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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 2.953 mal aufgerufen
 Umgang mit der Trauer
matomjo Offline


Beiträge: 2

20.11.2007 09:37
mein über alles geliebter Papa antworten

Mein Papa ist vor einer Woche einfach gestorben. Am Sonntag hatte er mich abends noch angerufen und sagte, ich solle mir keine Sorgen machen. Er wollte Montag früh zum Arzt, weil er wohl eine Erkältung hatte, dachte er. Als er vom Arzt kam, fand ihn meine Mama im Auto, er bekam keine Luft mehr. In seinem Bett ist er dann leide einfach verstorben. WARUM? Er hätte letzten Sonntag Geburtstag. Alle seine Kinder wollten kommen. Darauf hatte er sich so gefreut. Wir haben uns selten gesehen. Meine Eltern wohnen fast 4 Stunden von uns entfernt. Mir zerbricht das Herz, dass ich nicht bei ihm war, er fehlt mir jeden Tag. Unsere täglichen Telefonate, das chatten im Internet mit ihm. Nächstes Jahr wollten beide zurück in unsere Nähe. Aber jetzt, ist alles anders. Ohne ihn, ist alles anders. Nichts ist so wie es mal war. Wie kann ich meiner Mutter bloß helfen? Über 40 Jahre waren sie verheiratet. Sie kann ohne ihn nicht leben. Hält sich mit Beruhigungstropfen über Wasser. Ich hab solche Angst sie auch noch zu verlieren. Ich kann nicht mehr. Wie soll das bloß weitergehen? Meine Mama will nicht weg, sie hat Angst, meinen Papa in ihrer Wohnung zu verlieren und vor allem, dass er nicht mehr ruft. Aber er kommt ja leider nicht mehr wieder. Jetzt macht sie sich Vorwürfe, dass sie nicht mit zum Arzt gegangen ist. Meine Mutti ist immer wach geworden, wenn mein Papa aufsteht. Ausgerechnet an dem Tag tut sie es nicht. Ein kleiner Trost für mich, dass meine Mutti im letzten Moment bei ihm war. Es hilft aber nicht viel. Diesen Freitag wird er begraben. Davor habe ich riesige Angst, auch um meine Mama. Ich hab das Gefühl, dass sie es nicht schafft. Was kann ich bloß tun, um ihr in dieser Not zu helfen. Er kommt doch leider nie mehr zurück. Warum nur ein so lieber Mensch.

ingoborm Offline

Webmaster und Administration Technik
Beiträge: 937

21.11.2007 11:39
#2 RE: mein über alles geliebter Papa antworten

Hallo, natürlich erstmal mein Mitgefühl.
Ein plötzlicher Tod ist für die Hinterbliebenen immer etwas absolut unbegreifliches und Selbstvorwürfe sind normal. Eine große Schwierigkeit besteht ja auch darin, das man völlig unvorbereitet Abschied nehmen muss. Ja Abschied ist auch ohne das man mit jemanden geredet hat möglich. Man kann bei der Beerdigung zum Beispiel einen Brief der an den Verstorbenen gerichtet ist vorlesen. Was kannst du tun? Erstmal nur deine Mutter in den Arm nehmen und und mit ihr die Beerdigung durchstehen. Ihr könnt euch beide dabei helfen. Wichtig ist jetzt erstmal nur von Tag zu Tag denken und nach der beerdigung, wird es für euch ruhiger werden und danach werden bei euch beiden die Dämme richtig brechen. Kannst du schon am Vortag der beerdigung bei deiner Mutter sein und bis Sonntag bleiben? Ihr könntet zum Beispiel am Samstag ganz in Rühe über ihn reden, euch an ihn erinnern. Über ihn reden ist sehr wichtig, das löst zwar auch viel Schmerz aus, aber Trauer ohne Schmerz ist eigentlich nicht mäglich. Im Moment ist es noch nicht so wichtig wie es weitergeht, sondern erstmal muss die Beerdigung überstanden sein.

Danach kannst du ruhig hier weiter reden, aber erstmal brauchst du die Kraft für die Beerdigung

matomjo Offline


Beiträge: 2

24.11.2007 12:21
#3 RE: mein über alles geliebter Papa antworten

Hallo,
nun ist es schon 1 Tag her an dem die Beerdigung statt fand. Es war sehr schlimm für uns. An diesem Tag regnete es auch heftig, ich glaub mein Vati hat sehr geweint. Er war so liebevoll und voller Freude. Hat sich über Kleinigkeiten gefreut, wie ein kleines Kind. Meine Mutti macht mir große Sorgen, dass sie es nicht schafft. Er fehlt eben überall. Sie kommt sich jetzt total überflüssig vor. Man kann ihr den Partner leider nicht ersetzen nur da sein und zur Seite stehen. Heute ist sie leider wieder abgereist, sie wollte unbedingt wieder dorthin, wo sie ihn spürt. Kann ich verstehen, aber dort ist sie allein. Wie soll sie sich Ziele stecken, wenn sie keine mehr hat. Alles wurde mit ihm besprochen und geplant usw. Für sich allein will sie das nicht mehr. Kann ich auch nachvollziehen.Ich würde ihr so gern helfen.Was soll ich tun, um ihr über die kommenden Wochen zu helfen. Dass das nicht von heute auf morgen geht, ist klar, aber es muss ja irgendwie weiter gehen. Ich frag mich immer wieder warum. Warum ausgerechnet an diesem Tag und so, ohne Ankündigung. Er wollte doch noch nicht gehen, hatte so viel Pläne. Warum bloß so früh, er war doch noch jung. Was hat er denn vom Leben gehabt, nix. Noch ein Jahr wollte meine Mutti arbeiten, dann in Rente gehen und wieder zu uns kommen. Beide wollten zusammen hier noch glückliche Jahre verleben. Jetzt ist sie ganz allein und muss ohne ihn zurückkommen. Aber sie kann sich dort nicht lösen, sie hat Angst ihn zu verlieren. Es ist einfach alles unbegreiflich. Für mich ist es noch immer nicht real. Ich kanns nicht glauben. Ich hoffe so sehr, dass der Schmerz erträglicher wird. Alles ist so ungerecht. Ich bin froh, dass ich mich hier ausheulen kann.

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