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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Krankenpflege
Ahasveru Offline

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Beiträge: 6.581

18.01.2006 11:36
Die Fünf Sinne in der Pflege antworten

Die Fünf Sinne in der Pflege
aus PflegeWiki, der freien Wissensdatenbank

Wahrnehmung und Beobachtung

Der Mensch ist seinem Wesen gemäß auf Beziehung angelegt. Er will und muss sich ausdrücken können und braucht den Austausch von innen nach außen und umgekehrt. Otto Schärli drückt es so aus : "Der Mensch ist mit einem Gesamtvermögen" Sinn ausgestattet, das sich wie das Spektrum des Lichtes in verschiedene Sinnesqualitäten aufgliedert, die aber unter sich in enger Verbindung stehen.

unsere fünf Sinne

1. Sehsinn
2. Hörsinn
3. Tastsinn
4. Geschmacksinn
5. Geruchsinn

Sehsinn (die Augen)

Das Auge hat eine große Bedeutung für die Welterfahrung und die Kommunikation. Das Auge läßt nicht nur Eindrücke herein, es ist auch ein Ausdrucksmittel von innen nach außen. Das Auge wird als "Spiegel der Seele" beschrieben.

* Sprüche wie z.B. "Liebe macht blind" verdeutlichen den großen Bezug zu diesem Sinn

Das Auge wird oft auch als Lernorgan bezeichnet. Immer wieder sehen wir Neues oder nehmen bis dahin Unbekanntes wahr. Immer wieder können wir die Dinge anders sehen. Dieses Lernen des richtigen Sehens ist in der Pflege von ganz besonderer Bedeutung. Um den Bewohner wirklich wahrnehmen zu können, brauchen wir den ganzheitlichen Sehsinn, also auch das liebevolle Sehen, das geduldige Beobachten und das einfühlsame Schauen. Den anderen dort abholen wo er steht können wir nur, wenn wir zum äußeren Sehen auch das innere Wahrnehmen üben. Dies erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen.

Hörsinn (die Ohren)

Auge und Ohr wirken miteinander. Zuhören können ist eine Gabe, die für eine tragende Beziehung unabdingbar ist. Der oder die Bewohner rufen uns, wir müssen hinhören und setzen uns in Bewegung. Das Hören und Hinhören ist die erste Stufe der Beziehungs- und Problemlösungsprozesse. So hat in der Pflegeplanung das Ohr eine entscheidende Bedeutung. Das geeignete Ohr ist das äußere Merkmal für die Hörbereitschaft. Erst im rechten Zuhören ist Einschätzung und Wertschätzung möglich. Interpretation, gute Ratschläge und allgemeine Trostworte lassen sich leicht dahersagen.

Tastsinn (die Haut)

Die Haut dient dem Menschen nicht nur zur Umhüllung und Eingrenzung seines Organismus, sondern wesit darüber hinaus verschiedenste Funktionen auf. Der Tastsinn ist nur eine davon. Der Tastsinn ist für das Kleinkind das wichtigste Instrument zur Weltwahrnehmung. Die Haut ist dass größte Sinnesorgan des Menschen. Ertasten heisst Begreifen, Empfinden (Wärme, Kälte), und Erleben der erfaßbaren Außenwelt. Die Haut ist ein empfindliches Organ, sie kann auch Allergien entwickeln. Hier wird der Zusammenhang zur Seele offensichtlich. Es gibt empfindliche Menschen, die sehr rasch reagieren, andere sind widerstandsfähiger.

* Jemand ist dickhäutig oder dünnhäutig

In der Pflege hat die Haut eine große Bedeutung. Besonders in der Altenpflege (bei älteren Menschen) ist die Haut nicht mehr so widerstandsfähig (mangeldurchblutet, trocken) Wir berühren in der Pflege die Bewohner sehr oft. Deshalb sollte der Tastsinn bei Pflegekräften sensibilisiert sein.

Geschmacksinn (die Zunge)

Der Geschmacksinn ist so selbstverständlich, daß wir kaum darüber nachdenken. Und doch kann eine Grippe bewirken, daß die Geschmacksempfindlichkeit ausfällt und wir alles als fad und öde erschmecken. Anatomisch betrachtet sind die Geschmacksknospen als Papillen an der Zungenoberfläche angesiedelt. Wir alle kennen (haben eine Vorstellung über) den Geschmack guten Essens. Besonders gute Speisen lassen wir uns "auf der Zunge zergehen". Der Geschmacksinn hängt auch mit dem Seelenleben zusammen und der inneren Befindlichkeit des Menschen. In der Pflege brauchen wir einen ausgeprägten Geschmackssinn um Essen zu schmecken, wenn der Bewohner der Meinung ist, das Essen sei nicht gut. Früher nippten die Ärzte noch am Urin des Patienten, um ihn auf Zucker zu überprüfen. Bittere Tropfen sollten nicht unter das Essen gemischt werden.

Geruchsinn (die Nase)

Das Riechorgan ist die Nase. Sie kann Düfte und Geruchswahrnehmungen über den Geruchsnerv an das Gehirn weiterleiten. Bei einem guten Essen blähen wir unsere Nasenflügel auf und wir schnüffeln, um so viel wie möglich von den vielversprechenden Gerüchen mitzubekommen. Der Geruchssinn hilft uns auch, angenehme von unangenehmen Düften zu unterscheiden. Wir halten uns die Nase zu, wenn ein übelriechender Duft auf uns zuströmt. Ekelerregende Einwirkungen berühren den ganzen Körper: Wir wenden uns ab, laufen weg oder (wo wir das nicht können) verspannen uns, halten den Atem an, oder geben durch Naserümpfen unseren Unwillen Ausdruck. Solche Gesten drücken aus, daß wir auf Distanz aus sind, und die Geruchsempfindungen als nicht angenehm empfinden.

Krankheit steht oft mit unangenehmen Gerüchen in Zusammenhang. Ausscheidungen und Ausdünstungen wirken auf unseren Geruchssinn ein, und nicht immer können wir ihnen ausweichen. Wo Bewohner mekren, daß sie die Ursache für unangenehme Gerüche sind, leiden sie oft an einer belastenden Scham

Unsere Nase ist aber - gerade im Wahrnehmen von unangenehmen Gerüchen - auch ein wichtiges Beobachtungsorgan. Manchmal ist es unsere Nase, die zuerst bemerkt, daß sich im Zustand des Bewohners etwas verändert hat oder das seine Ausscheidungen nicht in Ordnung sind. Es gibt Pflegende, die dafür bekannt sind, daß sie einen "guten Riecher" für Situationen und Zustände haben. Sie erkennen Veränderungen meist früher als andere.


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