Totenflecke aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Als Totenflecke (medizinisch-lateinisch Livores, Leichenflecke) werden die meist 20 – 60 Minuten nach Todeseintritt entstehenden blau-violetten Flecke bezeichnet. Sie entstehen durch Absinken des Blutes in tiefergelegene Teile einer Leiche, finden sich also je nach Lage der Leiche beispielsweise auf dem Rücken unter Ausparung der Aufliegeflächen an Schulterblatt und Gesäß. Bis zu 6h nach dem Todeseintritt lassen sich die Totenflecke "umlagern", das heißt: wird die Position der Leiche verändert, so verlagern sich auch die Totenflecken nach den Regeln der Schwerkraft. Bis zu 12 h nach Todeseintritt sind die Livores noch zumindest teilweise wegdrückbar, da ein Teil des Blutes noch innerhalb der Adern und darin noch beweglich ist (Druck auf den Leichenfleck, und die Haut unter dem Druckpunkt sieht wieder hell aus). Später dann ist das Blut nahezu vollständig durch die Gefäßwände ins umgebende Gewebe getreten und auch nicht mehr wegdrückbar.
Die blaue Farbe der Flecke kommt durch den Sauerstoffverlust (Deoxigenierung) des Blutes zustande. Es gibt jedoch auch Fälle, bei denen sich kirschrote Totenflecke finden, beispielsweise bei einer Kohlenmonoxidvergiftung oder durch erneute Sauerstoffaufnahme (Reoxigenierung) des Blutes in kalter Umgebung. Liegt eine Nitritvergiftung vor, verfärben sich die Livores braunrot. Bei starkem Blutverlust (nach äußeren und inneren Blutungen) finden sich nur schwache oder gar keine Totenflecke.