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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Hospiz-Veranstaltungen
Ahasveru Offline

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Beiträge: 6.581

08.03.2006 22:43
Velbert-Neviges: Ein Leben in Würde bis zuletzt antworten

Velbert-Neviges: Ein Leben in Würde bis zuletzt

Komfort gegen die Schmerzen: Im Klinikum werden unheilbar kranke Patienten künftig auf der Palliativstation betreut.

Velbert. In der vierten Etage des Klinikums Niederberg entsteht derzeit eine neue Welt, die so gar nicht an ein Krankenhaus erinnert: die Palliativstation, in der sich ein Ärzteteam künftig um die Begleitung von unheilbar kranken Menschen kümmert. Während man in den anderen Krankenzimmern von der typisch tristen, stumpfen Atmosphäre erdrückt wird, wirkt das Musterzimmer der neuen Palliativstation, als befände man sich in einem Hotel: Parkettboden, Bequemsessel mit elektrisch verstellbarer Relaxfunktion, Rattanstühle, ein Flachbildfernseher, helles Holz. Das Badezimmer ist mit Marmorfliesen bestückt, in Kürze sollen noch Lautsprecher eingebaut werden, damit die Patienten dort auch Musik hören können.

Insgesamt fünf solcher Zimmer werden bis Mitte Mai entstehen, dann soll die Palliativstation ihren Betrieb aufnehmen. 256 000 Euro kostet die wohnliche und rollstuhlgerechte Atmosphäre der Station; davon stellt die Velberter Ilse-Dittrich-Stiftung 150 000 Euro. Ilse Dittrich führte seit den 60er Jahren bis ins hohe Alter von 77 eine Metallfirma in Velbert und wurde bekannt durch ihr hohes soziales Engagement. Das weitere Geld stammt unter anderem von Sponsoren, die der Verein der Freunde und Förderer des Klinikums aufgetrieben hat.

"Die Palliativstation ist nicht zu verwechseln mit einem Hospiz", stellt Michael Kaufmann, Geschäftsführer des Klinikums, klar. Im Hospiz spiele der medizinische Teil eine untergeordnete Rolle; dort gehe es darum, den Sterbeprozess zu begleiten. "Bei uns steht die Kontrolle des Patienten und seiner Symptome im Vordergrund." Es sei nicht zwangsweise so, dass jeder, der in die Palliativstation komme, dort auch sterbe.

"Unsere Absicht ist es, die Patienten auf den letzten Lebensabschnitt vorzubereiten. Wir helfen, dass die Betroffenen ihre Symptome wie Schmerzen, Atembeschwerden oder Angstzustände unter Kontrolle kriegen", erklärt Dr. Fritz Köstermann, Chefarzt für Innere Medizin und Gastroenterologie. So sei es nicht selten, dass ein Patient schmerztherapeutisch betreut werde, um dann wieder nach Hause gehen zu können. "Wir wollen, dass diese Menschen würdig leben können und nicht unter ihren Schmerzen dahinsiechen", ergänzt Kaufmann.

Mit der Palliativstation will das Klinikum ein Umfeld schaffen, in dem sich der Patient nicht verloren fühlt. Dafür sollen nach aktuellem Stand drei Ärzte zur Verfügung stehen. "Auf Wunsch werden auch unsere Seelsorger eingebunden", so Dr. Köstermann. Zudem sollen die Angehörigen in die Betreuung einbezogen werden. "Es wird möglich sein, über Nacht ein zusätzliches Bett für den Ehepartner ins Zimmer zu stellen", sagt Dr. Köstermann.

Außerdem wird es auf der Station eine Küche mit Esstisch geben, an dem bis zu zehn Leute Platz haben sollen. "Selbst wenn die Medizin sie nicht heilen kann, sollen die Patienten doch noch einen würdigen Lebensabschluss haben", fasst Geschäftsführer Michael Kaufmann das Ziel der neuen Einrichtung zusammen.

# Die Eröffnung der Palliativstation des Klinikums Niederberg ist für den 7. Juni geplant, ein Tag der offenen Tür für den 10. Juni. Bereits am Mittwoch, 5. April, wird das Klinikum das Konzept der Öffentlichkeit im Forum Niederberg vorstellen. Die Veranstaltung unter Leitung von Dr. Fritz Köstermann trägt den Titel "Leben in Würde bis zuletzt" und beginnt um 19 Uhr.

09.03.06
Von Martin Gehr

Informationsquelle: http://www.wz-newsline.de/sro.php?redid=109511

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