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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 339 mal aufgerufen
 Abschied nehmen
teich1 Offline


Beiträge: 1

21.09.2010 16:05
Verbundenheit antworten

Mein Papa ist an einem Gehirntumor gestorben und wir haben ihn bis zuletzt zu Hause begleitet.
Ich habe über dir Krankheit und das eigentliche Sterben ein Buch veröffentlicht und ihm auf
dem Sarg dieses Gedicht gelegt...

Lieber Papa

Früher hast Du oft an meinem Bett gesessen
und meine Hande gehalten, wenn ich krank war.

Nun wurde ich auf die Probe gestellt,
ob ich auch so viel Liebe zu Dir habe,
um das Gleiche für Dich zu tun.

Du hast mich ermutigt, zu essen,
wenn ich glaubte, ich würde nie wieder etwas
essen können,
und nun konnte ich Dich mit diesem Argument überzeugen,
auch zu essen, obwohl Du zu krank zum Essen warst.

Du hast mir die Liebe zur Natur und Tieren vermittelt,
und darum will ich noch heute immer alles knuddeln,
was ein Wollknäuel mit zwei Augen ist.

Du bist der Mensch gewesen, der krank daran war,
wenn ein Tier litt,
nun habe ich gelitten, mit ansehen zu müssen,
was die Krankheit Dir angetan hat.

Du hast mir Liebe und Geborgenheit vermittelt,
ich hoffe, dass ich dieses auch für Dich tun konnte.

Du warst stets liebenswürdig und nett zu Deinen Mitmenschen,
ich wünsche mir, dass auch ich diese Eigenschaft in mir habe.

Du warst bei meinem ersten Atemzug dabei,
ich war bei Deinem letzten Atemzug bei Dir.

Näher kann man sich nicht sein...Danke für alles.

Deine Tochter

Petra
__________________

In liebevoller Erinnerung
(Foto 17.09.07)
Manfred 10.07.45-07.06.08

mo Offline


Beiträge: 47

21.09.2010 17:33
#2 RE: Verbundenheit antworten

Hallo

Ich möchte dir sagen,wie schön es ist,diese Zeilen von dir zu lesen und soviel Wärme und Liebe und Nähe darin zu spüren.
So schrecklich diese Krankheit auch war und ist,was für ein wunderbares Geschenk war es da für ihn, zuhause in der ihm vertrauten Umgebung bleiben zu können,bei den Menschen ,die er liebt und ich denke trotz aller Kraft , die es zweifelsohne gekostet hat,auch für die Familie,die bei ihm und für ihn da sein konnte.
Ihr ward da ,ihr ward bei ihm und du konntest ihm viel von dem was er dir gab zurückgeben.
Du hast da etwas sehr wertvolles in deinem Herzen,die wundervollen Erinnerungen an die schönen Zeiten mit ihm und die Gewissheit in den schlimmen Zeiten bei ihm und für ihn dagewesen zu sein.
Bewahre dir diesen Schatz,aber ich bin mir sicher ,das machst du ohnehin.
Dieses Zusammnenhalten ,dieses für und auch miteinander,gibt es heute leider immer seltener,auch in den Familien.
Manche haben sicher auch nicht die Möglichkeiten,das es so sein kann,was sehr schade ist.
Ich finde es mutig über dieses thema ein Buch zu schreiben,denn noch immer wollen viele am liebsten gar nichts damit zu tun haben und so wenig wie möglich mit krankheit und Tod in Berührung kommen.
Dieses Buch war sicherlich auch Aufarbeitung und verarbeitung dieser schwierigen Zeit,nehme ich mal an und auch ohne es zu kennen,wage ich mal zu behaupten, das es bestimmt andren Menschen in einer ähnlichen Situation Mut machen kann,für eine Begleitung zuhause.

Liebe Grüße mo

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