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Aktivitäten des täglichen Lebens aus PflegeWiki, der freien Wissensdatenbank Die Aktivitäten des täglichen Lebens (kurz.ATL) nach Liliane Juchli stellen ein konzeptionelles Modell der Pflege dar. Das Konzept Die 12 ATL nach Juchli lauten: 1. wach sein und schlafen 2. sich bewegen 3. sich waschen und kleiden 4. Essen und Trinken 5. Ausscheiden 6. Körpertemperatur regulieren 7. atmen 8. für Sicherheit sorgen 9. Raum und Zeit gestalten, arbeiten und spielen 10. kommunizieren 11. Kind, Frau, Mann sein 12. Sinn finden im Werden, Sein, Vergehen (auch: Lebenssinn, Sinnkrise, sterben) Bedeutung für die deutschsprachige Krankenpflege Liliane Juchli begründete das heutige Standardwerk "Thiemes Pflege", welches jahrelang nur als „die Juchli“ bekannt war und unzählige KrankenpflegeschülerInnen während der Ausbildung und im Beruf in den D-A_CH-Ländern begleitete. Juchli strukturierte ihr Werk nach den Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL), und folgte somit Hendersons Konzept der "Activities of daily living". Das „revolutionäre“ daran war, dass sie „Sterben“ als sinnstiftend im Alltag verstanden wissen wollte. Das Konzept „Lernfelder“, die den Wissenstoff verschiedener Disziplinen verknüpfen, war für sie übrigens bereits eine Selbstverständlichkeit. Im didaktischen Konzept ihres Lehrbuchs vor jedem Kapitel zu finden. Auswirkung der Konzepte im Pflegealltag Die ATL stellen Oberbegriffe für viele Aktivitäten dar, die wir (fast) alle tun, um den (All-)Tag selbständig zu bewältigen. Mit Hilfe der ATLs kann man überprüfen, in welchen Bereichen individueller Pflegebedarf einner/-es Bewohnerin/-ers besteht. Die ATLs erleichtern die Systematisierung und Ganzheitlichkeit beim Erstellen der Pflegeplanung. Die ATLs sollen in Form von Fähigkeiten und Defiziten beim jeweiligen Bewohner/-in ausformuliert werden. Der Grenzbereich sollte möglichst eng sein, weil damit unnötige Übernahme von vorhandenen Fähigkeiten vermieden wird. Pflegeplanung Bei der Erstellung von Pflegeplanungen gehen die Pflegenden entsprechend der von ihnen bevorzugten bzw. ihrer Einrichtung festgelegten Pflegetheorie aus. Danach richtet sich ihr Vorgehen bei der Informationssammlung und -bewertung. Pflegeziele bei einer Person könnten sich demnach unterscheiden, von welcher Pflegetheorie, welchem Modell her die Planung erstellt wird. Pflegebedarfs-Analyse Es gibt kurze Checklisten ohne Anspruch auf präzise Gewichtung des Bedarfs. Dabei wird gefragt, ob die ATL vollkommen selbständig, teilweise, unter Anleitung oder nur durch volle Übernahme durch externe HelferInnen ausgeübt werden kann. Vorgänger solcher Checklisten war Katz mit seiner unten genannten Liste der Instrumentellen ADL (IADL, engl: instrumental activitys of daily living). Irgendwo zwischen den Fähigkeiten* einer Person und ihren akzeptierten Wünschen, diese Fähigkeiten durch Pflegepersonal ersetzen zu lassen, liegt der Pflegebedarf. * Fähigkeiten und anderen Ressourcen. Diese vorsichtige Formulierung weist auf den subjektiven Aspekt des Begriffs Pflegebedarf hin, der durch pflegende und gepflegte Personen unterschiedlich gesehen werden kann. Durch Beschreibung von Fähigkeiten und subjektiven Problemen kann der Pflegebedarf dieser Person näher eingegrenzt werden. Dies wird bei den Checklisten, die im Ankreuz-Verfahren nach dem Grad der Selbständigkeit fragen, meistens übergangen. Es wird eine fehlende Fähigkeit angekreuzt. Das Ergebnis ist dann entsprechend ungenau. Bei der Pflegebedarfsanalyse und daraus abgeleiteten Arbeitseinteilung für eine ganze Station/Wohnbereich ist jenes Resultat kaum verwendbar. Also erstellen die Pfl. dann weitere Listen oder Stundenpläne. Und das manchmal täglich neu. Weltanschauliche Ausrichtung Die weltanschauliche Ausrichtung einer Pflegeorganisation oder einzelnen Pflegenden wird ebenfalls Auswirkungen bei der Gewichtung verschiedener ATL nach sich ziehen. Aspekte einzelner A T L Die ATL erfordern zunächst eine Informationssammlung. Dabei kann für einzelne ATL die Erhebung von objektiven Zahlenwerten zunächst ausreichen. Wenn dabei keine Normabweichung vorliegt, wird in diesem Bereich keine Pflegemaßnahme erforderlich. Bei stärker wertenden ATL (z. B. Soziales, Lebenssinn) wird zunächst die Frage an die Patientin/Kundin genügen, ob es in diesem Bereich aus ihrer Sicht Porbleme gibt, die mit der Behandlung zusammenhängen. Wenn ja, sollte eine genauere Erhebung / Beschreibung stattfinden. Auch das Nichtvorliegen weiteren Klärungsbedarfs sollte in der Informationssammlung dokumentiert werden, um zu zeigen, dass dies überprüft wurde.
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