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Liebe Forumteilnehmer,
diese Tipps habe ich nach dem Lesen vieler Bücher und ausgiebigen Recherchen im Internet für meine Website geschrieben. Sie sind besonders für Zeiten des Abschieds und der Trauer formuliert. Natürlich geht es nicht darum, sie 1:1 umzusetzen, aber es wird doch deutlich, worum es auch in Zeiten schwerer Verluste geht, oft sind es Kleinigkeiten, die etwas Entspannung ins Gefühslchaos bringen. Wichtig ist der Grundgedanke des Erlaubens! Es ist in Ordnung zu weinen, es ist in Ordnung nicht zu weinen, es ist in Ordnung allein oder in Gegenwart anderer zu weinen, es ist in Ordnung von den Toten zu erzählen, es ist in Ordnung zu schweigen, es ist in Ordnung sich (bitte nicht für alle Zeiten) in Arbeit zu stürzen. Trauerbewältigung verläuft in unserer Kultur total individuell. Mag im ersten Moment an den Tipps manches eigenartig klingen, würde ich mich dennoch freuen, wenn sich die/der ein oder andere von euch zu einem liebevollen und unbefangenen Umgang mit trauernden Angehörigen Freunden, Nachbarn anregen lassen würde.
Fürsorge und Selbstfürsorge für trauernde Menschen, ihre Angehörigen und ihre Freunde - Wie Sie sich selbst und anderen in schwierigen Zeiten helfen können (http://www.memento-abschiedskultur.de)
Auch wenn es in Abschieds- und Trauerzeiten besonders schwer fällt - seien Sie gut zu sich selbst. Und lassen Sie sich unterstützen, wenn Sie allein nicht mehr weiter wissen. Gerade jetzt brauchen Sie viel Verständnis und vielleicht auch private und / oder professionelle Hilfe.
Lieben Sie sich Lernen Sie sich selber anzunehmen, auch in kummervollen Zeiten. Üben Sie einen liebevollen Umgang mit sich. Erinnern Sie sich an Ihre Stärken und lassen Sie genauso ihre Schwächen zu, denn Sie sind Einzigartig auf dieser Welt. Niemand macht etwas so, wie Sie es können. Nehmen Sie sich in Trauerzeiten mehr Raum und Zeit für sich selber.
Lachen Sie ruhig, auch über sich selbst Lachen in der Trauer? Zugegeben das klingt komisch. Pflegen Sie jedoch bewusst Ihre guten und fröhlichen Erinnerungen an verstorbene Menschen (oder geliebte tierische Hausgenossen). So fühlen Sie sich nach einem Verlust gleich etwas weniger allein. Lachen ist mit Sicherheit die beste Medizin. Versuchen Sie es! Humor ist wie ein guter und ehrlicher Freund, der in Hauspantoffeln auf unserer Couch sitzt und der möchte, dass es uns gut geht.
Dankbarkeit Geben Sie neben Ihrer Trauer auch der Dankbarkeit Raum. Seien Sie dankbar für das, was Sie erreicht haben. Für das Glück das Ihnen bis jetzt zuteil wurde. Für die Familie und die Freunde, die Ihr Leben bereichern. Dass Sie genug zu essen haben und (hoffentlich) gesund sind. Zufriedenheit und ein liebevoller Umgang mit dem Leben können sich nach einem Verlust dann wieder einstellen, wenn Sie sowohl das Schwere als auch das Leichte würdigen können.
Spüren Sie sich Bleiben Sie im Gespräch mit Seele, Geist und Körper und Ihrer persönlichen Spiritualität. Und hören Sie darauf, was sie Ihnen zu sagen haben. Spüren Sie sich täglich. Seien Sie aufmerksam für Ihre Bedürfnisse. Und nutzen Sie alle persönlichen Talente für Ihre Trauerarbeit. Erinnern Sie sich daran, was Ihnen in früheren schwierigen Situationen geholfen hat? Lesen? Gartenarbeit? Malen, Gedichte oder Tagebuch schreiben, die Natur, Kuchen backen?
Gönnen Sie sich Stille Tägliche Entspannung jeglicher Art hilft uns, zu unserer Mitte zu finden. Sie hilft, mit Problemen leichter umgehen zu können. Antworten auf Fragen zu finden. Zufriedenheit mit sich selber herzustellen. Tägliche Entspannung ist ein Garant für ein zukünftig zufriedenes und glückliches Leben, dafür, sich auch nach einem schweren Verlust dem Leben wieder freundlich zuwenden zu können. Schon das achtsame Anzünden einer Kerze kann zu einem helfenden Entspannungsritual werden.
Bewegung Ein täglicher kurzer Spaziergang hilft, Depressionen vorzubeugen. In Zeiten mit wenig natürlichem Tageslicht ist das besonders wichtig. Durch regelmäßige körperliche Aktivität versorgen wir uns selbst mit kleinen Glücks- und Zufriedenheitsmomenten. Auch chaotische Gefühle, die durch Trauer ausgelöst werden können, können so gemildert werden, was uns den Umgang mit ihnen erleichtert. Verspannungen lösen sich. Veränderungsprozesse kommen leichter in Fluss.
Ernährung Gesunde Ernährung, wie Obst, Gemüse und Getreideprodukte tragen jederzeit zu unserem Wohlbefinden bei. In Obst, Bananen, Schokolade und Fisch sind Glücksstoffe enthalten. Doch Vorsicht: zuviel Schokolade macht wieder unglücklich. Essen Sie, wonach Ihr Körper verlangt. Nehmen Sie sich täglich Zeit für Ihre Ernährung. Auch wenn es Ihnen schwerfällt: Versuchen Sie zumindest, einige Vitamine zu sich zu nehmen. Schreiben Sie folgende Notiz und befestigen Sie sie an Ihrer Kühlschranktür „Trauerarbeit ist Schwerstarbeit“.
Spüren Sie das Glück auf Werden Sie Ihr Glückssucher. Auch wenn Sie traurig sind, brauchen Sie kleine Glücksmomente. Trauernde Menschen betrachten die Welt durch den erlittenen Verlust mit geschärften Sinnen, sie haben besonders feine Antennen dafür, vertraute Lebensbereiche aus einer neuen Perspektive zu sehen. Das kann tiefen Schmerz verursachen, aber gleichzeitig auch die Schönheit eines kleinen Grashalms überdeutlich werden lassen. Akzeptieren Sie beides, den Schmerz und das Glück.
Leben Sie im Augenblick Wenn Ihre Trauer Sie zu überwältigen droht, konzentrieren Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das, was Sie gerade tun. Genießen Sie den Augenblick, ganz egal, ob Sie das Geschirr abwaschen oder in Gedanken bei Ihrem/n Verstorbenen verweilen. Das eine wie das andere ist in Ordnung. Vermeiden Sie es nur, alles auf einmal denken zu wollen. Alles hat seine Zeit. Zuviel auf einmal kann Verzweiflung auslösen. Holen Sie sich also immer dann in den Augenblick zurück, wenn es Ihnen gut tut.
ATMEN Viele Menschen nehmen kurze "Atemzüge", die schnell wieder ausgeatmet werden. Als trauernder Mensch wissen Sie, wovon ich spreche. Durch zu flache Atmung wird nur ein Teil des Lungenvolumens genutzt, der Sauerstoffgehalt des Blutes nimmt ab, man wird schneller müde und die Konzentration lässt nach. In Zeiten der Trauer können dadurch ungewollt zusätzliche Ängste ausgelöst werden.
Atmen Sie regelmäßig tief durch, das bringt Ihnen neue Energie. Wenn es Ihnen schwerfällt, übertreiben Sie ruhig, nur schwindelig darf es Ihnen nicht werden.
Versuchen Sie, sich vorzustellen, Sie atmen das tiefe, schöne und unendliche Blau des Himmels ein. Halten Sie den Atemzug eine Weile in Ihrem Körper und spüren Sie, wie er Zelle um Zelle erfrischt. Lassen Sie den Atem durch den Mund entweichen und stellen Sie sich dabei vor, er wäre nicht mehr blau, sondern golden. Sie werden erstaunt sein, welche positiven Kräfte dadurch freigesetzt werden.
Bitte denken Sie daran, Gefühle wollen uns, jedes auf seine besondere Art, unterstützen und von uns beachtet werden, seien sie durch Glück oder Angst, durch Humor, Vorsicht, Freude oder Trauer ausgelöst. Wenn Sie die Trauer und alle mit ihr verbundenen Emotionen fühlen, ist das ein bedeutsamer Schritt auf dem Weg zum richtigen Umgang mit ihnen und Sie befinden sich auf einem guten Weg.
Vergessen Sie für die Zeit der akuten Trauer das Wort „loslassen“! Es geht nicht darum, den Verstorbenen zu vergessen, sondern darum, den Reichtum, den ein verstorbener Mensch mit allen seinen Facetten in uns wie ein wertvolles Erbstück hinterlassen hat, zu würdigen und in unser Leben, das wir jetzt ohne ihn weiterführen müssen, zu integrieren. Und das Beste, das er oder sie nach unserem Verständnis gewollt hätte, daraus zu machen. Es geht um einen Prozess, in dem Wurzeln und Flügel, das Verzeihen und das Weiterleben der L i e b e eine Rolle spielen. Unsere Toten können uns dabei gute Weggefährten sein.
Für alle Helferinnen und Helfer: Üben Sie sich in (Engels)Geduld und bieten Sie konstant und freundlich konkrete Unterstützung an. Auch über einen sehr sehr sehr (!) langen Zeitraum. Auf keinen Fall sollten Sie trauernde Familienangehörige oder Freunde bedrängen mit Aussagen wie, „Sei doch .., Mach doch .., Früher warst du doch auch immer …“.
Sollten Sie ungeduldig werden, habe ich ein Rätsel für Sie: „Wie lange dauert die Zeit“? Denken Sie daran, wie unterschiedlich Sie selbst die Zeit schon erfahren haben, je nachdem in welcher Situation Sie sich befanden.
Und: Beherzigen Sie die Tipps zur Selbsthilfe auch für sich selbst, sie können einen richtig guten Helfer, eine richtig gute Helferin aus Ihnen machen.
Almut Onwu, Trauerbegleiterin und Gesundheitspädagogin
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