Meine Oma liegt im Sterben. Sie hat Lungenkrebs und die Ärzte geben ihr nur noch 2-3 Wochen. Meine Mutter, was ihre Tochter ist, möchte in den letzten Stunden mich an ihrer Seite haben. Doch ich habe Angst davor. Durch meinen Mann, der das selbe erlebte, weiss ich das einen diese Bilder nie mehr los lassen. Für den Einen mag es gut sein die Hand des Sterbenden zu halten, für den Anderen, nicht. Ich möchte sie in guter Erinnerung behalten. Wir sahen uns selten, 600km Entfernung, Beruf, Familie. All das verhinderte öftere Besuche. Ich habe ein schlechtes Gewissen, daher möchte ich sie noch ein letztes Mal besuchen. Sie weiss noch nicht das sie sterben wird. Ich möchte ihr ein letztes Mal meine Dankbarkeit zeigen, wie sehr ich sie liebe und .. einfach bei ihr sein, das sie weiss ich habe sie nicht vergessen. Sie war immer für uns da, hatte stets ein offenes Ohr für unsere Sorgen, freute sich mit uns wenn wir Erfolge hatten. Wie sage ich meiner Mutter das ich sie nicht auf diesem letzten Weg begleiten kann? Sie wird nicht allein sein, ihre Geschwister sind auch da. Dennoch, bin ich egoistich? Ich befürchte ja. Ich komm damit nicht klar, es zerreisst mich ! Mein Bruder fährt mit mir in 2 Tagen zu ihr, wir wollen uns gegenseitig stützen.
Hallo Yvone, erstmal ist es nicht sicher, dass deine Oma es nicht weiß, manchmal wissen und spüren Sterbende mehr als sie sagen, weil sie die anderen nicht unnötig belasten wollen und es ist auch möglich dass deine Oma glaubt, dass die anderen es nicht wissen, dass man stirbt und so schweigen oft beide Seiten. Zum anderen wirkt es auf jeden anders, deinem Mann liesen diese Bilder nicht los, was nicht heisst das es bei dir genauso sein wird. es ist immer und auch für jeden anders, man kann es einfach nicht verallgemeinern. Wenn du zu deiner Oma wegen einem schlechten gewissen hingehen möchtest, dann lass es sein, du willst ja auch nicht deiner Mutter beistehen weil sie es verlangt. Die entscheidung liegt bei dir und diese Entscheidung solltest du aus deinem bachgefühl heraus treffen. Wenn es um Sterbende geht dann ist es besser nach seinem Gefühl zu handeln und den Kopf nicht entscheiden zu lassen. Versuch in dich zu gehen und lass dei9n herz die Entscheidung treffen und vor allem, tue nur das was du möchtest.
Hallo, danke für Deinen Rat. Den habe ich schon befolgt. Heute besuche ich meine Oma, mein Bruder kommt mit. Und mit dieser Entscheidung fühle ich mich sehr gut und auch meine Mutter verstand es. Wenn es soweit ist werde ich meine Mutter auf den Weg dahin begleiten. Jedoch nicht auf den letzten Weg, denn den tu ich heute. Ich fahre heute hin aus dem Bedürfnis heraus sie nochmal zu sehen. Mit ihr zu reden, denn sie hatte immer gern Menschen um sich, besonders ihre Familie. LG