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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 5.119 mal aufgerufen
 Fragen und Diskussionen zum Thema Sterben
Ahasveru Offline

Administration Forum
Beiträge: 6.581

08.03.2006 11:59
Lebensende - was ist das? antworten

Das grösste Hindernis, was einem Verständnis von Sterben und Tod entgegensteht, besteht für einen jeden Menschen darin, das es dem Unterbewusstsein unmöglich ist, sich ein Ende des eigenen Lebens vorzustellen. Sterben und Tod passieren und geschehen immer anderen, ein jeder selbst aber lebt unbewusst im Glauben, er sei unsterblich. Das Einzige, was ein jeder Mensch, sein Unterbewusstsein begreifen kann, ist eine plötzliche und erschreckende Unterbrechung des Lebens, ein sogenannter magischer Tod, im Sinne eines Unfalles, eines Verbrechens mit Todesfolge oder auch einer tödlichen Krankheit.

Mit einem Wort: Schmerzen und grausamen Qualen. Unter und bei diesen Vorstellungen, welche sich ein jeder Mensch nur vorzustellen vermag, wie oben beschrieben, ist das daraus resultierende Ergebnis, das das Nachdenken und auch das Sprechen über die Themen Sterben und Tod vermieden, verfrängt und tabuisiert wird, weil wir vor der Grausamkeit unserer Vorstellungen fliehen möchten.

Aber ist das Sterben als Teil des Lebens grundsätzlich grausam? Ist der Tod Feind des Menschen und des Lebens, oder ist er ein Geheimnis, welches in eine andere Existenz führt? Ist der Tod nicht auch Erlösung von Qualen, welche man erleidet?

In diesem Thread kann darüber diskutiert werden: Was bedeutet mir mein eigenes Sterben und wie möchte ich einmal sterben?

ingoborm Offline

Webmaster und Administration Technik
Beiträge: 937

08.03.2006 12:18
#2 RE: Lebensende - was ist das? antworten
Ja dann möchte ich euch erstmal mit einem Satz konfontieren:
Sterben selber ist nicht grausam, nur die (eigene) Vorstellung vom Sterben ist grausam.
------------
Jedes Leben ist es Wert gelebt zu werden und ein anderes Leben als lebensunwert zu bezeichnen ist ein wertloses Geschwafel.

Marion Offline


Beiträge: 53

11.03.2006 23:24
#3 RE: Lebensende - was ist das? antworten

Was Sterben für mich ist...

Wenn ich eine Orange esse, stirbt sie.
Wenn ich Brokkoli esse, stirbt er.
Wenn ich Hähnchenschnitzel esse, ist das Tier davor gestorben, damit es zu Nahrungszwecken für uns zubereitet werden konnte.
Wenn ich Kräuter sammle, sterben sie nach Abpflücken.
Wenn eine Kuh Gras frisst, stirbt das Gras
usw.

Sterben ist für mich der Übergang in eine andere Daseinsform, ein umgestaltet werden, auch wenn wir nicht wissen, wie dieses Sterben oder umgestaltet werden für uns Menschen genau aussieht.

Betty J. Eadie beschreibt ihr Sterben, aus dem sie zurückkehrte (Nah-Todeserfahrung) in "Licht am Ende des Lebens" sehr detailliert, hier auszugsweise:

"Ich griff nach der Klingel am Bett, um die Schwester zu rufen. Doch wie sehr ich mich auch bemühte, ich konnte mich einfach nicht bewegen. Ich hatte das schreckliche Gefühl, in die Tiefe zu sinken, so als ob die letzten Blutstropfen aus mir herausgepreßt würden. Ich spürte ein leichtes Dröhnen im Kopf und sank weiter hinab, bis ich fühlte, wie mein Körper ruhig und leblos wurde.

Dann fühlte ich ein Aufwallen von Energie, so als ob etwas in mir platzte, etwas in mir freigesetzt wurde, und mein Geiste wurde plötzlich aus meiner Brust hinaus nach oben gezogen wie von einem riesigen Magneten. Mein erster Eindruck war der, frei zu sein. Diese Erfahrung barg nichts Unnatürliches. Ich schwebte über meinem Bett, etwas unterhalb der Decke. Ich hatte ein Gefühl der grenzenlosen Freiheit, und es schien mir, als hätte ich nie etwas anderes getan. Ich drehte mich um und sah jemanden auf dem Bett liegen. Ich war neugierig, wer das wohl sei, und bewegte mich sogleich zu ihm hinab. Ich hatte als freiwillige Helferin in der Sterbebegleitung gearbeitet und schon viele Tote gesehen, und als ich mich dem Gesicht näherte, wußte ich sofort, dass es leblos war. Und dann erkannte ich, dass es mein Körper war, der da lag. Wer da auf dem Bett lag, das war ich selbst! Ich war weder überrascht noch erschrocken. Ich empfand nur ein gewisses Mitgefühl für jenen Körper. Jetzt, da er tot war, erschien er mir jünger und hübscher, als ich ihn in Erinnerung hatte. Doch jetzt war er tot. Es war, als habe ich ein altes Kleidungsstück ausgezogen und für immer beiseite gelegt, und das war schade, weil es eigentlich noch ganz gut war - es war noch brauchbar. Es wurde mir bewußt, daß ich mich noch nie zuvor dreidimensional gesehen hatte; ich hatte mich bisher immer nur im Spiegel betrachtet, und der hat nur eine flache Oberfläche. Doch das geistige Auge sieht in mehr Dimensionen als die Augen des sterblichen Körpers. Ich sah meinen Körper von allen Seiten gleichzeitig: von vorne, von hinten und von den Seiten. Ich sah Merkmale meiner Physis, die mir bisher entgangen waren und die einen vollkommeneren, ganzheitlicheren Eindruck von mir gaben. ...

Mein neuer Körper war schwerelos und extrem beweglich, und mein neuer Seinszustand faszinierte mich. Hatte ich noch wenige Augenblicke zuvor die Schmerzen der Operation verspürt, so war ich nun völlig beschwerdefrei. Ich war in jeder Hinsicht ganz - vollkommen! Und ich dachte: `So bin ich also in Wirklichkeit.` ..."

Dieses empfundene "Platzen", das den geistigen Teil von uns freisetzt - so zu sterben klingt nicht tragisch und kann ich mir gut vorstellen.

Wenn ich einmal sterbe, dann hoffe ich vorher nicht noch große Schmerzen oder demütigende Situationen erleben zu müssen.

Marion

MSty Offline


Beiträge: 33

28.03.2006 20:39
#4 RE: Lebensende - was ist das? antworten

Hallo Ahasveru!

Ich schrieb ja schon an anderer Stelle, daß ich mich schon ein wenig mit diesen Gedanken befasste. Ich habe vor dem Tod keine Angst mehr, nur ein wenig davor, wie ich sterben werde!

Vor zwei Jahren hatte ich mir einen Nerv zwischen zwei Brustwirbeln eingeklemmt, der offensichtlich für die Atmung, den Kreislauf und des Herzens zuständig ist. Es hat sechs Monate gedauert, bis ein Kardiologe endlich darauf kam! In diesen sechs Monaten war es mir nur möglich im Sitzen zu schlafen. Jedesmal, wenn ich dann doch runterrutschte, wurde ich wach, weil ich keine Luft mehr bekam! Eines Nachts "träumte" ich: Ich sah mich zwei erst mal. Das eine war mein langer, schmaler Geist und das Andere war mein Körper im Bett, der nach Luft rang! Dann war ich plötzlich in meinem Geist und schaute auf meinen Körper hinunter. Mir war sehr angenehm zumute, warm und leicht und ich fühlte nicht mal Panik darüber, daß ich keine Luft bekam! Ich dachte: Mädel, wenn Du jetzt keine Luft bekommst, dann muß ich gehen. Ich sah meinen Brustkorb, wie er sich krampfhaft hob und senkte und dann wachte ich auf, ... nach Luft schnappend und ich setzte mich sofort auf!
Ich habe mich zuerst sehr erschrocken, weil mir gleich in den Sinn kam: War ich jetzt schon tot??? Aber nach einer Weile habe ich mich dann doch wieder gefangen und ich dachte, es ist gar nicht schlimm, tot zu sein, wenn es so ist, wie ich da "geträumt" habe! Es wäre eine Veränderung ins Positive: keine Schmerzen, keine Kälte, keine Hektik, keine Sehnsucht, kein Verlangen! Seit dem habe ich erst recht keine Angst mehr vor dem Tod!

Das Erlebnis hatte ich schon fast wieder vergessen, aber die Geschichte von Marion hat mich wieder daran erinnert!

PS. Der blinkende Smiley macht mich immer ganz nervös, ... braucht man den?? Ich habe noch nicht gesehen, daß ihn jemand verwendet! Kann man den nicht kicken??

Alles Gute, Marita!

Als Mensch zu den Menschen gehen, ... das ist eine Aufgabe!

Ahasveru Offline

Administration Forum
Beiträge: 6.581

28.03.2006 20:47
#5 RE: Lebensende - was ist das? antworten

In Antwort auf:
PS. Der blinkende Smiley macht mich immer ganz nervös, ... braucht man den?? Ich habe noch nicht gesehen, daß ihn jemand verwendet! Kann man den nicht kicken??

Nein, den Smiley kann man nicht kicken, weil er vom Forenanbieter in die Forensoftware integriert ist,:O)

Lieber Gruss,:O)

Ahasveru

Irene L. Offline


Beiträge: 34

29.03.2006 20:41
#6 RE: Lebensende - was ist das? antworten

Hy!

In Antwort auf:
In diesem Thread kann darüber diskutiert werden: Was bedeutet mir mein eigenes Sterben und wie möchte ich einmal sterben?

Hmmm, wie möchte ich sterben...
Ich bin optimistisch...oder feige - wie auch immer man es nennen möchte.
Ich möchte nach einem langen, erfüllten Leben (mindestens 82 Jahre ) bei bis dahin einigermaßen stabiler Gesundheit einfach wie vom Blitz getroffen umfallen.

Ich habe Angst alleine sterben zu müssen, womöglich in noch jungen Jahren und nach schwerer Krankheit. Naja, wenn dem so wäre, könnte ich es nicht ändern, aber es ist keine schöne Vorstellung.
Vor Schmerzen hätte ich keine Angst, wenn sie nicht zu lange andauern würden.

Ich hoffe für mich, daß ich es schaffe loszulassen, wenn es denn einmal soweit ist.
Mal sehen, was danach kommt...

Lg
Irene

Ahasveru Offline

Administration Forum
Beiträge: 6.581

29.03.2006 22:24
#7 RE: Lebensende - was ist das? antworten

In Antwort auf:
Ich möchte nach einem langen, erfüllten Leben

Und hier stellt sich schon eine elementare Frage des Lebens: Ist ein Leben erst erfüllt, wenn es zeitlich gesehen lange dauert? Ganz allgemein gesprochen kann man das Leben so betrachten, das man ihn ihm eine Aufgabe zu erfüllen, Lektionen zu lernen hat. Das Leben wäre somit eine Lebensaufgabe. Eine Lebensaufgabe ergibt einen Lebenssinn. Macht ein Lebenssinn, egal, wie er auch aussehen und beschaffen sein mag, nicht einen jeden Menschen wertvoll im Sinne eines lebenswert? Offenbart sich nicht gerade in einem Lebenssinn, welchen ein jeder Mensch für sich sein eigen nennen darf, gerade das, was uns als Menschen über alle verstandesbezogenen Grenzen hinweg miteinander vereint? Wenn der Lebenssinn darin besteht, seinen Nächsten zu lieben, somit der Sinn des Lebens Liebe ist, dann ist die zeitliche Lebensspanne aussen vor, weil Liebe, auch und gerade die Liebe zum Nächsten, nicht in der Zeit und im Raume bedingt existent ist, sondern darüber hinaus geht. Was bestimmt also unser Leben? Zeit, Raum....oder Liebe?

In Antwort auf:
mindestens 82 Jahre

Eiei, das Leben, ein Basar des Feilschens? *lächel*

In Antwort auf:
bei bis dahin einigermaßen stabiler Gesundheit einfach wie vom Blitz getroffen umfallen.

Was ist stabile Gesundheit? Ist Gesundheit nicht gerade etwas, was uns bezeugt und bekräftigt, das wir mit uns einig und im Reinen sind? Besagt Gesundheit nicht auch, das wir im Fluss des Lebens und mit ihm eins sind? Ist Gesundheit wirklich nur definierbar im Sinne von: Gesundheit ist die Abwesenheit von Krankheit? Ist sie nicht in aller wirklichen Wahrheit mehr?

Warum vom Blitz getroffen umfallen? Wer Angst vor dem Sterben hat, wer Angst vor dem Tod hat, hat auch und gerade Angst vor dem Leben. Wer sein Leben liebt und bewusst zu leben vermag, der vermag auch in dieser Liebe zu sterben, denn Sterben ist Teil des Lebens, ist Lebenszeit. Liebst Du Dein Leben, liebst Du Dich?

In Antwort auf:
Ich habe Angst alleine sterben zu müssen, womöglich in noch jungen Jahren und nach schwerer Krankheit.

Warum fürchtest Du Dich vor etwas, was nicht real und präsent ist? Du fürchtest Dich in diesem Moment dieser imaginären Angst vor Gespenstern, welche durch Deinen Geist wehen, aber warum lebst Du nicht den Augenblick und Moment Deines Lebens, wie er jeweils ist? Fürchtest Du das Leben oder liebst Du das Leben? Wenn Du das Leben liebst, dann schau bewusst hin und geniesse es in aller Freude und Glück und aller Liebe, denn dieses macht das Leben aus, nicht die sunklen Wolken, an welche Du denkst. Angst ist Nichtwissen, so lerne das Leben wie Dein Leben kennen und lieben, wie es ist, dann verschwindet die Angst, denn wenn Du das Leben annimmst, wie es ist, nimmst Du Dich an, wie Du bist.

In Antwort auf:
Vor Schmerzen hätte ich keine Angst, wenn sie nicht zu lange andauern würden.

Was ist Schmerz? Ist Schmerz nicht ein Hilfeschrei des Wesens, der Seele, welche sich, weil ungehört, auf der Ebene des Körpers projiziert, damit sie Gehör findet? Wenn der Körper Schmerz zeigt und offenbart, dann leidet das Wesen in seiner Ganzheit und fleht um Hilfe. Finde heraus, was in Dir um Hilfe schreit, dann vergeht auch der Schmerz.

In Antwort auf:
Mal sehen, was danach kommt...

Du wirst es eines schönen Tages erfahren, wie ein jeder von uns, aber bis dahin spekuliere nicht, sondern lebe und liebe,:O)

Lieber Gruss,:O)

Ahasveru

Christian Offline


Beiträge: 11

30.03.2006 01:41
#8 RE: Lebensende - was ist das? antworten

Haaaaaa, ein Thema für sich. das kann man nicht teilen, da kann man nicht eilen, das erlebt jeder für sich. Ich habe keine Angst. Das Gefühl habe ich so langsam durchschaut. Aber ich habe auch tödlich verlaufende Erkrankungen auf dem Weg gehabt. Und naja, ich bin ja noch.
augenblicke zwischen Leben und Tod- heute bin ich auf dieses Forum gestoßen. Hallo also mal an alle, ich bin geschwätzig, macht Euch daruf gefaßt. Man könnte mich auch als Sprachvirus bezeichnen

Das ist es ja, der Titel des Forums, es gibt keinen Tod, kein Sterben und auch kein Leben. Es gibt nur die augenblicke dazwischen, nur das "uns". Es gibt die Wahrnehmung dessen, was wir wahrnehmen und mehr auch nicht. die Namen, die wir den Dingen geben- Tod, Leben, Sterben- das sind nur Worte, die wir während des Lebens brauchen. Im Sterben versiegen die Worte und im Tod verstummen sie. Worte sind also keine Leben und Tod verbindenden Elemente, sie trennen. Innerhalb der Worte eines denkenden und suchenden Geistes ist die einheit von Leben und Tod nicht zu finden. Erst wenn der Wahrnehmende schweigt und einfach wahrnimmt, spielen Leben und Tod keine Rolle mehr.

Nein, Angst habe ich nicht. Ich bin sie, wenn sie kommt, das schon eher. Ich nehme sie an und ich übe das Sterben, um ehrlich zu sein. Jeden Tag, ganz bewußt lege ich mich hin und übe das Sterben. Das it eine ganz normale Yoga-Übung, nix Schlimmes. Dadrüber habe ich die angst irgendwie verloren und über so einige andere Dinge. Ist gut so, ich kann nur empfehlen, der Angst keinen Widerstand zu bieten und sie zu Lebzeiten nicht nicht nur zu haben, sondern auch einmal zu ihr zu werden. Sonst ist man doch sehr überrascht, wenn man dann sterben sollte.

Huch, komisches Forum, was schreib ich denn hier?

Liebe Grüße, Christian

Marion Offline


Beiträge: 53

30.03.2006 08:34
#9 RE: Lebensende - was ist das? antworten

Zitat von Christian
Hallo also mal an alle, ich bin geschwätzig, macht Euch daruf gefaßt.

Hallo Christian,

schön von Dir zu lesen, willkommen!

Und zu Deiner Frage von gestern Abend, was Du denn da schreibst: Es war ja auch schon zu vorgerückter Stunde

Offensichtlich hast Du Dich in der Tiefe mit den Themen um Sterben und Leben befasst, daher bin ich gespannt auf Deine weiteren Postings. Deine gestrigen waren schon mal recht aussagekräftig.

Lieben Gruß
Marion

Ahasveru Offline

Administration Forum
Beiträge: 6.581

30.03.2006 09:58
#10 RE: Lebensende - was ist das? antworten

Hallo,:O)

In Antwort auf:
Das Gefühl habe ich so langsam durchschaut.

In Antwort auf der Ebene Deiner Sichtweise der Dinge,:O)_

Wer hat genau was so langsam durchschaut? Ist der Durchschauende, der Beobachtende, der sogenannte Zeuge nicht das Durchschaute, Beobachtete und Bezeugte selbst? Du schreibst, das das ein Thema für sich ist und man es nicht teilen kann, warum teilst Du es dann in Durchschauenden und Durchschautes?

In Antwort auf:
ich bin geschwätzig, macht Euch daruf gefaßt. Man könnte mich auch als Sprachvirus bezeichnen

Sehr schön, wir suchen geschwätzige virulante Moderatoren für den Diskussionsbereich,:O).

In Antwort auf:
es gibt keinen Tod, kein Sterben und auch kein Leben

Wenn es sie nicht gäbe, sagst Du damit aus, das Nichts sich als Nichts nicht erfährt. Da Du Dich aber als Mensch, Seele, Wesen, Existenz erfährst, erfährst Du Dich auf vielen Ebenen eines So-Seins, und auf einer dreidimensionalen Existenzebene erfährst Du Dich in der Form dualistischen Seins, in Gegensätzen. Somit erfährst Du Deine Existenz, von mir aus auch Deine Inkarnation, als Leben und Tod, das Sterben liegt aussen vor, weil Sterben Leben ist.

Die Grundfrage ist also: Wer oder was ist es, was sich warum inkarniert? Was Was ist das So-Sein, bevor es sich inkarniert und was ist es nach Inkarnationen, wohin zielen sie?

In Antwort auf:
Es gibt nur die augenblicke dazwischen, nur das "uns"

Was ist das "uns" und was sind die Augenblicke zwischen was? Du schreibst, das es kein Leben, Sterben und Tod gibt. Zwischen genau was liegen Deine angeführten Augenblicke und wer oder was erfährt sich als "uns"?

In Antwort auf:
Es gibt die Wahrnehmung dessen, was wir wahrnehmen und mehr auch nicht

Wenn es Leben und Tod nicht gibt, wer ist der Wahrnehmende, was das Wahrgenommene? Das So-Sein an sich ist nicht wahrnehmend, es ist sich in sich selbst vollkommen bewusst, und in dieser vollkommenen Bewusstsein entbehrt es jedweder dualistischen Trennung in Wahrnehmend und Wahgenommenes.

In Antwort auf:
Tod, Leben, Sterben- das sind nur Worte, die wir während des Lebens brauchen

Naguck, erst schreibst Du, das es Leben und Tod nicht gibt, und jetzt schreibst Du, das wir sie, wenn auch nur als Worte, wie Du es postulierst, während des Lebens brauchen. Was jetzt: Gibt es Leben und Tod oder gibt es sie nicht?

In Antwort auf:
Angst habe ich nicht. Ich bin sie, wenn sie kommt, das schon eher.

Du schreibst vorher, das Leben, Tod und auch alle weiteren Worte die Einheit eines So-Seins verhindern, weil sie trennen. Ist Angst nicht auch nur ein Wort? Und wenn Du sie bist, wenn sie kommt, bist Du dann ein Gedanke?

Was ist So-Sein in einer sich selbst in sich selbst vollkommenen Bewusstheit?

Lieber Gruss,:O)

Ahasveru


Claudia67 Offline


Beiträge: 1

21.10.2006 12:30
#11 RE: Lebensende - was ist das? antworten

Hallo und guten Tag,

hmh es fällt mir schon schwer über meine Ängste zum Thema Tod zu schreiben aber ich will es versuchen.
Ja, ich habe Angst vorm Sterben und vorm Tod. Fragt mich nicht warum.Es ist einfach da.Ich denke mal es geht mir jetzt schon seit 4 oder 5 Jahren so das ich immer wieder Phasen habe wo ich darüber nachdenke. Abends liege ich in meinem Bett und habe Angst davor am nächsten Morgen nicht mehr aufzuwachen. Stelle mit vor wie das sein wird und merke wie ich in Panik gerate. Dann stehe ich auf und hole mir was zu trinken oder schaue noch etwas fern und beruhige mich selber indem ich mir sage: Wenn es so ist dann ist es so.Du kannst und wirst es nicht ändern! Ich weiß, das es mich irgendwann ereilen wird aber die Vorstellung finde ich schlimm. Es ist schon merkwürdig, ich bin erst fast 40, eigentlich kerngesund und ärgere mich oft über mich selber das ich solche Gedankengänge habe. Andererseits faszinierd mich das Thema aber auch. Ich gehe gerne zum Friedhof, dort ist es ruhig und friedlich. Ich lese die Namen der Verstorbenen, frage mich wie ihr Leben wohl verlaufen sein mag,waren sie glücklich, haben sie jemanden der an sie denkt und manchmal besucht?
Ich weiß gar nicht wie ich mir mein eigenes Sterben vorstellen soll. Ich denke bei mir ist es auch eher die Angst meine geliebten Menschen zurücklassen zu müssen..Meinen Mann,meine Kinder...
Ich habe schon oft gebetet das ich hoffentlich soviel Zeit habe meine Tochter groß zu bekommen, sie bis ins Erwachsenenalter begleiten zu können.Andererseits weiß ich aber auch das, wenn ein gewisses Alter erreicht ist viele Ältere sich den Tod ersehnen und keine große Angst haben. Vielleicht wird es bei mir auch so sein wenn ich mal 80 bin. Wer weiß? Andererseits rechne ich jetzt schon die evt. Jahre. Ich werde in 2 Monaten 40 und überlege mir dann: Naja, 80 Jahre werden? Das wären nochmals soviele Lebensjahre wie Du jetzt hast! Beruhigt mich ein Stück aber die Vorstellung irgendwann nicht mehr zu sein macht mir echt Angst..
Hinzu kommt das man solche Themen ja nicht an die große Glocke hängt. Wenn ich mir Vorstelle ich erzähle in ner stillen Stunde darüber mit meiner Familie halten die mich für völlig durchgedreht.
Ich weiß das das Unabänderliche irgendwann kommt, habe Angst davor und keinem mit dem ich reden kann. Von daher freue ich mich ein Forum gefunden zu haben wo ich mal mein Innerstes nach aussen kehren kann.
Liebe Grüße
Claudia

Johanna Offline


Beiträge: 14

23.10.2006 20:27
#12 RE: Lebensende - was ist das? antworten

Ich hatte das große Glück in einer Großfamilie aufzuwachsen, somit gehörte das Thema Tod ganz selbstverständlich zum Leben. Als mein Vater starb war ich gerade 8Jahre, ein halbes Jahr später starb meine Oma. Dies waren wohl die tiefsten Einschnitte in meinem Leben, denn meine Mutter erkrankte kurz danach schwer. Ich fing an mir Gedanken über das Sterben zu machen, damals allerdings auf kindliche Weise. Was bedeutet sterben, was geschieht danach? Viele Jahre hatte ich Alpträume, träumte von meiner Beerdigung in sämtlichen Variationen.
Später, als ich älter war, redete ich sehr viel über dieses Thema mit meiner Mutter. Ich bombardierte sie förmlich mit Fragen, wie z.B: Was mein Vater kurz vor seinem Tod noch gesagt hatte, wie sein Leben zu Ende ging, ob er gelitten hätte, wie meine Mutter den Tod empfand.
Alles was Sterben und Tod betraf interessierte mich und ich wollte wissen, wie es war. Meine Mutter sagte oft, dass der Tod eine schreckliche Macht über denjenigen ausübt der zurück bleibt.
Meine Alpträume ließen mich über viele Jahre nicht los und ich weigerte mich Abschied zu nehmen, wenn jemand aus der Familie starb. Ich hatte große Angst leiden zu müssen. In dieser Zeit, es hört sich wahrscheinlich dramatischer an,als es wirklich war halfen mir die vielen Gespräche mit meiner Mutter. Mit großer Geduld und sehr viel Liebe beantwortete sie alle meine Fragen und wurde nie überdrüssig was dieses Thema anging.Ich wurde älter doch meine Träume blieben. Von Natur aus war und bin ich eigentlich ein sehr fröhlicher Mensch, was den einen oder anderen jetzt bestimmt verwundert.
Auch meine Lieben um mich herum wurden alt, die Gespräche drehten sich nicht nur um alltägliche Dinge, sondern mehr um den bevorstehenden Lebensabend. Mein Onkel sagte oft, es ist gar nicht so einfach alt zu werden und auf die Hilfe von anderen angewiesen zu sein. Machte mich ganz schön nachdenklich, zumal ich gerne bereit war zu helfen, wenn meine Hilfe nötig war. Als mein Onkel überraschend starb, erinnerte ich mich daran, daß er stets den Wunsch hatte einen kurzen, schnellen Tod zu haben. Wieder weigerte ich mich Abschied nehmen zu wollen, doch diesmal drängte mich meine Mutter es zu tun. Schweren Herzens ging ich mit meinem Cousin in die Trauerhalle und hatte auf einmal gar keine Angst mehr. Seit diesem Tag hörten meine Alpträume auf und sind bisher nie wiedergekommen.
In den letzten Jahren habe ich viele meiner Lieben bis zu ihrem Lebensende begleitet. Eine Erfahrung, die reich und zufrieden macht mit all ihrer verbundenen Traurigkeit den geliebten Menschen in Gottes Gnade zu geben.
Ich denke, mein Leben ist vobestimmt, genauso wie mein Lebensende.
Natürlich wünsche ich mir, dass auch mir jemand zur Seite steht, mich begleitet.
Mein Wunsch war schon als Kind nicht sehr alt werden zu müssen, denn es kann auch zur Qual werden( auch dies erlebte ich)
So werde ich weiterhin versuchen intensiv zu leben, meine Zeit zu nutzen und denjenigen helfen, die meine Hilfe brauchen.
Manchmal habe ich angst, doch dann überwiegt die Freude leben zu dürfen
Liebe Grüsse
Johanna

MOni Offline


Beiträge: 3

04.03.2007 20:23
#13 RE: Lebensende - was ist das? antworten

....ein Übergang in eine andere Daseinsform.

Auch ich habe KEINE Angst vor dem Sterben. Ich möchte jedoch nicht leiden und keine starke Schmerzen haben - das ist alles ;o) Ich kann mir sogar vorstellen, ganz alleine irgendwo in einer wunderschönen Umgebung / Natur zu "sterben" - ganz ohne den ganzen Rummel, med. Geräte, trauernde Angehörige und so weiter... aber wie gesagt, wer weiss schon wie es ist, wenn es einmal so weit ist... Ich habe nur "Angst" vor den Toten, und bitte sie inzwischen, dass ich sie nicht sehen / spüren muss, wenn sie in die andere Welt hinüber gegangen sind.

Ich hatte auch so ein "Auslebigkeits-Erlebnis" und kann bestätigen, es ist wirklich nicht bedrohlich - es ist erst einmal unsagbar friedlich. Auch ich habe meinen Körper auf dem Bett liegen sehen, habe ihn aber nicht als meinen Körper gesehen, sondern einfach nur als einen mir vertrauten, bekannten Körper.

Ich kann mir wage vorstellen, einmal diesen Zustand wieder zu erlangen - also zu "sterben" und nicht mehr in diesen Körper zurück zu kehren. Sterben desshalb in Anführungszeichen, weil es ja kein sterben ist - man lebt da tatsächlich noch, hat eben nur eine Hülle abgelegt. Und diese andere Daseinsform ist nicht bedrohlich, sie ist irgendwie selbstverständlich.

Ich muss aber zugeben, dass ich ein sehr gläubiger Mensch bin, also, was ich hier "verbockt" habe, und nicht mehr in Ordnung bringen konnte, muss ich dann eben in dieser anderen Welt in Ordnung bringen. Das ist nun ein Punkt, wovor ich mehr Angst habe, als vor dem irdischen Tod ansich. Denn was mir während meiner "Ausleibigkeit" auch aufgefallen ist - alles ist schneller, intensiver. Wenn ich nun Schuld abzutragen habe, ist auch dies um ein vielfaches intensiver als hier auf der schwerfälligen langsamen irdischen Welt.

Ich bin mir sicher, dass sich jeder Mensch seine Welt "dort drüben" hier auf Erden bereits selbst gestaltet. Meine Gedanken, Gefühle und Taten weben diese Welt, in der ich dann (vorübergehend) leben werde. (Ich glaube an Reinkarnation) Ich denke, dass viele Sterbenden unbewusst Angst vor dieser Welt haben, die sie selbst in ihrem Erdenleben erschufen. "War ich gut genug um in´s Paradies zu kommen? Oder habe ich Menschen verletzt, entäuscht, betrogen, belogen...." Wie wird die Welt dort sein, in die ich nun gehe - ich habe sie selbst erschaffen..."

Tabuthema sterben: Hat das nicht auch mit Glaubensverlust in der Gesellschaft zu tun? So frei nach dem Motto, wenn ich mich nicht damit beschäftige, mache ich auch keine "Sünden"... erlaubt ist was gefällt, und ob einem einmal die Rechnung dafür präsentiert wird, ist noch lange nicht bewiesen... ausser man durfte so etwas erleben wie ich, dann gibt es keinerlei Zweifel mehr darüber, egal was Kirche und Wissenschaft dazu sagen...

Jedem Verstorbenen, der meinen Lebensweg kreuzt und ich kurz nach seinem Ableben davon erfahre (eben oft auch auf dessen Beerdigungen), sage ich, dass sie nach dem Licht zu suchen sollen, und dort dann hinzugehen....

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