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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Trauer um das Kind
Ahasveru Offline

Administration Forum
Beiträge: 6.581

06.10.2005 23:28
Für den Ersthelfer antworten

Für den Ersthelfer


Der Umgang mit dem plötzlichen Tod eines Kindes

Eine der schwierigsten Aufgaben für die Ersthelfer (Rettungspersonal, Polizei) ist es, den Eltern die Nachricht vom plötzlichen Tod ihres Kindes zu überbringen. Für den Ersthelfer ist es notwendig, die Bedürfnisse der überlebenden Familie zu erkennen und sich zu bemühen, sie weitestgehend zu erfüllen. Gleichzeitig sollte man dafür sorgen, dass der Unglücksort (Ort des Geschehens) abgesichert wird, bis die eigentlich zuständigen Stellen (Polizei, etc.) eintreffen.

Benachrichtigung

Informationen sollten nicht an die Medien weitergegeben werden, bevor die betroffene Familie benachrichtigt wird. Es sollte jeder Versuch unternommen werden, die Familie direkt und schnell zu informieren. Die Familie sollte jedoch niemals per Telefon vom Tod ihres Kindes erfahren.

Am besten sollte die Benachrichtigung persönlich durch zwei qualifizierte Personen in Uniform erfolgen, die sich ausweisen können. Da Menschen auf die Todesnachricht sehr unterschiedlich und unerwartet reagieren können, sollte einer des Teams sorgfältig die Reaktion der Familie beobachten, während der andere das Gespräch führt.

Das Team sollte die Nachricht vom Tod des Kindes in einzelnen Schritten überbringen:

Vergewissere dich über die Identität der Familienmitglieder.

Teile ihnen mit, dass sich ein Unfall / Notfall ereignet hat.

Erzähl ihnen, dass die Situation so ernst war, dass ein Todesfall eingetreten ist.

Das Team sollte den Namen des verstorbenen Kindes so oft es geht benutzen. Informiere die Familie direkt, ohne große Umschweife, in klarer Sprache, beantworte Fragen taktvoll und redlich und gib soviel Informationen als möglich, ohne die laufenden Ermittlungen zu gefährden.

Sobald die Familienmitglieder benachrichtigt worden sind, sollten sie nicht allein gelassen werden. Das Team sollte die Eltern fragen, ob sie zu jemandem Kontakt aufnehmen möchten, der ihnen beistehen soll. Zusätzlich könnte ein Teammitglied Kontakt zu Nachbarn, zum Arbeitgeber oder zum Pfarrer / Priester aufnehmen, um wichtige Informationen zu erhalten, z.B. über medizinische oder andere Probleme, während der andere Teamkollege sich um die Familie kümmert.

Falls es notwendig ist, dass ein Familienmitglied das tote Kind identifiziert, sollte das Team die Familie fahren oder einen Transport organisieren zum Krankenhaus, bzw. Leichenschauhaus und zurück. Wenn die Familie das tote Kind noch einmal sehen möchte, so sollte ihr unbedingt der Zustand und das Erscheinungsbild (Aussehen) des Körpers des toten Kindes mitgeteilt werden.

Zu Hause

Wenn ein Kind zu Hause stirbt, ist sorgfältig darauf zu achten, dass die Familie und das tote Kind mit Würde behandelt werden. Die Ansprechpartner sollen solange dabei bleiben, bis die eigentlich zuständigen Stellen (Polizei, und wenn möglich das Kreisinterventionsteam) eintreffen und auf die Trauerreaktionen der Familie geeignet reagieren. Diese Reaktionen können Leugnen, Hysterie oder Wut sein.

Im Krankenhaus

Wenn ein Kind ins Krankenhaus gebracht worden ist, so wird die Familie häufig in einem separaten Raum untergebracht, wo sie wartet und wartet und wartet. Die Familie wünscht jedoch Informationen und ist dankbar dafür, selbst wenn die schlimmsten Befürchtungen bestätigt werden. Obwohl die Ersthelfer in der Regel unter Zeitdruck stehen, um zu ihrer Dienststelle zurückzukehren, würde ein Kontakt zu den wartenden Familienmitgliedern deren Trauma verringern und ihnen helfen, die Nachricht vom Tod ihres Kindes zu akzeptieren. Falls die Teammitglieder jedoch keine Zeit haben, um sich um die Familie kümmern zu können, so sollten sie die Familie zu den zuständigen Verantwortlichen des Krankenhauses führen. Hinterlassen sie auf jeden Fall ihren Namen und ihre Telefonnummer, so dass die Familie später anrufen kann, falls sie noch Fragen hat.

Unterstützung der Familie

Da die Verarbeitung der Trauer eine lange Zeit in Anspruch nimmt, manchmal Jahre, ist es für die Familie hilfreich zu wissen, dass Unterstützung möglich ist. Ersthelfer sollten sich vertraut machen mit den verschiedenen Hilfsangeboten in der Gemeinde.

Die Verwaisten Eltern sind eine nationale und regionale Selbsthilfeorganisation, die den leidtragenden Eltern Verständnis entgegenbringt und vielfältige Unterstützung (Teilnahme an Selbsthilfegruppen, Trauerseminare, Literaturhinweise, etc. ) anbietet.

Wie der Name bereits ausdrückt, sind “Ersthelfer” gewöhnlich die ersten am Unglücksort und die ersten, die die Familienmitglieder vom Tod des Kindes benachrichtigen. Wenn die Ersthelfer zuverlässig, offen und mitfühlend sind, so tragen sie zu einer Verringerung des Schmerzes beim Trauerprozess der Familie bei.

Informationsquelle: http://www.veid.de/notf_brosch03.0.html

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