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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 1.554 mal aufgerufen
 Abschied nehmen
geli Offline


Beiträge: 8

15.10.2009 15:55
es tut immer noch so weh antworten

hallo
ich habe mich heute neu angemeldet
Ich heisse Geli und bin 47 jahre alt, seit 27 Jahren verheiratet, und bin Mutter von drei Söhnen 27,24 und 19
Wir sind meistens eine glückliche Familie, und ohne die wäre es noch schlimmer mit meiner Trauer um meinen geliebten Vater
er ist am 2 Februar diesen Jahres an einem Krebsleiden schnell und unerwartet von uns gegangen, von der diagnose Operation und Tod vergingen 10 Tage, mein papa durfte nur 69 jahre alt werden,
In diesen 10 Tagen bin ich und unsere Mutter ( ich habe noch 2 Geschwister) kaum von seiner seite gewichen, 3 tage nach der Operation ging es ihm noch relativ gut, obwohl der operierende Arzt uns die Wahrheit gesagt hatte, das er keine Chance mehr hat und es sehr schnell gehen könnte, das konnte und wollte man einfach nicht glauben, am 4ten Tag kam dann der zusammenbruch, er dämmerte unter starken morphiumgaben vor sich hin, ob er uns noch erkannte? ich denke und hoffe ja.
Einen Tag vor seinen tod wurde er sehr unruhig, und sagte immer wieder " geht weg, lasst mich aus"
wir glauben es ist da noch nicht der richtige gekommen, mit denen wollte papa nicht mitgehen, an diesem Abend kam auch der Pater und reichte ihm die Sakramente, ich glaube da hat er los gelassen.
in der nacht des Todes waren meine mama und ich bei ihm, und hielten die ganze zeit über seine hände
sein atem wurde immer flacher, und dann war es ganz vorbei
ich öffnete das Fenster das seine Seele raus kann, setzte mich zu meinem Vater und hielt weiter seine Hand die sehr schnell kälter und kälter wurde.
Als die Schwestern kamen um ihn zu waschen, nahm ich dann Abschied und küsste ihn ein letztes Mal
Nahm meine Mama in die Arme fuhr mit ihr nach hause und blieb bei ihr
Ich bin jeden Tag bei meiner Mama und versuche ihr zu helfen, aber sie wird ebenso wie ich nicht mit dem Verlust fertig
Wir reden mit und über íhn, und haben das Gefühl das er irgendwie immer noch hier ist.
Ach es tut immer noch so weh, ich habe ihn so geliebt, und wünschte er wäre noch hier
Es hätte noch soviel gegeben was ich ihm hätte sagen wollen, vor allem das ich ihn liebe
mir laufen gerade wieder die Tränen über das Gesicht, warum tut es immer noch so weh.........
liebe Grüße
Geli

ich wünsch dir Liebe ohne Leiden, und eine Hand die deine hält.........

mo Offline


Beiträge: 47

16.10.2009 14:22
#2 RE: es tut immer noch so weh antworten

Hallo liebe Geli

Eine schlimme und auch schwere Zeit , die ihr da erlebt habt und auch immer noch erlebt.
Wenn ein Mensch ,den wir lieben aus unserer Mitte gerissen wird, müssen wir erst ganz langsam lernen damit klarzukommen.
Es dauert eine Zeit es überhaupt erstmal zu verstehn , zu begreifen das der geliebte Mensch nicht mehr da ist..
Aber solange ihr an ihn denkt und über ihn redet wird er immer irgendwie bei euch sein , er ist in euren Herzen und Gedanken.
Du konntest dich von ihm verabschieden, konntest in der Zeit als es ihm schlecht ging für ihn da sein,du warst bei ihm als er starb auch wenn es ganz sicher sehr schwer war, versuch es als Geschenk zu sehn ,das nicht jeder bekommt .
Und ganz sicher hat dein Vater gewusst wie sehr du ihn liebst, du warst da warst bei ihm als ihm schlecht ging, als es zuende ging...wenn du es ihm da vielleicht nicht sagen konntest, hat er es ganz sicher gespürt.
Natürlich ist es schwer deine Mutter zu trösten du bist selber so unendlich traurig aber ihr habt euch und ihr könnt reden und das ist wichtig für euch beide .
Es wird auch eine zeit kommen wo der Schmerz weniger wird ..ganz langsam vielleicht, auch wenn ihr es euch noch nicht vorstellen könnt.
Und natürlich wir es auch immer Zeiten geben wo der Schmerz wieder riesengross ist , an besondren Tagen , wo der gliebte mensch einfach fehlt...
Ich wünsche euch viel Kraft und das ihr diese Zeit gemeinsam duchsteht und dann irgendwann eine Zeit kommt ,n der die im Moment noch so schmerzvolle Trauer ganz allmählich einer dankbaren Erinnerung weicht.
Es tut so weh weil einem bewusst wird , was man vielleicht noch alles hätte sagen wollen ...und man merkt es geht nicht mehr , man keine Möglichkeit mehr hat, nichts mehr nachholen oder ändern kann.
Vielleicht hilft es dir, ihm einen brief zu schreiben, wenn du das gefühl hast , du musst ihm noch etwas sagen..

Wünsche dir das du deinen Tränen freien lauf lassen kannst , Menschen hast,die dir zuhören , die deinen Kummer verstehn und vor allem die nötige Kraft und den Mut auch wieder nach vorn zu blicken und nicht zu verzweifeln.

mit ganz lieben mitfühlenden Grüssen mo

geli Offline


Beiträge: 8

16.10.2009 16:43
#3 RE: es tut immer noch so weh antworten

hallo liebe oder lieber mo
vielen lieben Dank für deine Anteilnahme
ja, natürlich weiß ich um das " geschenk" das ich meinen Vater bis zum Ende begleiten durfte
Viele werden davon überrascht, und fallen sicher ins Bodenlose.
Ich bin natürlich für meine mama da, sie bracut mich jetzt mehr den je, noch dazu da sie ja auch krank ist, und ich sie nicht auch noch verlieren will, hab sie ja sehr lieb meine mutsch, sie sagt manchmal sie möchte zu ihm gehen, weiß aber das unser papa ganz böse würde wenn sie ihr leben von selbst beenden würde, gerade gestern sagte ich noch zu ihr, schau mama, da wo papa jetzt ist, ist zeit kein begriff, die ist nur für uns so schwer, er wartet auf dich und auf uns, sowie mein " großer" Bruder der als baby noch vor meiner Geburt gestorben ist. Sie weinte nahm mich in den Arm, und meinte ja du hast sicher recht.
Wir weinten dann zusammen und zündeten eine kerze für unsere Lieben an.
ich habe einen Gedenkstein auf sein Grab gelegt auf dem steht
ICH GING ZU DENEN; DIE MICH LIEBTEN
UND WARTE AUF DIE; DIE MICH LIEBEN
dieser Spruch gibt mir immer wieder ein wenig Zuversicht, wenn ich wieder am Verzweifeln bin
nochmals danke
es tut gut sich seine Trauer ein wenig von der seele zu schreiben, und man damit nicht alleine ist
lieber gruß Geli

ich wünsch dir Liebe ohne Leiden, und eine Hand die deine hält.........

mo Offline


Beiträge: 47

16.10.2009 23:01
#4 RE: es tut immer noch so weh antworten

Liebe Geli
Deine Worte und gedanken berühren mich sehr .
Ich wünsche dir das die Zuversicht wieder wächst und auch für dich Menschen da sind, wenn dich die Verzweiflung packt.
Ganz viel Kraft für alles .
Du bist nicht allein, ganz liebe Grüsse
(die ) mo

geli Offline


Beiträge: 8

17.10.2009 14:07
#5 RE: es tut immer noch so weh antworten

liebe Mo lächel
mein Glaube an Gott, und vor allen an die Muttergottes, hilft mir immer wieder
in unserer Kirche gibt es eine Krypta eine Lourdesgrotte mit der Muttergottes, zu der ich immer wieder gehe, um mit ihr zu sprechen, und ich habe dann auch immer das Gefühl getröstet zu werden.
Als mein Papa schon im Sterben war ( eine Nacht davor), war ich bei ihr, zündete viele viele Kerzen an, und bat die gottesmutter, wenn du ihn schon nicht bei uns lassen kannst, dann hilf ihm, zeig ihm dem Weg, und nimm ihn mit dir.
Ich wurde ganz ruhig, ich wusste sie hat mich gehört und verstanden.
Ich hatte in diesen Tagen auch immer seine stimme im Ohr die meinen Namen rief.
Als ich die Krypta verliess verstummte die Stimme, war es ein Zeichen?
Ich glaube da ganz fest daran, die Muttergottes hat ihm den Weg ins Licht gezeigt, meine Kerzen taten ein übriges.
Ach ich gönne ihm ja den frieden, und das er keine Schmerzen mehr haben muss, und trotzdem wünschte ich er wäre noch da, ich könnte mit ihm lachen.
Er war, ja er ist der beste Vater gewesen den man nur haben kann, seine Frau unsere mutsch, seine Kinder ich bin die älteste von drei Kindern waren das wichtigste für ihn, einen besseren Opa hätten seine insgesamt 6 Enkel nicht haben können.
Mein ältester Sohn er ist 27 hat vor eine familie zu gründen, wie sehr hätte er sich über ein Urenkelchen gefreut...
Warum durfte er das nicht erleben, aber so sehr wir ihn auch hier gebraucht hätten, die da " oben" brauchten ihn wahrscheinlich mehr.
Vielleicht auch mein " großer " Bruder der als Baby schon sterben musste, er hat 48 jahre auf seinen Papa warten müssen, also darf ich nicht so egoistisch denken, ich durfte 47 jahre sein Kind sein, und das bleib ich auch über den Tod hinaus, und wir werden uns wiedersehen, das weiß ich ganz tief im Herzen
ganz lieben Gruß
Geli

ich wünsch dir Liebe ohne Leiden, und eine Hand die deine hält.........

mo Offline


Beiträge: 47

18.10.2009 02:37
#6 RE: es tut immer noch so weh antworten

Hallo liebe Geli
Natürlich wünscht du dir das er noch da wäre , du noch soviel Schönes mit ihm teilen könntest...aber weil du ihn eben so sehr liebst konntest du ihn auch gehen lassen gerade deswegen...
und weil dein unerschütterliche Glaube dir die Zuversicht auf ein Wiedersehn gibt, was ich sehr schön finde.
Ich habe obwohl ich nicht so sehr gläubig bin,da ganz ähnliche Hoffnungen und Vorstellungen.
Versuch dich wenn es mal wieder ganz schwer wird und die Trauer übermächtig, an die vielen schönen Dinge zu erinnern die ihr zusammen mit ihm erleben durftet.
Natürlich fehlt da ein geliebter Mensch in eurer Mitte und es ist so unendlich schwer damit zurecht zu kommen es überhaupt zu verstehn.
Aber dein Glaube und deine Familie werden dir dabei helfen .
Du wirst gebraucht und dein Vater würde ganz sicher nicht wollen das jetzt alle nur noch traurig sind und er ist bei euch in euren Gesprächen und Gedanken und vor allem in euren Herzen und er hat euch viele schöne Erinnerungen an die Zeit mit ihm hiergelassen .
Die Frage nach dem warum stellen wir uns in solchen Situationen oft..aber es gibt irgendwie keine wirkliche Antwort darauf.
Ich wünsche dir von Herzen das bald die vielen schönene Erinnerungen den Schmerz und die Trauer ein wenig mildern.

mit lieben Grüssen mo

geli Offline


Beiträge: 8

20.10.2009 09:20
#7 RE: es tut immer noch so weh antworten

liebe Mo
lieben herzlichen Dank für deine Antworten
man merkt jeder deiner Zeilen an, wie verständnissvoll und auch nachdenklich du bist
das ist in unser hektischen Zeit schon so selten geworden
Wenn ich immer sehe, wie schnell doch manchmal Menschen vergessen werden, macht mich das sehr traurig.
Ich wohne im bayerischen Wald, und hier ist es immer noch Brauch, für seine Verstorbenen Totenbretter aufzustellen, ich gehe an keinem vorbei ohne mich zu bekreuzigen, man sagte früher jedes Vaterunser das man für die toten dabei betet hilft ihnen schneller in die Seligkeit.
Mein geliebter Mann ist ein begabter Handwerker, und hat auf unserem Grund ( wir leben auf einem Hof der seit 227 jahren in Familienbesitz ist)Er hat schon Totenbretter für seine Eltern gemacht, nun kommt eines für meinen Papa dazu, und eines für einen guten alten Freund von mir der vor einem Jahr gegangen ist.
Der Platz wo die Bretter stehen ist am Waldesrand, eine Bank hat er auch gemacht, und ich pflanze Blumen, unsere Tiere die schon gestorben sind, liegen auch da, also ein richtiger kleiner Friedgarten der da entstanden ist
Ich sitze da oft und denke an sie und nach, und es gibt mir viel, einfach mal der Hektik des Lebens zu entfliehen, oft begleiten mich meine Tiere ( Hunde und Katzen) sind einfach bei mir
mein Papa war oft mit mir an diesem Platz, ich weiß er mochte ihn, und ich glaube er hat nichts dagegen, hier bei mir zu sein
lieber gruß
Geli

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geli Offline


Beiträge: 8

07.12.2009 10:09
#8 RE: es tut immer noch so weh antworten

Mein Papa ist nun schon 10 Monate nicht mehr unter uns........
Weihnachten steht vor der tür, und wir müssen ohne ihn den heiligen Abend " feiern" es wird aber mehr ein überstehen werden
an manchen Tagen ist die Sehnsucht nach ihm so groß, das ich unvermittelt in Tränen ausbreche, die Endgültigkeit wird mir dann so bewusst, das ich denke, ich werde es wohl nie richtig verarbeiten können, sein tod kam einfach zu schnell.......
es heisst ja immer das Leben geht weiter, klar geht es weiter, mein ältester Sohn macht mich zur Oma, ich freue mich natürlich darüber sehr, brach aber in Tränen aus, weil mein Papa das nicht erleben darf, wie sehr hätte er sich über ein Urenkelchen gefreut
ich sitze hier und schon wieder laufen mir die Tränen übers Gesicht, mein kleiner hund leckt mir die Beine, er kann es nicht sehen, wenn ich weine, peterle mein katerchen sitzt auf meinen Schoss und fordert gestreichelt zu werden, und schnurrt wie ein gut geölter motor
merken Tiere die Trauer???
wenn ich mit Micky bei meiner Mama bin, setzt sich mein Kleiner immer genau auf die Stelle am sofa der papas Stammplatz war, lehnt sich an Mama als wollte er sie trösten
Und er schafft das auch mit seiner lieben Art, ein Lächeln auf ihre Lippen zu zaubern
ich muss jetzt auch lächeln, denn alle meine Tiere Hund und drei Katzen sind jetzt um mich, und wollen ganz nahe bei mir sein
liebe Grüße Geli

ich wünsch dir Liebe ohne Leiden, und eine Hand die deine hält.........

Susi Offline


Beiträge: 1

21.12.2009 23:52
#9 RE: es tut immer noch so weh antworten

Hallo Geli,

ich kann dich so gut verstehen. Meine Schwester ist im Juli an Krebs gestorben mit 47 Jahren. Seitdem ist mein Leben nicht mehr was es war. Ich kann oft nicht mehr aufhören zu weinen so wie jetzt. Daß alle einmal sterben, ist mir schon immer im Bewußtsein gewesen, aber nun kann ich nicht mehr aufhören, daran zu denken und bin nur noch traurig. Wir haben auch Tiere. Drei Hunde und ein Pferd, die mich ablenken aber nicht trösten können. Es gibt hier auch niemanden, dem ich sagen könnte, wie traurig ich wirklich bin.

LG Susi

geli Offline


Beiträge: 8

25.12.2009 09:12
#10 RE: es tut immer noch so weh antworten

hallo Susi
mein herzlichstes Beileid zu deinem Verlust, eine schwester zu verlieren, egal warum, ist mit Sicherheit ebenso schmerzhaft, schliesslich ist ein Geschwister lange Zeit Teil seines eigenes Lebens
du hast anscheinend guten Kontakt zu ihr gehabt, ich wünschte das wäre bei mir auch so, aber meine Schwester sie ist nur ein Jahr jünger als ich, hat sich sehr entfernt von mir, die Gründe weiß nur sie, ich habe aber keine Kraft diese Gründe zu erfahren.
der gestrige heilige Abend war einesteils schön, meine Familie hat versucht alles so normal wie möglich ablaufen zu lassen
ich konnte mich auch über die Geschenke freuen, doch dann wurde mir wieder bewusst, das Papa nicht da ist, und meine Tränen flossen wieder.
Wenn du niemanden hast, mit den du reden kannst, dann rede mit deiner Schwester, glaub mir sie hört dich, sie ist ja nicht weit weg, auch wenn du sie körperlich nicht sehen kannst, unsere Verstorbenen sind irgendwie immer noch da..........
In manchen Momenten spüre ich meinen Vater so sehr, das es fast weh tut, aber auch tröstlich ist
Ich weiß nicht ob du gläubig bist, aber mir hilft ein Besuch bei der Muttergottes immer wieder, wir haben eine schöne Krypta mit einer Muttergottesgrotte da entzünde ich Kerzen für meine Lieben, und es tröstet mich der Gedanke das die Muttergottes einfach da ist, und ich ihr alles anvertrauen kann
ich wünsche dir viel Kraft und alles Liebe
und noch eins, man muss seine Lieben los lassen, und ihnen den Frieden gönnen, den sie jetzt haben, wir werden sie wieder sehen, das weiß ich ganz genau
LG
Geli

ich wünsch dir Liebe ohne Leiden, und eine Hand die deine hält.........

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