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Pflege eines sterbenden Menschen aus PflegeWiki, der freien Wissensdatenbank Sterben hat mehrere unterschiedliche Bedeutungen. Pflegende wissen nicht "automatisch" Bescheid, was Sterben für den akut zu versorgenden Menschen bedeutet. Ist es ein psychischer, ein religiös bedeutender Vorgang, eine Kettenreaktion der inneren Organe auf einen Unfall oder Krankheitsverlauf. Welche sozialen Dimensionen hat es für alleinstehende und für Mensche, die im Aufbau einer Familie sind? In der Pflege ist es umstritten, wie weit Angehörige in dieser Situation selbst Gegenstand der Pflege sind. Es ist unbestritten, dass Angehörige in die Pflege soweit einzubeziehen sind, wie sie das selbst wollen, können und es ethisch vertretbar ist. Sterbebegleitung ist eine umfassende pfleg. Aufgabe, die nicht mit dem Tod der gepflegten Person endet. Einleitung / Allgemein
* Die Maßnahmen dürfen den Bewohner nicht stärker belasten als die Beschwerden selbst. * Im Vordergrund der pflegerischen und medizinischen Betreuung Sterbender steht das Recht auf einen friedvollen, schmerzfreien und würdevollen Tod. * Prinzipien des pflegerischen Handelns sollten die Wahrung der menschlichen Würde und das Schaffen der in dieser Situation höchstmöglichen Lebensqualität sein. Dies geschieht durch: o ständiges Prüfen der Bedürfnisse des Sterbenden o sorgfältige und regelmäßige Durchführung der notwendigen Prophylaxen, um zusätzliche Schmerzen und Beeinträchtigungen zu vermeiden o Vermeidung unnötiger Anstrengungen für den sterbenden Menschen (z.B. auf Ganzwaschung oder Bettbeziehen verzichten o atmungserleichternde und bequeme Lagerung unter Einbeziehung der Wünsche und Bedürfnisse des Bewohner o behutsame, bedürfnisgerechte Körperpflege Pflegeplanung 1. der Bewohner hat Angst vor dem Sterben und dem Tod Der Bewohner kann seine Ängste und Bedürfnisse mitteilen. Er fühlt sich in seiner Umgebung geborgen * Es wird eine Bezugsperson ausgewählt * Gesprächsbereitschaft signalisieren * Nonverbaler Kommunikation großen Stellenwert einräumen (z.B. die Hand halten) * Auf Signale und Äußerungen achten und diese nach Möglichkeit entsprechend berücksichtigen * Gespräch über Sterben und Tod mit dem Bewohner führen, so weit er es wünscht (hier ist es erforderlich, sehr feinfühlig auf Äußerungen des Bewohner zu reagieren) * ausweichende Antworten, Halbwahrheiten oder Oberflächlichkeiten kann der Bewohner meist leicht erkennen, und stören das Vertrauensverhältnis massiv * für eine dem Bewohner angenehme (ruhige) Atmosphäre sorgen 2. der Bewohner hat Angst, in seiner letzten Lebensphase allein zu sein. Er fühlt sich von seinen Angehörigen isoliert, oder hat keine Angehörogen Der Bewohner ist nicht allein, er kann von Familie und Freunden abschied nehmen * den Angehörigen jederzeit Besuchsmöglichkeiten einräumen (auch nachts) * Angehörige übernachten lassen bzw. über diese Möglichkeit informieren (Gesprächsbereitschaft signalisieren) * nicht unnötig stören wenn Angehörige zu Besuch sind * den Angehörigen das Angebot machen Pflegeaufgaben zu überlassen * den Bewohner nicht alleine lassen, insbesondere wenn keine Angehörigen da sind 3. der Bewohner möchte wichtige Dinge vor seinem Ableben erledigen (Testament, Aussprachen) Der Bewohner kann seine unerledigten Geschäfte regeln * Entsprechende Angehörige verständigen / informieren * evt. Termin mit Notar vereinbaren * ungestörte Atmosphäre schaffen * Erstellung eines Nottestaments 4. der Bewohner kann seinen religiösen Bedürfnissen nicht nachkommen Der Bewohner erhält den seelsorgerischen Beistand, den er sich wünscht * Bewohner (oder Angehörige) befragen, ob seelsorgerischer Beistand erwünscht ist * Rituale des entsprechenden Glaubens tolerieren und ermöglichen (z.B. Krankensalbung) * bei Bedarf dem Bewohner vorlesen (z.B. Bibel) oder mit ihm beten (z.B. Texte aus dem „Gotteslob“) * mit dem Bewohner Gespräche über religiöse Fragen führen ohne den Bewohner zu beeinflussen (z.B. eigene Vorstellung vom Tod) 5. pflegerische und medizinische Maßnahmen belasten den Bewohner Der Bewohner muss keine vermeidbare Belastung oder Behandlung ertragen * grundsätzlich soll sich die Pflege (soweit möglich) an den Bedürfnissen des Bewohner orientieren (z.B. Überflüssiges oder Routinearbeiten weglassen) * Schmerzprotokoll führen um dem Arzt eine optimale Schmerztherapie zu ermöglichen (diese orientiert sich an den Schmerzspitzen) 6) häufige körperliche Beschwerden: 6.1. Bewohner hat Schmerzen (körperlicher Dauerschmerz) Bewohner soll möglichst keine Schmerzen ertragen * zeitgenaue Gabe der Medikamente (z.B. Durogesic ®) * auf Schmerzäußerungen achten (hilfreich ist ein Schmerzprotokoll), ggf. Absprache mit dem Arzt über Änderung der medikamentösen Schmerztherapie (evt. Dosis steigern). * Linderung des Schmerzempfindens durch das Berücksichtigen von Wünschen und Bedürfnissen. * schmerzfreie Lagerung 6.2. Bewohner hat allgemeine körperliche Schwäche Aktivität ist gefördert, Schwäche wird vom Bewohner akzeptiert * Behandlungsplan mit dem Arzt absprechen (z.B. Gabe von Glucokortikoiden, diese fördern die körperliche Vitalität) * Bewohner motivieren aktiv zu bleiben, und sich nicht aufzugeben (z.B durch Gespräche, oder Biografiearbeit). 6.3. Bewohner leidet unter Appetitlosigkeit und vermindertem Durstgefühl Bestmöglicher Ernährungszustand bleibt erhalten. Flüssigkeitszufuhr ist ausreichend * Absprache mit dem Arzt über Behandlungsmöglichkeiten (z.B. Medikamente, PEG-Anlage, EnergyDrinks) * Lieblingsspeisen und/oder Getränke anbieten (Angehörige über Gewohnheiten befragen) * Flüssigkeitszufuhr bilanzieren und Essverhalten dokumentieren (mit Küchenpersonal Rücksprache nehmen) * Mundregion auf ausgetrocknete Schleimhäute beobachten (siehe 6.6.) * auf Schluckbeschwerden achten 6.4. Bewohner kann Obstipation durch Bewegungsmangel und Opiattherapie entwickeln Obstipation verhindern * Abführverhalten beobachten * auf Darmgeräusche achten * alternative Maßnahmen (z.B. ein lauwarmes Glas Wasser morgens, ballaststoffreiche Ernährung [z.B. Leinsamen], Buttermilch, Sauerkrautsaft, Trockenpflaumen) * Arzt über medikamentöse Unterstützung (z.B. Laxoberal®, Bifiteral®) befragen 6.5. Bewohner leidet an Übelkeit und Erbrechen Belastungen werden gemindert * Beobachtung des Auftretens, von Regelmäßigkeiten und Zusammenhängen (auf eventuelle psychische Auslöser achten). * Artz über Beobachtungen informieren, ggfls. medikamentöse Therapie anregen. 6.6. Bewohner kann ausgetrocknete Mundschleimhäute entwickeln Hautzustände sind gut befeuchtet und läsionsfrei * gute Beobachtung der Mundschleimhäute * Mundpflege wird regelmäßig durchgeführt * möglichst häufig kleine Trinkmengen anbieten 6.7. Bewohner kann Schluckbeschwerden entwickeln Schluckreflex wird gefördert möglichst häufig kleine Trinkmengen anbieten 6.8. Bewohner ist verwirrt. Es besteht die Gefahr von Fremd- und Selbstgefährdung Gefährdungen minimieren *Bewußtseinslage beobachten * Gefahrenquellen ausschalten (z.B. Stolperfallen, Streichhölzer) * Vermehrte Kontrollgänge. Hierbei nach Bedürfnissen fragen („Möchten Sie zur Toilette?“) und Gewohnheiten nachgehen. 6.9. Bewohner leidet unter Schlafstörungen (psychisch, Schmerzen) Schlafstörungen weitestgehend ausschalten * Beobachtung des Tages-Nacht-Rythmus * Schlafstörungen spezifizieren (Einschlaf-, Durchschlafstörungen usw) * Ängste besprechen * Schmerzäußerungen beachten (siehe 6.I.) * Rituale durchführen (Gebete, „Lichtchen anlassen“, „Betthupferl“) * Arzt hinzuziehen 6.10. Bewohner hat Atemnot Atmung erleichtern * Oberkörperhochlagerung * Bewohner beruhigen (z.B. Hand halten, Angst nehmen, Bewohner nicht alleine lassen und dieses auch ihm gegenüber äußern) * evt. den Rücken einreiben , abklopfen (atemstimulierend) * Atemtypus dokumentieren
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