Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Augenblicke zwischen Leben und Tod


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 950 mal aufgerufen
 Spendenaktionen/Veranstaltungen
Ahasveru Offline

Administration Forum
Beiträge: 6.581

11.05.2006 08:11
"Ich habe noch eine Beziehung zu Meike" antworten
WUPPERTAL

"Ich habe noch eine Beziehung zu Meike"

Meike Schneider hat den Kampf gegen die Leukämie an der Seite ihrer Mutter gekämpft und verloren. Ihr Tagebuch haben die Eltern als Buch veröffentlicht.

Wuppertal. Anne Schneiders Augen strahlen, wenn sie über ihre Tochter spricht, und für einen Moment könnte man vergessen, dass Meike Schneider tot ist. Vor einem Jahr und drei Monaten ist sie gestorben, an Krebs im Alter von 22 Jahren. "Aber ich habe immer noch eine Beziehung zu Meike", sagt ihre Mutter. "Das ist es, was mich hält."

Wie eng die Beziehung von Mutter und Tochter war, das geht aus jeder Seite des Buches hervor, in dem Meike ihren Kampf gegen die Leukämie beschreibt. "Es war immer einer von Meikes großen Wünschen an das Leben, ein Buch zu schreiben", sagt Anne Schneider.

Während der endlosen Kette aus Chemotherapie und Regeneration hatte Meike in offener, jugendlicher und meist lebensbejahender Weise Tagebuch geführt, hat als die Krankheit im Sommer 2004 besiegt schien mit einem Verlag ihr Manuskript bearbeitet. Doch dann kam der Rückschlag. Irgendwann war Meike zu schwach, um zu schreiben. Ihr Vater Nikolaus Schneider - Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland - übernahm die Dokumentation für seine Tochter.

Am 3. Februar 2005 schreibt er: "Meike hat es leider nicht geschafft: Sie ist heute um 15.45 Uhr gestorben."

"Wir hatten Glück, dass die Intensivstation der Uniklinik Essen für uns Hospizcharakter hatte", sagt Anne Schneider. "Wir konnten in den letzten Wochen ungestört und über das übliche Maß hinaus bei Meike sein." Sterbebegleitung, so hat die gesamte Familie erfahren, ist für alle Beteiligten wichtig. "Meike lag im künstlichen Koma. Wir waren nicht sicher, wieviel sie mitbekommt." Doch in den letzten Stunden war die gesamte Familie bei ihr. "Wir haben gebetet, gesungen, ihr vorgelesen, sie gestreichelt", erzählt ihre Mutter, "ich konnte sie in den Tod küssen."

"Ich glaube nicht, dass die Beziehungen mit dem Tod zu Ende gehen", beschreibt Anne Schneider ihren Glauben, der ihr und der Familie Halt gegeben hat. Auch wenn die Frage nach dem "Warum" unbeantwortet blieb. "Zu fragen, warum ich und nicht andere, würde ja bedeuten, dass andere es mehr verdient hätten", waren sich Mutter und Tochter stets einig.

Am Freitag, wenn in der Kirche in der City aus dem Tagebuch von Meike Schneider gelesen wird, werden ihre Eltern und Schwester Annika dabei sein. Sie werden vom Leben mit Meike und ihrem Tod erzählen. "Es ist wichtig, dass man seine Gefühle mitteilt", sagt Anne Schneider. Ihre leuchtenden Augen und Meikes positive Sicht der Dinge auch in schwierigsten Zeiten geben Hoffnung.

Lesung mit Interviews und Musik

Meike Schneider wird in den letzten zwei Jahren ihres Lebens von ihrer Familie und Freunden unterstützt und getröstet. Davon werden ihre Eltern, Nikolaus und Anne Schneider sowie ihre Schwester Annika erzählen.


Wuppertal
Freitag, 12. Mai 19.30 Uhr,
Alte Reformierte Kirche – Kirche in der City – Kirchplatz, Wuppertal-Elberfeld,
Lesung: Julia Wolff
Musik: Wolfgang Sülz
Moderation: Werner Jacken
Eine Benefizveranstaltung zugunsten der Christlichen Hospizstiftung Wuppertal

Köln
Freitag, 19. Mai, 19.30 Uhr,
Café Stanton, Antoniterkirche, Schildergasse, Köln-Mitte
Lesung: Julia Wolff
Musik: Anke Kreuz
Moderation: Kerstin Lammer

Von Silke Derkum

Informationsquelle: http://www.wz-newsline.de/sro.php?redid=115687


----------

Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schliessen. Es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen.

 Sprung  

Zugriffsstatistik:
counter

Impressum und Haftungsausschluss - Hinweis zu den Informationen hier

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Homepagemodules.de