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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Krankenpflege
Ahasveru Offline

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Beiträge: 6.581

17.01.2006 21:16
Anamnese antworten

Anamnese

aus PflegeWiki, der freien Wissensdatenbank

Anamnese (griechisch: „Erinnerung“) ist das In-Worte-Bringen von Vergangenem. In der Medizin ist Anamnese die Erhebung der medizinischen Vorgeschichte und aktuellen Befindlichkeit eines Patienten, meist durch einen Arzt.

Definition

Neben Fragen, die der Arzt je nach Symptomen bzw. deren Zugehörigkeit zu einer medizinischen Fachrichtung auf das betroffene Organsystem gewichtet stellt, gehört zu einer Anamnese eine umfassende körperliche Untersuchung.

Anamnese bei Krankheit

In den meisten Fällen steht hinter einer Krankheit auch eine Ursache. Jede Erkrankung erzählt dabei eine "Geschichte", die als Krankengeschichte bezeichnet wird. Häufig sind es Beschwerden und Veränderungen, die nicht immer sofort wahrgenommen werden. Bevor der Arzt eine sichere Diagnose stellen kann, muss er möglichst viel über seinen Patienten und seine Krankengeschichte in Erfahrung bringen. Aus diesem Grund ist die Erhebung der Krankengeschichte oder Anamnese die erste und wichtigste Maßnahme, die der Arzt trifft. Ohne eine ausführliche Anamnese sind weitere Untersuchungen nicht sinnvoll. Die Anamnese besteht sowohl aus gezielten Fragen zu verschiedenen Themenbereichen, als auch aus allgemeinen körperlichen Untersichungen. Bei der Befragung des Patienten müssen zahlreiche Punkte berücksichtigt werden:

Fragen zum Umfeld des Patienten

* aktuelle Beschwerden und ihre Entwicklung
* Zustand der verschiedenen Organsysteme
* allgemeine Daten
* wichtige Erkrankungen in der Familie (Familienanamnese)
* beruflicher und sozialer Hintergrund (Sozialanamnese)

Fragen zu Schmerzen

* Bestehen Schmerzen, wenn ja Wo?
* Wann haben die Schmerzen begonnen?
* Welcher Art sind die Schmerzen (ziehend, drückend, stechend, pochend etc.)?
* Wie häufig treten die Schmerzen auf?
* Wie stark sind die Schmerzen?
* Strahlen sie aus, z. B. in die Beine?
* Wie lange bestehen die Schmerzen schon?
* Was verstärkt oder lindert die Schmerzen?
* Bessern sie sich in bestimmten Körperhaltungen (z. B. beim Vornüberbeugen)?
* Verstärken sie sich bei Belastung oder durch Husten, Niesen oder Pressen?
* Bestehen neben den Schmerzen auch andere Störungen wie z.B. Lähmungen oder Taubheitsgefühle?

Fragen zur Muskelschwäche

* Wurde eine Schwäche in der Muskulatur von Armen, Beinen, Händen oder Füßen bemerkt?
* Wie stark ist die Schwäche ausgeprägt, ist z.B. das Treppensteigen erschwert?
* Besteht eine Unsicherheit beim Laufen?
* Ist das Anheben von Lasten oder das Festhalten von Gegenständen erschwert?
* Wie lange bestehen diese Beschwerden schon?
* Haben sie sich im Laufe der Zeit in ihrer Intensität verändert?

Fragen zu Empfindungsstörungen bzw. Missempfindungen

* Sind an der Haut Regionen herabgesetzter Empfindungsfähigkeit aufgefallen?
* Bestehen Missempfindungen, z.B. das Gefühl des "Ameisenlaufens" auf der Haut?
* Seit wann werden Empfindungsstörungen/Missempfindungen bemerkt?
* Haben die Störungen im Laufe der Zeit zu- oder abgenommen?

Fragen zu Blasen-, Darm- und Sexualfunktion

* Können Blase und Darm normal kontrolliert und entleert werden oder besteht eine Inkontinenz?
* Bestehen Schwierigkeiten, Blase oder Darm vollständig zu entleeren?
* Sind Potenzstörungen aufgetreten?
* Seit wann bestehen Beschwerden?
* Haben sie sich verstärkt oder gebessert?
* Ist die Verdauung ungestört oder kommt es häufig zu Durchfall oder Verstopfungen?
* Wurde schon einmal Blut im Stuhl bemerkt?
* Hat der Stuhl eine normale Farbe und eine normale Konsistenz?
* Ist eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magen- bzw. Zwölffingerdarmgeschwür bekannt?
* Tritt häufig Sodbrennen auf?
* War das Gewicht in den letzten Monaten stabil?
* Sind Nierenerkrankungen bekannt?
* Sind schon einmal Blasenentzündungen aufgetreten?
* Hat der Urin eine normale Farbe oder wird z. B. Blut bemerkt?

Fragen zum Herz-Kreislauf- System

* Besteht ein erhöhter oder erniedrigter Blutdruck?
* Liegen Herzerkrankungen vor?
* Bestehen oder bestanden Erkrankungen der Arterien?
* Ist schon einmal ein Schlaganfall aufgetreten?
* Sind Erkrankungen der Venen bekannt?

Fragen zur Lunge

* Ist die Atmung beeinträchtigt?
* Wie gut ist die körperliche Belastbarkeit?
* Sind Lungenerkrankungen bekannt wie z.B. Lungenentzündung, Bronchitis, Asthma, etc.?
* Bestehen Allergien, z.B. Heuschnupfen?

Fragen zum Stoffwechsel

* Liegt ein Diabetes mellitus vor?
* Sind die Blutfette erhöht?
* Ist eine Erhöhung der Harnsäurewerte bzw. eine Gicht bekannt?
* Liegen andere, seltenere Stoffwechselerkrankungen vor?

Fragen zu verwendeten Medikamenten

* Welche Medikamente werden gerade Eingenommen?
* Werden frei verkäufliche Medikamente wie z.B. Abführmittel, Schmerzmittel, etc. eingenommen?
* In welcher Dosierung werden diese Medikamente genommen?
* Sind Nebenwirkungen aufgetreten?

Körperliche Untersuchungen

* Erfassen der Körpergröße und des Gewichtes
* Blutdruckmessung
* ggf. Messung der Körpertemperatur
* Laboruntersuchung von Blut, Urin und ggf. Stuhl
* Abhorchen von Herz und Lunge
* Abtasten von Abdomen und ggf. Gliedmaßen
* Kontrolle der Reflexe
* ggf. EKG in Ruhe und unter Belastung
* ggf. Digital rektale Untersuchung (Tastuntersuchung des Enddarmes)


Anamnese in der Pflege

Es handelt sich dabei entweder um eine ausführliche, auch unstrukturierte, Informationssammlung oder eine kurze Checkliste.

Im Sinne einer Informationssammlung

Die Pflegeanamnese als Ausgangspunkt des Pflegeprozesses dient der Informationssammlung, um Probleme, Fähigkeiten bzw. Ressourcen und Bedürfnisse des Patienten einschätzen zu können.

Sie ist Voraussetzung für die Realisierung des Pflegeprozesses und dient dazu, das Fundament für eine optimale Pflegeplanung und Pflegepraxis zu legen. Alle folgenden Schritte im Pflegeprozess sowie die Qualität der Pflege insgesamt hängen von der Nachvollziehbarkeit und Verlässlichkeit der Situationseinschätzung ab (Stefan / Amler, 1999).

Im Sinne von Checkliste

Es kann sich dabei um eine kurze Charakterisierung des Selbständigkeitsgrades handeln. z. B. dem Barthel-Test.

Oder:
Die Checkliste ist dann sinnvoller, wenn bereits durch das Aufnahmeverfahren nur Personengruppen mit ganz bestimmtem, definiertem Behandlungsbedarf zu pflegen sind. Z. B. in einer Impf-Sprechstunde.

Unterschied Anamnese / Biographie

Die Pflegeanamnese ist von Ziel und Aufbau her deutlich unterschieden von der ärztlichen Anamnese im Sinne einer Krankheitsvorgeschichte.

Unter Pflegeanamnese wird oft auch nur eine sehr grobe Einschätzung in den Alltagsfähigkeiten verstanden (vgl Assessment bzw. Geriatrisches Assessment) ohne Berücksichtigung der Lebensgeschichte.

In der Biographie erhält man persönliche Informationen über den Menschen vor seinem Leben im Krankenhaus bzw. dem Umzug ins Altenheim; auch über seine Alltagsgewohnheiten.

Über die Pflegeanamnese erhält man Informationen über den Menschen zur individuellen Betreuung, die sich meistens an den ATL bzw. AEDL orientieren.


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