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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Krankheitslehre
Ahasveru Offline

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Beiträge: 6.581

17.05.2006 18:43
Alkoholkrankheit antworten

Alkoholkrankheit

From PflegeWiki


Alkoholkrankheit und Alkoholismus werden hier gleichbedeutetend verwendet. Vielleicht wäre der Begriff Alkoholgefährdung im gleichen Atemzug zu nennen, weil es schwer sein kann Anfangsphasen der Krankheit und "normalen" Konsum klar abzugrenzen.

Definition Drogen

Drogen sind chemische oder pflanzliche Substanzen, die in die natürlichen Abläufe des Körpers eingreifen und Stimmungen, Gefühle und Wahrnehmung beeinflussen. Betroffene Organe (Organsysteme): Verdauungstrakt - dabei besonders die Speiseröhre und die Leber und Pankreas, Gehirn und Wahrnehmungs-Sinne.

Allgemein zu Alkohol

Der leichte Zugang und die Akzeptanz von Alkohol in der Gesellschaft machen den Alkoholismus zur häufigsten Suchterkrankung. Weltweit sind 20 Millionen der Sucht zum Alkohol verfallen, in der BRD sind es 1,8 Millionen. Die Dunkelziffer liegt weitaus höher.

Hinweise auf eine beginnende oder bestehende Alkoholkrankheit

* Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Fehlzeiten
o Häufung von Fehltagen
o Entschuldigung durch den Partner

* Leistungsminderrung
o Ab 11.00 Uhr läßt die Arbeitsleistung stark nach
o Flüchtigkeitsfehler

* Verhaltensveränderrungen
o Stimmungsschwankungen
o Gesellig / gesprächig

* Äußeres Erscheinungsbild / Auftreten
o Tremor in den Händen
o Artikulationsschwierigkeiten

* Trinkverhalten
o heimliches Trinken
o Alkoholkonsum zu unpassenden Gelegenheiten

Alkoholiker-Typologie nach Jellinek

Alpha - Alkoholismus

konfliktbezogenes trinken

* Auslöser: Streß, Angst, Verstimmungen
* Größere Selbstsicherheit ohne körperliche Abhängigkeit
* Konfliktarme Zeiten können ohne Alkohol gemeistert werden
* Folgeschäden begrenzen sich auf den familiären, sozialen Bereich
* Verlauf mündet im Gamma - Alkoholismus

Beta - Alkoholismus

Gelegenheitstrinker

* Trinken, da es Sitte ist
* Überhöhter und regelmäßiger Alkoholgenuß, der zu organischen Schäden führt
* Schäden im sozialem und familiären Bereich
* Kann zu kontrollverlusten führen
* Kann in Delta - Alkoholismus übergehen
* Aus dem Gelegenheitstrinker wird ein Gewohnheitstrinker

Delta - Alkoholismus

Gewohnheitstrinker

* Über den Tag verteilte regelmäßige Alkoholaufnahme
* Zustand der Daueralkoholisierrung, der Alkoholspiegel wird konstant gehalten
* Bei absinken des angetrunkenen Spiegels kommt es zu Entzugserscheinungen
* Person bleibt rauscharm, trotz unfähigkeit zur Abstinenz
* Keine kontrollverluste
* Körperliche Abhängigkeit steht deutlich im Vordergrund

Epsilon - Alkoholismus

Episodischer Trinker ( Quartalssäufer )

* Kontrollverlust über das Trinkverhalten
* Unwiederstehliches verlangen nach Alkohol, das mit Unruhe und Verstimmung beginnen und mit oft tagelangen Rauschzuständen endet
* Tritt genauso schnell wieder ab, wie es aufgetreten ist
* Typischer phasenweiser Verlauf, der wahrscheinliche Auslöser für die Trinkerrei sind depressive Verstimmungen
* Zwischen den Trinkphasen herrscht ein unauffälliges Trinkverhalten
* Psychische Abhängigkeit ist auf die Trinkphasen begrenzt

Gamma - Alkoholismus

Süchtiger Trinker

* Nur zu kurzfristiger Abstinenz fähig
* Häufiges Rauschtrinken verursacht erhebliche familiäre, berufliche, psychische und physische Probleme
* Starke psychische Abhängigkeit, verbunden mit Kontrollverlust, später körperliche Abhängigkeit

Die Phasen vom Gammaalkoholismus lassen sich in 4 verschiedene Phasen einteilen

Vorallkoholische Phase

* Gelegentliches Erleichterrungstrinken
* Häufiges Erleichterrungstrinken

Einleitungsphase

* Heimliches Trinken
* Thema Alkohol wird vermieden
* Gieriges Trinken
* Sammeln von Alkoholvorräten
* Denken ist vom Alkohol bestimmt
* Schuldgefühle
* Erinnerrungslücken

Kritische Phase

* Kontrollverlust
* Übergroße Selbstsicherheit
* Stimmungsschwankungen
* Intressensverluste
* Morgendliches Trinken
* Zeitweilige Enthaltsamkeit
* Einbußen zwischenmenschlicher Beziehungen
* Erste alkoholbedingte Symptome wie in der nächsten Phase beschrieben

Chronische Phase

* Jede alkoholische Flüssigkeit wird getrunken
* Tagelange Räusche
* Nahrungsverweigerrung
* Verlust des Selbstwertgefühls
* Geistesstörungen
* Alkoholpsychosen z.B Eifersucht
* Angszustände
* Suizidabsichten
* Tremor
* Zusammenbruch wird zugegeben

Mehrstufige Behandlungskette für Alkoholiker

Kontaktphase

* Alkoholiker muß einsehen, dass er krank ist
* Suchtberatungsstelle muß aufgesucht werden
o Gesundheitsamt
o Sozialdienst im Krankenhaus

Entgiftungsphase

* Dauer 2- 4 Wochen, in der Regel nur 12 Tage
* Alkohol wird entzogen
* Stationär, evtl. Ambulant
* Entzug auf der Inneren oder Intensivstation ist ebenfalls möglich

Entwöhnungsphase

Wird eingeteilt in :

* Kurzfristig: Dauer ca. 4 Wochen
* Mittelfristig: Dauer ca. 5-8 Wochen
* Langfristig: Dauer ca. 16 Wochen

Kurzfristig

Stationäre Motivation Ü Nach der abgeschlossenen Diagnostik soll der A. motiviert werden einen Entzug zu machen. Pat. werden entgiftet als Vorbereitung zur Entwöhnung.

Mittelfristig

* Behandlungsrahmen mit Einzel und Gruppengesprächen, Arbeits und Beschäftigungstherapie.
* Kontakt mit anderen Betroffenen
* Erstellung des Therapieplanes

Langfristig

Wird Stationär durchgeführt

ARS - Ambulante Rehabilitation Sucht

Ambulante Entwöhnung

* 80 Therapiestunden bei zweiter Entwöhnung
* Gruppentherapie 1X Wöchentlich
* Einzel, Paar und Gruppengespräche

Ziele

* Abstinenz vom Alkohol
* Hintergründe der Abhängigkeit aufarbeiten
* Soziale Wiedereingliederrung
* Herstellung der Erwerbstätigkeit
* Körperliches Wohlbefinden

Persönliche Vorraussetzung

* Aktive mitarbeit
* Pat. muß den Entzug selber wollen
* Unterstützung im sozialem Umfeld muß vorhanden sein

Formale Vorraussetzung

* Kostenzusage des Leistungsträgers
* Ärztliches Gutachten
* Sozialbericht
* Bestehung des Aufnahmegespräches

Auschlußkriterien

* Drogenabhängigkeit
* HOPS

Teilstationäre Entwöhnung

Dauer bis zu 3 Monaten

Ziele

* Erhaltung des sozialen Umfeldes
* Verbesserrung der körperlichen Gesundheit
* Wiederherstellung der Erwerbstätigkeit

Vorraussetzung

* Abstinenz von Alkohol und anderen Suchtmitteln

Kontraindikationen

* Drogenabhängigkeit
* Akut psychotische und Suizidgefärdete Pat.
* HOPS

Behandlungsinhalte

* Einzel und Gruppentherapie
* Beschäftigungstherapie
* Seminare für Angehörige
* Projektarbeiten
* Sporttherapie
* Entspannungstraining
* Selbstsicherheitstraining

Stationäre Entwöhnung

Dauer s. Entwöhnungsphase

Ziele

* Abhängigkeitsprozeß wird unterbrochen
* Änderrung des sozialen Umfeldes
* Lernen ohne Alkohol zu leben

Vorraussetzung / Kontraindikation s. oben

Behandlungsinhalte

* s. oben +
* Ausgangs und Besuchsverbot
* Verbot des Einkaufes oder Besitzes von Alkohol, Kaffee und Tee, dieser wird nur zu den Mahlzeiten ausgeschenkt
* Rauchen nur im Raucherzimmer
* Rauchen und Fernsehen werden nicht kombiniert
* Keine Einnahme von Medikamenten oder Blut, welche nicht ärztlich verordnet sind

Behandlungsrahmen

* Auseinandersetzung mit der Sucht, Bedingungen und Folgen
* Lösungsmöglichkeiten im dem Alkohol zu entkommen

Selbsthilfeorganisationen

* Anonyme Alkoholiker
* Kreuzbund e.V
* Blaues Kreuz
* Guttempler Orden


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