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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Hilfe und Beistand für Eltern sterbender Kinder
Ahasveru Offline

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Beiträge: 6.581

02.10.2005 15:32
Tod eines Kindes antworten

Tod eines Kindes

Der Tod eines Kindes stürzt Eltern in tiefste Verzweiflung. Die Gefühle, die sie in voller Intensität erleben, sind schier unerträglich. Trauer und Angst, Schuldgefühle, aber auch Wut und Ohnmachtsgefühle angesichts der Endgültigkeit des Todes prägen den Alltag. Alle Hoffnungen und Träume für die Zukunft werden jäh zerstört. Der Sinn des Lebens scheint plötzlich verloren gegangen.

Der Verlust eines Kindes wird als so einschneidend erlebt, dass Eltern meinen, es wäre ein Stück von ihnen gestorben. Es ist ein Schmerz, der niemals aufhört.

Jeder Mensch trauert anders. Dennoch gibt es Ähnlichkeiten: Die Eltern erstarren direkt nach dem Tod des Kindes wie in einem Schock. Es wirkt ein Schutzmechanismus, der die zerstörerische Wirklichkeit von der Seele fern hält.

Erst nach längerer Zeit können Eltern beginnen, sich mit dem Verlust auseinander zu setzen. Meist dauert dies so lange, dass Menschen in ihrer Umgebung erwarten, dass der Tod langsam verarbeitet sein müsste. Das Gegenteil ist der Fall. Den Tod eines Kindes zu verkraften, dauert für manche Eltern ein Leben lang.

Viele Eltern ziehen sich zurück und isolieren sich. Sie fühlen sich unendlich einsam. Erst nach einiger Zeit können sie wieder auf andere Menschen zugehen und am Leben teilnehmen.

Es dauert viele Jahre, bis Eltern wieder einen Sinn in ihrem Leben sehen - bis sie spüren, dass ihr eigenes Leben weitergehen kann. Sie gewinnen ein neues inneres Gleichgewicht.

Das bedeutet nicht, dass sie ihr Kind vergessen haben. Die Geburtstage des verstorbenen Kindes werden weitergezählt. Erleben Eltern andere Kinder im Alter ihres toten Kindes, denken sie unwillkürlich daran, wie es nun wohl aussähe, welche Fähigkeiten es hätte ... Das gestorbene Kind fehlt in der Familie. Das bleibt so.

Kinder können auf unterschiedliche Art und Weise verloren werden:

 Tot- oder Fehlgeburt:

Schon während der Schwangerschaft stellt sich eine enge Beziehung zwischen Mutter und Kind her. Ist eine Fehl- oder Totgeburt zu erwarten, ist diese Diagnose für die Eltern ein enormer Schock.

Lebt der Embryo bis zur 12. Schwangerschaftswoche nicht mehr, wird eine Ausschabung bei der Frau vorgenommen. Nach der 12. bis 14. Schwangerschaftswoche müssen die Frauen den ganzen Prozess einer Geburt durchmachen und dies in dem Wissen, ein totes Kind zu gebären. Die psychische Belastung ist enorm.

Die Eltern müssen sich damit abfinden, dass das Leben mit einem Baby, auf das sie sich monatelang eingestellt haben, nicht stattfinden wird. Oft wurde bereits Kinderkleidung besorgt, vielleicht steht die Wiege schon im Kinderzimmer ...

Sind Kinder in der Familie, muss ihnen erklärt werden, dass sie nun kein Brüderchen oder Schwesterchen bekommen. Die Nachfragen der Umwelt sind belastend.

Hilfreich ist, wenn Eltern von dem toten Kind Abschied nehmen können. Es sollte einen Namen bekommen. Manchmal wird in der Klinik ein Fußabdruck gemacht. All dies hilft, dem Kind einen Platz in der Familie zu geben.

Wichtig ist, dass Eltern miteinander über ihre Gefühle sprechen.

Trauer braucht Zeit. Das sollten auch die Familienangehörigen beherzigen. Sprüche wie „Ihr seid ja noch so jung und könnt noch viele Kinder bekommen.“ klingen grausam in den Ohren von Eltern, die gerade ein einzigartiges Kind verloren haben.

 Tod eines Kindes durch Krankheit:

Eltern, die ein todkrankes Kind betreut haben, erleben den Verlust anders als Eltern, deren Kind plötzlich aus dem Leben gerissen wird. Die Begleitung eines kranken Kindes über längere Zeit lässt immer wieder Hoffnung aufkeimen.

Die Eltern sind durch die Krankheit gezwungen, sich mit seinem Tod auseinander zu setzen. Unter Umständen können Eltern es als etwas tröstlich empfinden, dass der Tod eine Erlösung für ihr Kind sei.

Vielleicht gelingt es, sich zu verabschieden und sein Kind bis zuletzt zu begleiten.

 Plötzlicher Tod eines Kindes:

Der unvorhersehbare Tod ihres Kindes kann beispielsweise durch plötzlichen Kindstod oder einen Unfall geschehen. Er ist für Eltern ein furchtbarer Schock. Von einer Minute auf die andere ist jemand, der ihnen ganz nahe stand, mit dem Lebensfreude und Lebenspläne verbunden waren, nicht mehr da.

Es vergeht einige Zeit, bis sie wissen, wie die äußeren Umstände des Unglücksfalls waren. Sie denken daran, dass das Kind vielleicht am Morgen noch fröhlich in die Schule gegangen ist oder dass es Streitereien wegen Kleinigkeiten gegeben hat ...

 Tod eines Kindes durch Selbsttötung:

Eltern, deren Kind sein Leben selbst beendet hat, sind in einer besonderen Situation. Nicht nur der Verlust des Kindes muss verarbeitet werden, hinzu kommen ausgesprochene oder unausgesprochene Vorwürfe der Umwelt.

Natürlich versuchen Eltern verzweifelt zu verstehen, warum ihr Kind keinen anderen Ausweg gesehen hat. Sie überlegen, was sie hätten anders machen können. Die Frage nach dem „Warum“ bleibt meist unbeantwortet: Die wenigsten jugendlichen Selbstmörder hinterlassen einen Abschiedsbrief.

Eltern, die ein Kind verloren haben, sollten nicht zögern, Hilfe anzunehmen. Sehr hilfreich für trauernde Eltern sind Gruppen mit ebenfalls Betroffenen. Auch therapeutische Hilfe sollte ohne Zögern angenommen werden.

Informationsquelle: http://www.elternimnetz.de/cms/paracms.p...d=5&page_id=286

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