Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Augenblicke zwischen Leben und Tod


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 1.058 mal aufgerufen
 die in keine Rubrik passen
Steph Offline


Beiträge: 1

10.03.2007 16:23
Wie soll es danach weitergehen? antworten

Hallo zusammen.!

Meine Mutter kämpft jetzt schon seit einem Jahr gegen Zungen und Drüsenkrebs doch es sieht mittlerweile hoffnungslos aus. Also man kann sagen, dass sie noch diesen oder nächsten Monat stirbt.
Meine Mutter ist die einzige Bezugsperson ich habe keinen Kontakt zu meinem Vater. Jetzt mache ich mir einfach sorgen um meine Zukunft. Wie soll es weitergehen? Was passiert mit mir wenn meine Mutter nicht mehr da ist?

Ich muss dazu sagen, dass ich noch 2 ältere Schwestern habe (26 und 31). Doch zu den beiden habe ich kein gutes Verhältnis. Ehrlich gesagt kennen wir uns nicht sonderlich gut. Da wir 3 einen unterschiedlichen Lebensstil pflegen. Sie sind einfach schon zu alt. Ich meine worüber soll eine 16 Jährige auch mit einer 31 jährigen Frau reden. Natürlich kommt einem da schnell in den Sinn, dann lebe doch bei einer deiner schwestern. Doch sie leben ihr eigene Leben. Meine große Schwester ist gerade schwanger und baut ihre eigene Familie auf. Die andere lebt in einer viel zu kleinen Wohnung mit ihre freund. Außerdem fühle ich mich bei den beiden einfach nur geduldet und nicht gewollt. Ich hab einfach angst wie es weitergehen soll, wenn meine Mutter nicht mehr lebt. Denn ich möchte eigentlich weiterhin ein geregeltes Leben führen, weiterhin das Gymnasium besuchen und nicht alle meine freund verlassen müssen.!

Wisst ihr vielleicht rat oder kennt ihr Adressen bei denen ich mehr Informationen bekomme.??

Irene L. Offline


Beiträge: 34

22.03.2007 00:09
#2 RE: Wie soll es danach weitergehen? antworten

Liebe Steph!

Tut mir leid, daß du solange keine Antwort erhalten hast.
Ich war auch gute 2 Wochen nicht mehr hier im Forum und hab deinen Beitrag erst jetzt entdeckt - vielleicht liest du ihn ja noch.

Ich kann deine Situation nur schwer einschätzen, weil ich dich und deine Lebensumgebung ja nicht kenne.
Aber, was ich dir an Gedanken mitgeben möchte:
wenn möglich - sprich mit deiner Mutter nochmals ganz offen über die Dinge, die dich bewegen. Ich bin mir sicher, sie kann dir noch viel Wichtiges auf deinen Lebensweg mitgeben - möglicherweise auch Gedanken und Überlegungen, die sich dir erst später im Nachhinein klarer darstellen.

Daß du mit deinen Schwestern keinen so innigen Kontakt hast, macht deine Situation natürlich nochmals etwas schwieriger, da du dadurch nicht wirklich Geborgenheit in einem sozialen Netzwerk erfährst, das dich auffängt. Aber vielleicht besteht auch hier die Möglichkeit zum Dialog - vielleicht könnt ihr euch zu dritt unter euch Schwestern zusammensetzen oder vielleicht sogar zu viert mit eurer Mutter: es sollte schon geklärt werden, wie es weitergehen soll und kann.
Vielleicht bietet sich die Möglichkeit, daß du zwar trotz deines jungen Alters eine eigene kleine Wohnung oder ein WG-Zimmer beziehst, aber, daß man sich so einigt, daß deine älteren Schwestern zumindest auf rechtlicher Basis gewisse Obsorgepflichten übernehmen und dir im Alltag beistehen. Man müßte da eventuell auch mit jemandem vom Jugendamt sprechen, wie sich das regeln ließe, da du ja noch nicht volljährig bist.
In vielen größeren Orten gibt es betreute Wohngemeinschaften - vielleicht wäre auch das eine Lösung, damit du deine Schule beenden kannst und nicht unbedingt bei deinen Schwestern leben mußt.
Gut wäre es, wenn du auch mal überlegst, welche Ressourcen dir helfen könnten, deinen Wunsch, die Schule im angestammten Umfeld zu beenden. Gibt es eventuell an eurer Schule einen Lehrer/eine Lehrerin, zu der du Vertrauen hast, und der/die dir beistehen könnte.
Gibt es eventuell in deiner Nähe Einrichtungen wie Selbsthilfegruppen für Trauernde, kirchliche oder vereinsbasierende Besuchsangebote für trauernde Familien, Jugendnetzwerke/Jugendgruppen, die dir vielleicht ein bißchen Rückhalt geben könnten?
Hier gäbe es eine Homepage für trauernde Kinder und Jugendliche:
http://www.allesistanders.de/de/index.html
Dort gibt es auch ein Beratungstelefon und einen Chat, wo man sich aussprechen kann.

Leider kann ich nicht viel mehr für dich tun - du kannst dich aber jederzeit wieder melden, gerne auch per PM, wenn du möchtest.
Ich denke, du mußt die Dinge, die du uns hier erzählt hast, auf jeden Fall offen mit deiner Mutter und deinen Schwestern besprechen - nur durch das offene Gespräch kann man solche Hürden überwinden.
Ich hoffe wirklich inständig, daß du eine Lösung findest - dein Beitrag hat mich sehr tief bewegt und zeugt davon, daß du sehr bewußt mit Problemen umgehst (was ja letztlich auch eine große Ressource in punkto Lebensführung darstellt)

Liebe GRüße
Irene

 Sprung  

Zugriffsstatistik:
counter

Impressum und Haftungsausschluss - Hinweis zu den Informationen hier

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Homepagemodules.de