ich studiere Europäische Ethnologie, eine Kulturwissenschaft, die empirisch arbeitet. Nun habe ich ein Seminar "Wunsch und Wirlkichkeit", für das ein ich Referat zum Thema "Wünsche am Lebensende" vorbereiten soll. Da mein Fach sehr viel mit Interviews arbeitet, wäre es ganz super, wenn jemand Erfahrungen zu diesem Thema gemacht hat und den ein oder anderen Wunsch am Lebensende gehört hat.
Ich kann dir meine Abschlußarbeit zum Thema Symbolsprache der Sterbenden als Lesestoff anbieten: http://www.ironirene.com/symbolsprache_sterbender.html Darin geht es im Grunde mehr um die Kommunikation mit Sterbenden, die am Lebensende eine sehr symbolisch angehauchte Sprache verwenden. Hier ist der wohl innigste Wunsch am Lebensende jener nach Verständnis und Akzeptanz, sowie häufig auch nach Nähe. Leider kann ich dir keine herkömmlichen Beispiele für "letzte Wünsche" anbieten, aber vielleicht hilft es dir trotzdem etwas weiter und gibt dir vielleicht Anregungen.
Hallo Fragende, ich habe in der ambulanten Kranken-und Altenpflege gearbeitet,und ich muss sagen die Wünsche der Menschen die wussten das sie sterben oder die merkten das sie sterben, waren sehr unterschiedlich. Ein wirklich schönes Beispiel war ein Patient von mir mit 101 Jahren. Ein so netter Mann,nur nette Familienmitgleider die sich ganz aufopferungsvoll um ihn kümmerten und ein 14 Jahre alter großer Hund der blind war keine zähne mehr hatt,kaum noch was fressen konnte und vier selbstgestrickte Söckchen anhatte, weil die Haut der Pfoten immer wieder einriss. Ein Riese von Bernhardinermischling,aber total lieb, wie das Herrchen. Der Mann liebte Schokoladednkuchen. Bis zu seinem 98. Geburtstag war er fit,immer unterwegs und hat gearbeitet was ging ( im Garten usw.)dafür musste es jeden Früh gut gesüßter Kaffee mit Schokoladenkuchen sein. Dann kamen die Altersbeschwerden,er brauchte nen Katheder,hatte ien paar offene Stellen und lag dann im Bett. Er redet mit mir bis einen Tag vor dem Tod. Sein Wunsch an diesem morgen war Schokoladenkuchen,den er nur noch aufgewwicht im Kaffee essen konnte und sein Hund . Immer sollte die Tür offen bleiben er lag immer in der Tür vor dem Zimmer vom Opa. Dann aß er den Kuchen und als ich ging machte er die Augen zu und schlief ein. Am nächsten Morgen sagte mir die Tochter das am Abend um 18.00Uhr der Tod festgestellt wurde und er ist nach dem Frühstück gar nicht mehr aufgewacht. In der Nacht ist auch sein Hund eingeschalfen und gestorben .
Eine anderer Patientin die an Krebs sehr jung gestorben ist wollte gern ein Meerschweicnchn,nachdem ihr Schwiegereltern ihre Katzt nicht mehr zu ihr liesen,sie könne ihr ja schaden. Sie kauften ihr ein Plüschmeerschweinchen weil ihre Wahrnehmung schon so getrübt war das sie das nicht mehr mitbekommen konnt das das nicht echt war. Dann legten sie ihr das Tier auf die Bettdecke und obwohl sie sich schon Tage lang nicht mehr gerührt hat weil sie so schwach esr schaffte sie es ihre Hand auf das Tier zu legen und ihr Mann freute sich das es mit hr bergauf geht weil sie sich wieder bewegt. Auch sie starb an diesem Tag.
Also ich habe das oft erlebt das Patienten noch einen letzten Wunsch haben ganz kurz bevor sie sterben,anders als Patienten die die Diagniose Krebs bekommen und sehr kurz darauf sterben ,also ein paar Tage später und sich irgendwie gar nicht darauf einlassen können das sie unheilbar krank sind. Also bei solchen Leuten habe ich nie Wünsche gehört.