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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 2.058 mal aufgerufen
 zur Betreuung und Unterbringung von Schwerkranken und Sterbenden
ingoborm Offline

Webmaster und Administration Technik
Beiträge: 937

28.02.2006 18:04
Was tun? antworten
Okay, im Prinzip mit Einverständnis von Alia, veröffentliche ich hier ein Dialog mit ihr aus einem anderen Forum (per PN) In Kursiv bin ich. Ich denke mal und hoffe ihr könnt ihr hier auch weiter helfen

lieber Jimmy
vor ein paar Tagen "stellte" ich ein virtuelles Licht ins Forum,.. als "Letzte Hoffnung",.. du schriebst etwas von "loslassen", was ich nicht tue, sondern andere.

Nun haben wir heute die traurige Gewissheit, das Nichts mehr geht, und es stellt sich die Frage: Verlegung in ein anderes Krankenhaus, mit der Hoffnung auf Besserung; Nach Hause gehen, ambulante Pflege, was die Betreuende nicht schafft; (wobei die Hoffnung an eine erneute Chemo besteht) oder,.... mit trauriger Gewissheit die "Endstation" Hospiz.
Deine Site, die du in deinem profil anführst, macht mich mutig zu fragen, inwieweit du das "Wissen" darüber hast.?!
Vielleicht kanst du mich ja anmailen,... bin dort seit gerade unter "gleichem" Nick angemeldet, wie auch hier.

Alles Liebe
Alia
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Hallo, zum einen lese ich noch ein festklammern heraus. Auf der einen Seite schreibst du, dass sich die Gewissheit herausstellt das nichts mehr geht und auf der anderen Seite ist die Hoffnung auf eine erneute Chemotherapie. Die Frage ist: Will er selber diese Chemotherapie? Was bringt sie noch? Die Frage ist auch: Für wen bringt diese Chemotherapie etwas? Wer "profitiert" mehr davon? Er? Oder seine Angehörigen?
Welche "Überlebenszeit" hätte er dann noch?

Wenn er selber nicht mehr ins KH und die Chemotherapie will und er zu Hause nicht gepflegt werden kann, dann ist das Hospiz die richtige Wahl.

Du kannst das ganze auch noch bei mir im Forum bereden lassen. Andere Mitglieder dort können dir auch noch mit Rat unterstützen.
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Lieber Jimmy,
Danke für deine Anteilnahme. Ich hab mich heute, so gut es ging schon in deinem Forum "eingelesen" und hier den Thread: Ich will Leben, eröffet. ER will leben,... wollte er immer. Mein Sohn WILL das er lebt,.. meine Mum sagt: Besser ich wäre tot, als dass ich das durchmachen muss. ER kann von mir aus 100 werden.
ABER: ER lebt schon seit 21 Jahren mit Krebs und der Chemo. Nun sind auch die Nieren betroffen, in der Nase sind Metastasen. Er kann nichts mehr schlucken, und bricht alles aus, was er trinkt. Seit heute bekommte er "Astronautenkost". Sein Körper ist geschwächt,- ausgemergelt,.. fast ausgehungert, wie es bei meinem Vater damals war. Aber er ist bei Bewusstsein,.. dämmert nur hin und wieder. Er hat "seinen" Wohnwagen und wollte immer wieder zurück. Er hat "eigene" Kinder, die ihn ablehnten, weil er zu meiner Mum zog. Und dennoch will er leben. Er will es,.. doch sein Körper ist schwach. sehr schwach. Aber er klammert sich ans "Überleben",.. mit eiserner Gewalt.- ER kann nicht los lassen und ich habe ein "Helfersyndrom" und kann dennoch nichts tun.
Alles Liebe
Alia
Werde später auf dein "Angebot" zurück kommen. Danke!!!
PS. Eine "Zeitspanne" wurde uns nicht genannt,.. aber ich schätze, es sind nur noch Tage (hab "astrologisch" geschaut,.. wenn,- wann,.. was überhaupt nicht heißen muss, da mir seine Geburtszeit fehlt)
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Da sein Körper sehr schwach ist dürfte eine Chemotherapie sowieso keine wirkliche Alternative mehr sein, da sie ihn eher noch mehr schwächen würde. Ist natürlich schwer wenn er selber noch Hoffnung hegt. In dem Fall musst du auch vorsichtig agieren. Heisst du darfst nicht seine Hoffnung zerstören und auch nicht ihn darin bestärken das alles wieder gut wird. Wenn ihr also über seine Hoffnung redet, musst du wertefrei darüber reden. Ist schwierig neutral zu agieren. Es geht aber, indem du einfach ihn über diese Möglichkeit reden lässt und du ihm halt keine Versprechungen machst, das alles wieder gut wird.
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Das Reden hat heute bereits die Ärztin unternommen, anschließend war eine Dame des "ambulanten Dienstes" des St.Rochus in C-R bei ihm,... gerade, als ich sie anrief. War "putzig" der Gedanke, dass sie gerade in diesem Augenblick bei ihm war,- trotz der Traurigkeit. Bisher haben wir ihm immer die Hoffnung gemacht und darin bestärkt, zu essen, zu trinken, seine Medizin zu bekommen. All das,... und irgendwie wurde ihm durch "dieses" Gespräch dennoch bewusst, dass es kein "danach" mehr gibt.
Für einen wie "mich", die einen "Lehrer" hat, der es Besser weiß, ist "dieser Gedanke" des "weiter" "einfach" (was nicht heißt, das ich leicht sterben werde,- wenn es soweit ist), aber er,- diese "unreligiöse" Gemeinde, die sich niemals um Glaube und Co. Gedanken gemacht hat, er sieht da NUR ein "Schwarzes Loch" was ihn aufzerren und verschlucken will.
Mein Vater war vor seinem Tod bereits zweimal "herztot" und berichtete vondem "Weißen Licht", wohin ich in dann "geleitet" habe,.. aber er..... für ihn ist da Alles Dunkel,.. keine Hoffnung.
Als ich "hinter den Vorhang" gesehen habe, erkannte ich "eine weibli. Seele" und ganz entfernt eine "andere",- nicht erkennbare, die
"ihn" mit offenen Armen empfangen. Nun "beginne" ich gerade damit, ihm eine "neue Heimstadt" (visuell) zu erbauen, in die er "gehen" kann,.. ich erfülle die Dunkelheit Kraft meiner Gedanken mit Farbe. und ich "bete" für ihn (ein Mantren: OM Srim amalaja namaha)
Danke für deinen "Beistand", lieber Jimmy
Alia
Wenn du magst, kann dieser Dialog in dein Forum gesetzt werden
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Klar kann dieser Dialog bei mir im Forum weiter geführt werden... du musst nur einen Thread eröffnen.

Nicht immer helfen esoterische Ansichten einen weiter. Ich hab die Erfahrung gemacht das die meisten Sterbenden eben nicht esoterisch sind. Was für einen selbst gilt, gilt für den anderen eben nicht. Für dich kann es eine Erleichterung sein, für ihn in seiner Lage ist es eben nicht. Was auch nicht so schlimm ist, denn jeden das seine.

Ahasveru Offline

Administration Forum
Beiträge: 6.581

28.02.2006 18:35
#2 RE: Was tun? antworten

Zuerst gilt hier eine fundierte Diagnostik des behandelnden Arztes / der Ärzte, ob der Patient austherapiert und wie weit seine Krankheit fortgeschritten ist. Sollte er austherapiert sein und sein Allgemeinverfall recht zügig vor sich gehen, was die Gedanken an eine Verlegung in ein anderes Krankenhaus ad acta führt, da kurativ (heilend) nichts mehr getan werden kann sowie auch Therapien in Form weiterer Chemos erfolglos bleiben,ist je nach Lage des Allgemeinzustandes und der vorliegenden Symptomatik von ärztlicher Seite, aber auch nach den Wünschen und Bedürfnissen des Patienten, abzuklären und zu entscheiden, ob die weitere Betreuung palliativ auf einer Palliativstation erfolgt, ambulant zu Hause oder in einem stationären Hospiz.

Die Betreuung und die Pflege des Patienten gehören in diesem beschriebenen Fall in fachkompetente Hände.

Lösung:

Abklärendes ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt / den Ärzten und dem Patienten über zu diesem Zeitpunkt vorliegende Diagnostik und weiteres Betreuen und Behandeln des Patienten.

Nach Feststellung von oben Genanntem den Dienst anrufen, welcher für eine bestmögliche Pflege und Betreuung in Frage kommt, sich über diesen, anfallende Kosten und dergleichen mehr, was zu tun und zu beachten ist, informieren.

Wenn der Patient keine lange Lebenserwartung mehr hat, gehört seine Betreuung in die fachkompetenten Hände eines Hospizdienstes, nicht in die Hände von Angehörigen, weil diese zumeist selber begleitet werden müssen, weil sie die Situation schwer ertragen können und diese sie überfordert. Die Angehörigen werden aber in ihrer Begleitung mit in die Begleitung des Sterbenden einbezogen.

Die Esoterik sollte aussen vorbleiben, hier ist rein auf die Bedürfnisse und Wünsche des Patienten zu achten, sie zu respektieren und darauf einzugehen. Es ist sein Leben, es ist sein Sterben, es ist sein Tod. Es gilt, ihm diese Würde zu lassen, sie anzunehmen, mitzufühlen und mitzugehen, aber bitte nicht zu führen, auch nicht im Sinne eines Helfersyndroms, weil es für den Sterbenden wie denjenigem, welcher es anwendet, schädlich ist.

Lieber Gruss,:O)

Ahasveru

Alia Offline


Beiträge: 4

28.02.2006 21:44
#3 RE: Was tun? antworten

Lieber Ingo

Viiiiiiiielen Dank für DeineGroße Mühe, all unser "Geschreibsel" hierher zu bringen. Wie schon an anderer Stelle gesagt: meine Zeit war arg bemessen (ich versuche noch zu arbeiten,.. so gut es geht. Lenkt ab von dem Gedanken, was noch kommt)

Liebe Ahasveru (hoffe, das ich richtig liege)

auch dir vielen Dank für Deine Worte.
Zum Einen: Austherapiert kiann er - lt. Ärztin - nicht werden. sie können ihn einfach nicht stabilisieren, weil er a) nichts mehr aß und dadurch abbaute, b) nur wenig trank, und c) auch seine Medizin nicht nehmen konnte, weil nicht "schluckbar".
Anscheinend verträgt er nur noch Kalte,- kalte Getränke und warme Brühen, die es als Vorspeise gab.
Mehr nahm er nicht zu sich.
Die Diagnose der betreuenden Ärztin war: die Nieren ziehen sich zurück, weil auch dort ein "fortschreitendes Karzinom" ist. Dadurch wird das Wasser nicht zur genüge ausgeschwemmt. Im Nasenraum sind "Auswüchse" der Krankheit, die immer wieder blutend ausbrechen. Wenn sie verkrusten, bekommt er nur wenig Luft. Im obereren Brustraum (ich denke, Höhe Zwerchfell) staut sich etwas, was ihn nicht schlucken lässt. Ein "Stück" davon konnte er vor ein paar Tagen auswürgen (während des Brechens)

Aber: Ein Vorteil hatte mein Drängen an meine Mutter, doch ein Gespräch mit dem Arzt zu führen: Es hatte den Vorteil, das man sich nun intersiver um ihn kümmert. Ich selber sprach eine Verlegung in ein anderes Krankenhaus an,.... wobei ich aber darauf achtete, nichts gegen das jetzige zu sagen, sondern nur so allgemein. Das alleine machte schon "hellhörig". Meine Frage nach "verflüssigter Medizin" war auch "tragend". War es anscheindend vor Tagen noch "egal", ob er seine Medizin nimmt, kam gestern promt die Ärztin herein und fragte, ob er seine Pillen nicht schlucken kann,- was er verneint. Wegen der Wasseransammlung in den Beinen, wollte man eigentlich auf Intravenös verzichten,... aber... siehe da: Heute hatte er gleich mehrere Tropfs dran, die er nacheinander bekam.
Auch schimpfte der Chefarzt mit ihm. weil er seinen Tropf zuu schnell eingestellt hat (selber)(böser Bube). Er versucht zu Essen und zu trinken (seine A-Kost)
Da meine Mutter im Gespräch mit der Ärztin mehrfach betonte, dass sie den langjährigen Onkologen anrufen wolle, lenkte die Ärztin ebenfalls ein, dass sie ihn gleichfalls anrufen wollte, was sie anscheinend gemacht hat.
Nun bekommt er Hochdosiertes Kortison. Eine Verlegung in ein Hospiz ist wohl erst einmal nicht angeraten,.... wenn dann wohl eine Verlegung zum Augusta-Krankenhaus in BO,.... aber zuvor die 5-tägige Therapie.
Jetzt heißt es warten.

Alles Liebe
Alia

Alia Offline


Beiträge: 4

28.02.2006 21:58
#4 RE: Was tun? antworten

Das Schlimmste daran ist, dass im "Glauben" meiner Mum jeder andere besser weiß, was derzeit gut ist für den Patienten. Nicht nur, dass sie das Schicksal derart mitnimmt,.... viel mehr erkenne ich auch eine Angst darin..... eine Angst, zu verlieren, aufzugeben,....verlassen zu sein.
Vielleicht wird durch solch einen tragischem Fall erst einmal wirklich die eigene Vergänglichkeit bewusst.
Ich versuche ihr beizustehen, so gut ich kann. Hab mir schon Bachblüten bestellt. Eigentlich müsste sie meine Mum nehmen (Rescue und Pine)
Auch habe ich ihr heute berichtet, was ihr hier an vielen Infos über "Sterbende" (die 12 Rechte des.....)geschrieben habt. Es ist unheimlich viiiiel Wissen hier, und man weiß am Anfang gar nicht, wo man anfangen soll.
Für durchlesen werde ich wohl Jahre brauchen (grins),... aber es ist sehr informativ. Eigentlich wollte ich mich irgendwann,... wenn es die Zeit erlaubt,... auch dem Hospizdienst "offen" tun,.... aber bis dahin habe ich noch zwei eigene Fälle zu betreuen. Vielleichtbin ich dann "gereift" genug.

Was mit bei all der Trauer und den Gedanken ums Sterben bewusst wurde ist; Für die Angehörigen ist "diese Zeit" eine "Reifeprüfung!". Zwar eine sehr harte, aber...... sie hat was. Ich denke, wer aus solch einer "Krise" gesund hervorgeht, und nicht daran scheitert, der ist bereit, für größere Aufgaben.-
Es ist zwar schmerzhaft, mitanzusehen, wie der "Zerfall eines Menschen" voranschreitet, aber es macht auch bewusst, dass nichts auf Erden von ewigen Bestand ist.
Ich melde mich, sobald sich etwas ereignet.
Nochmals vielen Dank für diesen "Zuspruch", den ich durch euch und dieser Seite erhalte. Es tut gut, zu lesen, dass nicht nur "ich" (wobei ich ich klein schreibe)so etwas erlebe. Eine gute Site für Erfahrungen. Danke

Alles Liebe
Alia

Ahasveru Offline

Administration Forum
Beiträge: 6.581

28.02.2006 22:01
#5 RE: Was tun? antworten
Liebe Alia,:O)

Zuerst einmal bin ich ein Lieber Ahasveru, aber der Vertuer tangiert mich nicht,*schmunzel*.

Wie Du siehst, ist das Konfrontieren von Ärzten von mündigen Patienten oder dessen Angehörigen im Sinne einer Patientenanwaltschaft zumeist von Erfolg gekrönt,:O).

Was Du schreibst, hört sich ja schon mal recht gut an, bleibt am Ball und seht zu, das der Patient die nötige Behandlung, Betreuung und Pflege erhält. Eine Erwägung der Verlegung in eine andere Klinik ist hier zu erwägen, sollte dies nicht so rasch erfolgen können, ist bei Behandlungsunterlassung die Ärztekammer einzuschalten.

Ich wünsche Dir viel Trost und Kraft, und das der Patient wie Du wieder ein kleines Licht der Hoffnung seht, das sein Leben jetzt noch nicht zu Ende geht,:O)

Lieber Gruss,:O)

Ahasveru

Alia Offline


Beiträge: 4

02.03.2006 23:50
#6 RE: Was tun? antworten

lieber Ahasveru

Danke für Deinen Zuspruch,.......
nun,.... das Ganze spitzt sich derzeit dramatisch zu, denn der Kranke sammelt Wasser an.
Zwar bekommt er mehrere Tropfs gleichzeitig (Morphium soll auch dabei sein,- wie meine Mum sagte), aber jetzt speichert er auch im Bauchraum das Wasser.
Seine Nieren brennen und "gehen zurück".- Gestern habe ich zufällig gehört, dass Nieren auch zurück gehen, wenn man hungert. Zwar macht er es nicht freiwillig, aber es geht nicht anders.
Bei aller Liebe: Es sieht nicht gut aus,- überhaubt nicht. und....... er hat Angst vor dem Alleinesein,.... deshalb hoff ich, dass morgen meine "Rescue-Tropfen" da sind. Wenn ich es schaffe, werde ich ihm einige Tropfen verabreichen, damit er es besser hat.
Eine Verlegung in ein anderes HK schlug auch der langjährige Onkologe vor,... aber zuvor erst einmal diese Behandlung, die ihm aber nicht gut bekommt. Traurig ist, dass wir als "Laien" nicht wissen, ob er das Richtige bekommt. Wir hoffen es aber.

Das Ganze geht uns sehr nahe und ich habe heute vorsorglich gefragt, wie es aussieht, wenn es noch schlimmer wird. Lt. Besuchszeit sind uns "keine Grenzen" gesetzt,.....

Ich hoffe, es geht gut. Das hoffe ich

Alles Liebe
Alia

Ahasveru Offline

Administration Forum
Beiträge: 6.581

03.03.2006 00:14
#7 RE: Was tun? antworten

Liebe Alia,:O)

Nun, das sich die Situation dramatisch zuspitzt, war schon aus den Beschreibungen der körperlichen Anzeichen aus Deinen Vorpostings zu sehen. Für mich persönlich, als Nichttarzt, sieht es so aus, das der Krebs und seine Metastasen schon den ganzen Körper fest im Griff haben, und das hier in diesem Fall nur noch palliativ (lindernd), nicht mehr kurativ (heilend) etwas getan werden kann. Ich denke mir laut Deinen Aussagen auch, das die Ärzte des Krankenhauses, in welchem der Patient jetzt liegt, in Hinsicht Therapie recht rat- und machtlos sind.

In Antwort auf:
Eine Verlegung in ein anderes HK schlug auch der langjährige Onkologe vor,... aber zuvor erst einmal diese Behandlung, die ihm aber nicht gut bekommt. Traurig ist, dass wir als "Laien" nicht wissen, ob er das Richtige bekommt.

Vielleicht kann sich der Onkologe ja mit den Ärzten des KH in Verbindung setzen, das die Therapie, welche jetzt gemacht wird, abgesetzt wird und eine Verlegung jetzt schon stattfindet.

Zu dem: Richtige bekommt. Liebe Alia, es ist nun mal so, das der Krebs hier bei dem Patienten sehr weit fortgeschritten ist, und es wird eben nicht mehr die Medizin geben, welche den zügigen Verlauf der Krankheit aufhält. Wie schon gesagt, ich denke mir, das hier wohl eher eine weitere palliative Versorgung angesagt ist denn eine kurative. Aber entscheiden müssen das die Ärzte. Wichtig ist aber, das auch der Patient und Angehörige daüber mitentscheiden, wie mit dem Patienten weiter verfahren wird.

In Antwort auf:
er hat Angst vor dem Alleinesein

Wenn Du magst, lies mal bitte hier mit, es trifft hier in diesem Thread auch so einiges auf Deinen Fall zu:

http://www.augenblicke-zwischen-leben-un...sicherheit.html

In Antwort auf:
deshalb hoff ich, dass morgen meine "Rescue-Tropfen" da sind. Wenn ich es schaffe, werde ich ihm einige Tropfen verabreichen, damit er es besser hat.

Und das lässt Du bitte sein, denn dadurch kannst Du rechtlich in ernsthafte Schwierigkeiten kommen, wenn Du hier etwas verabreichst. Du weisst nicht, wie diese Tropfen, was immer das auch sein mag, auf die anderen Medikamente wirken, welche der Patient bekommt. Zudem, es ist ein Eingriff in das Leben und die Würde des Patienten, dieses ist von Dir zu achten und zu respektieren, denn Du weisst nicht, ob er solche Tropfen überhaupt will. Handel bitte NICHT entgegen dem Willen des Patienten und seinen Bedürfnissen und Wünschen, das kann böse nach hinten losgehen.

Lieber Gruss,:O)

Ahasveru


Alia Offline


Beiträge: 4

05.03.2006 21:29
#8 RE: Was tun? antworten

Lieber Ahasveru

ja,..... die Situation spitz sich weiter dramatisch zu,...... wie ich erfuhr, handelt es sich um "Bauchwasser",...... Es steigt und steigt,... und treibt den Bauch und die Beine auf, während Arme und Schultern zusammen fallen.
Das mitden Ärzten will meine Mutter Morgen machen.
Mein Sohn glaubt immer noch an "heilung". Er will den "Lieblingsopa" auf gar keinen Fall aufgeben,.... zu lange leben/lebten wir von der Hoffnung, er wäre "unsterblich".....
Ich erkenne, dass er nun bald in der "Anderswelt" sein wird,..... Ich "fürchte" (nicht aus Angst, sondern aus Sorge, ich könnte Recht haben), schon bald,.... vielleicht wird er gar nicht mehr das Hopiz erreichen. Morgen soll darüber entschieden werden,... morgen will meine Mutter eine anderen Rat einholen,... morgen, morgen, ... morgen
und heute habe ich bereits über "Bauchwasser" gelesen,... und erkannt, dass alle diese Fälle nach auftreten des Wasser kurz darauf verstarben

Danke für den Link,.... werde ihm gleich folgen,...............

,................. und...... Danke für deinen Hinweis,.... werde ihn beherzigen!!!

Alles Liebe
Alia

Ahasveru Offline

Administration Forum
Beiträge: 6.581

05.03.2006 21:50
#9 RE: Was tun? antworten

Liebe Alia,:O)

Sicherlich fällt es uns Menschen in unserem Wesen schwer, uns von geliebten Menschen trennen zu müssen, wenn sie diese Lebensebene verlassen. Darauf beruht die Angst, sie ist die Angst zu verlieren.

Aber sieh es mal so: Die Menschen, welche wir auf unserer Lebensebene begegnen, sind uns in unserem Leben zugesellt, damit sie mit uns zusammen ein Stück unseres Lebensweges gemeinsam gehen. Wir sind mit ihnen wie sie mit uns durch vieles verbunden, weil wir mit ihnen und sie mit uns Bindungen auf unterschiedlichen Seinsebenen geschaffen haben. Wenn nun ein solcher Mensch, mit dem wir verbunden sind, geht und sich aus diesem Leben verabschiedet, löst er diese Bindungen von sich aus, weil sein Lebensweg zuende geht.

Das schmerzt uns, die ihren Lebensweg noch weitergehen, und wir weiter Lebenden sind es, welche diese Bindungen nicht aufgeben möchten, obwohl der andere geliebte Mensch das tut. Dies empfinden wir als Schmerz, wenn wir an diesen Verbindungen krampfhaft ziehen und festhalten.

Was kannst Du also tun?. Als Erstes frage Dich, wie sehr Du den anderen Menschen liebst. Liebst Du ihn von ganzen Herzen? Wünschst Du ihm alles Liebe, alles Glück und alle Freude auf der Welt? Wenn Du das bejahen kannst, dann kämpfe bitte nicht, sondern nehme seinen Abschied an. Mache es ihm bitte nicht schwer, das Du ihn halten möchtest, denn Du vermagst es nicht, wie er selbst es nicht vermag. Wenn Du aber krampfhaft an ihn festhälst, kann auch er sich nicht lösen, und so ist dann auch sein Lebensende ein Kampf.

Mache ihm sein Sich-Loslösen leicht, mache es auch Dir leicht. Sage ihm jetzt, in all den Augenblicken und Momenten, wo Du es noch kannst, wie sehr Du ihn liebst, danke ihm für jeden schönen Moment und Augenblick, in welchem ihr zusammen wart und euch erlebt habt, danke ihm auch jetzt, das Du bei ihm sein darfst, um auch im Abschied mit ihm zusammen zu sein. Sage ihm, das ihr euch nur auf dieser Ebene trennt, aber immer durch Liebe miteinander verbunden seid, in der Liebe, wie sie auch jetzt zwischen euch herrscht.

Es werden viele Emotionen in Dir dabei hochkommen. Lasse sie zu, zeige sie, wenn Du bei ihm bist, auch ihm, denn dann wird er Dich in all Deiner Liebe zu ihm auch noch fühlen und spüren. Lasse ganz langsam los, aber geniesse jeden Moment mit ihm, lass immer ein bisschen mehr los, aber sei bei ihm. Schenk ihm Deine Liebe, er gibt Dir die Seine in seinem Abschied und Gehen, aber ihr bleibt weiterhin verbunden.

Macht alles Weitere so, wie Du hier geschrieben hast: Sprecht mit den Ärzten und holt euch Rat. Aber in der Hauptsache sei jetzt in dieser Zeit in Deiner ganzen Liebe bei ihm und für ihn da.

Das gilt auch für Deine Mutter und Deinen Sohn,:O)

Ich wünsche euch alles Liebe und liebe Grüsse,:O)

Ahasveru

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