am 29.10.10 wurde meine kleine tochter per kaiserschnitt in der 34. ssw zur welt geholt. anfangs schien alles gut zu sein, sie war zwar sehr klein, aber wirkte gesund und erholte sich schnell. am 4.tag nach der geburt kam ich zu ihr und der kinderazt in der frühchenstation sagte mir, dass er aufgrund eines herzgeräusches von einem herzfehler ausgehen müsse. der zum krankenhaus gehörige kardiologe ließ meine kleine emma an dem abend noch nach heidelberg in eine szezialklinik verlegen. ich bin am nächsten tag zusammen mit meinem freund gefolgt, und wir bekamen ein zimmer auf dem klinikgelände. die furchtbare zeit des wartens hatte begonnen. jeden tag wurden neue vermutungen und prognosen gestellt, immer mit der aussage dass man noch nichts genaues wisse... dann wurde ein gespräch auf donnerstag (7.tag) festgelegt, an dem uns die endgültige diagnose gesagt wurde.
am 10. tag, dem 8.11. sind wir mit ihr zurück gefahren in das kh in dem sie geboren wurde, mit der aussicht auf ein paar tage, bzw wochen in denen wir noch zeit mit ihr verbringen können. doch so sollte es nicht sein. noch am gleichen abend versagte ihr kleines herz und meins zerbrach in tausend stücke...
ich weiss einfach nich wie ich es verkraften soll. sie fehlt mir so sehr. ich kann mir einfach nich vorstellen dass das jemals besser werden soll. zwar sagen das immer alle die ienen trösten wollen, doch was wissen die denn schon?! meine tochter ist in meinen armen eingeschlafen und ich konnte ihr nicht die chance geben zu leben...konnte ihr nicht helfen. ich hätte alles getan um ihr leben zu retten. und wenn ich dafür meins hätte geben müssen ich hätte nicht eine sekunde überlegt. ich würde das noch immer tun.
wie kommt man damit klar, dass das eigene kind nich mehr lebt?! was soll ich nur tun???
"wenn tränen einen weg zum himmel fänden und erinnerungen stufen wären, so würden wir hinaufsteigen und dich zurück holen."
ich möchte Dir mein herzliches Beileid aussprechen. Ich denke, ein Kind zu verlieren, ist das schrecklichste, das einem Menschen passieren kann. Und wirklich verstehen, nein, nachempfinden, kann das nur jemand, der es selbst erlebt hat.
Darum will ich auch gar nicht erst versuchen, zu trösten. Für den Tod seines Kindes gibt es keinen Trost. Keinen!
Aber ich kann Dir sagen, dass Menschen es scheinbar irgendwie schaffen. Meine Mutter hat ihre Tochter (meine Schwester) verloren, da war meine Schwester 3 Wochen alt. Und sie hat meinen Bruder verloren, ihren ältesten Sohn, da war er 22 Jahr alt. Meine Mutter hat nach dem Tod meiner Schwester noch 57, und nach dem Tod meines Bruders noch 32 Jahre gelebt. Aber es verging vermutlich kein Tag, an dem sie nicht an die beiden gedacht hat. Und selbst kurz vor ihrem Tod, als sie schon 78 Jahre alt war, hat sie noch um ihre verstorbenen Kinder geweint.
Dennoch hat meine Mutter auch wieder gerne gelebt. Die ganz brutale Trauer der ersten Jahre war irgendwann einmal sehr mild geworden. Aber eine Traurigkeit, die blieb immer zurück, und die konnte auch ich, ihr letzter Sohn, ihr nicht nehmen.
Hast Du mal daran gedacht, in eine Trauergruppe für verwaiste Eltern zu gehen? Eine liebe Freundin von uns, deren Sohn sich das Leben genommen hat, hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht.