Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Augenblicke zwischen Leben und Tod


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 3.785 mal aufgerufen
 Krankenpflege
Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 6.581

21.05.2006 09:26
Pulsmessung antworten

Pulsmessung

From PflegeWiki

Die Herzfrequenz wird häufig mit Puls gleichgesetzt. Das ist inhaltlich nicht ganz richtig, da die Herzfrequenz nur ein Teilaspekt des Pulses ist. Der Puls gibt Aufschluss über die Häufigkeit des Herzschlages, seine Regelmäßigkeit, die Druckanstiegsgeschwindigkeit in den herznahen Gefäßen während der Systole, den absoluten Druck, die Weiterleitung der Druckwelle bis in die Peripherie und das Füllungsvolumen der peripheren Gefäße.

Das Wort Puls stammt vom lat. Wort pellere = schlagen.

Wann, Indikation der Messung

Gemessen wird bei der Aufnahme des Patienten; danach entsprechend seinem Gesundheitszustand in regelmäßigen Zeitabständen (Häufig mit der Körpertemperaturmessung). Oder bei bedarf.

Engmaschige Überwachung bei:

* medikamentöser Therapie
* Veränderungen des Zustandes des Patienten. (z. B. postoperativ, Blutungen, Schock)

Wenn möglich, sollte immer zur gleichen Zeit Puls gemessen werden.

Dokumentation in Kurve oder Überwachungsblatt. (Rot eintragen, gemäß Dokum.standard der Einrichtung). Veränderungen einer leitenden Pflegekraft bzw. Bezugs-PK melden.

Zur Überblickskontrolle genügt oft das Zählen während einer Viertel Minute(und das Ergebnis mit 4 multiplizieren). Allerdings beachte die Ungenauigkeit.

Eine Minute durchzählen ist erforderlich bei Arrhythmie, Pulsverlangsamung unter 50 S/min.

Elektronische -evtl. kontinuierliche- Messung ist qualitativ besser. Wird von PatientInnen macnchmal aber als bedrohlicher Eingriff wahrgenommen(Monitoralarme auf leise stellen!).

24-Stdn-Messung bei Diagnostik.

Qualitätsmerkmale

Die wichtigsten Qualitätsmerkmale des Pulses sind:

* die Frequenz (schnell -- langsam)
* der Rhythmus (regelmäßig -- unregelmäßig)
* Qualität der Füllung (groß -- klein)
* die Spannung (hart -- weich)

Der normale Ruhepuls liegt bei 50 bis 80 Schlägen in der Minute. Man sagt auch: eine Minuten-Frequenz von 80 (Bspl.). Manchmal ist der peripher getastete Puls langsamer als die Herzfrequenz im EKG. Das hängt mit früh einfallenden Extraschlägen zusammen, die zu einer mechanisch unwirksamen Herzaktion führen. Man spricht dann von einem Pulsdefizit.

Der Ruhepuls eines Ausdauersportlers ist deutlich niedriger - er beträgt oft nur zwischen 32 und 40 Schlägen pro Minute. Seltener ist ein Ruhepuls von weniger als 30 Schlägen pro Minute. Das Herz dieser Sportler ist deutlich vergrößert. Die pro Herzschlag ausgeworfene Blutmenge ist dadurch mindestens so hoch wie bei Otto Normalo. Auch das Lungenvolumen ist beim Sportler ebenfalls häufig höher als bei untrainierten Personen. Bei diesen ist ein Puls unter 50 S/min bereits pathologisch.

Lokalisation

Den Puls kann man an den Stellen gut fühlen, an denen eine Arterie oberflächlich verläuft und gegen eine harte Unterlage (Knochen oder Muskel) gepreßt werden kann. Bei oberflächlich liegenden arteriellen Gefäßen ist die Pulswelle manchmal durch die sich rhythmisch hebende und zurückfallende Haut zu sehen (z.B. an den Schläfen oder am Handgelenk. Die Lokalisation (das Auffinden) der Arterien nach Häufigkeit der Messung:

* Speichenarterie (A. radialis)
* Schläfenarterie (A. temporalis)
* Halsarterie (A. carotis)
* Leistenarterie (A. femoralis)
* Kniekehlenarterie (A. poplitea)
* Fußrückenarterie (Fußpuls, A. dorsalis pedis)
* Innenknöchelarterie (A. tibialis posterior)

Die Speichenschlagader wird als häufigste Meßstelle benutzt.

Mit zwei oder drei Fingerkuppen an der Daumenaußenseite entlangfahren in Ri. Unterarm. Noch vor der Speiche ist ein kleines Tal tastbar, das weiterverfolgt wird. Wenn sich der Unterarm im rechten Winkel zur Unterlage befindet, dann ist dieses "Tal" mehr an der Innenseite als an der Oberkante der gut fühlbaren Speichenkante. Um diese Kante herum dem Tal langsam weiter folgen! Die letzte Fingerkuppe bleibt an dieser Knochenkante liegen. Der Puls sollte nun sicher fühlbar sein. Evtl. nur mit einer Fingerkuppe, besser mit zwei.

Häufiger Fehler: der eigene Puls der untersuchenden Person wird gezählt. Also: locker bleiben und nur ganz locker die Fingerkuppen auflegen. Nicht drücken.

Im Notfall ist der Karottispuls am verläßlichsten tastbar, da er meist auch bei zentralisiertem Kreislauf nachweisbar ist!


Prophylaxe »»
 Sprung  

Zugriffsstatistik:
counter

Impressum und Haftungsausschluss - Hinweis zu den Informationen hier

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de