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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Buch - Vorstellung(en) und Besprechung(en)
Ahasveru Offline

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Beiträge: 6.581

23.07.2006 16:34
"Ich will nicht, daß ihr weint und um mich trauert" antworten

"Ich will nicht, daß ihr weint und um mich trauert"

Ein junger Mensch sieht sich plötzlich dem Tod gegenüber. Jennifer, eine Sechzehnjährige, schrieb in den letzten Monaten ihres Lebens ein erschütterndes Buch.

Sie war sechzehn, als sie starb. Es war im November 2004. Ein paar Monate zuvor hatte sie mit ihrem Freund Thomas einen letzten Urlaub am Meer verbracht. Es gibt ein Bild davon, das zeigt, wie sie sich an Thomas schmiegt. Sie lächelt, doch das Lächeln erreichte ihre Augen nicht mehr. Jennifer - Jenni genannt - wußte genau, daß der Tod schon auf sie wartete.

Es hatte ganz harmlos begonnen. Rückenschmerzen. Ach, das kommt vom ständigen Sitzen vor dem Computer, dachte man. Der Orthopäde tippte auf eine Verspannung und verschrieb Gymnastik. Doch die Schmerzen wurden schlimmer. Sie wurden so schlimm, daß Jenni sie nur noch mit Tabletten und Spritzen ertragen konnte. Sie wanderte von Arzt zu Arzt, keiner konnte helfen. Als letztlich Jennis rechter Arm Lähmungserscheinungen zeigte, kam sie in die Universitätsklinik Aachen. Eine Vielzahl von komplizierten Untersuchungen folgte. Und dann, am 15. September 2003, die schreckliche Gewißheit: Ein Tumor hatte sich im Nackenbereich um den 5. und 6. Wirbel gelegt. Bösartig! Inoperabel!

Vierzehn Monate kämpfte Jenni um ihr Leben. Vierzehn Monate voller Qual, voller Hoffnung, voller Verzweiflung. Über diese Zeit hat Jenni ein Buch geschrieben. "Ich will mein Leben zurück", heißt es, und lesen kann man es nur mit tiefer Erschütterung. Deshalb vor allem, weil es so absolut "jung geschrieben" ist, weil Jenni nicht in Selbstmitleid versinkt, sondern all die Untersuchungen, Behandlungen, die Therapien in der Sprache junger Menschen schildert, manchmal fast so, als handele es sich um eine harmlose Krankheit, gegen die sie ankämpfte.

Zum Beispiel trägt ein Kapitel die Überschrift: "Die Nachricht - Tod oder Leben". Jenni erzählt hier, wie die Mutter ihr sagt, daß der Tumor immer schneller wachsen würde und nur eine noch nie ausprobierte Chemotherapie helfen könne - eventuell. "Es wäre meine einzige Möglichkeit . . . Mehr brachte Mama nicht raus, aber Papa sagte dann: Wenn das nicht hilft, dann wirst du sterben! Ich war total fertig. Ich wollte nichts mehr hören, und ich war total am Arsch. Ich konnte das nicht glauben, das konnte doch nicht wahr sein. Wir heulten alle. Ich rief dann Thomas an . . . Als ich es ihm erzählte, sagte er nur: ,Ich komme jetzt zu dir, o.k.?'. . . Wir sind dann shoppen gefahren, damit ich Ablenkung hatte. Dieser Tag war der schlimmste in meinem ganzen Leben."

Am 16. November 2004 starb Jenni. Wenige Tage zuvor schrieb sie: "Mein Tumor ist so weit fortgeschritten, daß ihn keiner mehr stoppen kann . . . Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, daß ich sterben muß. Trotzdem lohnt es sich, für jede Sekunde zu kämpfen. Man sollte die Hoffnung nicht zu früh aufgeben."

Wenige Stunden vor ihrem Tod diktierte sie ihren Eltern die letzte Nachricht: "Ich will nicht, daß ihr weint und um mich trauert, sondern mit einem Glas Sekt darauf anstoßt, daß ich nun endlich alles überstanden habe und keine Schmerzen mehr ertragen muß. Denkt nur daran, daß es mir gut geht, und vergeßt das Trauern."

Jennis letzter Wunsch war es, daß ihr Buch gedruckt und veröffentlicht wird. "Diesen Auftrag haben wir - ihre Eltern - hiermit erfüllt", heißt es im Nachwort. Und in einem Brief schreibt ihre Mutter: "Aus der Resonanz der schon verkauften Bücher weiß ich, daß dieses Buch vielen Menschen Kraft gibt. Denn leider gibt es überall diese schlimme Krankheit, und die Menschen, die davon betroffen sind, wollen sich informieren.

Doch nicht nur informieren will dieses Buch, es will auch helfen. Der Reinerlös aus dem Verkauf geht an den Aachener Förderkreis "Hilfe für krebskranke Kinder." 10 000 Euro konnten Jennis Eltern bereits dorthin überweisen. "Das bestärkt mich nun in meiner Arbeit", heißt es in dem Brief von Jennis Mutter an die Redaktion Von Mensch zu Mensch. Und sie hofft, daß auch viele Leserinnen und Leser Jennis Buch kaufen werden: "Bitte, helfen Sie mir zu helfen."

Jennis Buch kann für 10 Euro plus 1,20 Euro Versandkosten erworben werden bei: Maria-Anna Cranen, Am Heidehof 10, 41849 Wassenberg, Tel. 02432/34 96, Fax: 02432/907 08 28, E-Mail: cranen@t-online.de

Informationsquelle: http://www.abendblatt.de/daten/2006/07/22/589482.html?s=2

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