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 Krankenpflege
Ahasveru Offline

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18.01.2006 10:56
Darmrohr antworten

Darmrohr
aus PflegeWiki, der freien Wissensdatenbank

Ein Darmrohr ist wie Katheter aufgebaut, nur dass es speziell dafür gedacht ist, durch den After in den Darm eingeführt zu werden. Darmrohre gibt es in verschiedenen Durchmessern aus Kunststoff, Latex, Silikon, selten aus Metall oder Glas. Sie dienen dazu, den Darm mit Flüssigkeiten oder auch Gasen zu füllen, dies geschieht aus diagnostischen (untersuchungsbedingten) oder therapeutischen (behandlungsbedingten) Gründen.

Arten von Darmrohren

Je nach Anforderung werden unterschiedliche Darmrohre verwendet. Früher wurden die Darmrohre häufig aus Rotgummi oder Latex hergestellt wogegen sie heute aus PVC oder Silikon sind. Spezielle Darmrohre zu diagnostischen Zwecken besitzen häufig zusätzlich einen kleinen Kanal, mit deren Hilfe Gase (z.B. Luft) oder Flüssigkeiten (z.B. Medikamente, Kontrastmittel) in den Darm gebracht werden können.

Die Spitze der Darmrohre kann offen oder geschlossen sein, außerdem besitzen sie in der Regel zwei Augen (Öffnungen), die in der Höhe versetzt gegenüber liegen. Darmrohre mit offener Spitze werden normal nur für Darmrohre zu diagnostischen Zwecken eingesetzt, um die Spülflüssigkeit weit in den Darm zu bringen. Im Vergleich zu Katheter sind Einmaldarmrohre weniger flexibel damit sie besser in den Darm eingeführt und vorgeschoben werden können. Darmrohre mit geschlossener Spitze verursachen dagegen beim einlaufen der Flüssigkeit einen leichten Druck auf die Darmwand und regen so zusätzlich die Peristaltik des Darmes an. Für diagnostische Zwecke gibt es auch Darmrohre mit einer Olive (Verdickung) an der Spitze, einer zentralen und zwei oder vier seitlichen Öffnungen. Durch die Olive wird das Darmrohr im After besser gehalten und gleitet nicht von selbst heraus.


Normale Darmrohre

Einmaldarmrohre werden überwiegend aus PVC angeboten und sind steril verpackt. Sie werden in Durchmessern von Charrière 16 bis 40 und einer Länge von etwa 20 - 40 cm hergestellt. Normale Einmaldarmrohre haben eine verschlossene Spitze und zwei seitliche Augen. Für Säuglinge und Kleinkinder können auch Einmalkatheter als Darmrohrersatz verwendet werden. Darmrohre aus Rotgummi werden heute kaum noch eingesetzt, da sie nach der Anwendung wieder gereinigt und sterilisiert werden müssen.


Ballondarmrohre

Die Ballondarmrohre sind wie die Einmaldarmrohre aufgebaut, nur dass sie eine aufblasbare Manschette besitzen, die im Darm entfaltet werden kann und so das Ballondarmrohr an seinem Platz hält. Der Ballon hat in den meisten Fällen einen Durchmesser von etwa 5 cm und kann im Enddarm ein unangenehmes Stuhldranggefühl auslösen. Einmal-Ballondarmrohre besitzen häufig eine aufblasbare Manschette aus Silikon, die beim Einführen des Darmrohres Eng am Darmrohr anliegen und so eine angenehmere Anwendung für den Patienten bedeutet. Ballondarmrohre aus Rotgummi werden heute kaum noch eingesetzt, da sie nach der Anwendung wieder gereinigt und sterilisiert werden müssen.


Darmrohrgrößen

Die Darmrohre werden in unterschiedlichen Größen von Charrière 16 - 40 und in Längen von 20 - 40 cm angeboten. Die Darmrohre sind durch einen Farbcode oder durch den Aufdruck der Größe gekennzeichnet. Für diagnostische Zwecke wie z.B. einem Colon-Kontrasteinlauf werden meistens kurze und großlumige Darmrohre verwendet, während zur Darmreinigung die längeren Darmrohre zum Einsatz kommen.


Häufig verwendete Längen:

Darmrohre für Männer/Frauen: 30 - 40 cm
Darmrohre für Kinder: 20 - 30 cm


Übliche Größen von Darmrohren:

Männer/Frauen: 28 - 40 Charr.
Kinder: 16 - 28 Charr.


Farbcodes

Charr. Farbe Charr. Farbe
16 = Orange 28 = Grün
18 = Rot 30 = Grau
20 = Gelb 32 = Braun
22 = Violett 35 = Schwarz
25 = Dunkelblau 40 = Türkis


Anwendung

Darmrohre werden hauptsächlich dazu verwendet, um Flüssigkeiten oder Gase in den Darm zu bringen. Die Einmaldarmrohre kommen überwiegend für normale Einläufe z.B. zur Darmentleerung zum Einsatz, während die Ballondarmrohre hauptsächlich zu diagnostischen Zwecken wie z.B. zum Colon-Kontrasteinlauf aber auch bei Stuhlinkontinenz verwendet werden. Zur verabreichung von Kontrastmitteln oder für rektale Darmspülungen werden großlumige Darmrohre mit mindestens Charrière 32 verwendet, um den Durchfluss der Flüssigkeit nich zu behindern.

Darmrohre können aber auch dazu verwendet werden, um bei starken Blähungen den Darm über ein in den Anus eingelegtes Darmrohr zu entlasten und so zur Ableitung der Blähungen beizutragen. Das Darmrohr bleibt dann für 30 Minuten bis 2 Stunden im Darm liegen, eine längere Verweildauer im Darm kann zu Druckstellen führen.

Um das Einführen der Darmrohre für den Patienten so wenig belastend wie möglich zu machen, werden die Darmrohre mit einem Gleitmittel bestrichen. Als Gleitmittel kann ganz normale Vaseline oder auch ein Gleitgel mit einem lokalanästhetischen Zusatz wie Lidocain (z.B. Instillagel®), das ein schmerzloses Einführen des Darmrohres z.B. bei Hämorrhoiden oder Analfissuren gewährleistet. Sind nach dem Einlauf noch endoskopische Untersuchungen geplant, so soll keine Vaseline verwendet, statt dessen kann z.B. Endosgel® genommen werden, da die Optik der Instrumente verschmiert werden könnte.


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