Ich bin in unserer Gegend im Notfallnachsorgedienst beschäftigt, das heißt, wir kommen dann, wenn Jemand schon tot ist, um die Angehörigen in diser ersten Zeit zu begleiten! Wir überbringen auch Todesnachrichten!
Das Andere ist, daß ich schon Sterbebegleitung gemacht habe, ganz privat! Jetzt betreue ich gerade eine Dame, ich möchte meinen, sie ist in der letzten Phase angelangt! Was ich jedoch noch nicht gesehen habe, bei den anderen, ist, sie bekommt überall tiefrote Flecken, als hätte sie sich da überall gestoßen!? Keine Schwellung, kein Schmerz!? Kann mir Jemand sagen, was das ist / sein könnte?? Danke schon im Voraus!
Es kann sich hierbei um die sogenannte Livores = Totenflecken, Leichenflecken handeln. Diese Flecken entstehen, das das Blut, eigentlich nach dem Tod, versackt und innerhalb kurzer Zeit deutlich sichtbare rötlich-violette Flecken verursacht. Nach 24 Stunden zerfallen die Blutgefäße und das Hämoglobin tritt in das Gewebe aus, die Flecken lassen sich nicht mehr wegdrücken.
Die Livores gehören zu den sicheren Todeszeichen, es kann bedeuten, das die roten Flecken, welche bei der Dame auftreten, die Du begleitest, durch ein Zerfallen der Blutgefässe entstehen und auftreten und auf ein nahe bevorstehendes Sterben hindeuten.
Es ist so! Die Dame verstarb vor einer Stunde, ... ich war aber darauf gefasst! Sie ist erlöst und hat nun inneren Frieden, ... so hoffe ich es! Schönen Abend noch!
Alles Gute, MSty!
Als Mensch zu den Menschen gehen, ... das ist eine Aufgabe!
Keine Ursache zum Danken,:O), gern geschehen. Dann war es so, wie ich vermutet habe, das der Tod der Dame schon recht kurz bevorstand, weil die Livores auftauchten.
Mein Beileid für die Dame, welche Du in Deiner Fürsorge und Liebe betreut hast.
Lieber Gruss, :)
Ahasveru
Vielleicht noch einmal interessant für Dich von der von Dir erfragten Thematik her:
kann ich hier vielleicht noch eine Frage stellen? Ich stelle sie einfach:
Ich habe jetzt auch in meinem Umkreis ein paar Todesfälle mitbekommen und eben diese Dame jetzt, ... alle hatten Angst!! Hat schon mal jemand herausgefunden, wovor die Sterbenden Angst haben? Sind es individuelle Ängste oder trifft Angst auf jeden Sterbenden, einfach so?!?? Niemand konnte die Angst definieren ... und soviel ich auch fragte, es war keine wirkliche Antwort dabei!
Übrigens habe ich über Deine zwei Sätze im anderen Thread nachgedacht und ich habe auch noch mal meinen Beitrag gelesen! Ich liebe das Leben, mit all seinen Ecken und Kanten, mit all seinem Kampf, mit all seiner Vielfalt und die Kreativität Gottes hier auf Erden zu sehen, .... einfach wunderbar!! Ich lebe gerne und das wissen auch alle um mich herum!
Alles Gute, MSty!
Als Mensch zu den Menschen gehen, ... das ist eine Aufgabe!
Es sind primär natürlich bei jedem Menschen individuell geprägte Ängste, welche sich aus seinem Leben, seiner Lebensführung und seiner Lebenslage ergeben, und im Einzelnen kann ein Lebenslauf vieles beinhalten, was im Prozess des Sterbens Ängste auslösen kann. Man kann diese Ängste also nicht pauschalisieren. Man sollte aber in der Begleitung sterbender und schwerstkranker Menschen diesen immer signalisieren, das man bereit dazu ist, mit ihnen über ihre Ängste zu sprechen, wenn sie dazu bereit sind und dies auch wünschen. Es ist hier aber auch immer zuallererst der zu betreuende Mensch zu achten und zu respektieren, seine Wünsche und Bedürfnisse, auch das Sprechen über seine Ängste muss als Wunsch und Bedürfnis von ihm ausgehen, damit seine Würde gewahrt bleibt.
Grundsätzlich haben die meisten Menschen davor Angst, allein und unter Schmerzen zu sterben.
(Was ist das für ein Name? Ausgedacht oder wirklich??)
Vielen Dank für Deine Antwort! Dann habe ich schon richtig reagiert! Ich habe mich nur gewundert, daß es so viele Leute sageten, daß eben der Sterbende Angst hatte, ... meistens so eine Woche vor dem Ableben ganz massiv! Klar ist auch, daß fast alle Menschen irgendwie Grund zur Angst haben! Also Danke Dir noch mal! Ich finde übrigens Deine Beiträge sehr, sehr einfühlsam geschrieben, ... bewundernswert!
Alles Gute, MSty!
Als Mensch zu den Menschen gehen, ... das ist eine Aufgabe!
Zuerst einmal vielen lieben Dank für Dein Kompliment, freue mich sehr darüber,:O)
Jaja, der Mystischzifistische Name Ahasveru,*lach*. Nein, das ist nicht mein Realname und er ist auch nicht ausgedacht,:O). Ahasveru, eigentlich Ahasver, kommt im Alten Testament der Bibel vor und ist ein anderer Name für den dort auch erwähnten persischen König Xerxes 1.. Der Name gefiel mir und ich habe mir erlaubt, ein "u" daran zu pappen,:O)
Vielen Dank für Deine Aufklärung! Ich wußte nur, daß ich den Namen schon irgendwoher kannte, ... mir war nur nicht klar woher! Er ist schön, selten und deswegen gar nicht so einfach zu behalten! :-D
Heute war übrigens die Trauerfeier dieser Dame und ich war eingeladen von der Familie! Ich kannte ja einige Bekannte und war somit nicht ganz alleine! Alles Gute, MSty!
Als Mensch zu den Menschen gehen, ... das ist eine Aufgabe!
Hallo miteinander, ich bin neu hier und 40 Jahre alt. Ich arbeite in einer onkologischen Praxis und wir begleiten unsere Patienten zuhause bis zum Schluß. Ich habe die Erfahrung gemacht, das es dem Sterbenden und den Angehörigen sehr gut tut zuhause zu sein.Viele Patienten haben eigentlich nicht direkt Angst vor dem Sterben, sondern vor dem Gespräch mit dem Partner, daß sie nicht mehr wollen und der Partner sie loslassen soll. deshalb ist es in vielen Situationen gut, daß der Partner in den Stunden vor dem Tod dabei ist und sieht,das das Leid der Sterbenden kaum noch zu ertragen ist. Es fällt ihm in dieser Situation viel leichter sich zu lösen und der Sterbende merkt dies, wird ganz ruhig und schläft dann friedlich ein. Nicht immer verläuft es so!!!!! Aber in den Fällen, bei denen ich dabei war, ist es so gewesen. Sobald das klärende Gespräch mit dem Partner gewesen ist, wurde der >Patient ruhig und war nach ein Paar Tagen oder auch Stunden tot. Im Moment machen wir in Sachen Sterbebegleitung eine Pause, da wir in kurzer Zeit viele Patienten verloren haben und zuviel in den Kleidern stecken gebleiben ist. Liebe Grüße Esther
Wenn Menschen Zuhause sterben können, im Kreise der Menschen die dabei sein möchten, finde ich das optimal. Früher war es wohl häufiger so, bis man verlernt hat mit dem Tod umzugehen und heute z.B. glaubt, Kinder vor Sterbenden schützen zu müssen. Dabei würden die Kinder sehr natürlich lernen, dass der Tod zum Leben dazu gehört, wenn man sie teilhaben lässt und sie dabei begleitet.
Viel Ruhe wünsche ich Dir in der abstinenten Zeit, um das in den Kleidern stecken gebliebene zu verdauen.
Hallo Marion, das mit der Pause wird leider nichts. Seid letzter Woche sind veiel unserer Patienten im Endstadium und brauchen shr viel Hilfe und Zuwendung. Die Ruhe hat trotzdem gut getan und wir fühlen uns im Moment wieder gestärkt. Wir haben wieder einige Gespräche über das Ende geführt und die Patienten haben die Praxis zwar traurig, aber auch gestärkt verlassen, indem sie jetzt genau wissen, was sie noch zu tun haben und das wir bei ihnen sind.Es macht mich jedesmal sehr traurig, jemanden nach so langer Zeit gehen zu lassen.Auf der anderen Seite bin ich dann auch froh, das das lange Leiden endlich ein Ende hat. Danke für Deine lieben Worte. Liebe Grüße Esther
Hallohallo das mit der Angst finde ich interessant. Ich finde als Lebender auch Angst im Leben- wenn ich mir z.B. vorstelle in ein mir unbekanntes Land zu ziehen und mir dort ein Leben aufzubauen, das macht mir Angst. Weil ich es nicht vorhersehen kann, was passieren wird, denke ich. Beim Sterben ist es ja noch extremer- auch ein unbekanntes Land, in das man reist- aber man hat nicht selber entschieden, daß man die Reise antreten will (?). Neben der Angst entsteht für mich in diesem Zusammenhang auch Agression über die Unfähigkeit, etwas ändern zu können. Ich werde es hinnehmen müssen, ich muß auch jetzt hinnehmen, daß ich sterbe(n werde). Im tibetischen Buddhismus geht die Rede, daß wir immer sterben, in jedem Augenblick, weil in mächsten Augenblick die Welt ein wenig anders ist und wir nicht mehr dieselben sind. Wir verändern uns ständig, täglich sterben mehrere Millionen unserer Körperzellen ab und werden erneuert. Ich hab mal viel Angst gehabt, ich war auch mal schwerkrank und habe eigentlich keine Angst vor dem Tod verspürt. Eher den Wunsch zu leben und mich zu verändern, damit ich gesund werde. Da habe ich ein diesem Fall Glück gehabt. Nur für mich würde ich sagen, daß ich die größte angst eigentlich vor der Trauer gehabt habe. Diese Verzweiflung, das wütend sein, die Hoffnungs- und Machtlosigkeit, die Schwäche- davor hatte ich Angst, weniger davor zu sterben oder in ein anderes Leben überzugehen. Heute weiß ich, daß gerade im Teilen der Trauer- mit dem Sterbenden oder auch mit den Überlebenden- eine echte menschliche Bereicherung liegt, die uns nicht in dem Gefühl des Alleinseins zurück läßt, sondern uns im Gegenteil verbindet mit uns selber und mit anderen.