Hallo, ich habe eine Frage an alle die schon länger in der Sterbebegleitung in Heimen tätig sind. Also ich habe bereits Grund-und Intensivkurs hinter mir und der Hospizverein hat ja da mehrere ehrenamtliche die in verschiedenen heimen usw. " eingeteilt " sind.Sie haben mich also angerufen ob ich in das besagte heim gehen kann.Für das Heim sind im Moment 2 sehr alte Damen eingeteilt die das schon Jahrelang machen. Mit einer dieser Damen sollte ich mich treffen,sie wollte mir alles zeigen. Wir in das Heim was aus vielen Häusern besteht dann sagt sie mir wen wir alles besuchen so 6 Leute. Rennt überall lang ,Tür auf,guten Tag,ist es recht das wir kommen.... 5 min später sind wir draußen.Dann habe ich wieder beim Hospiz angerufen,die wollten wissen wie es war.Da ist mir erklärt worden das es da in einem bestimmten Rahmen den beiden überlassen ist wie die das einteilen. Jetzt geht jede an 2 Tagen in der Woche in das heim aber zu allen von denen . Ich sehe da eingentlcih keienn Sinn drin. Ich habe jetzt mit dem Hospizverein ausgemacht das ich an einem tag pro Woche hin fahre, und im Prinzip an den Tag 2 bestimmte Leute also immer die gleichen besuche. Der eine Mann wird bald sterben,er ist von der Palliativ ins Heim gekommen, die andere ist eine alte frau die sehr lebensschwach ist aber nciht sterben kann,da kann man nichts sagen.
Was sind eure Erfahrungen oder wie ist das bei euch geregelt? War gestern irgendwie etwas verwirrt was das System anbelangt.
Also für mich klingt das was die zwei Damen machen eher nach Besuchsdienst und nicht nach Sterbebegleitung. Wenn man mehr als einen Sterbenden betreut, kann es keine wirklich gute Sterbebegleitung werden. Kurzbegleitungen kann eigentlich nicht das Ziel sein, sondern längerfristige Betreuung. Wichtig ist ja auch das die Chemie zwischen Sterbenden und betreuer stimmt. Dazu ist es aber auch wichtig eine Beziehung untereinander aufzubauen und das kann man nicht wenn man zwischen mehreren hin und her rennt. Sterbebegleitung heisst auch, sich aufeinander einlassen können.
In dem ambulantten Hospiz, indem ich war, ist es viel besser geregelt. Da betreut man nur einen Sterbenden und geht je nach Situation ein bis zweimal die Woche hin...später wenn es zum "Ende" zugeht kann man, wenn es einem nicht zu sehr belastet, dann auch hingehen. Bei diesen Hospiz geht man auch nicht einfach zu hin und sagt dann halt im Prinzip:Hallo, da bin ich und ich begleite sie jetzt einfach mal. In diesem Hospiz hat es folgende optimale Strucktur und zwar unabhängig davon ob es eine Begleitung zu Hause, im KH, in einem Pflegeheim ist.
Das Hospiz bekommt eine Anfrage, darauf hin geht ein Koordinator zu dem Sterbenden und Angehörigen hin und führt ein Vorgespräch. Dabei wird auch abgeklärt ob der Sterbende überhaupt eine Begleitung wünscht. Das wichtigste an diesen Vorgespräch ist erstmal die ganzen Umstände abzuklären. Erstmal natuerlich wie ist das Krankenbild bezüglich, welcher Krebs zum Beispiel. In welchem ungefähren Stadium befindet sich der Sterbende. Dann kommt natürlich noch das wichtigste, eine kurze Beleuchtung der Biographie. Was hat derjenige gemacht, welche Interessen hat der Sterbende. Hat er vllt viel gelesen, hört er gerne Klassik usw. Gibt es Kinder, Freunde, Bekannte. Was wünscht sich der Sterbende eigentlich vom Begleiter bzw. von der Begleitung, also wie sieht er eine mögliche Begleitung. nach diesem Vorgespräch, schaut der Koordinator welcher Betreuer menschlich passen könnte(Hat sehr oft hingehauen). Ist der mögliche Begleiter gefunden, wird ein Treffen mit dem Sterbenden vereinbart. Bevor der Koordinator mit dem Begleiter hingeht, bekommt dieser einen Zettel mit Informationen, die sich aus dem Vorgespräch ergeben hat. Heisst, der Begleiter weiß schon einiges über den zu Betreuenden. Beim Sterbenden findet dann eine Vorstellung statt. Der Koordinator stellt den Begleiter vor, alle drei unterhalten sich, irgendwann geht der Koordinator raus, lässt beide erstmal allein, unterhält sich vllt noch mit den Angehörigen. Nach einer gewissen Zeit kommt er noch mal rein, erkundigt sich beim Sterbenden ob es okay wäre wenn der Begleiter wiederkommt. Was meistens bejaht wird. Der Begleiter bleibt dann meistens noch etwas. Es kann natürlich auch sein, dass es am Ende nicht zu einer Begleitung kommt, weil die Sympatie von einer Seite oder beider Seiten nicht da ist. Ist aber in der Regel eher selten.
Noch ein kleiner Vorschlag von mir: Mach nicht beide an einem Tag. Wenn du zwei betreust, dann geh zweimal dort hin und geh jeweils zu einem. So bis 2 Stunden ist relativ normal und mach dir hinterher Notizen vom Besuch. Worüber habt ihr geredet, wie war der Zustand, welche Beobachtung hast du gemacht und wie ging es dir dabei. Was könnte wichtig gewesen sein.
Bei dem Hospiz wurde eben auch kleine Besuchsprotokolle geschrieben. Ist auch sehr hilfreich hinterher ein resümee zu machen und zu sehen wie sich die besuche so entwickelt haben.
ja da in ich ja beruhigt,wenn nicht nur ich das als Besuchsdienst sehe,statt als Begleitung. Ich bin jetzt froh die Beiden zu haben,wobei der Mann halt schon sehr bald sterben wird. Diese Frau mit der ich war meint ja die "Patienten"könnten das eh nciht auseinander halten wer da kommt,hauptsache Besuch. Also der Meinung bin ich ganz und gar nicht,wie du schon sagst,wenn die Chemie stimmt. In der ambulanten Pflege gab es Patienten die sich nicht mehr verständigen konnten ,also weder mit Sprache noch mit den Augen oder sonst irgendwie.Aber trotden ahben sie auf verschiendenes Personal auch verschieden reagiert. , z.B. bei Jemanden den sie nicht mochten sich verkrampft.Ich bin der Meinung es ist sinnvoll eigentlich einen höchstens zwei zu betreuen.
*Patienten"könnten das eh nciht auseinander halten wer da kommt,hauptsache Besuch* Hmm, ist schon eine komische Aussage von jemanden der Sterbende begleiten will. Lässt vermuten, dass sie gar nicht richtig weiß, was sie eigentlich macht. Wobei es wohl eher so ist, dass sie es zu lange schon macht und sich Routine eingeschlichen hat.
Werden bei euch eigentlich Helfertreffen sprich Fallbesprechungen gemacht? Ich vermute mal eher nicht.
ja lange arbeiten tut sie schon im Hospiz,aber früher gab es das wahrscheinlich nciht mit den Ausbildungen, das die Leute geschult worden,deshalb war sie ganz überrascht,das ich Basis und Intensivkurs gemacht habe.
Fallbesprechungen gibt es bei uns schon.Einmal im Monat ist da ein Zusammenkommen. Bin mal gespannt was das am Mittwoch wird,wenn sie mitgeteilt bekommt das ich " nur" zwei Patienten nehmen werde zu denen ich gehe. Außerdem hab ich einen Termin mit den Heimleiter um ihn mein Konzept für Tiergestützte Therapie oder im " Einsatz" bei der Begleitung.Da hat sie galeich gemeint da gehen wir zusammen hin weil sie da eh da ist..... Entweder ist sie nur neugierig oder sie hat Angst das ich sie von ihrem Platz verdränge was ich gar nicht vor habe.Ich bin bestimmt auch teamfähig, aber mit manchen Leuten? deshalb ist mir es auch lieber wenn jeder etwas zugetielt bekommt wo er sich kümmert. Der Heimleiter war am Telefon sehr nett,und neugirig durch den Artikel in der Zeitung.
Hallo noch mal,war heut wieder im Heim und muss sagen,ich hab mich durchgesetzt. Ich begleite jetzt 2 Patienten,wobei der eine eben sehr bald sterben wird(kommt von der Palliativstation). Ich habe gesagt das ich alles andere ehr als Besuchsdienst empfinde und dafür brauch ich keine Ausbildung.
Auch mit dem Leiter des Heimes hatte ich heute zum Thema tiergestützte ein Gespräch. er ist total offen für Tiere,die Heimbewohner dürfen sogar Tiere selbst mit ins Heim nehmen,wenn sie noch in der Lage sind sie zu versorgen,so einigermaßen jedenfalls. So kann ich den Menschen die gern Tiere haben das Leben noch etwas schöner gestalten. Auch zwei Wachkomapatienten sind in diesem Heim. Den Angehörigen wird er jetzt von dem Angebot berichten das ich mit dem Hund zu ihnen kommen könnte. Die eine Frau hat ein wirklich schweres Schicksal.Sie wollte ihr Kind entbinden hat eine Periduralanästhesie gelegt bekommen aber verkehrt,liegt seither im Wachkoma und der Sohn ist so sehr schwer behindert das er in einem Heim leben muss.Gibt schon schlimme Sachen wenn man bedenkt das das eigentlich ein froher Tag sein soll eine Geburt. Jetzt bin ich jedenfalls froh mich richtig um jemanden kümmern zu können und nicht nur so durch die Zimmer " hüpfen".
ja so kommt es mir vor, aber ich hatte gar nicht vor da hin zu kommen und alles umzukrempeln.Andererseits bin ich aber auch der Meinung wenn man was macht muss es einen Sinn haben, und nicht weil es jahrelang schon so ist,ist es weiterhin so.Begelistert werden die die in den Heim schon langjährig sind nicht ,aber mir egal, solange ich was mach was den " Patienten " zugute kommt.
Alles hat seinen Sinn. hat schon seinen Grund warum du da und nicht woanders bist. Wenn jemand etwas anderes tut, als es bisher getan wird, ist Argwohn normal.
Hallo, gestern war ich wieder im Heim. Mit der kleinen Hündin hat mich der Heimleiter auf den Stationen vorgestellt.Die bewohner waren alle begeistert. Er hat sich dan acuh den Artikel der Klinik in Vogtareuth durchgelesen und wenn die Angehörigen zustimmen werde ich demnächst auch Wachkomapatienten betreuen. Darauf bin ich echt gespannt, da ich glaube das diese Menschen viel zu schnell abgeschoben werden.Da heißt es immer die werden eh nicht mehr aufwachen...,aber wenn man sich vorstellt man liegt da,kann sich vielleicht nur nicht mitteilen und dann versteht man aber vielleicht die Personen die da stehen und sagen der wacht nicht mehr auf,das stell ich mir grausam vor. Ich bin nicht so optimistisch das ich denk jeder kann wieder aufwachen,aber ich mein man sollte mit den Menschen genau so umgehen wie mit allen anderen auch,da es ja Berichte gibt in denen auch nach mehreren Jahren Leute aufgewacht sind.
Also ich freu mich schon auf deine weiteren Berichte.
Bei Wachkomapatienten ist man sich ja nicht sicher, ob sie nicht doch etwas mitbekommen. Viele Reaktionen werden zwar oft als Reflexreaktionen betrachtet, aber die Möglichkeit, dass sie doch non-verbal mit uns kommunizieren, kann und sollte man nicht ausschliessen.
ich berichte euch heute mal wie sich alles bisher so ergeben hat.Zuerst schade ist die Einstellung ihrer Mutter,die ich gestern kennen lernen durfte.Sie ist sehr net,geht sehr liebevoll mit der Tochter um.Leider hat sie wohl die Hoffnung aufgegeben. Sie erzählte mir das sie an dem Tag wo das passiert ist die Ärzte fragte ob sie hoffen dürfe und als Antwort bekam sie das sie hoffen könne aber es nichts werden wird.Ich kann die Mutter ein bisschane verstehen. Immerhin liegt ihre Tochter dort seit 23 Jahren,und nach ihren Angaben wird alles schlechter.Die Ärzte haben ihr gesagt was sie tut sind alles Reflexe. Dann frag ich mich was das für ein Reflex sein soll, wenn ich zu ihr sage sie soll ihren Arm so weit wie es geht vor zur Momo bewegen um sie streicheln zu können und sie das macht so gut sie kann. Oder wenn ich ein Leckerlie für den Hund in ihre Hand tue und ihr sag ich helf ihr das wir mit der Hand in Richtung Momo kommen damit sie das Leckerli wegnehmen kann,und sie dann ganz locker lässt in der Hand ,sie mit meiner Hilfe aber ganz leicht nach vorm bewegt und wenn der Hund das Leckerli genommen hat, wird die Hand wieder schwer,dann will sie sie wieder ablegen.Außerdem sie erschreckt wenn der Hund bellt,sie verzieht das Gesicht wenn der Hund sich ihrem Gesicht nährt.Wenn ich sage soll ich wieder kommen zwinkert sie.Ich glaub sie will das sich was ändert,und will auch mithelfen,aber wenn sie dann hört das Ärzte und Mutter sie aufgeben,das muss doch schrecklich sein. Aber ich werd sie weiter besuchen und ich hab ihr gesagt ich komme solange bis sie der Momo die Leckerlie selbst gibt, sie ruft und mit ihr Ball spielt. Ich hatte gestern auch das Glück mit einer Schwester zu sprechen und habe ihr aufgeschrieben was sie bei mir tut,z.B. seit neustem schaut sie mich immer an wenn ich mit ihr rede,ohne das die Augen mal abschweifen.Sie beobachtet den Hund,folgt mit den Augen.Die Schwester meint schon das das Fortschritte sind wenn sie den Arm bewegt und so schaut und das sie neulich mit der Gitarre bei ihr drin saß und ihr ein Lied von der Kirche vorgespielt hat musste sie weinen.reflex? Für mich nicht.