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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Krankenpflege
Ahasveru Offline

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Beiträge: 6.581

18.01.2006 11:24
Demenz antworten

Demenz
aus PflegeWiki, der freien Wissensdatenbank

Definition

(lateinisch de = fehlend; lateinisch mens = der Geist)
Man sollte die Betroffenen nicht als Demente bezeichnen, sondern als Menschen mit Demenz oder als kranke Menschen.

Demenz ist eine komplexe neuropsychologische Störung, die auf jeden Fall eine Gedächtnisstörung einschließt, zusätzlich jedoch mindestens eine weitere Beeinträchtigung Im Bereich der so genannten höheren kortikalen Funktionen aufweist.


Als Störungen höhere kortikale Funktionen gelten:

* Aphasie (Sprachstörung)
* Apraxie (Bewegungsstörung)
* Agnosie (Erkenntnisstörung; die Bedeutung der Dinge ist verloren gegangen und wird mit anderen Namen ersetzt)
* Exekutivfunktion (verlorene Handlungs und Planungskornpetenz)

Unterteilung

Man unterscheidet hirnorganische (primäre, ca. 90%) und nicht-hirnorganische (sekundäre, ca 10%) Demenzformen

Primäre Demenzformen

Die primären Formen treten am häufigsten auf und machen 90 Prozent aller Demenzfälle bei über 65-Jährigen aus. Es liegen neurogenerative oder vaskuläre Veränderungen vor. Spezialisten unterscheiden, ob die Nervenzellen des Gehirns „degenerieren“, also ohne äußerlich erkennbare Ursache untergehen – wie bei der Alzheimer-Krankheit –, oder ob sie z.B. wegen Durchblutungsstörungen schwere Schäden erlitten haben (eine solche Form wird als vaskulärer Demenztyp bezeichnet). Mit zunehmendem Alter treten häufig Mischformen der vaskulären und neuodegenerativen Demenzen auf.

Degenerative Demenz

(Ursache: Abbau des Hirngewebes)

* Morbus Alzheimer (Alzheimer Demenz Typ I = Senile Demenz vom Alzheimer Typ (SDAT))
* frontotemporale Demenzen (Morbus Pick, Lewy-Body-Demenz)
* Chorea Huntington (Erbkrankheit)
* Morbus Parkinson (Schüttellähmung)

Vaskuläre Demenzen

(Ursache: Mangeldurchblutung, Durchblutungsstörung oder Gefäßschaden)

* Unterform der vaskulären Demenzen:
o Morbus Binswanger (subkortikale arteriosklerotische Enzephalopathie [SAE])

Ursache durch Durchblutungsstörung

Meist schwergradige, schlecht eingestellte arterielle Hypertonie, die zerebrale Mikroangiopathien verursacht (mehrere Schlaganfälle). In der Hirndiagnostik auch Status lacunaris genannt (= veraltete Bezeichnung für Multiinfarktdemenz).

Ursache durch Gefäßschaden

Die Blutgefäße, die zur Versorgung von Hirnanteilen dienen, werden durch Kalkeinlagerungen in den Gefäßwänden verengt oder verschlossen. Als Folge sterben Nervenzellen ab (Apoptose = Zelltod).

Sekundäre Demenzen

Der geistige Verfall ist Folge einer anderen organischen Erkrankung wie einer Hirnverletzung, einer Hirngeschwulst oder einer Herz-Kreislauf-Krankheit; auch Arzneistoffe und Gifte wie Alkohol oder andere Drogen können dazu führen. Wenn die Grunderkrankung wirksam behandelt wird, Giftstoffe das Gehirn nicht mehr belasten oder Verletzungen geheilt sind, normalisiert sich meist die geistige Leistungsfähigkeit.

Raumfordernde Demenzen

(Ursache: Hirndrucksteigerung)

* subdurales Hämatom (Bluterguss zwischen den Hirnhäuten)
* interner Normaldruckhydrozephalus
* Meningeom
* Hirnmetastasen (Tochtergeschwülste)

Endokrinologische Demenzen

(Ursache: Stoffwechselstörung)

* Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)

Infektiöse Demenzen

(Ursache: Krankheitserreger)

* Morbus Creutzfeldt-Jakob (Demenzforrn, die mit heftigem Muskelzucken einhergeht)
* HIV-Enzephalopathie
* Neuroborreliose

Toxische Demenzen

(Ursache: Giftstoffe)

* Schwermetalle
* Kohlenwasserstoffe (in Farblösungsmitteln)
* Alkoholabusus (= äthyltoxische Demenz = Wernicke-Korsakow-Syndrom)
* medikamentös bedingte Demenz

Traumatische Demenzen

(Ursache: äußere Einwirkungen)

* Verlust von Hirnsubstanz durch Unfälle
* Dementia pugilistica, (= Boxer Demenz)
* Tumore oder Gehirnoperationen

Hypoxische Demenzen

(Ursache: Sauerstoffmangel)

* nach Reanimation (Wiederbelebung)
* nach Strangulation
* nach unzureichend behandelter Epilepsie

Einteilung nach Schweregraden

leichte Demenz

Erste geistige Defizite, vollständig selbständiges Leben möglich:

* Vergesslichkeit
* Zeitliche Orientierungsschwierigkeiten

mittelschwere Demenz

Zunehmender Verlust der geistigen Fähigkeiten, eingeschränkte Selbständigkeit:

* Schwindende Rechen- und Problemlösungsfähigkeit
* Handfertigkeitsstörungen (Haushalt, Ankleiden)
* Erkennungsstörungen
* Steigende Vergesslichkeit (Geburtstage, Medikamente)
* Desorientierung (Zeit und Ort)
* Sprachstörungen (besonders Sprachverständnis)
* Vernachlässigung der Hygiene
* Wahnvorstellungen (Bestehlungsideen, Vergiftungswahn)

schwere Demenz

Verlust der Alltagskompetenz mit völliger Pflegeabhängigkeit:

* Gedächtniszerfall (auch Langzeitgedächtnis)
* Mangelnde persönliche Orientierung
* Erkennungsstörungen
* Sprachzerfall (kaum mehr Satzbildung möglich)
* Agnosie (auch Angehörige werden nicht mehr erkannt)
* Inkontinenz


Häufigkeit von Demenzerkrankungen

Epidemiologie (Prävalenz) der Demenzen; Demenzkranke in absoluten Zahlen: Nach Bundesländern geschlüsselt: Baden-Württemberg 2002 Landkreise: 97.478 kreisfr. Städte: 27.861; Rheinland-Pfalz 2002 Landkreise: 37.978 kreisfr. Städte: 13.391; Schleswig-Holstein 2003 Landkreise: 27.545 kreisfr. Städte: 8.759; Niedersachsen 2003 Landkreise: 109.325 kreisfr. Städte: 13.981; Hessen 2003: Landkreise: 56.075 kreisfr. Städte: 18.155; Saarland 2003 Landkreise: 13.657 kreisfr. Städte: 3.550; Sachsen-Anhalt 2002 Landkreise: 24.618 kreisfr. Städte: 6.792; Thüringen 2003 Landkreise: 21.247 kreisfr. Städte: 6.662; Bremen 2003: 9.541; Berlin 2002: 38.546; Bayern 2002 Landkreise: 99.561 kreisfr. Städte: 46.159; Hamburg 2003: 22.625; Mecklenburg-Vorp. 2003 Landkreise: 11.922 kreisfr. Städte: 5.557; Sachsen 2004 Landkreise: 34.958 kreisfr. Städte: 18.479; Nordrhein-Westfalen 2002 Landkreise: 119.758 kreisfr. Städte: 95.594; Brandenburg 2003 Landkreise: 23.114 kreisfr. Städte: 4.240;(Quelle: Atlas der Demenz; ISBN: 3833425334; BoD).


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