Mein Vater muss sterben! An meinen besten Tagen denke ich, klar, jeder muss sterben, an den schlechenten Tagen kann ich mir nicht vorstellen, dass die Sonne wieder aufgeht, ohne dass er da ist! Mein Vater ist 78 und mein halbes Leben habe ich Angst davor , ihn zu verlieren...jetzt ist er leider sehr krank geworden ( Krebs) und mit jedem Tag der vergeht, wird mir bewußter, dass er auch nie mehr gesund werden wird...heute habe ich sogar gehofft, dass er eines morgens nicht mehr aufwacht, einfach so, wie jeden Tag "alte MEnschen" sterben; so aber befürchte ich, dass die folgenden Tage, Wochen und Monate nicht schön für ihn werden! Ich habe einfach Angst, ich weiß nciht was ich tun soll; meine Kraft geht zu ende...ich kann doch keine Schwäche zeigen...nicht vor ihm, nicht vor meiner Mutter und schon gar nicht vo meinen beiden kleinen Kindern.........aber andere Menschen leben doch auch ohne ihre Väter...wie kann man die Angst und den Schmerz überwinden?
Warum kannst du keine Schwäche zeigen? Ist Schwäche ein Fehler? Ist Schwäche ein Zeichen von Aufgabe?
Schwäche ist in so einem Fall doch normal, weil du eine hohe emotionale Bindung besitzt. Warum willst du den anderen etwas vormachen?
Eigentlich ist es sehr wichtig eben nicht Stärke vorzutäuschen, denn es ist gut möglich, dass dein Vater über seine Situation auch sprechen möchte und es sich aber nicht traut, weil du ihm so übermächtig stark erscheinst. Gerade deinem Vater gegenüber ist es sehr wichtig, dass du offen und ehrlich zu ihm bist. Klar fällt es schwer, aber wenn er merkt, dass du eben nicht so stark bist als du ihm bisher zeigst, kann es ihm leichter fallen, über sich und seine Situation zu reden. Ihr müsst ins Gespräch kommen, dabei muss das Wort Sterben gar nicht fallen. Spreche mit ihm über dich und deine Gedanken und Gefühle, der rest kommt von allein.
Ich wünsch dir viel Kraft für diesen schweren Schritt.
Veilen Dank für Deine Antwort! "Leider" kennt mein Vater mich sehr gut und weiß , dass " ich nah am Wasser gebaut" bin... er vermeitdet eigentlich über die Krankheit zu sprechen; anfangs wollte er nicht mal die Diagnose lesen bzw. mir den Arztbrief vorenthalten.....wir fangen in ein paar Tagen mit der Chemo an; es ist zwar kein schöner Gedanke, aber immerhin "passiert" jetzt etwas... gruß kerstin