchbrechen, denn sie sind für den Patienten in der Bewältigung dieser schwierigen Realität hilfreich.

4.2.3 VERMITTELN VON ANSATZPUNKTEN FÜR HOFFNUNG

Mit dem Vermitteln von Hoffnung ist nicht gemeint, dem Sterbenden ein unrealistisches Bild seiner Lage zu zeichnen, sondern die Zusage, sich bis zuletzt um ihn zu kümmern, ihn nicht aufzugeben allein zu lassen. Es sollte gesehen werden, daß sich die Hoffnung des Sterbenden nicht ausschließlich auf die Prognose der körperlichen Erkrankung bezieht. Vielmehr sind das Erleben des eigenen Wertes, die Achtung vor der Person und seiner Würde, das Einbezogensein in die Gemeinschaft vielfach. entscheidend.

4.2.4.DAS GESPRÄCH MIT STERBENDEN BEDEUTET ,,ARBEIT"

Wer Besuche bei Schwerkranken macht, ist oft unsicher, ob er das Sterben direkt ansprechen soll. Dies ist meist erst nach langer Zeit (oder überhaupt nicht) erforderlich. Auch gemeinsames Schweigen ist hilfreich. Ein Gespräch über das Sterben ist zudem möglich, ohne das Wort zu erwähnen, z.B. spricht der Sterbende über eine Schwäche, die er zur Zeit als sehr belastend empfindet und von der er hofft, sie bald überwunden zu haben. Allerdings muß der Helfer darauf achten, daß er nicht - möglicherweise aus eigener Angst - das Thema ,,Sterben und Tod" umgeht oder vermeidet und damit dem Sterbenden die Möglichkeit nimmt, seine letzte Lebenssituation in Worte zu fassen und zu begreifen. Wichtig ist, daß es immer dem Sterbenden überlassen bleibt, Thema und Dauer des Gespräches zu bestimmen.

Die eigene emotionale Beteiligung dabei ist die wesentlichste Grundlage der Beziehung. Die daraus erwachsende Belastung wird meist unterschätzt. Wir sollten nicht vergessen, nach Möglichkeiten der Entlastung zu suchen, in Gesprächen, in der Gruppe oder durch Ruhephasen, damit wir diese ,,Gefühlsarbeit" leisten können.

EMPFINDUNGEN DES STERBENDEN

DIE GEWIßHEIT DES NAHEN TODES

Die Erkenntnis des nahen Todes bedeutet für jeden Menschen einen mehr oder weniger starken Schock. Meist empfindet der Sterbende die Gewißheit des Todes vor jedem anderen, manchmal auch ohne jegliche nachweisbaren Befunde. Diese Erkenntnis kommt ,,von innen". Durch medizinisches Wissen, begründet auf Erfahrungen, können wir höchstens von der Wahrscheinlichkeit des nahen Todes sprechen. Selbst bei einer noch so schweren Krankheit sind aber weder der tödliche Ausgang noch dessen Zeitpunkt zweifelsfrei vorauszusagen. Wer sich nicht scheut, sich auf ein Gespräch mit Sterbenden einzulassen, wird direkt oder indirekt auf diese Gewißheit hingewiesen, z.B. durch Sätze wie: ,,Das erlebe ich nicht mehr" -,,Meine Zeit ist abgelaufen" - ,,Ich möchte nur noch ... erleben". Diese und ähnliche Aussagen kommen oft unvermittelt und scheinbar ohne Zusammenhang. Sie sind ,,Signale" und bedeuten den Wunsch, sich mit jemandem aussprechen zu können. Vorsichtiges Nachfragen wie ,,Wie kommen Sie zu dieser Meinung?" oder ,,Fühlen Sie sich denn so schlecht?" veranlassen den Kranken, weiter zu sprechen und signalisieren die Gesprächsbereitschaft des Helfers. Mit Worten wie ,,Aber, Sie werden sehen, in ein paar Monaten fahren Sie wieder in den Urlaub!" stößt man den Sterbenden zurück. Er fühlt sich mit Recht nicht ernst genommen und wird seinerseits jedes weitere ihm wichtige Gespräch abblocken. Sehr oft wird sich der Sterbende nur in ,,Symbolen" ausdrücken, weil er entweder selbst noch nicht so weit ist, klar über seinen Tod zu reden, oder weil er solch harte Sprache dem Zuhörer nicht zumuten will. Hier gilt es, Gehör und Gespür zu schärfen, um zu merken, was der andere sagen will.So z.B.

-bei vorgezogenen Geschenken:

der Geburtstag selbst wird wohl nicht mehr erlebt

-bei Erwähnung von Sterbetagen Angehöriger:

bald gehört mein Sterbedatum auch in diese Reihe

-bei Benutzung von symbolträchtigen Worten wie Advend, Ostern,Kreuz

in der gleichen Situation stehe ich jetzt.

5.2 DIE UNVERTRETBARKEIT

Diese Empfindung, niemanden mehr zu haben> den man vorschicken kann, wird dem Sterbenden langsam bewußt und vermittelt ihm das Gefühl , absolut allein gelassen zu sein. Wir sind gewohnt, uns bei jeder für uns unangenehmen Aufgabe erst einmal umzuschauen, wen wir damit beauftragen können. Im Beruf wird häufig die Arbeit von Schreibtisch zu Schreibtisch geschoben, oft unter dem Vorwand der Wirtschaftlichkeit oder der besseren Fähigkeit. In Wirklichkeit aber ist und bleibt es ein Abschieben. Das Bewußtsein, mit der unbekanntesten und von daher auch schwersten Aufgabe unseres Lebens jetzt letztlich allein fertig werden zu müssen, kann schockierend sein.

5.3 DIE ENDGOLTIGKEIT

Wie groß ist der Schrecken, der jemandem durch die Glieder fährt, wenn er erkennt, daß er einen Fehler gemacht hat! Fieberhaft sucht er nach einem Weg zur Berichtigung!

Wie groß muß dann erst das Entsetzen sein, wenn ein Sterbender noch eine Korrektur seines Lebens vornehmen will und erkennen muß daß das nicht mehr geht - daß das Leben, wie es gelebt wurde, am Ende Gültigkeit behält? Diese Erkenntnis kann eine fürchterliche Belastung für den Sterbenden sein. Gleichzeitig vermag der Wille zur Berichtigung, z.B. zur Verzeihung, eine enorme Energie freizusetzen, und es ist dann eine Hauptaufgabe der Sterbebegleitung, hier so gut es geht zu helfen.

5.4 DIE ÄNGSTE

5.4.1 DIE ANGST VOR DER VEREINSAMUNG

Nur etwa 10 % der Menschen haben z.Zt. die Möglichkeit, zu Hause zu sterben. 92 % wollen aber daheim sterben. Wer genau nachfragt, was mit diesem ,,Daheim" gemeint ist, stellt fest, daß darunter Familie und Freunde verstanden werden. Erst in zweiter Linie wird an die Räumlichkeiten gedacht.

Die größte Angst im Sterben ist die Angst vor dem Alleinsein - die Angst vor der Vereinsamung. Ein Einzelzimmer im Krankenhaus sollte auch nicht ein Abschieben bedeuten, sondern die Möglichkeit eröffnen, intensiven Kontakt zu pflegen. Das gesamte Personal im Krankenhaus sollte die Angehörigen ermutigen, so oft wie möglich (in Ruhe!) anwesend zu sein. So würde die Sterilität der fremden Umgebung Krankenhaus/Pflegeheim in den Hintergrund treten. In manchen Häusern gibt es schon die Möglichkeit, ein Stück aus der gewohnten Umgebung mitzubringen ,z.B. Bilder oder andere kleine Gegenstände, zu denen der Kranke eine Beziehung hat. Oft können Familienangehörige auch dort schlafen

Die Gewißheit, Freunde in der letzten Stunde um sich zu haben kann die Angst vor dem Alleinsein, der Vereinsamung mildern oder beseitigen. Diese Gewißheit wird aber nur durch häufige Anwesenheit und selbstverständliche Anwesenheit aufgebaut.

5.4.2 DIE ANGST VOR SCHMERZEN

Schmerzen sind mit das Belastendste einer Krankheit, und sie gehören zu fast allen Erkrankungen. Oft zwingen sie den Kranken in die Knie, knebeln ihn bis in die Würdelosigkeit. Trotz dieser Häufigkeit als Symptom werden sie von der Medizin meist vernachlässigt und nur indirekt und oft auch völlig ungenügend bekämpft. Erst in jüngster Zeit gibt es eigene Zentren zur Schmerzforschung. Ziel dabei ist es, isoliert von der Krankheit Ursachen des Schmerzes und damit seine Bekämpfung zu erforschen. Man könnte damit erreichen, daß sich sterbende Menschen nahezu schmerzfrei bei klarem Bewußtsein mit ihrer Situation auseinandersetzen können. Das erst ist die Voraussetzung, bewußt das eigene Schicksal anzunehmen, evtl. zu bejahen und den eigenen Tod in Würde zu erwarten. Dazu ist es notwendig, Medikamente in individuell abgestimmter Dosis regelmäßig zu verabreichen, d.h. keine Verordnung ,,nach Bedarf", sondern z.B. ,,vierstündlich".

5.4.3 DIE ANGST VOR DEM VERLUST DER SELBSTKONTROLLE

Uns Menschen scheint es wichtig zu wissen, wie wir uns verhalten, wie wir reagieren, damit wir uns nicht blamieren. Wir wollen unser Verhalten selbst steuern. Die Angst davor, eine Situation nicht mehr richtig zu erfassen und dadurch unter Umständen genau die Menschen zu verletzen, die einem am meisten bedeuten, wurzelt in der Angst vor dem Alleinsein. Außerdem besteht dann keine Möglichkeit mehr, seine Menschenwürde aus eigener Kraft zu erhalten. Diesbezüglich sind die Sterbenden auf die Pflegenden angewiesen.

Wenn wir es schaffen, dem Sterbenden die Sicherheit zu geben, daß wir seine Würde achten werden, egal in welche Lage er kommt, kann er wiederum die Gewißheit aufbauen, daß im Ernstfall so für ihn entschieden wird, wie er es in gesunden Tagen selbst getan hätte (nicht, wie wir es tun würden!). Doch durch Worte und Beteuerungen wird dies nicht erreicht, sondern nur durch die ständige Achtung des Menschen.

5.4.4 DIE ANGST VOR ENTMüNDIGUNG, MANIPULATION, AUFGEGEBENWERDEN

Chefarztviste

Die Ärzte stehen um das Bett, betrachten Krankengeschichte u. Fieberkurve, fragen Schwestern und Kollegen, betasten, horchen - schließlich wechseln sie untereinander ein paar Worte

Anweisung an die Schwester - Kehrtwende zum nächsten Bett -noch eine Frage vom Bettinsassen - Antwort: ,,Sie müssen Geduld

Wie fühlt sich ein Patient - womöglich ein Sterbender - in einer solchen Situation? Wie wird er behandelt? Bestimmt nicht wie jemand, der sehen, hören, reden und denken kann! Der Patient wird zum Objekt, über das verfügt wird. Wann lernen wir, mit den Patienten (nicht nur mit den Sterbenden) zu arbeiten und nicht über sie zu bestimmen?

Ein kranker Mensch ist meist nicht in der Lage, gegen dieses System anzukämpfen, obwohl der Verstand ihm sagt, daß er sich das in keinem anderen Bereich (z.B. Beruf) gefallen lassen würde. Wir behaupten, daß das Personal des Krankenhauses weiß, was für den Patienten das Beste ist (Eltern meinen das bei Kindern auch!), und dieser deshalb ohne Widerspruch zu gehorchen hat! Warum lassen wir dem Patienten keine Entscheidungsfreiheit? Was hat es mit Therapie zu tun, wenn ein Patient z.B. Erbsen essen muß, auch wenn er sie nicht mag (besonders, wenn er nicht alleine essen kann!)? Sicher gibt es viele Dinge, bei denen sich der Patient dem Arzt und dem Pflegepersonal voll anvertrauen muß. Das wird er aber nur dann ohne Unbehagen können, wenn er auf der anderen Seite die Sicherheit hat, alles andere selbst entscheiden zu können.

Die Medizin hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht, um das Leben zu erhalten. So segensreich diese neuen Kenntnisse sind, so können sie doch die Angst auslösen, daß man zum Versuchskaninchen wird. Den Sterbenden bedrückt die Sorge, ob man ihm überhaupt die Möglichkeit des Sterbens einräumt, und das in Ruhe, Frieden und Würde. Die wenigsten Krankenhäuser geben ihm diese Sicherheit.

Wenn man bedenkt, daß der Arzt während des gesamten Studiums und auch danach nur ein Ziel hat, Krankheiten zu erkennen und den Patienten gesund zu machen, muß er dann nicht den Eindruck haben, in seiner Kunst zu versagen, wenn ein Patient stirbt? So betrachtet wird das Verhalten einzelner Arzte verständlich, kann aber keinesfalls akzeptiert werden. Arzt und Pflegepersonal müssen bereit sein, ihre Grenzen zu erkennen und ehrlich zuzugeben. Nur so hat der Sterbende die Sicherheit, auch in dieser Situation ein Mensch zu sein, ein Mensch mit dem Recht auf sein eigenes Sterben.

Umgekehrt steckt aber im Menschen die Angst, zu früh aufgegeben zu werden. Wenn jemand im Sterben liegt und dies weiß, hat er Hoffnung, und diese Hoffnung darf ihm niemand nehmen. Trotzdem muß diese Hoffnung realistisch bleiben. Im Idealfall könnte der Patient selbst bestimmen, wann eine Therapie beendet wird. Spürt er, daß man ihn als Mensch behandelt und ihm diese Freiheiten läßt, wird er die Angst verlieren, zu früh aufgegeben zu werden

5.4.5 DIE ANGST VOR DER INVITALITAT

Die Angst vor der Invitalität, vor dem ,,Nicht-Leben", dem ,,nach dem Sterben" tritt beim Sterbenden immer mehr in den Vordergrund. Er beschäftigt sich mit der Frage: Was kommt dann? - Wie ist es dort im ,,Jenseits", falls es das überhaupt gibt?

Wir haben keine Zeugenaussagen darüber und können nur mit Hoffnung reagieren, wenn wir Glaubende sind. Wir sollten daher bereit sein, uns mit dem Sterbenden auf diese Gedanken einzulassen, sie auszuhalten und uns mit ihm auszutauschen, ohne ihm jedoch unsere Anschauung aufzuzwingen.

Gerade bei gläubigen Menschen kann hier die Angst vor dem ,,Gericht" zur Krise führen. Diese Angst muß der Helfer wahrnehmen, aber er kann ihr mit dem tröstenden Zuspruch begegnen, daß der christliche Gott kein kleinlicher Rächer, sondern ein Gott der Liebe und Vergebung ist.

6. WÜNSCHE UND HOFFNUNGEN

Jeder Mensch verbindet mit Sterben und Tod Wünsche und Hoffnungen. Diese beziehen sich besonders auf die Zeit nach dem Tod. Jeder hat nach seinem Glauben und seiner Erziehung ein Bild von dem, was kommt. Durch Angst und Schmerzen können aber auch Zweifel wachsen, mit denen alle Menschen zu kämpfen haben.

Für alle gültig, unabhängig vom Glauben, ist der Wunsch nach Weiterleben in der Form des In-Erinnerung-Bleibens bzw. des Weiterlebens als Vorbild. Der Sterbende muß wissen, daß für die Familie das Leben in seinem Sinne weitergeht, daß auch ohne seine Anwesenheit das von ihm Begonnene Bestand hat und andere darauf aufbauen. Damit verbindet sich die Vorstellung, daß die Mühen und Anstrengungen des Lebens nicht umsonst waren und man nicht vergessen wird.

7. ERWARTUNGEN DES STERBENDEN

7.1 WAHRHAFTIGKEIT

Jeder Mensch hat das Recht, die Wahrheit über seinen Zustand zu erfahren. Dabei muß man ihm das Recht einräumen, selbst zu bestimmen, wann er Wahrheit und wieviel Wahrheit er erfahren möchte. Ein Patient fragt meist das, was er in diesem Moment verarbeiten kann. Und genau darauf sollte man antworten. Dies erfordert beim Zuhörer große Aufmerksamkeit und ein Zurücknehmen der eigenen Person und der eigenen Gedanken.

Die Information darf nicht ,,im Vorübergehen" erfolgen. Man muß sich dafür Zeit nehmen. Wichtig ist,. daß der Patienüden Verlauf des Gespräches bestimmen kann, selbst wenn aus organisatorischen Gründen der Zeitpunkt von Ärzten und Schwestern festgesetzt werden muß.

Ein Gespräch könnte etwa folgendermaßen ablaufen: Arzt und Schwester kommen gemeinsam zum Patienten. Arzt: ,,Herr M., wir haben nun das Ergebnis Ihrer Untersuchungen." Nach diesem einleitenden Satz sollte Herr M. die Möglichkeit haben, eine Reaktion zu zeigen. Wechselt der Patient das Thema, hat niemand das Recht, das Ergebnis der Untersuchung Herrn M. aufzuzwingen. Der Arzt muß warten, bis Herr M. selbst fragt: ,,Was ergab die Untersuchung?" Der Arzt kann nun z.B. sagen: ,,Es wurden bösartige Zellen gefunden." Wieder muß dann erst Herr M. weiterfragen - oder auch nicht.

Diese Art der Information ist sicher zeitaufwendiger, aber sie ist menschlicher.

Beim Informationsgespräch sollten Arzt und Krankenschwester dabei sein.

Der Arzt hat das alleinige Recht (und die Pflicht) zur Information. Die

Erfahrung zeigt aber, daß die Fragen, die sich daraus ergeben, an die

Schwester gerichtet werden. Deshalb muß sie wissen, was der Arzt wie gesagt hat, um beim Patienten keine Unsicherheit aufkommen zu lassen.

Werden die Angehörigen ebenfalls über die Krankheit informiert, darf dies keinesfalls vor dem Gespräch mit dem Patienten selbst geschehen. Dies würde eine Entmündigung bedeuten und ist ein Bruch der Schweige-pflicht. Bei einem gemeinsamen Informationsgespräch zwischen Patient, Arzt, Schwester und dem Angehörigen kann dem Patienten die Sicherheit vermittelt werden, daß niemand mehr weiß als er selbst. Dies schafft unter Partnern und in der Familie Sicherheit und Vertrauen und ermöglicht erst das offene, helfende Gespräch. Wenn sich der Arzt nicht sicher ist, wie er mit dem Kranken reden soll und dabei die Hilfe der Anghörigen sucht, ist es sicher richtig, erst mit einem Familienmitglied zu sprechen. Es gibt bei diesen schwierigen und ganz individuell zu lösenden Fragen keine Patentrezepte. Der Arzt kann dem Angehörigen nicht verbieten, offen und ehrlich mit dem Patienten zu sprechen.

Die Frage des Patienten: ,,Wie lange noch?" kann nur mit ,,Ich weiß es nicht" beantwortet werden. Alle anderen Antworten beruhen auf Erfahrungswerten und statistischen Erkenntnissen.

Die Patienten verstehen, daß wir keine Antworten mit dem Sterbedatum geben können, aber ehrlich sein wollen. vielleicht fragt der Patient dies auch nur, um jemanden zu finden, mit dem er über das Sterben sprechen kann.

7.2 GEBORGENHEIT

Was wir zum Leben und Sterben brauchen, ist das Gefühl, geborgen zu sein. Geborgenheit kann vermittelt werden im Ausstrahlen von Ruhe, im Nicht-Alleinlassen und im Akzeptieren der Empfindungen des Sterbenden sowie im Eingehen darauf. Dies kann auch im Altenheim oder Krankenhaus erfolgen. Hilfe dazu bringt ein Einzelzimmer. Hier kann der Besuch der Angehörigen und Freunde rund um die Uhr erlaubt und sogar gefördert werden. Auch die Angehörigen stehen dem Tod oft hilfslos gegenüber und brauchen Hilfe und Unterstützung. Man soll sie ermutigen, sich auf den Sterbenden einzulassen. Die Anwesenheit von Besuch entbindet das Pflegepersonal aber nicht von der Sorge um den Patienten. Oft kommt die Sorge um die Angehörigen und Freunde des Sterbenden hinzu. Geborgenheit kann, wenn die Menschen da sind, auch durch gewohnte Gegenstände intensiver vermittelt werden. Der Sterbende fühlt sich gut aufgehoben, wenn ein vertrautes Bild an der Wand hängt wenn er eigene Bettwäsche benutzen darf, das eigene Nachthemd trägt. Je mehr wir auf seine Gewohnheiten eingehen, desto geborgener fühlt sich der Patient. Dadurch kann er sich auf sich selbst konzentrieren und auf das Sterben vorbereiten.

7.3 SELBSTENTSCHEIDUNG - FREIHEIT

Bei der Pflege des Sterbenden muß man mehr noch als sonst sich selbst zurücknehmen und hinhören, was der andere will. Dieser Wille muß für uns zum Gebot werden.

Je näher der Tod kommt, desto kleiner werden der Radius des Sterbenden und die Zahl der Menschen> auf die er sich noch einstellen kann. Daher muß er das Recht haben> seine engsten Begleiter, z.B. auch seinen Seelsorger, selbst zuwählen. Dies muß gerade den nahen Angehörigen und dem Pflegepersonal klar gemacht werden Kinder können oft nicht verstehen, daß sich die Mutter oder der Vater eine fremde Person zum Gesprächspartner wählt.

8. GEDANKEN ZU DEN STERBEPHASEN

Wenn wir Sterbenden gegenübertreten, werden wir oft von Reaktionen überrascht, die uns völlig fremd sind, wenn wir nicht bestimmte Vorgänge, die sich im Menschen abspielen, nachvollziehen können. Eine wertvolle Hilfe für dieses Verständnis verdanken wir der bedeutenden Sterbeforscherin Prof. Elisabeth Kübler-Ross durch ihre Beobachtungen der Sterbephasen

8.1 DAS NICHTWAHRHABENWOLLEN

Wenn ein Kranker die Wahrheit über seinen Zustand mitgeteilt bekommt sie sich selbst erarbeitet, wird er immer zuerst erschrecken. Er ist praktisch nicht in der Lage> diese Erkenntnis aufzunehmen. Die Reaktion äußert sich in den Sätzen: ,,Nein, ich doch nicht" - ,,Das kann mir nicht passieren!" Gespräche über Probleme des Patienten sind kaum ich, da er keine Veranlassung sieht. Wenn der Patient nicht mit Schock, sondern mit Panik reagiert, verliert er den Sinn für die Realität verhält sich impulsiv und unkontrolliert. Es besteht dann die Gefahr Selbstmordes.

8.2 DER ZORN

Wenn der körperliche Verfall dem Bewußtsein die Realität deutlich macht, brechen meist Wut und Ärger aus. Eine typische Äußerung in dieser Zeit ist der Satz; ,,Warum muß gerade mir das passieren?".

Für die Pflegeperson ist dies eine äußerst schwere Situation, denn der Zorn richtet sich gegen alles und jeden> der dem Kranken begegnet. Alle Pflegenden sollten sich darüber im klaren sein, daß diese Wut nichts mit ihrer Person zu tun hat. Wenn uns das bewußt ist, lassen sich diese Ausbrüche leichter ertragen. Kann oder darf der Patient seine Wut nicht äußern, kann dies zu krankhaften Depressionen führen.

8.3 DAS VERHANDELN

Sätze mit ,,vielleicht doch nicht", ,wenn ... dann" oder ,,nur noch erleben" kennzeichnen die dritte Phase. Der Sterbende ist fast nur noch für positive Aspekte und Antworten zugänglich. Diese Phase dauert jedoch selten lange, da der Fortgang der Krankheit und die Methoden der Behandlung den Sterbenden erkennen lassen, in welcher Lage er sich befindet. Er kann daraus mit einer realistischen Hoffnung oder aber mit Verzweiflung hervorgehen. Bei der Hoffnung geht es nicht in erster Linie um Besserung oder gar Genesung, sondern um ein menschenwürdiges Sterben und das Leben nach dem Tod. Da werden dann die Fragen nach Lebensverlängerung um jeden Preis, Konsequenzen der Schmerztherapie usw. aufgeworfen.

8.4 DIE DEPRESSION

Die Phase der Depression kann zwei Ausprägungen haben: Die erste Form ist die Reaktion auf den erlittenen Verlust, die Veränderung durch die Krankheit, die Unfähgigkeit, begangene Fehler wieder gut zu machen oder den Verpflichtungen - Sorge um die Familie - nicht mehr nachkommen zu können. Die andere Form der Depression ist vorwärts gerichtet, auf den drohenden Verlust des Lebens und den Abschied von den geliebten Menschen. Diese zweite Form ist ein Stück Trauerarbeit des Sterbenden und kann die Annahme des Schicksals vorbereiten.

Während der Phase der Depression ist der Sterbende meist sehr still und will Ruhe haben, aber nicht das Alleinsein. Anordnungen, Wünsche und Bitten erfüllt werden, dies ist für den Sterbenden äußerst wichtig.

8.5 DAS AKZEPTIEREN

Die letzte Phase des Sterbens kann die Resignation sein, die in erster Linie aus der Verzweiflung entsteht. Dabei sieht und erwartet der Sterbende seinen Tod als das Ende seiner Verlassenheit und Verzweiflung.

Positiver ist das Akzeptieren des Todes als eine Zustimmung. Dies setzt jedoch eine Trauerarbeit, eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Sterben voraus. Wenn der Scheidende seine Gefühle und Gedanken aussprechen konnte, kann er ein gewisses Maß an Frieden und Gleichmut erreichen.

8.6 BEMERKUNGEN ZU DEN STERBEPHASEN

Diese oben aufgezeigte Reihenfolge mit der zufriedenen Annahme des Todes ist ein Idealziel, das leider nicht immer erreicht wird. Es ist auch nicht so, daß Sterbende der Reihe nach diese Phasen durchmachen, vielmehr wiederholen sich die Phasen, überschneiden sich oder können auch übersprungen werden. Es ist nicht sicher, daß ein Patient, der das Sterben bereits akzeptiert hatte, nicht wieder in die Phase des Zornes und der Auflehnung fällt.

Wenn wir die einzelrren Phasen betrachten, fällt auf, daß sie eigentlich nicht unbedingt mit Tod und Sterben verknüpft sein müssen.

9. RELIGIOSE ÜBERLEGUNGEN BEIM UMGANG MIT STERBENDEN

Der Kontakt zu Sterbenden kann zur Begegnung mit unsagbarem Leid führen. Dieses Leiden mit ansehen zu müssen, ,,nichts tun zu können", wird zur Herausforderung schlechthin. Ein Begleiter von Sterbenden, der selbst über diese lähmende Betroffenheit nicht hinauskommt, kann durch sein Aushalten und Dasein eine wirksame Hilfe sein, denn oftmals erwartet der Sterbende keine plausiblen Antworten, sondern einen Menschen, der nur bereit ist, seine Fragen und Ängste auszuhalten.

10. SCHLUßGEDANKEN

Die Probleme beim Umgang mit Sterbenden sind gleichsam die Spitze eines Eisberges. Wir sind so in uns und unsere Angelegenheiten verstrickt, daß wir kaum noch in der Lage sind, die Vorstellungen unserer Mitmenschen wahrzunehmen oder gelten zu lassen. Auch wenn wir andere umsorgen, erliegen wir häufig der Versuchung, unsere Einstellung bzw. unsere Meinung vom Richtigen auf ihn zu übertragen. Wir sollten uns bemühen, Gewohnheiten und Wünsche des Mitmenschen als Grundlage für unsere Arbeitsplanung zu nehmen und nicht umgekehrt.

Natürlich ist ein Regelarbeitsablauf nötig, aber wir müssen genau überlegen, inwieweit der Patient darin eingebunden werden muß und wo ihm seine eigenen Gewohnheiten belassen werden können. Muß z.B. ein Patient, der aufsteht und sich selbst wäscht und gewohnt ist, zuhause abends zu duschen, unbedingt vor dem Frühstück seine Ganzkörperpflege durchführen? Muß jemand, der weiche Kost bekommt, jeden Tag Kartoffelbrei essen? Es gibt noch viele Beispiele. Wenn wir bei der Pflege von Patienten von deren Gewohnheiten, Wünschen und Bedürfnissen ausgehen, werden wir sicher erkennen, daß wir auch im bestehenden Pflegesystem den Patienten mehr Freiräume lassen können. Dies gehört zur Pflege des ganzen Menschen.

Ein weiterer Punkt ist sehr wichtig: Wir müssen unser Verständnis für ,,Arbeit" ändern, sonst können wir die Begleitung Sterbender nicht durchführen. Wenn Sie z.B. fragen, was eine Hausfrau und Mutter leistet, bekommen Sie zur Antwort: Waschen, kochen, putzen usw. Selbst diese Mutter sagt am Abend: ,,Ich habe den ganzen Nachmittag mit den Kindern gespielt, nichts getan, und ich bin doch todmüde!" Mit so einem Satz zeigt sich, daß die Beschäftigung mit den Kindern nicht als Arbeit gewertet wird. Ähnlich ist es auch bei der Pflege von Patienten. Als Arbeit erscheint nur, wenn man rennt und werkelt. Dabei muß man ernsthaft fragen, ob psychische Betreuung und Gespräche mit dem Patienten nicht schwerer und wichtiger sind. Beides sollte gelernt und eingeübt werden.

Ein abschließendes Wort an den Leser: Haben Sie den Mut, sich auf den Sterbenden einzulassen! Es hilft dem Sterbenden und ist eine große Bereicherung für Sie. Wenn es nicht so läuft, wie Sie es sich vorstellen, verzweifeln Sie nicht daran und sprechen Sie darüber in einer Gruppe, mit einem Fachmann oder einer sonstigen Person. Schon der Versuch ist Hilfe und mehr, als den Sterbenden allein gelassen zu haben. Vergessen Sie nicht die Angehörigen, denn sie sind meist noch hilfloser als Sie, der Sie sich mit der Betreuung Sterbender auseinandergesetzt haben.

Literatur

(1) ,,Leitfaden für den Pflegehilfsdienst'1 (Malteser-Hilfsdienst)

(2) Elisabeth Kübler-Ross: Interviews mit Sterbenden (GTB 71)

Weiterführende Literatur:

Engelke, Ernst: ,,Signale ins Leben" (Pfeiffer 1980)

Janicek, Robert: ,,Mit Patienten richtig reden" (Bibliomed 1985>

Meves, Christa: ,,Kleines ABC für Seelenhelfer" (Herder 1985)

Moody, Raymond, jr.: ,,Leben nach dem Tod" (Reinbeck 1977)

Lamla, Gertraud: ,,Muß ich auch wandern in finsterer Schlucht" (Herder 1985)

Ring, Kenneth: ,,Den Tod erfahren das Leben gewinnen" (Scherz 1984)

Sporken, Paul: ,,Begleitung in schwierigen Lebenssituationen" (Herder 1984)

Genewein, Curt M., Sporken, Paul: ,,Menschlich pflegen" (Pathmos 1981)

Noll, Peter: ,,Diktate über Sterben und~Tod'1 (Pendo 1984)

Lückel , Kurt: ,,Begegnung mit Sterbenden" (Kaiser, München 1981)

Zickgraf, Cordula: ,,Ich lerne leben, weil du sterben mußt" (Kreuz-Verlag, Stuttgart)


Informationsquelle: http://www.altenpflege-tod-und-sterben.d...ist_der_tod.htm

Maud ( Gast )
Beiträge:

10.10.2005 07:28
#2 RE: WAS IST DER TOD? Thread geschlossen

Text

Hallo

Was diese Frage betrift die ist ja al umfassend beantwortet. Seid einiger Zeit befasse ich mich, ebenfalls mit dieser Frage. Wen ich mir erlich eingestehen will, was der Tot für mich persönlich ist.Dan kan ich nur vonn meinenen Hoffnungen spekulatiev berichten,
wie ich möchte das er ist. Wen man 71 ist dann weiß man es get drauf zu, auch wen man auf unerklärliche weiße fitt wie ein Turnschu wurde.
In diesem Alter ist das schon für einen Menschen wie mich ein Wunder, zumal man sich bereits begann von diesem Leben zu Verabschieden.Auch wen ich jetzt sage all dieser Eso Ereignisse, sind Mumpitz doch komme ich nicht umhin die Ergebnisse zu registrieren.
Die sich in laufe der Letzten Jahre bei uns ereigneten.Aus Der verabschiedung aus diesem Leben wurde ein für mich neues Leben und einer Activitäht wie vor 20 Jahren. Und dise Tatsache kann ich mir genaso wenig erklähren wie den Tot.
Ich würde gerne so wie mein Vater terben Sitzend am tisch nach dem Mitagessen die brenende Zigarette in der Hand. Währe für mich die Belohnung für al den Schmerz den ich im Leben erlitten habe.

Viele Liebe Grüße Maud

Jana78 ( Gast )
Beiträge:

11.10.2005 10:04
#3 RE: WAS IST DER TOD? Thread geschlossen
Hallo Maud,gerade habe ich Deinen Beitrag gelesen, werde aber nicht wirklich schlau daraus, da Du vieles nur angeschnitten hast.
Vielleicht möchtest Du ja etwas mehr erzählen? Was meinst Du mit "all diese Eso-Ereignisse" ? Warum wolltest Du Dich schon aus dem Leben verabschieden? Toll, wenn man in diesem Alter sagen kann, dass es einem gut geht, dass man fit ist. Wie ein Neubeginn...

Für mich persönlich ist der Tod ein Übergang. Der Körper stirbt, die Seele "lebt" weiter.

Ich denke, Du hast auch schon eingies im Esoterik-Forum.at diskutiert.

Liebe Grüße von Jana

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Anmerkung (Ingo):
Ich habe diesen Thread geschlossen.

Hier könnt ihr weiter reden:
http://18249.homepagemodules.de/t683f50-...st-der-Tod.html

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