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Giftspritze aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Als Hinrichtung durch die Giftspritze bezeichnet man eine Form der Todesstrafe, bei welcher dem Delinquenten ein tödliches Gift injiziert wird. Sie wird seit den 1980er Jahren in zunehmendem Maße eingesetzt und soll als angeblich humane Form der Hinrichtung an die Stelle des elektrischen Stuhls, des Galgens, der Erschießung, der Gaskammer und anderer Methoden treten. Sie wurde zuerst in den Vereinigten Staaten eingeführt und wird hauptsächlich dort benutzt. Vorgehen Der Verurteilte wird auf einer Liege fixiert und erhält in jeden seiner Arme eine Venenverweilkanüle. Von diesen wird nur eine zur Durchführung der Exekution benötigt; die andere dient als Ersatz für den Fall, dass die erste Kanüle unbrauchbar geworden sein sollte. Das injizierte Gift setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen, die eine schnelle Bewusstlosigkeit und anschließend den Tod durch Lähmung der Atemmuskulatur oder Depolarisation des Herzmuskels herbeiführen sollen. Natriumpentothal wird für die narkotisierende Wirkung eingesetzt, Pancuroniumbromid, Suxamethoniumchlorid oder Tubocurarinchlorid als Muskelrelaxantium und Kaliumchlorid als herzlähmendes Mittel. Der Tod tritt normalerweise innerhalb von fünf Minuten ein, doch kann die Prozedur insgesamt bis zu einer Dreiviertelstunde dauern. Die einzelnen Wirkstoffe werden dabei nicht bereits außerhalb des Körpers gemischt, da das zu Niederschlag führen könnte, sondern werden nacheinander injiziert. Die tödliche Injektion läuft also in drei Schritten ab: 1. Der Delinquent wird betäubt, wobei die Dosis des Betäubungsmittels so hoch ist, dass sie schon alleine tödlich wäre. 2. Alle Muskeln mit Ausnahme des Herzens werden gelähmt, die Erstickung beginnt. 3. Das Herz hört auf zu schlagen, der Mensch stirbt. Die Zuleitungen der Kanülen führen durch die Wand zu einem Nebenraum, von dem aus ein approbierter Arzt oder ein Krankenpfleger die Injektionen einleitet. Einige Ärzte weigern sich, an Hinrichtungen teilzunehmen, da dies nicht mit dem von ihnen geleisteten Eid des Hippokrates vereinbar sei. Auf jeden Fall ist jedoch ein Arzt anwesend, der nach der Hinrichtung den Tod des Delinquenten feststellt. Geschichte Die Hinrichtung durch die Giftspritze ist in ihrer modernen, oben beschriebenen Form erst seit den 1980er Jahren in den USA im Einsatz. Die Grundidee der tödlichen Injektion ist allerdings schon älter. In Deutschland wurde sie von Hitlers Leibarzt Karl Brand für den Einsatz im Euthanasieprogramm der Nazis vorgeschlagen, wo sie (neben anderen Methoden) auch eingesetzt wurde. Außerdem töteten SS-Angehörige im Konzentrationslager Auschwitz kranke und zum Tode verurteilte Häftlinge durch Injektion von Phenol und anderen Giften. In den USA griff im Februar 1977 der Anästhesist Dr. Stanley Deutsch von der Universität Oklahoma den Gedanken auf und schlug die beschriebene Giftkombination vor. Die erste Hinrichtung nach der neuen Methode fand am 7. Dezember 1982 in Texas statt; Oklahoma folgte noch im selben Jahr. Einige Zeit später hat das Verfahren auch außerhalb der USA Anklang gefunden. China führte es 1997 ein, Guatemala 1998 und die Philippinen 1999. Andere Staaten sehen die Hinrichtung durch die Giftspritze inzwischen gesetzlich vor, haben sie aber in der Praxis nicht übernommen. Schmerzhaftigkeit Es wird immer wieder die Frage gestellt, wie schmerzlos die Tötung mit der Giftspritze tatsächlich ist. Das Betäubungsmittel Natriumpentothal wirkt sehr schnell, aber auch verhältnismäßig kurze Zeit, so dass die Gefahr besteht, dass der Verurteilte wieder zu Bewusstsein kommt und durch die Wirkung der nachfolgenden Gifte qualvoll erstickt. Tierärzte setzen aus solchen Gründen beim Einschläfern von Tieren langwirkende Barbiturate ein. Gelegentlich kommt es zu Komplikationen. So bereitet manchmal die Einführung der Nadeln Schwierigkeiten, zum Teil wurden geeignete Adern erst nach einer halben Stunde gefunden. In einigen Fällen reagierte der Körper überraschend heftig auf die Gifte, so zum Beispiel im Falle des Robyn Lee Parks, der bei seiner Hinrichtung 1992 in Oklahoma zehn Minuten lang würgte und nach Luft schnappte. Fred A. Leuchter hat eine Vorrichtung erfunden, die den Prozess der Giftverabreichung automatisiert und dadurch Komplikationen vorbeugen soll. Sie wurde inzwischen von mehreren amerikanischen Bundesstaaten beschafft.
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