Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Augenblicke zwischen Leben und Tod


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 1.110 mal aufgerufen
 Bestattung
Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 6.581

08.09.2005 20:43
Was tun wir bei einem Trauerfall? antworten

In diesem Thread entsteht nach und nach die Abfolge, welche Schritte bei einem Trauerfall von den Angehörigen unternommen werden müssen.

Der Tod zu Hause:

Wenn der Tod eines geliebten Familienmitgliedes zu Hause eintritt, müssen die Angehörigen als Erstes den Hausarzt oder einen anderen behandelnden Arzt rufen. Dadurch, das der Hausarzt die verstorbene Person schon länger kannte und damit auch seine Krankengeschichte, kann er zumeist schnell und sicher die Todesursache feststellen.

Wenn der Hausarzt oder behandelnde Arzt nicht erreichbar ist, muss von den Angehörigen der ärztliche Notdienst verständigt werden. Dem Notarzt, welcher dann kommt, ist die verstorbene Person in den allermeisten Fällen fremd, er kennt somit auch nicht die Krankengeschichte. Dadurch kann es sein, das er sich in der Feststellung der genauen Todesursache unsicher fühlt. Aus diesem Grunde ist es wahrscheinlich, das er zur Abklärung der genauen Umstände die Polizei oder Gerichtsmedizin einschaltet.

Es zeigt sich, das es vorteilhafter ist, wenn der Hausarzt hinzugezogen werden kann, zumal sich Angehörige in der Anwesenheit eines ihnen bekannten Arztes selbst viel wohler fühlen.

Bei einem natürlich erfolgten Tod stellt der Arzt die Todesbescheinigung aus. Für die Angehörigen ist es ratsam, sich beim Arzt nach der genauen Todesursache zu erkundigen, denn die Sicherheit dieses Wissens erspart ihnen später einige quälende Fragen.


Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 6.581

09.09.2005 09:31
#2 RE: Was tun wir bei einem Trauerfall? antworten

Der Tod im Krankenhaus:

Die Fakten sprechen für sich: In der heutigen Zeit sterben über 80 % aller Menschen im Krankenhaus oder in einem Pflegeheim. In der Institution Krankenhaus ist der Tod häufig die Folge lebensbedrohlicher Krankheiten wie Krebs, ALS, Aids oder Herzinfarkt, zu deren Behandlung die schwer erkrankte Person dort eingeliefert wird. Viele Menschen machen sich aber auch zu ihrem letzten Lebensabschnitt auf, indem sie in ein Alten- und Pflegeheim gebracht werden. Dies resultiert daraus, das die Gesellschaft es nicht mehr gewohnt ist, gebrechliche Menschen zu pflegen und für sie in unserem Alltag da zu sein. Aufgrund dessen erleben viele pflegebedürftige Menschen dort auch ihre Sterbestunde.

In und bei diesen Institutionen Krankenhaus wie Alten- und Pflegeheim müssen wir zwischen einem absehbaren und einem plötzlichen Tod unterscheiden. Häufig ist der Tod in diesen Institutionen absehbar, Daher werden meist die engsten Angehörigen vom nahen Ende informiert und ihnen somit die Gelegenheit geboten, sich von ihrem Angehörigen zu verabschieden, ihn aber auch in und bei seinem Prozess des Sterbens zu begleiten. Auch wenn man sich dazu persönlich nicht in der Lage sieht, sollte man diese Möglichkeit nutzen. Erfahrungswerte belegen, das es sowohl dem sterbenden Menschen wie den anwesenden Angehörigen zugute kommt, das Sterben selbst wie den Tod leichter zu akzeptieren, wenn man die verbleibende Zeit gemeinsam verbringt.

Der plötzliche Tod begegnet uns zumeist in Folge von Operationen. In diesem Fall werden die Angehörigen erst nach dem Ableben des Patienten verständigt. Um den ersten Schock einer solchen Nachricht aufzufangen, sollten Angehörige liebe Freunde bitten, sie ins Krankenhaus oder Pflegeheim zu begleiten, wo die verstorbene Person aufgebahrt ist. um zumindest jetzt noch die Gelegenheit wahrzunehmen, sich zu verabschieden. Vorteilhafter und sicherer ist es, auf dem Wege ins Krankenhaus oder zum Pflegeheim nicht selbst zu fahren, denn es ist möglich, das sie zu sehr aufgrund der ihnen mitgeteilten Nachricht vom Tod eines lieben Angehörigen zu aufgewühlt sind, den Strassenverkehr sicher zu meistern.

Bevor sie das Krankenhaus oder Pflegeheim erreichen, hat der zuständige Arzt den verstorbenen Angehörigen schon untersucht, die Todesursache festgestellt und die Todesbescheinigung ausgestellt. In den meisten Fällen wurde der Leichnam auch schon in ein Einzelzimmer verlegt, gewaschen, angekleidet und so hergerichtet, das sein Anblick nicht allzu schockierend auf sie wirkt.In diesem Zimmer finden sie für sich genügend Zeit, sich von ihrem Angehörigen zu verabschieden.

Es kann auch sein, das sie im Krankenhaus nach Eintritt des Todes bei ihrem Angehörigen um die Einwilligung zu einer Obduktion gebeten werden. Obwohl eine solche Bitte auf den ersten Blick schockierend und verletzend erscheint, sollte eine Obduktion nicht kategorisch abgelehnt werden. Denn einmal kann die Obduktion dazu beitragen, mehr über die Krankheit zu erfahren und damit anderen kranken Menschen zu helfen. Desweiteren wird sehr oft bei einer Obduktion die Todesursache zweifelsfrei festgestellt, was wiederum die Angehörigen vor später auftretenden quälenden Fragen und Zweifeln bewahren kann.


Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 6.581

10.09.2005 10:15
#3 RE: Was tun wir bei einem Trauerfall? antworten

Zwischensequenz: Was ist ein Totenschein?

Der Totenschein ist auch unter den Begriffen Todesbescheinigung und Leichenschauschein bekannt und meint somit das Gleiche. Er stellt eine öffentliche Urkunde dar, durch welche der Arzt nach einer gründlichen Untersuchung des unbekleideten Körpers den Tod eines Menschen mit Personalien, die Zeit wie den Ort des Todes bescheinigt. Desweiteren wird im Totenschein nach Möglichkeit die Todesursache wie die Todesart vermerkt, was bedeutet, ob es sich um einen natürlichen oder nicht-natürlichen Tod handelt. Zu beachten ist, das sich die Formulare im Aufbau wie in der Art der darin zu vermerkenden Angaben in den einzelnen Bundesländern unterscheiden.

Der Totenschein ist nicht mit der standesamtlichen Sterbeurkunde zu verwechseln, welche separat ausgestellt wird.

Der Totenschein dient als Urkunde mit all seinen Feststellungen als Grundlage für Entscheidungen zahlreicher Behörden. Als Beispiel mögen dienen:

* Das Standesamt benötigt den Totenschein zur Beurkundung im Sterbebuch.

* Die örtliche Polizeibehörde benötigt den Totenschein für die Freigabe zur Feuerbestattung mangels
Verdachts einer Straftat.

* Das Gesundheitsamt benötigt den Totenschein für Bestattungsfristverlängerungen und -verkürzungen.

Letztendlich dient der Totenschein auch einer Auswertung der Bevölkerungsstatistik, namentlich die Todesursachenstatistik.

Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 6.581

11.09.2005 13:45
#4 RE: Was tun wir bei einem Trauerfall? antworten

Die Sterbeurkunde:

Es ergibts sich folgende Vorgehensweise: Nach dem Eintreten des Todes bei einem Familienangehörigen ist zuallererst der Arzt (Hausarzt) zu verständigen. Ist ein solcher nicht zu erreichen, ist unverzüglich ein diensthabender Arzt zu verständigen (erreichbar über das DRK).

Am nächsten Werktage muss der Tod des Familienangehörigen mit der vom Arzt ausgestellten Todesbescheinigung, dem Totenschein, und eventuellen anderen Unterlagen zum Familienstand des Verstorbenen, beim zuständigen Standesamt angezeigt werden. Danach ist ein städtisches oder privates Bestattungsunternehmen zu benachrichtigen, durch welches der Verstorbene in die Leichenhalle verbracht wird.

Der Tod eines Familienangehörigen ist bei dem Standesamt anzuzeigen, in dessen Bezirk sich der Sterbefall ereignet hat. Wenn der Sterbefall in einem Krankenhaus, einem Alten- oder Pflegeheim eingetreten ist, ist die zuständige Leitung oder deren Stellvertretung dieser Einrichtungen dazu verpflichtet oder ermächtigt, diesen schriftlich beim zuständigen Standesamt anzuzeigen. Bei allen anderen Todesfällen ist eine mündliche Anzeige beim Standesamt vorgeschrieben. Es ergibt sich eine Verpflichtung in einer unten stehenden Reihenfolge:

a) das Familienoberhaupt,

b) derjenige, in dessen Wohnung sich der Sterbefall ereignet hat,

c) jede Person, die beim Tod zugegen war oder von dem Sterbefall aus eigenem Wissen unterrichtet ist.

Für die unter b) und c) genannten Anzeigepflichtigen besteht diese Pflicht nur dann, wenn ein in der Reihenfolge früher genannter Anzeigepflichtiger nicht vorhanden oder an der Anzeige verhindert ist.

An Urkunden werden für die Anzeige beim Standesamt benötigt:

* Ausweis der Person, welche den Sterbefall anzeigt.

* ärztliche Todesbescheinigung.

* Urkunden, die den Familienstand des Verstorbenen belegen können (es sei denn, dass dieser aus den beim Standesamt geführten Personenstandsbüchern ersichtlich ist).

* Familienbuchabschriften (aus dem Familienbuch des / der Verstorbenen, der Eltern)

* Geburts- oder Abstammungsurkunden.

* Scheidungsurteile

* Stammbuch

Aus dem Sterbeeintrag bzw. dem Sterbebuch wird eine Sterbeurkunde (auch internationale Urkunde) ausgestellt. Eine Sterbeurkunde kann nur den berechtigten Personen ausgestellt werden, dies sind: Ehegatten, Vorfahren und Abkömmlinge oder deren Beauftragte, etwa der Bestatter.

Die Beurkundung des Sterbefalles ist gebührenfrei. Für die Ausfertigung einer Sterbeurkunde wird allerdings eine Gebühr erhoben.

Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 6.581

12.09.2005 10:35
#5 RE: Was tun wir bei einem Trauerfall? antworten

Woran muss ich bei einem Sterbefall alles denken?

Neben der zumeist überwältigenden Trauer und dem Schmerz beim Sterbefall eines nahen Angehörigen werden wir zudem noch mit vielen Dingen konfrontiert und förmlich überrollt, welche zeitlich rasch erledigt werden müssen. Dies hindert uns daran, uns auf die erfahrene und erlebte Trauer einlassen und sie durchleben zu können.

Was liegt also in der Folgerichtigkeit nahe, um eine gewisse Ordnung im Ablauf der zu erledigenden Dinge und Angelegenheiten zu schaffen?

Zuallererst ist es wichtig, andere Angehörige zu erreichen (per Telefon), um ein weiteres Vorgehen gemeinsam mit ihnen abzustimmen. Gerade in einem gemeinsamen Handeln erfährt jeder für sich Entlastung, Hilfe, Zuwendung, Begleitung und Fürsorge beim Bewältigen der schwer zu tragenden Situation eines Trauerfalls.

Zu Beginn der anzufallenden Aktivitäten sollte man sich gemeinsam in der Wohnung des Angehörigen treffen. Als ein vordergründiger, wichtiger Aspekt fällt das Sichten der Unterlagen des Verstorbenen an. Liegen diese vor, untersucht man diese auf laufende Verpflichtungen und wichtige, dringende Termine. Ganz wichtig ist es auch, die Unterlagen auf eventuelle Letztwillige Verfügungen des Verstorbenen hinsichtlich seiner Bestattungswünsche sowie auf Sterbegeldversicherungen/Lebensversicherungen/ Bestattungsvorsorgeverträge/ Dauergrabpflegeverträge durchzusehen.

Nach dem Sichten der Unterlagen stellen wir Überlegungen an, was alles getan werden könnte:

* Daueraufträge kündigen

* den Vermieter informieren

* gegebenenfalls Mietvertrag kündigen

* Zeitungen abbestellen

* Gas/Elektro/Wasserrechnungen begleichen.

Es besteht weiterhin die Möglichkeit, das vom Verstorbenen abgeschlossene Lebens- und Unfallversicherungen mit dem Todesfall fällig geworden sind. Es können auch eventuelle Ansprüche auf Hinterbliebenenrente bzw. Witwen- oder Waisenrente bestehen. Zur Abklärung, ob diesbezüglich Ansprüche bestehen, wendet man sich an die Bundes- bzw. Landesversicherungsanstalt für Angestellte oder den Versicherungsämtern der Städte und Landkreise. Ist der Erblasser anlässlich eines Arbeitsunfalls oder aufgrund einer Berufskrankheit verstorben, bestehen unter Umständen Ansprüche gegen die zuständige Berufsgenossenschaft. Weiter sei auf mögliche Ansprüche gegen die Kriegsopferversorgung, auf beamtenrechtliche Versorgungsbezüge, die Altershilfe für Landwirte und eine betriebliche Altersversorgung hingewiesen.

Im Erbfall muss von dem Erben / den Erben auch an bestehende Verträge des Verstorbenen gedacht werden. Zu denken ist hier vordergründig an:

* Spar- und Girokonten

* möglicherweise bestehende KFZ- , Hausrat-, oder sonstige Versicherungen

* Vereinsmitgliedschaften

* Zeitungsabonnements

* bestehende Wohnraummietverträge des Erblassers

Bei letzteren Vetragen müssen unter Umständen (meist unter Vorlage des Erbscheins) Auflösungen oder Umschreibungen vorgenommen werden.

Falls Sie ein Testament des Verstorbenen finden, ÖFFNEN SIE ES NICHT! ES WIRD DADURCH UNGÜLTIG! BRINGEN SIE DIESES SOFORT ZUM AMTSGERICHT!

Nach dem Verlassen der Wohnung des Verstorbenen sollte man folgend weiteres tun:

* Benachrichtigung des Arbeitgebers des Verstorbenen

* Benachrichtigung der Versicherungsunternehmen (Lebens-, Renten-, Krankenversicherung und eventuell Sterbekasse)

* Banken benachrichtigen, bei denen der Erblasser Konten unterhalten hat

* Wurde ein handschriftliches Testament aufgefunden, dann muss dieses sofort beim zuständigen Amtsgericht abgeliefert werden.

* Beim Amtsgericht Antrag auf Testamentseröffnung stellen

* Liegt kein notarielles Testament vor, so sollte unverzüglich ein Erbschein beantragt werden, damit die Erbfolge nachgewiesen werden kann.

* Weitere Erledigung von Formalien, eventuell Rechtsberatung bei Rechtsanwalt einholen (Fristen sind möglicherweise zu beachten!)

* sich mit dem zuständigen Finanzamt des Erblassers in Verbindung setzen, um dort möglicherweise sofort Lohn- oder Einkommenssteuererstattungsanträge anzubringen. Dazu müssen Sie die Steuererklärung des Erblassers machen; Informationen hierzu gibt Ihnen das zuständige Finanzamt.

* Wenn die Mietwohnung nicht von den Angehörigen übernommen werden soll, müssen entsprechend auch alle Nebenkostenverträge, also Strom-, Gas-, Wasser- und Entsorgungsverträge gekündigt werden.


Julia B. Offline



Beiträge: 47

13.09.2005 08:42
#6 RE: Was tun wir bei einem Trauerfall? antworten

Mir erscheint für den Fall, dass jemand daheim stirbt, noch eine Anmerkung wichtig zu sein:

Es hat keine Eile, einen Arzt oder Bestatter zu informieren. Wenn jemand etwa am späten Abend oder in der Nacht stirbt, so reicht es völlig aus, den Arzt am nächsten Morgen anzurufen.

Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 6.581

13.09.2005 09:57
#7 RE: Was tun wir bei einem Trauerfall? antworten

Der Transport des Verstorbenen:

Die Leichenschau des Arztes erfolgt immer am Sterbeort oder dem Auffindungsort des Verstorbenen. In diesem Sinne und aus diesem Grund darf er nicht von diesen Orten fortbewegt werden, daher sollte bis zur Leichenschau eine Beförderung des Leichnams unterbleiben. Daraus ergibt sich im Ergebnis, ob die Leiche zur Bestattung freigegeben wird oder aber weitere Untersuchungen durchgeführt werden müssen, wie z.B. der Gerichtsmedizin. Die Leichenschau wie eventuelle andere Untersuchungen sollten also erst durchgeführt sein, bevor der Leichnam transportiert wird.

Der Transport des Verstorbenen sollte würdig gestaltet sein. In der Regel wie den meisten Fällen erfolgt er in einem Leichenwagen, also einem Fahrzeug, das zur Leichenbeförderung eingerichtet ist und ausschließlich diesem Zweck dient. Dieser unterliegt einzelnen Bestimmungen, welche in den Bundesländern geregelt sind. Vorgesehen ist im Regelfall, dass der Laderaum umschlossen, verschließbar und vom Fahrerraum getrennt sein muss. Der Boden des Laderaums muss so beschaffen sein, dass die aus einem Sarg austretende Flüssigkeit nicht ins Freie gelangen kann. Außerdem muss der Laderaum einschließlich aller Einbauten abwaschbar und für eine Desinfektion geeignet sein. Der Sarg muss so befestigt werden können, dass er sich während der Fahrt nicht verschiebt.

Die Leiche selbst darf nur in einem fest verschlossenen, widerstandsfähigen und gut abgedichteten Holzsarg befördert werden, dessen Boden mit einer ausreichend dicken Schicht aufsaugender Stoffe bedeckt ist. Es sind desweiteren Särge aus einem anderen Material, z.B. Metall, erlaubt, diese müssen aber oben genannten Erfordernissen entsprechen.

Bei der Beförderung im Straßenverkehr über die Gemeindegrenzen des Sterbeortes hinweg muss jede Leiche von einer zuverlässigen Person begleitet werden. Auch der Führer des Fahrzeugs, mit dem der Sarg befördert wird, kann als Begleitperson eingesetzt werden. Für einen Transport innerhalb der Gemeindegrenzen sind keine besonderen Papiere nötig, es reicht der Totenschein, welcher vom Arzt bei der Leichenschau ausgestellt wurde. Erfolgt der Transport des Leichnams über die Grenzen eines Bundeslandes hinaus, in welchem sie der Todesfall ereignet hat, ergibt sich die Notwendigkeit des Mitführens eines Leichenpasses, wenn das Bestimmungsland durch Gesetz oder Verordnung entsprechendes vorschreibt. Ein Leichenpass ist außerdem immer erforderlich, wenn der Transport der Leiche mit der Bahn erfolgt oder in das Ausland führt. Der Leichenpass wird von der Gemeinde ausgestellt, in welcher der Transport des Leichnams beginnt. Bei der Ausstellung des Leichenpasses ist sicherzustellen, dass vom medizinischen Standpunkt aus keine Bedenken gegen die Beförderung bestehen und dass die Leiche gemäß den geltenden Bestimmungen transportiert wird.


Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 6.581

14.09.2005 12:34
#8 RE: Was tun wir bei einem Trauerfall? antworten

Die Aufbahrung des Verstorbenen.

Als Aufbahrungsort für die Verstorbenen dient die Leichenhalle. Sie befindet sich in Friedhofsgebäuden und dient Angehörigen sowie Bekannten des Verstorbenen dazu, sich von diesem angemessen und würdig verabschieden zu können. Heutzutage ist es aber auch gängig, das viele Bestattungsunternehmen eigene Leichenhallen unterhalten. Diese sind den öffentlichen Leichenhallen gleichgestellt. Die Leichenhallen sind in Kühlzellen aufgeteilt, in welchen der Leichnam seine Aufbewahrung findet. Desweiteren sind in Leichenhallen Aufbahrungsräume integriert, in denen, wie schon eingangs erwähnt, die Angehörigen vom Leichnam Abschied nehmen können. Die Kühlzellen der Leichenhalle bieten den Garant, das ein Leichnam hier mehrere Tage gelagert werden kann, falls dieser für eine Freigabe zur Bestattung z. B. zuerst durch die Pathologie untersucht werden muss. Die meisten Bundesländer schreiben Fristen vor, nach denen ein Leichnam beigesetzt werden muss.

Eine andere Form und Möglichkeit der Aufbahrung stellt die Hausaufbahrung dar. Diese kann zum Tragen kommen, weil es viele Angehörige gibt, welche Vorbehalte haben, den Verstorbenen in eine Leichenhalle zu überführen. Sie wünschen sich für ihren verstorbenen Angehörigen bis zur Beisetzung eine Aufbewahrung in einem persönlicheren Rahmen, zumeist in der eigenen Wohnung oder dem eigenen Haus. Die Aufbahrung eines Verstorbenen ist problemlos für ein bis zwei Tage nach dem Tod möglich, wenn dieser nicht an einer meldepflichtigen Krankheit gelitten hat. Eine Fristverlängerung für eine Hausaufbahrung ist durch das zuständige Ordnungsamt genehmigen zu lassen. Je nach den äußeren Umständen (Temperaturen, Jahreszeit etc.) kann eine Aufbahrung bis zur Beisetzung zulässig sein. Die Höchstdauer für eine Aufbahrung zu Hause ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Ahasveru Offline

Administration Forum

Beiträge: 6.581

15.09.2005 15:22
#9 RE: Was tun wir bei einem Trauerfall? antworten

Die Verabschiedung des Verstorbenen.

Die Verabschiedung eines Verstorbenen erfolgt durch die Hinterbliebenen zumeist durch ein persönliches Einladen zur Beerdigung oder aber auch durch Veröffentlichung von Anzeigen in der Tageszeitung. Es ist schade, das viele Hinterbliebene die Anzeigen für ihre verstorbenen Angehörigen nicht individuell selbst gestalten, sondern in den meisten Fällen, auch wegen der Kürze der Zeit, auf die bei Bestattern ausliegenden Muster zurückgreifen. Dieses führt letzten Endes dazu, das sich viele der in Zeitungen abgedruckten Anzeigen häufig gleichen.

 Sprung  

Zugriffsstatistik:
counter

Impressum und Haftungsausschluss - Hinweis zu den Informationen hier

Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de