Hätte die Vorbereitung auf das Sterben und wie stirbt ein Mensch nicht besser sein können? Warum kam der Arzt nicht??
War das alles so richtig????
Ich habe vor einer Woche meinen Vater verloren. Er war an Prostatakrebs erkrankt und die letzten 3 Wochen waren die härtesten in unserem Leben. Er war völlig klar bei Verstand und konnte einfach nicht akzeptieren das sein Leben nun zu Ende gehen sollte. Wir waren sehr oft bei ihm, haben 3 Tage bevor er starb noch bei ihm und meiner Mutter übernachtet weil es so ausschaute als wolle sein Leben in der Nacht zu Ende gehen. 3 Tage später habe ich meinen Nachmittag bis 17.30 Uhr mit meiner Mutter zusammen bei meinem Vater verbracht, danach fuhr ich nach Hause weil meine Schwester über Nacht dableiben wollte. Hätte ich den Wissenstand den ich nun habe da bereits gehabt wäre ich nicht gefahren. Das was wir in den letzten Tagen für eine Erkältung gehalten hatten war bereits das Todesrasseln. Keiner hatte uns dieses gesagt, die ärtzin sagte nur morgens es könne noch 2- 3 Tage dauern und auch die Pflegerin die noch um 22.30 Uhr kam sagte nichts davon dass mein Vater da schon im Sterben lag. Sie meinte nur zu meiner Mutter sie solle bei ihm bleiben. Wenn wir gewußt hätten, dass zu dem Zeitpunkt das Todesrasseln schon kräftig eingesetzt hatte , mehr als noch am Nachmittag wäre ich sofort losgefahren, denn ich habe eine Stunde Fahrtweg. Ich kam zu spät, genau eine Viertel Stunde weil ich von mir aus losgefahren war weil ich keine Ruhe hatte.
Dazu kommt, dass meine Schwester die bei meiner Mutter geblieben war noch den Notdienst habenden Arzt angerufen hatte er möge raus kommen. Dieser allerdings sagte er könne nichts machen das wäre nun mal so und blieb weg. Meine Mutter drehte wohl fast durch.
Alles in allem hätte ich meinen Vater in seinen letzten Minuten noch in den Arm nehmen können, meine Mutter und meine Schwester hätten gewußt was es mit den offenen Augen und dem Röcheln meines Vaters auf sich hatte. so meinen sie heute noch mein Vater hätte sich sehr quälen müssen.
Schade das uns dieses alles nicht erspart blieb.
Auf jeden Fall kann ich das Verhalten des Arztes bis heute nicht verstehen.
laß dich erstmal ganz dolle drücken. Ich weiß wie es dir geht und was du aushalten mußtest. Uns ging es mit meiner Mutter ähnlich, es war grausam. Meine Mutter schrie vor Schmerzen, sie hatte eine zu geringere Dosis an Morphinpflaster. Es war Wochenende und unser Hausarzt nicht erreichbar. Der Notdienst kam nach 5 Stunden, aber auch erst auf Nachdruck von meiner Ärztin. Sie durfte die dosis von meiner Mutter nicht erhöhen, also mußte die Mama aushalten bis es nicht mehr ging. Anfang Mai haben wir ein Pflegebett und den Nachtstuhl beantragt. Wir hatten die Sachen bis zum Schluß nicht. Als die Mama verstarb, hatte sie noch nicht mal eine Pflegestufe. Als die Mama verstorben war, kam der Medizinische Dienst und wollte nachsehen, in was für eine Pflegestufe meine Mutter eingestuft werden soll. Es ist zum Schreien. Die Mama kam noch für 6 Stunden in ein Hospiz. Ich war froh, sie dort schmerzlos zu wissen. Der Aufenthalt im Hospiz mußte von mir erstnal bezahlt werden, denn ohne Pflegestufe darf niemand dort hinein. Sie hat sie dann noch den Luxus erlaubt und ist friedlich und würdevoll im Hospiz verstorben, auch ohne Pflegestufe!!!!!Zu dieser furchtbaren Situation kommt dann noch der Ärger mit den Ärzten und den Krankenkassen. Wenn ein Mensch vrstirbt, kümmern sich die Ärzt nur sehr wenig darum. Deshalb gibt es die Hospize und ehrenamtliche Hospizhelfer, die den Sterbenden und auch die Angehörige in der Zeit betreuen und wenn Bedaf besteht, auch die Trauernden in der nachfiolgenden Zeit. Ich hatte für 1 Woche ehrenamtliche Hospizhelfer an meiner Seite. Ich bin den Menschen unendlich dankbar, für das, was sie mit mir gemacht haben. Ohne Hilfe schafft man die Betreuung nicht. Im nachhin habe ich festgestellt, dass man sich überhaupt nicht mit dem Thema Tod oder Sterben auseinandersetzt. Hätte ich das Wissen, was ich jetzt habe, wäre vieles anders gelaufen. Von Palliative Behandlung hatte ich zwar schon etwas gehört, konnte mir aber nichts darunter vorstellen. Die Hospizhelfer machen auch die Symtomkontrolle bei Sterbenden. d.h., das Todesrasseln kann behandelt werden durch ändern der Körperlage, absaugen usw. Es gibt Erleichterung, die wir den Sterbenden nicht bereiten können, so etwas machen dann die Hospizhelfer. So wie ich aus deinem Schreiben erkennen kann, hattet ihr auch keine Betreuung was die Schmerzen betrifft. Ihr ward genau so wie wir völlig mit der Sache überfordert und der behandelnde Arzt muß das erkennen und Hilfe vom Pflegedienst oder von Hospizhelfern anfordern.woher sollen die Angehörigen denn wissen, was in solch einer schwierigen Lage zu tun ist, also muß der Arzt alles weitere veranlassen. Es ist eine Unverschämtheit von eurem Arzt. Ach Trinemarlene, es ist vorbei, wir können nichts mehr machen außen den Schmerz über den Verlust auszuhalten.Nun sitze ich hier und möchte dir etwas tröstendes schreiben, geht aber nicht, denn man kann nicht trösten in dieser beschissenen Situation. Ich schicke Dir viele Grüße aus dem Taunus iris, die keine Tränen hat
Liebe Trinemarlen, gerade erst habe ich diese Seite gefunden und mich angemeldet. Ich glaube, in der Gesellschaft wird das Thema Sterben, Tod und Trauer nicht thematisiert, weil viele nichts damit zu tun haben wollen. Wenn wir ehrlich sind, haben wir uns ja auch erst damit beschäftgt, als es "akut" wurde. Gibt es eine Vorbereitung auf den Tod? Ganz egal wie lange das Sterben dauert, der Tod kommt für uns "Lebende" immer zu früh. Ich habe die Erfahrung mit dem Ärztlichen Notdienst gemacht, dass es meistens Ärzte sind, die auch mit dem Thema gar nicht richtig zurecht kommen. Sie nehmen sich auch nicht wirklich die Zeit, mit den Angehörigen zu sprechen, weil sie selbst mit der "Sache" überfordert sind.
Es gibt einen Satz, der dich auch nicht trösten wird aber wenn du die erste Trauer überwunden hast, denkst du vielleicht ja mal dran: Man kann das Leben nur rückwärts verstehen aber man muß es vorwärts leben!
Du konntest nicht alles wissen, deshalb konntest du auch nicht alles richtig machen! Wer hat schon in so etwas Übung. Auch professionelle Trauerbegleiter scheitern meist, wenn es um ihre eigene Familie geht.
Ich werde mich in den nächsten Tagen wohl mit dem Tod meines Vaters konfrontiert sehen! Alle Zeichen sprechen dafür. Auch ich werde nicht alles richtig machen aber ich kann mich bemühen, in dem ich für meinen Vater da bin und ihm zeige, dass ich es akzeptiere und ihn gehen lasse. In diesem schweren Moment, verlasse ich mich nur auf mein Gefühl ( nicht auf Pfleger oder Ärzte) und hoffe, dass es reicht.
Mache dir keine Vorwürfe, lebe deine Trauer und lasse sie zu. Mache keine Schuldzuweisungen, du kannst die Zeit nicht zurück holen.
Ich hoffe, dass du mittlerweile ein wenig zur Ruhe gekommen bist!