Meine Mutter leidet seid über vier Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs.Es ging ihr den Umständen entsprechend ganz gut.Jedoch nach ihrer letzten großen OP im März wo man ein zweites Mal versuchte den Tumor zu entfernen, ging es gesundheitlich immer mehr Bergab.Sie sprach zwar mal davon wenn es an der Zeit sei, in ein Hospiz zu gehen,jedoch blieb uns allen dieser schmerzliche Weg bis heute erspart.Allein der Gedanke daran brach uns das Herz.Jedoch nahmen die Schmerzen in den letzten Tagen zu und so entschloß meine Mutter sich ins Hospiz zu gehen.Ich bin mir sicher das sie das macht um meinen Vater zu entlasten,der zu 100% meine Mutter gepflegt hatte.Aber die Pflege im eigenem Heim ist natürlich bei so einer Erkrankung nicht so gewährleistet wie im Hospiz.Jeder der medizinische Kenntnisse besitzt,meinte das dies die richtige Entscheidung sei.Denn die Schmerzen werden zunehmen und da kann mein Vater ihr nicht mehr helfen.Ich kann mit Worten nicht beschreiben was und wie man sich fühlt,wenn die eigene Mutter abgeholt wird um in das Hospiz gebracht zu werden.Meine Eltern hatten vor einigen Tagen Goldhochzeit und waren nie von einander getrennt.Nun verlies meine Mutter ihr Heim und wußte das sie nie mehr zurück kommen wird.Mein Vater hielt sich sehr tapfer und stand mit Tränen in den Augen und der gepackten Tasche in der Hand in der Haustüre um den Sanitätern diese auf zuhalten.Er wird nie mehr mit ihr in der Küche am Tisch sitzen um das Mahl einzunehmen.Er wird nie mehr wenn er ins Schlafzimmer kommt meine Mutter neben sich liegen sehen.Als wir im Hospiz ankamen und meine Mutter ins Zimmer geschoben wurde konnte ich merken wie unglücklich sie war.Auch ich hatte mir das Zimmer wärmer vorgestellt.Aber die Schwester sagte wir könnten es nach unseren Wünschen gestalten.Sicher es war wohnlicher als ein Krankenhaus eingerichtet,aber es war ein Zimmer indem man für immer bleiben wird bis zum Tod.Ich seh die Angst in den Augen meiner Mutter,den bittenden Blick,laßt mich nicht allein.Sie ist so auf meinen Vater fixiert,da er sich um alles gekümmert hat und das mehr als gut.Die zwei waren immer ein eingespieltes Team,wo der eine vom anderen wußte was er wollte.Nun aber ist sie in fremden Händen und hat Angst.Morgen fahre ich wieder hin und hoffe das sie ihre erste Nacht ruhig verbracht hat. Ich könnte schreien,bitte gebt mir meine Mutter zurück.Ich habe so furchtbare Angst sie zu verlieren.Und ihre letzte Reise steht uns allen noch bevor.
Es sind grade besonders schwere Momente für dich und deine Familie nichts ist mehr so wie es mal war und wird es auch nie wieder sein..
alle haben Angst vor dem was kommt und sind voller Schmerz und Traurigkeit um den Verlust der da so nahe scheint doch ihr alle habt etwas sehr kostbares ,was euch verbindet die Liebe zueinander und füreinander und das wird niemals verlorengehn,das ist ein Band das euch immer verbindet
was man liebt will man nicht verlieren,nicht loslassen, doch manchmal muss man es tun ,auch wenn es so schmerzlich ist
ich bin mir sicher ihr werdet das Zimmer viel freundlicher und wohnlicher gestalten können ihm eine sehr persönliche Note geben,es zu etwas besonderem machen und ihr seid an ihrer Seite,ihr begleitet sie liebevoll,das ist soviel
im Hospiz findet auch ihr hoffentlich Ansprechpartner , die euch mit Rat zur Seite stehn und die auch euch begleiten
ich wünsche euch Allen von Herzen das ihr Trost und Mut ,sowie immer neue Kraft und liebevolle Begleitung findet liebe Grüße mo
ich habe gerade Deinen Text gelesen und bin tief berührt. Was Du und Deine Eltern gerade durchleben müsst, ist unendlich hart. Ganz besonders hart ist die Trennung Deiner Eltern. Das ist auch meine grösste Angst: Von meiner Frau getrennt zu werden, mit der ich seit 40 Jahren zusammen lebe.
Ich wünsche Euch allen viel Kraft, und falls Ihr religiös seid, so hoffe ich, dass Euch das eine kleine Stütze sein kann...
Ich danke für die netten Worte und weiß diese auch zu schätzen. Meine Mutter liegt nun schon seid dem 24.08 im Hospiz. Wir erleben täglich ihre Höhen und Tiefen mit, die diese Krankheit hervor ruft. Sie erlebt sie bei vollem Bewußtsein selber mit. Denn der Verstand ist ja da. Sie möchte das sie endlich sterben kann, ich wiederrum bin froh das ich sie noch besuchen kann, mit ihr reden kann, sie berühren. Wie egoistisch von mir, ich weiß, aber ich liebe sie so sehr und kann mir einfach nicht vorstellen sie zu verlieren. Sie ist doch meine Mutter. Wir sind jeden Tag da. Mein Vater hält sich sehr tapfer, er möchte nicht das meine Mutter sich sorgt ob er allein zurecht kommt. Aber auch er ist nur ein Mensch und hat schon bitter geweint, weil er alleine ist wenn er nach Hause kommt. Er sagte zu meiner Mutter das er sie überall sieht und nun niemand mehr da ist mit dem er reden kann. Es tut so weh mit ansehen zu müssen wie sie leidet, weil sie selber nicht mehr aufstehen kann geschweige denn laufen. Mein Vater bringt sie zur Toilette, macht sie abends fürs Bett fertig, reibt ihr den Rücken ein usw. Sie traut sich kaum was zu essen, da sie dann wieder Durchfall bekommt der tagelang anhält und sie sich schämt wenn sie die Pflegerin kommen lassen muß. Wichtig für uns ist das sie keine Schmerzen ertragen muss, denn wenn diese mal stärker sein sollten, dann spritzt man ihr Morphium. Ich kann weder in Worten noch sonst wie bescheiben wie es in mir aussieht, aber ich bin froh, dass ich mich hier ein wenig öffnen kann. Danke!
ich verstehe Dich gut. Mir würde es auch sehr schwer fallen, einen geliebten Menschen "gehen" zu lassen. Meine Eltern sind glücklicherweise "schnell und unerwartet" gestorben, und das war einerseits wirklich ein "Glück" für beide Seite, für sie und für mich! Einen geliebten Menschen langsam sterben zu sehen, und sich so bewusst zu werden, dass er bald nicht mehr da ist, zerreisst einem ja das Herz...
Andererseits habt Ihr dadurch aber auch die Chance, Euren Abschied wirklich wahr zu nehmen. Für mich war der Tod meiner Eltern (mein Vater starb schon 1987, meine Mutter 1999) so schwer, weil da noch einiges zu sagen gewesen wäre, was nun für immer ungesagt bleibt. Vielleicht gibt es in Eurer Beziehung ja auch noch etwas Schönes oder Trauriges, was noch gesagt werden müsste. Dann tut das bitte! Glaub mir, es ist so schwer, nach dem Tod zu begreifen, dass man keine Möglichkeit mehr dazu hat...
ich möchte Dir und Deinem Vater mein herzliches Beileid aussprechen.
Ja, der Schmerz beim Tod eines geliebten Menschen, ist nahezu unerträglich. Es fühlt sich an, als wäre man innerlich wund, und fast jedes Atmen tut weh. Und man glaubt, dieser Schmerz würde nie vergehen. Und dennoch wird er irgendwann milder, ich habe das durch die Tode meiner ganzen Familie (Eltern, zwei Geschwister) immer wieder erfahren müssen, aber das ist jetzt kein Trost für Dich.
Sei jetzt bei Deinem Vater und Dein Vater möge bei Dir sein. Haltet Euch, stützt Euch, weint miteinander. Und wenn Ihr an irgendwas Transzendentes glauben könnt, dann weisst Du ja, dass Deine Mutter nun in einem ganz anderen Sein ist, und dieses "Ganz Andere" ist auf alle Fälle besser als ihre letzte schlimme Zeit.
Vielen Dank für für die tröstenden Worte. Ich hoffe die Kraft zu haben, um meinem Vater bei Seite stehen zu können.Im Augenblick merke ich nur das der Schmerz meine Mutter verloren zu haben immer größer wird.Die Verkrampfung läßt nach und es wird einem immer mehr bewußt, dass wir sie für immer verloren haben.Sicher für meine Mutter war der Tod die Erlösung aber das Entgültige ist für den Angehörigigen unerträglich.Für uns war es wichtig, dass sie im Hospiz keinen Schmerz erleiden mußte.
genau das hat mich damals auch zerrissen. Den Tod meines Vaters (mit dem noch sehr viel offen war) hatte ich anfangs scheinbar gut weggesteckt, aber 8 Jahre (!!!) später kam eine solche Trauer über mich, und das ist in gewissem Rahmen geblieben, aber milder. Auch 24 Jahre nach seinem Tod habe ich bei bestimmten Erinnerungen an ihn Tränen in den Augen, vermutlich, weil zwischen uns so vieles noch ungeklärt war. Den Tod meiner Mutter habe ich direkter verarbeitet, ich konnte sofort trauern, weinen. Aber noch heute reisst es mir ein wenig ins Herz, diese beiden Menschen nie mehr in meinem Leben wiederzusehen. Ich verstehe Dich gut. Das tut so weh, und es gibt dafür kein Heilmittel. Und genau dieses "End-Gültige" macht alles so schwer.