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Anorexia nervosa aus PflegeWiki, der freien Wissensdatenbank Der Verdacht auf eine Störung des Eßverhaltens kann bei folgenden Befunden aufkommen: Ein wesentlich unter dem Idealgewicht liegendes Körpergewicht, Verdacht auf eine endokrine Störung, unerklärliche gastrointestinale Beschwerden, abnorme Eßgewohnheiten oder unerklärliche Stoffwechselanomalien. Die Anorexa nervosa ist gekennzeichnet durch eine Abneigung gegen die Aufnahme von Nahrung; sie wird durch eine Vielzahl von Erkrankungen ausgelöst. Bei der Mehrzahl der Eßstörungen vermeidet der Patient die Nahrungsaufnahme oder er versucht, gegen die Folgen einer Nahrungsaufnahme zu agieren. Der Ausschluß anderer Ursachen für die Einschränkung der Nahrungsaufnahme kann Schwierigkeiten bereiten, vor allem hinsichtlich der Endokrinopathien, da die Anorexia nervosa mit einem klinischen Bild und Laborbefunden einhergeht, die auf eine Funktionsstörung der Gonaden, der Hypophyse, der Schilddrüse, der Nebennieren und des Hypothalamus hinweisen können. Besteht der Verdacht auf eine entsprechende Endokrinopathie, so muß die Hormonstörung behandelt werden; falls sich Anorexie und Gewichtsverlust unter dieser Therapie nicht zurückbilden, sollte die Diagnose einer Anorexia nervosa in Betracht gezogen werden; es erübrigt sich dann, die endokrinologische Erkrankung weiter zu verfolgen. Die Diagnose Anorexia nervosa kann gestellt werden, wenn ein Gewichtsverlust von über 25% des idealen Körpergewichts vorliegt. Die Mehrzahl der Patienten mit einer Anorexie vermeidet eine Nahrungsaufnahme; manche Patienten leiden jedoch unter Heißhungeranfällen und geben dann die aufgenommene Nahrung wieder von sich, um eine Gewichtszunahme zu verhüten (dies geschieht durch selbstinduziertes Erbrechen und die Einnahme von Laxanzien). Fehlen die typischen Symptome einer Anorexia nervosa, so kann evtl. eine atypische Anorexia nervosa vorliegen. Diese Patienten leiden häufig in erster Linie unter atypischen oder unerklärlichen gastrointestinalen Symptomen. Solche Patienten benutzen oft ihre körperliche Verfassung und Manipulationen bei der Nahrungsaufnahme als Mittel, um mit emotionalen Streßsituationen fertig zu werden. Ist die Diagnose einer Anorexia nervosa gestellt, so kann eine Therapie eingeleitet werden. Die psychiatrische Behandlung ist von ebenso großer Bedeutung wie die Verbesserung des Ernährungszustands. Letztere muß langsam beginnen, um die seltenen, aber gelegentlich verhängnisvollen Auswirkungen einer raschen Nahrungszufuhr zu vermeiden, vor allem, weil diese Patienten die Folgen des Hungerns in der Regel besser tolerieren als Patienten mit einer vergleichbaren Mangelernährung aufgrund anderer Erkrankungen. Eingreifendere Maßnahmen sind erforderlich, wenn die Patienten auf die anfängliche Behandlung schlecht ansprechen oder sich im Zusammenhang mit dem Hungerzustand schwere Komplikationen entwickeln. Eine Zwangsernährung mit einer nasogastralen Sonde bessert zwar den Ernährungszustand des Patienten effektiv, wirkt sich aber auf die seelische Verfassung nachteilig aus. Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, daß eine frühzeitig eingeleitete Zwangsernährung die Dauer der stationären Behandlung bei Patienten mit einer Anorexie verkürzt oder die Langzeitprognose positiv beeinflußt. Bei ausgewählten Fällen soll sich die Gabe von Chlorpromazin, allein oder kombiniert mit Insulin, als vorteilhaft erweisen. Amitriptylin, L-Dopa und Lithium haben sich in kleinen Patientenkollektiven ebenfalls als wirksam herausgestellt. 66 bis 80% der Patienten sprechen langfristig gut bis mittelmäßig auf eine Behandlung an; die Todesrate liegt Berichten zufolge zwischen 5 und 20%. Patienten, die übermäßig essen und dann die aufgenommene Nahrung wieder freiwillig von sich geben, leiden unter einer Bulimie i.e.S. (Bulimia nervosa), sofern ihr Körpergewicht normal ist. Infolge dieses sprunghaften Verhaltens kann es bei ihnen zu raschen Gewichtsschwankungen kommen. Selbsttätig herbeigeführtes Erbrechen durch Reizung des Oropharynx oder durch Einnahme von Emetika ist sehr häufig. Der Laxanzienabusus dieser Patienten beruht auf ihrer irrtümlichen Annahme, daß diese Mittel eine Gewichtszunahme verhindern, indem die Nährstoffe beseitigt werden, ehe sie resorbiert werden können. Auch durch übermäßige Anwendung von Diuretika soll eine rasche Gewichtsreduktion erzielt werden. Aus diesen Praktiken können viele Komplikationen entstehen, welche die Patienten gewöhnlich dazu veranlassen, einen Arzt zu konsultieren. Die Therapie besteht darin, die Erkrankung festzustellen, Stoffwechselstörungen zu korrigieren und eine langfristige Psychotherapie einzuleiten. Eine exzessive Nahrungsaufnahme ist mit verschiedenen inneren Erkrankungen und psychischen Störungen verbunden, die speziell diagnostiziert und behandelt werden müssen, um die Eßstörung zu korrigieren. Unter Bulimie versteht man ein gestörtes Eßverhalten mit übermäßiger Nahrungsaufnahme ohne Vorliegen weiterer Störungen. Die akute Erweiterung des Magens, die über die durch diese exzessive Nahrungsaufnahme verursachte Dilatation hinausgeht, kann zu Komplikationen führen. Eine metabolische Alkalose und Hypovolämie und in schwereren Fällen eine Ruptur des Magens oder der Speiseröhre können die Folge sein. Selten kommt es vor, daß sich aufgrund der Bulimie eine Pankreatitis entwickelt, die möglicherweise mit den Auswirkungen der exzessiven Kalorienzufuhr nach einer relativen Hungerphase zusammenhängt. Die Behandlung besteht hauptsächlich in einer langfristigen Psychotherapie.
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