ich komme gerade von meinem Spätdienst und möchte mich einfach austauschen.
ich bin in der ambulanten Pflege tätig und habe schon viele Menschen beim Sterben begleitet aber dieser Weg bereitet mir gerade mehr Kopfzerbrechen , als andere.
Meisst begleiten wir wirklich alte, wirklich gelebte Menschen...es ist o.k.
aber diesmal ist es eine Patientin, die jünger als meine eigene Mutter ist und diesen Weg, den sie gehen muss...mit so viel Würde und so viel Kraft begeht dass ihr ihre Hausärztin heute gesagt hat: Sie unterschätzen wohl ihre Krankheit. Sie kleidet sich sehr hübsch, ihre Perücke sitzt toll und ihr Lächeln reisst jeden mit.
Wir mögen und sehr und ich versuche ihr immer Kraft zu geben. Eigentlich hat sie genug davon, mach Reiki, versucht alternative Medizin und Autosuggestion.... doch ihre neueste Errungenschaft ist jetzt auch noch eine Metastase im Kopf die letzten Tage war sie halbseitig gelähmt. Die Ärzte im Streik geben ihr negative Mantras mit auf den Weg, wie: seien sie Froh, dass sie einen ÜBERHAUPT einen Termin bekommen haben.
...schlimme Zeiten in einer hochmodernene Gesellschaft, in der man aber leider krank und sterbend ist.
Sie weiss sich zu helfen hat Katzenbabys adoptiert geniesst jeden Moment..ich bewundere sie so.
Die Ärztin rät ihr, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Sie weiss es, aber möchte die letzten Tage lieber leben. AHt alles wichtige geklärt.
ich bringe ihr morgen Video Filme mit, die sie noch nicht gesehen hat ich lasse sie spüren, dass ich sie als Mensch sehe und nicht als sterbenskranken Menschen.
Wir wissen beide, dass der Tod zum greiffen nahe ist.
Nun stelle ich mir die Frage da ich keine Hospitzausbildung habe:
wie kann ich ihr begegnen?
Soll ich versuchen, unverkrampft mit diesem lebendigen Menschen über ihren Tod zu sprechen. Etwas für Ihre Kinder hinterlassen? Kreativ und selbst ausgedacht? aber auch für sie selber...zum Annehmen. oder ihren Wunsch annehmen und das Lebendige hervorheben, bis zum Schluss. Sie ist so stark und hat ihre vorausgesagte Frist nun schon übr ein Jahr überschritten.
Bald fängt eine neue StrahlenTherapie an. die Hoffnung ist sooo gross.
oder ihren Wunsch annehmen und das Lebendige hervorheben, bis zum Schluss.
Wenn es ihr Wunsch ist sich lebendig zu fühlen und zu Leben, dann ist es nicht nötig über Sterben und Tod zu reden. Du hattest ja auch angedeutet, das sie weiß, das sie sterben wird und das sie alles geklärt hat. Das heisst eben, dass sie genau weiß wie ihre Lage ist. Gehe mit ihr weiter so um wie bisher. Wenn sie das Verlangen hat über ihr Sterben und Tod zu reden, wird sie von alleine damit anfangen.
ich lasse sie spüren, dass ich sie als Mensch sehe und nicht als sterbenskranken Menschen.
Das machst du genau richtig. Das mit den Videos finde ich auch gut.
Sterbende Menschen befinden sich ja noch im Leben und wollen das Leben auch spüren. ------------ Jedes Leben ist es Wert gelebt zu werden und ein anderes Leben als lebensunwert zu bezeichnen ist ein wertloses Geschwafel.
Begegne ihr ganz natürlich, denn ihre Krankheit macht sie ja nicht vom Wesen her zu einen anderen Menschen. Die Würde der Begegnung besteht darin, sie so zu nehmen wie sie ist, ihr gegenüber wahrhaft und ehrlich zu sein, ihre Bedürfnisse und Wünsche zu achten und ihr für ihre letzte Lebenszeit Lebensqualität zu schenken.
In Antwort auf:Soll ich versuchen, unverkrampft mit diesem lebendigen Menschen über ihren Tod zu sprechen.
Es gibt hier weder ein Soll oder Muss,:O). Lass sie entscheiden, ob und wann sie über ihr Sterben wie über ihren Tod sprechen möchte, signalisiere ihr aber immer durch Deine Anteilnahme Deine Bereitschaft für solch ein Gespräch, das sie für sich erkennt, das sie in Dir einen hörenden Menschen findet, wenn und wann sie das immer wünscht.
In Antwort auf:Etwas für Ihre Kinder hinterlassen?
Hier erschliesst sich mir nicht ganz, was Du meinst. Aber ich versuche mal, nach meinem Verständnis zu antworten,:O).
Die Mutter selbst hinterlässt etwas ihren Kindern, und das ist ihre Liebe, ihre innige Mutterliebe zu ihnen. Diese lebt in ihren Herzen und in ihrer Erinnerung weiter.
In Antwort auf:Kreativ und selbst ausgedacht? aber auch für sie selber...zum Annehmen. oder ihren Wunsch annehmen und das Lebendige hervorheben, bis zum Schluss.
Schenke ihr Leben in Form von Lebensqualität, denn sie wünscht zu leben bis zuletzt. Schenke ihr Deine Liebe, Dein Anteilnehmen und Mitfühlen. Das kann sie mit auf ihrem Weg nehmen, aber auch jetzt noch in Freude geniessen.
Wenn Du ihr das schenkst, schenkst Du ihr das Wertvollste, was es gibt,:O)
Leben ist Liebe, Liebe ist Leben.
In Antwort auf:Bald fängt eine neue StrahlenTherapie an. die Hoffnung ist sooo gross.
Selbst wenn ihre Hoffnung Dir hoffnungslos erscheint, lasse ihr ihre Hoffnung, denn Hoffnung ist auch immer ein Lebensfunken, welcher bekanntermaßen zu Allerletzt erlischt. Man sagt, die Hoffnung stirbt zuletzt. In ihrer Hoffnung lebt sie also, wenn man diese zerstört, gibt der Hoffende auch ganz schnell auf und stirbt mit ihr.
Mach aber von Deiner Seite aus keine falsche Hoffnung. Hoffe mit ihr in ihrer Hoffnung, sei auch in diesen Momenten in Mitgefühl und Liebe bei ihr und für sie da. Teile ihre Hoffnung, so trägst Du sie mit ihr zusammen.
Als letztes möchte ich Dir dieses mitgeben. Liebe sie als Deinen Nächsten wie Dich selbst, und Deine Liebe ist für sie die Wahrheit und der Weg aus diesem Leben in eine andere, neue Existenz. Sie ist das Licht auf ihrem Weg.
Man sollte die Hoffnung eines sterbenden Menschen weder verstärken, noch negieren, man muss da einen neutralen Weg benutzen. Heisst diese Hoffnung stehen lassen, ohne zu sagen: Ja wenn du das machst, dann wird das schon oder: Nein, das hat keinen Zweck mehr. Die Person dann einfach drüber reden lassen. Wichtig ist auch, keine Versprechungen machen, auf denen man selber keinen Einfluß hat bzw. die man nicht einhalten kann. ------------ Jedes Leben ist es Wert gelebt zu werden und ein anderes Leben als lebensunwert zu bezeichnen ist ein wertloses Geschwafel.
In Antwort auf:ja, das tu ich...ich denke immer wenn ich sie bin , was würde ich mir von meinem Gegenüber wünschen - und so handle und spreche ich
Siehst Du, und genau das ist der Weg, welchen Du begleitend mit ihr gehst,:O)
In Antwort auf:ich würde mich freuen, hier weiter meine Fragen und Erfahrungen schreiben zu dürfen.
Fühle Dich frei, das jederzeit zu tun,:O). Wir freuen uns darüber und versuchen, Dir Deine Fragen so gut wir es vermögen, zu beantworten und an Deinen Erfahrungen teilzuhaben,:O)