|
Wie erleben Kinder den Tod eines Geschwisters - Möglichkeiten der Hilfe Autorin: Dorothea Krug Thema: Warum meine Schwester? Wie erleben Kinder den Tod eines Geschwisters und wie können sie in diesem Prozeß unterstützt werden? 1. Vorwort 2 2. Todesvorstellungen in den einzelnen Altersstufen 3 2.1 Kleinkinder bis 3 Jahre 3 2.2 Vorschulkinder von 3 bis 6 Jahren 5 2.3 Grundschulkinder von 6 bis 9 Jahren 6 2.4 Schulkinder von 9 bis 12 Jahren 7 2.5 Jugendliche von 12 bis 18 Jahren 7 2.6 Erwachsene (Eltern) 8 3. Mögliche Reaktionen beim Tod eines Geschwisters 10 3.1 Im System Familie 10 3.2 Auf das Verhalten der Eltern 11 3.3 Ersatz und Identifikation 12 3.4 Ängste vor dem eigenen Tod oder dem Verlust anderer Bezugspersonen 13 3.5 Reaktionen auf die Art des Todes 15 3.6 Rivalität und Schuldgefühle 16 4. Hilfen für das Kind 17 4.1 Kinder auf einen Verlust vorbereiten - der Tod als Thema 17 4.2 Hilfen für Kinder im Trauerprozess 18 4.2.1 Durch die Eltern 18 4.2.2 Fachliche Hilfen 19
5. Zusammenfassung der Ergebnisse 22 6. Reflexion 23
Warum meine Schwester? Wie erleben Kinder den Tod eines Geschwisters und wie können sie in diesem Prozess hilfreich unterstützt werden? 1. Vorwort Während des Seminars ,,Ambulante Hospizarbeit" haben wir uns sehr intensiv mit unserer eigenen Sterblichkeit, persönlichen Erfahrungen und Ängsten auseinander gesetzt. Ich bin Mutter von vier Kindern. Ich fragte mich im Stillen sehr schnell auch, wie meine Kinder und ich mit diesem Thema umgegangen sind. Es interessierte mich herauszufinden, welche Erfahrungen andere bei dieser Frage gemacht haben. Bang wurde mir bei dem Gedanken, ob ich denn ,,richtig" an dieses Thema herangegangen sein mag und was ist da nun ,,richtig". Ich machte mich auf die Suche nach Literatur zum Thema ,,kindliche Trauer". Dabei bemerkte ich, dass in den letzten Jahren die Thematik des Leides vom Kindertod betroffener Eltern in Publikationen einen breiten Raum einnimmt. Zahlenmäßig häufiger wird auch die Gruppe der Kinder untersucht, die ein Elternteil verloren haben. Die Zahl der Beiträge zu vom Geschwistertod betroffenen Kindern und Jugendlichen waren sehr viel geringer. Verstorbene Kinder lassen aber nicht nur trauernde Eltern zurück, sondern auch sehr oft Geschwister1. Gerade, weil diese Gruppe so still im Hintergrund stand, weckte sie mein Interesse. Ein Interesse, dass auch hier wieder durch meine eigene Betroffenheit bestimmt ist. Meine 19 jährige Schwester starb vor fast zwanzig Jahren. Ich habe damals die Erschütterung meiner trauernden Eltern sehr viel intensiver erlebt, als meine eigenen Gefühle. Ihnen helfen zu wollen stand für mich im Vordergrund. Erst sehr viel später habe ich meine Trauer gespürt, durchlebt und habe mich damit aus diesem Hintergrund, der sich für mich auch in der Literatur widerspiegelte, vorgewagt. Damit lag das Thema meiner Arbeit für mich klar auf der Hand. Meine Erfahrungen als selbst Betroffene in verschiedenen Bereichen werden in diese Arbeit mit eingehen. Im ersten Teil meiner Arbeit werde ich die Vorstellungen von Kindern und Jugendlichen vom Tod beschreiben. Wegen der vor allem auch emotionalen Abhängigkeit der Kinder von den Eltern werde ich dabei deren Umgehen mit der Frage ,,Tod" auch darstellen. Im zweiten Teil werde ich die im Wesentlichen vorkommenden Reaktionen von Kindern und Jugendlichen auf den Tod eines Geschwisters beschreiben. Der dritte Teil stellt exemplarisch Hilfsansätze und Möglichkeiten der Unterstützung vor. 2. Todesvorstellungen in den einzelnen Altersstufen In jeder Altersstufe ist der Eindruck von der Welt ein anderer. Auch die Vorstellungen vom Tod ändern sich. Die Gedanken der Kinder dazu hängen von ihrem allgemeinen Entwicklungsstand, den bisherigen Erfahrungen und auch wesentlich vom Verhalten der sie umgebenden Erwachsenen ab. Die folgenden Altersangaben sind deshalb nur als Anhaltspunkte zu verstehen. Auch Kinder gleichen Alters können auf Grund eines verschiedenen Hintergrunds unterschiedliche Verhalten zeigen.2 2.1 Kleinkinder bis 3 Jahre Wesentlich für diese Altersgruppe ist, dass die Kinder keine Todesvorstellungen haben, sondern Trauergefühle bei Trennungen. 3Die haben große Angst vor dem Verlassenwerden. Säuglinge erleben die Geburt als Trennung vom Leib der Mutter. Danach entwickelt sich nach und nach ein Unterscheidungsvermögen zwischen Belebtem und Unbelebtem. Dies ist ihm nicht angeboren, sondern wird erlernt. Das Kind versucht zunächst mit Allem Kontakt aufzunehmen. Bei Unbelebtem erfolgt darauf keine Reaktion. Durch die Reaktion von Belebtem (z.B. Personen) wird es stimuliert einen Dialog zu führen.4 Dies ist der Beginn des ,,Individuationsprozesses". Erst im 3. Lebensmonat entwickeln sich daraus dann erste soziale Reaktionen, mit einer Wahrnehmung zwischen Ich und Nicht-Ich, wobei noch kein Unterschied zwischen belebter und unbelebter Materie gemacht wird. In der nächsten Phase, so um den achten Lebensmonat entwickelt sich die Fähigkeit einer Unterscheidung zwischen Belebtem und Unbelebtem einerseits und andererseits die Unterscheidung zwischen Liebesobjekt und fremdem Objekt. Dies ist die Zeit in der ein Kind anfängt zu ,,fremdeln". 5 Erst durch diese Entwicklung kann der Säugling eine Trennung empfinden und auf sie mit Trauer reagieren. 6 Wesentlich bleibt danach aber, da die Kinder noch kein Zeitempfinden haben und von ihrer Bezugsperson abhängig sind, kann auch eine nur vorübergehende Trennung heftige Trauer auslösen.7 Das bewirkt aber auch, dass Tote für diese Kinder ebenfalls ,,zeitlos" abwesend sind.8 Das kann dazu führen, dass sie diese genauso suchen, wie die nur kurz zum Einkaufen gegangene Mutter. Für Kleinkinder sind die Übergänge zwischen Tot und Leben fließend. Der Tod ist noch nicht irreversibel, er betrifft noch nicht alle Menschen und wird noch nicht als unvermeidbar empfunden.9 Der Tod ist Trennung. Nach einer Zeit des Protestes darauf folgt eine Zeit der stillen Verzweiflung und Traurigkeit. Hält die Trennung weiter an haben die Kinder die Hoffnung aufgegeben dass der/die Verschwundene zurückkommt. 10 Das Kind verhält sich dann nach außen scheinbar gleichgültig. Kleinkinder trauern aber auch, wenn nicht auf sie reagiert wird. Beim Tod eines Geschwisterkindes sind die Eltern so mit eigenen Problemen belastet, dass es ihnen nicht gelingt auf ihr Kind einzugehen. Es fehlt ihnen die kraft sich dem Kind zuzuwenden. Vielleicht blicken sie ihr Kind an, sehen es aber nicht. Ein Kind dessen Kontaktangebot nicht beantwortet wird, nimmt sich immer mehr zurück, wird passiv und traurig. Dazu kommt noch, dass Säuglinge und Kleinkinder den Gesichtsausdruck ihres Gegenüber oft imitieren du damit deren Stimmung aufnehmen. Die Bedrücktheit der Mutter breitet sich auch auf das Kind aus, es wird ebenfalls traurig.11 Tot bedeutet in diesem Alter verlassen sein. 2.2 Vorschulkinder von 3 bis 6 Jahren Jetzt fangen Kinder an Äußerungen über das Sterben zu machen. Sie wollen es ganz aktiv erforschen.12 Meine Tochter Christine verpackte in diesem Alter eine tote Maus aus dem Garten in eine Schachtel und sah regelmäßig über mehrere Tage nach, ob sie tot blieb, wie sie sich veränderte. Ihre große Angst war die Maus könnte lebendig werden und weglaufen. Sie wunderte sich, dass die Maus die Haferflocken, die sie in die Schachtel geschüttet hatte, offensichtlich nicht mochte. ,,Tot-sein" bedeutet immer noch ,,Fort-sein". Wer heute gestorben ist und betrauert wird, kann jederzeit wiederkommen. Tot bedeutet etwas weniger Lebendig sein. Tote können nicht rennen und schaukeln, aber vielleicht haben sie doch Hunger oder frieren.13 Todeswünsche die Vorschulkinder äußern sind Wünsche nach dem ,,Fort-Sein". Ebenso, wie diese Kinder den Eltern manchmal den Tod wünschen, um in Ruhe gelassen zu werden oder allein zu sein, können sie auch den eigenen Tod wünschen, um einer schwierigen Situation zu entgehen. 14 Weil sie den Tod in seiner Endgültigkeit noch nicht begreifen, fürchten sie ihn auch nicht als Ereignis. Diese unrealistische Einschätzung wird nach Auffassung einiger Autoren noch dadurch verstärkt, dass die Helden in Comics oder Zeichentrickfilmen endlos von Felsen fallen und die katastrophalsten Unfälle unversehrt überstehen. 15 Vorschulkinder sehen sich selbst als Mittelpunkt der Welt. Sie glauben alles beeinflussen zu können. Ihre Gedanken und wünsche werden für sie Wirklichkeit, wenn sie nur intensiv genug wünschen. Einerseits haben sie Schuldgefühle, wenn sie einmal böse auf den Opa waren, der danach dann stirbt. Andererseits glauben sie durch ihr Verhalten, z.B.,,Lieb-Sein", die gestorbene Person wieder beleben zu können.16 Im Wesentlichen sterben für sie nur alte Menschen. Es besteht für sie auch ein Zusammenhang zwischen ,,böse" und Tod. ,,Gut-Sein" ist Arznei gegen den Tod.17 Hier besteht dann für die erwachsenen Bezugspersonen meines Erachtens die Gefahr diese Vorstellungen des Kindes aufzugreifen, zu bestätigen und damit zur Realität zu machen. ,,Papa sieht was du machst, da oben im Himmel!" Für uns Erwachsene ist dieses Ausweichen in die kindlichen Vorstellungen auch ein Ausweg aus der Zwickmühle etwas erklären zu müssen. Vor allem, wenn das zu Erklärende mit heftigem Schmerz für uns selbst verbunden ist. Das Kind bietet uns hier mit seinen Vorstellungen einen leichten Ausweg an.18 Der Tod ist auch für Vorschulkinder nicht unbedingt endgültig. Sie fangen an ihn zu erforschen und glauben ihn ,,magisch" beeinflussen zu können. Er ist für auch für sie im wesentlichen Trennung. 2.3 Grundschulkinder von 6 bis 9 Jahren Die Kinder fangen an den Tod zu akzeptieren, sie begreifen, dass alle Menschen irgendwann sterben.19 Kulturell symbolische Betrachtungsweisen werden angenommen, z.B. Beerdigung, Sarg. Die Endgültigkeit wird anerkannt. Der Tod wird aber immer noch als ein Prozess gesehen, der außerhalb einem selbst liegt und dem man sich unter bestimmten Voraussetzungen (Jugend, List) entziehen kann. Nach Harder beginnt das Kind zum 9.Lebensjahr hin den Tod als einen unumkehrbaren Vorgang der alle Menschen betrifft anzusehen. Danach sind die mit dem Tod primären Gefühle des Kindes Angst und Trauer. 20 Es zeigt sich ein sachliches Interesse an allen mit dem Tod verbundenen Umständen. Kinder fangen an den Erwachsenen teilweise unbequeme Fragen zu stellen. Sie wollen wissen, wie ein Toter aussieht, was mit seinem Körper geschieht. 21 Der Gedanke, dass die Seele weiterlebt kann in Erscheinung treten und trösten.22 Gelegentlich personifizieren Kinder den Tod als Knochenmann. 23 Es bestehen aber auch noch immer Ängste vor unverstandenen, nicht erklärbaren (oder nicht erklärten)Dingen.24 Fragen wie ,,kann ein Toter noch fühlen?" beschäftigen. Ohne ausreichende Antworten werden die Ängste bleiben. Das eigene Sterben wird in diesem Alter vielfach noch ausgeklammert. Teils aber auch schon sehr klar benannt und gesehen. 25 Meines Erachtens spiegelt sich an dieser Stelle auch viel des Familienklimas, der ,,Familientradition" mit diesem Thema umzugehen. Ängste beziehen sich im Wesentlichen auf den Tod der Eltern, verlassen zu werden.. Ängste vor dem eigenen Sterben äußern sich in Furcht vor Gewalteinwirkungen. 26 2.4 Schulkinder von 9 bis 12 Jahren Kinder haben in diesem Alter den Tod als abschließendes und unausweichliches Ereignis im Leben erkannt. Er bedeutet für sie Trennung, Liebesverlust und Endgültigkeit. 27 Dieses Alter wird in vielen Entwicklungspsychologien als eine Zeit der sachlichen Auseinandersetzung mit der Welt beschrieben. Die Kinder konzentrieren sich häufig auf das lernen und wollen ihre Umgebung mit dem Verstand erfassen. Diese Nüchternheit erstreckt sich auch auf die biologischen Vorgänge des Todes. Weil der Tod anders ist als das Leben der Kinder ist er auch unheimlich. Diese Faszination äußert sich in Gruselgeschichten. 28 Mir ist in diesem Alter bei Kindern eine Neigung auch zu okkulten Fragen aufgefallen. Dabei bewegen sich die Kinder auf einem schmalen Grad zwischen Sensationslust, Experimentieren, Spielen. Der Übergang zwischen Spiel und Glauben ist dabei gelegentlich kaum erkennbar. Die Kinder schwanken. Teilweise erleben sie Tischerücken oder Pendeln als Ventil, oft ist es aber auch erschreckend. Nüchtern wird dann behauptet ,,das ist doch alles Humbug!". Aber Zweifel sind tief im Inneren doch da. Tod und Sterben sind als Thema mehr im Leben der Kinder integriert. Ihre scheinbar nur nüchterne Herangehensweise darf meines Erachtens nicht darüber hinweg täuschen, dass der Tod auch bei ihnen starke Gefühle auslöst. 2.5 Jugendliche von 12 bis 18 Jahren In seiner seelisch geistigen Entwicklung wird sich der Jugendliche erstmals der Widersprüchlichkeit die zu den Menschen gehört bewusst. Es gelingt ihm erst nach und nach diese Widersprüche und Gegensätzlichkeiten in sich zu integrieren und die dadurch entstehenden Spannungen auszuhalten. Er ist von der Aufgabe ,,mit sich selbst fertig werden" ausgefüllt und befasst sich mit seiner eigenen Identität.29 Die biologischen Tatsachen stellen kein Problem mehr da. Die gefühlsmäßige Einstellung ist durch die psychische Struktur des Einzelnen bestimmt.30 Für die einen liegt der Tod in so weiter Zukunft, dass er sie nicht zu berühren scheint. Andere verbergen ihre Ängste mit Zynismus und Rauheit, wieder andere gelangen über eine Weltschmerzstimmung zu einer Art Todessehnsucht.31 Trennung, Loslösen, Abschied nehmen sind in allen erdenklichen Zusammenhängen wesentliche Themen. Tod und auch damit zusammenhängende Ängste gehören auch mit dazu. Das Umgehen mit diesen starken Gefühlen ist in diesem Alter manchmal schwierig. ,,Cool" zu sein ist wichtig. Gefühle werden deshalb weggeschoben. Die Loslösung von den Eltern findet auch in teilweise starken Auseinandersetzungen statt. Es kann schwierig sein in dieser Zeit zwischen Eltern und Jugendlichem zum Gespräch zu finden. 32 Die häufige Entfremdung zwischen Eltern und Jugendlichem führt dazu, dass die hinter dem scheinbar unverständlichen Verhalten des Jugendlichen stehende ernsthafte Frage nach dem Sinn des Lebens nicht zur Sprache kommt.33 Tritt hier nun der Tod eines Geschwisters als Trauma ein, kann das die notwendige Loslösung unterbrechen oder stören. Die Auseinandersetzung wird möglicherweise vertagt oder abgebrochen.34 In der Auseinandersetzung von Jugendlichen mit dem Tod nimmt der Selbstmord eine zentrale Rolle ein. Er ist in diesem Alter eine sehr häufige Todesursache.35 Jugendliche fragen sich, ob und warum es sich lohnt zu leben. Ursache dafür sind Gefühle tiefster Ängste und Selbstunsicherheit, wie auch Trauer und Einsamkeit. Es besteht eine Wechselwirkung zwischen den Anforderungen der erwachsenen Umgebung und den extremen Gefühlsschwankungen des Jugendlichen. Die Sexualität ist teils unbewältigt, teils überwältigend. Teilweise spielen auch Vergeltungsfantasien mit hinein, in denen Eltern und kritisierendes Umfeld durch einen Selbstmord bestraft werden sollen. 36 2.6 Erwachsene (Eltern) In unserer Gesellschaft stehen Leistung, Genuss, Wachstum des materiellen Wohlstands im Vordergrund. Wir setzen in vielen Bereichen die Hoffnung auf den Fortschritt der Wissenschaft. Unsere medizinischen ,,Reparaturstätten" arbeiten vorzüglich. Diese Erfolge scheinen uns zu bestätigen, dass wir so richtig eigentlich nicht mehr sterblich sind. Der Tod hat so etwas den Charakter eines Versehens, eine Panne, die nicht hätte vorkommen dürfen. Das Sterben ist aus den häuslichen Bereichen verlegt worden hinter die Türen von Krankenhäusern und Pflegeheimen. Viele sterben einen einsamen Tod.37 Dieser Alltag steht uns Erwachsenen im Wege bei der Begegnung und Aufarbeitung des Themas Tod. Im Gegensatz zum Kind, dass vorrangig um ein kognitives Verständnis vom Tod zu ringen hat, könnte das Bestreben des Erwachsenen der emotionalen Aufarbeitung gelten. Das aber nimmt im heutigen Alltag keinen Raum mehr ein. Viele Erwachsene vermeiden diese Auseinandersetzung. Die Möglichkeit, Trauer, Angst und Depression zu überspielen, sich in einer Flucht nach vorne in Aktivität und Jugendlichkeit zu stürzen, ganze Persönlichkeitsanteile mit Verleugnungsmechanismen zu isolieren, ja alles was mit Tod in Verbindung steht phobisch zu meiden wird durch unsere Gesellschafts- und Wertestruktur nur zu leicht gemacht.38 Eine Konsequenz daraus ist die Verlagerung von der bewussten Auseinandersetzung mit dem Tod hin zu derjenigen mit dem Sterben. Es wird nicht als Durchgangsphase zum Tod gesehen, sondern (wenn überhaupt) konzentrieren sich darauf die Überlegungen. Erwachsene setzen sich vor allem mit drei Themenbereichen auseinander. Dem unbestimmten Zeitpunkt des Todes. Dieser Ungewissheit steht der Mensch als planendes und zukunftsorientiertes Wesen besonders hilflos und verletzlich gegenüber. Dem Alleinsein während des Sterbens. Der Wunsch als Sterbender nicht allein zu sein ist selbstverständlich. Dem steht gegenüber, dass nur noch sehr Wenige bewusst einen Sterbenden begleitet haben. Selbstverständlich wird so etwas von den Mitmenschen erwartet, was der Person selbst schwer fällt, oder mit dem sie sich noch nie konfrontiert hat. Die Frage nach dem ,,Danach". Der abnehmende Glaube an eine Weiterexistenz und damit die Vorstellung eines totalen Todes im Sinn einer Auslöschung des Bewusstseins und der psychischen Existenz prägen das Leben der modernen Menschen. Dem Wunsch nach Unsterblichkeit in Form von Erinnerungen, Kunstwerken und/oder Nachkommen kommt so eine neue Bedeutung zu.39 Es gibt eine Tendenz den Tod zu verdrängen. Wir Erwachsenen leben davon individuell mehr oder weniger unseren Kindern vor. Unsere Kinder übernehmen unser Verhalten. Sie spüren unsere Scheu und nehmen darauf Rücksicht. Menschen die in ihrem Umfeld mit dem Tod konfrontiert werden sind aufgerufen sich diesem Teufelskreis zu entziehen. Das Thema Tod wird oft so lange vermieden, bis ein äußerer Anlass ein Ausweichen unmöglich macht. Dann ist es leider gelegentlich zu spät, weil das Vertrauen in die Ehrlichkeit der Eltern durch Ausweichen, Demonstration von Stärke, Verdrängen und Beschönigen bereits halb zerstört ist.40 Es in einer krisenhaften Situation neu zu finden ist dann schwierig. 3. Mögliche Reaktionen beim Tod eines Geschwisters 3.1 Im System Familie Beim Tod eines Geschwisters erleben die zurückbleibenden Kinder einen doppelten Verlust. Sie verlieren neben dem Bruder/ der Schwester auch die Eltern und die Familie, so wie sie vorher waren. 41 Auf der einen Seite verändern sich die Eltern. Sie sind vielleicht empfindlicher, ungeduldiger, schneller gereizt und sie schimpfen mehr. Sie sind so von ihrem Kummer mitgenommen, dass sie möglicherweise keine Kraft haben sich ihren lebenden Kindern zuzuwenden.42 Es ist aber auch möglich, dass Kinder mit übermäßiger Liebe überhäuft43 oder über behütet werden.44 In den heute verbreiteten ,,Zwei Kinder Familien" wird das überlebende Kind plötzlich zum Einzelkind. Die enge Bindung an einen Schicksalsgenossen zerbricht. Das Kind muss jetzt alleine all die Erwartungen oder auch die Enttäuschung der Eltern auffangen.45 Ein Platz am Tisch ist sichtbar leer. Die Frage wie und wodurch diese Lücke zu füllen ist, steht im Raum. Vorher bestehende Diskrepanzen können sich verstärken. Das kann auch bedeuten, dass überlebende Geschwister nicht gemeinsam trauern, sondern isoliert. Auch hier kann es geschehen, dass sie das Zulassen von Gefühlen nur in bestimmten Situationen erlauben.46 Die Rollen der Geschwister, z.B. ,,die Große", ,,Nesthäkchen" werden neu verteilt. Dabei können heftige Reibungen entstehen. Durch den Verlust des ,,Sorgenkindes" fällt die Polarisation auf ein Familienmitglied weg. Damit stehen die so verdrängten Schwierigkeiten der Anderen jetzt plötzlich im Mittelpunkt. Auseinandersetzungen die so verlagert wurden werden Thema. Die Veränderung durch die Trauer, verschiedene Verarbeitungsweisen und mögliche Schuldgefühle können die Beziehung der Eltern belasten oder sogar zerstören. Die Angst der überlebenden Geschwister vor weiteren Verlusten ist dann unausweichlich.47 Drei wesentliche Bereiche sind hier zu beachten48: Es ist wichtig, welche funktionsspezifische Rolle oder Stellung der/die Verstorbene in der Familie hatte. Diese wichtige Rolle ist nun vakant. Zur Besetzung des Sündenbocks, Wertesetzers, Fürsorglichen kann vielleicht ein anderes Familienmitglied ausersehen sein. In einer gut emotional integrierten Familie werden die Mitglieder einander besser und ohne viel Beistand von außen helfen können. In einer weniger integrierten Familie mag sich bei einem Todesfall nur eine minimale Trauerreaktion zeigen, doch reagieren Einzelne unter Umständen später mit verschiedenen physischen oder affektiven Symptomen oder mit irgendwelchem sozialem Fehlverhalten. Die Verarbeitung des Todes hängt auch davon ab, wie die Familie Gemütsausdruck fördert oder verhindert. Wenn in einer Familie ein geheimes Einverständnis herrscht, dass man Gefühle unterdrückt, kann dieser Umstand jeden Einzelnen in dieser Familie an der Bewältigung hindern. Kritisch wird es meines Erachtens hier dann, wenn ein Familienmitglied diesen stillschweigenden Vertrag plötzlich kündigt und sich anders verhält. Auf Grund der Familientradition gibt es dann möglicherweise keine Methode damit umzugehen. 3.2 Auf das Verhalten der Eltern Von den Eltern abhängig erleben Kinder deren Verhalten sehr unmittelbar. Zunächst müssen sie mit ansehen wie die Eltern leiden. Die Stimmung zuhause hat sich verändert. Sie befürchten, dass ihr Leben nie wieder normal und glücklich sein wird. Ein Wunsch nach unbeschwertem Zusammensein mit Gleichaltrigen, nach Lachen und Erlebnissen außerhalb des Elternhauses wird von den Eltern oft falsch verstanden, manchmal auch verhindert. Dann befürchten Kinder leicht, dass ihr Wunsch nach Leben, ihre Fröhlichkeit als Verrat an dem Toten gesehen wird.49 Den Kindern wird eine echte Trauer dann versagt, wenn ihm in bester Absicht Schmerzen erspart werden sollen. Es wird nicht mit zur Beerdigung genommen, die Erwachsenen verbergen ihre eigenen Tränen. Trauer wird mit der Aussage verhüllt, dass ein gnadenreicher Tod dem Verstorbenen langes Leiden erspart hat. Das Kind aber hat geliebt und es empfindet vielleicht keine Dankbarkeit für einen solchen Tod. Trauer und Verzweiflung sind natürliche Reaktionen. Wird Dieses Gefühl unterdrückt oder aus konventionellen Gründen überspielt um dem Kind vermeintlich damit zu helfen, so spürt das Kind diese Diskrepanz.50 Es zweifelt an der Richtigkeit seines Empfindens oder an der Ehrlichkeit der Eltern. Ausdrücke wie ,,Oma schläft", ,,sie ist auf eine lange Reise gegangen" etc. verursachen neue Ängste, wenn die Oma nun nicht wieder kommt. Kinder weigern sich dann möglicherweise zu schlafen.51 Unser Verschweigen oder Beschönigen hindert sie nicht daran Fantasien zu entwickeln, um die Wissenslücken auszufüllen. Auch schon im Vorfeld, lange bevor sie mit dem Thema haut nah konfrontiert werden, können Eltern durch Drohungen die in irgendeiner Weise mit dem Tod zusammenhängen das Kind belasten. ,,Dann geht die Mama weg und kommt nicht mehr wieder" oder ,,Du bringst mich noch ins Grab..." sagt sich möglicherweise schnell dahin. Vor der Tatsache des konkreten Todes einer Person bekommt eine solche Drohung für ein Kind eine ganz andere Qualität.52 Die Folgen solcher Einschüchterungen sind Verletzungen, Schuldgefühle, Selbstzweifel, Zorn und Wut. 53 Versinken die Eltern ganz in ihrer Trauer, nehmen sie das Kind nicht mehr wahr, so versucht es vielleicht durch sein ,,Lieb-Sein" die Eltern zu entlasten. Es übernimmt möglicherweise Aufgaben um die Eltern zu entlasten, denen es emotional nicht gewachsen ist. Je abhängiger ein Kind noch von seinen Eltern ist, umso heftiger reagiert es auf das deren Verhalten. Was sie vorleben übernimmt es, was sie verschweigen wird gemieden. Haben die Eltern Schwierigkeiten etwas zu verarbeiten, so wird auch das Kind daran gehindert. 3.3 Ersatz und Identifikation Aus der Situation des Verlustes heraus wird oft die Hoffnung auf einen Neubeginn dann auf ein anderes Kind übertragen. Ein nach dem Tod eines älteren Kindes geborenes Geschwister wird dann möglicherweise zum ,,Ersatzkind". Es wird dann nicht mehr als Individuum wahrgenommen. Es muss eine schon vorgegebene Rolle übernehmen. 54 Selbstzweifel bleiben da nicht aus. Alle Versuche dem Anspruch der Eltern zu genügen können doch immer nur Versuche bleiben. Die Vorgabe ist nicht erreichbar. Die Suche nach ,,Ersatz" kann aber auch von den Geschwistern ausgehen. Sie möchten die Eltern trösten und haben doch kaum Möglichkeiten dazu. Dann bieten sie sich selbst als Ersatz an, indem sie Eigenheiten oder Kleidung übernehmen.55 Dies kann dann so weit gehen, dass sich ein Kind mit seinem toten Geschwister identifiziert. Ob ihm das gelingt hängt wesentlich vom Reifegrad seiner Persönlichkeit ab. Ein Kind, das noch kein stabiles ,,Ich" besitzt, neigt eher zu einer solchen Identifizierung. Es werden dann die eigenen Möglichkeiten unterbunden und nur noch die gefördert, die dem anderen zu Eigen waren. Das kann so weit gehen, dass das ,,Ich" nicht mehr im Mittelpunkt steht. Dies kann auch damit zusammenhängen, dass die eigenen Gedanken und Gefühle so schmerzhaft oder bedrohlich sind, dass sie so abgewehrt werden müssen. Es werden so Gefühle von Minderwertigkeit, Schuld oder Hass kompensiert. Dauert diese Phase sehr lange und gibt das Kind immer mehr seiner Identität auf, so bedarf es hier oft fachlicher Hilfe, um die eigenen Anteile des Kindes wieder zu stärken.56 Identifizierungen gehören aber auch zur normalen Findung der eigenen Identität. Problematisch wird es erst dann, wenn das Kind dadurch in eine seinen eigentlichen Neigungen nicht entsprechende seelische Richtung gedrängt wird. Bei Kindern kann diese Identifizierung mit dem verstorbenen Geschwister auch aus dem Wunsch nach Nähe entstehen. Indem das gleiche Musikinstrument gespielt wird, die Bücher der Schwester gelesen werden, die Nähe zu deren Freundeskreis gesucht wird, wird versucht das Getrenntsein aufzuheben. Durch eine solche Phase im Trauerprozess findet noch mal eine intensive Auseinandersetzung mit dem/der Verstorbenen statt, um danach mit neuen, erweiterten Erfahrungen wieder das eigene Leben zu leben.57 In dieser Form kann die Identifizierung im Trauerprozess hilfreich und gut sein. Die Übergänge zwischen noch hilfreich und zu intensiv sind wohl sehr fließend und brauchen viel Einfühlungsvermögen. Ganz sicher darf es sich bei einer solchen Identifizierung nur um einen vorübergehenden Zustand handeln. Ganz sicher wenig förderlich sind in diesem Zusammenhang Vergleiche von Seiten der Eltern oder anderen Erwachsenen, so nahe liegend sie denen vielleicht auch sein mögen. Sie verunsichern meines Erachtens die Stabilität der eigenen Identität des Kindes, dass ja so gerne gerade in dieser schwierigen Situation den Eltern gerecht werden möchte. Je jünger das betroffene Kind ist umso mehr wird es hier Schwierigkeiten haben. Wie soll es wagen die Eigenschaften des toten Geschwisters abzuwehren, mit ihnen zu konkurrieren? Ein solcher Vergleich kann nur zulasten des lebenden Kindes gehen. 3.4 Ängste vor dem eigenen Tod oder dem Verlust anderer Bezugspersonen Der durch den Tod jäh eingetretene Geschwisterverlust, verbunden mit Krankheit oder Unfall, ist eine Situation der ein Kind in welchem Alter auch immer ungenügend vorbereitet begegnen muss. Die Eltern, selbst belastet durch ihre Auseinandersetzung mit dem Tod sind ihrerseits überfordert. Möglicherweise blicken sie auch auf eine Erziehung zurück, die mit Angst in Zusammenhang stehende Gemütsbewegungen unterdrückte. Der Tod des Geschwisters macht deutlich, wie schnell ein solches Ereignis eintreten kann. Es ist in den Bereich der Möglichkeiten des Lebens getreten. Es gibt auch durch Jugend keinen nachhaltigen Schutz vor ihm. Es kann jeden treffen. Gerade auch die sich veränderten Beziehungen danach in der Familie verunsichern. Da liegt dann die Frage, was ist wenn nahe. 58 Überbehütung durch die Eltern, deren Ängste und auch genauso die eigenen Erfahrungen prägen. Da werden dann einerseits Risikos gemieden, anderseits aber gelegentlich auch gerade gesucht.59 Das Kind sieht wie die Eltern sich mit dem Geschwister beschäftigen. Möglicherweise wird es in dieser Trauer auch von den Eltern wenig wahrgenommen. Es kann sein, dass das Kind meint es sei den Eltern ,,lieber" (sie würden es mehr lieben) wenn es auch tot ist. 60Es kann sich auch um eine Aggression gegenüber den Eltern handeln, die für ihr Verhalten bestraft werden sollen. Das Kind stellt sich dann vor, die Eltern weinen dann auch für es selbst. Durch das Überleben kann auch ein Schuldgefühl da sein, etwas zu haben, was der verstorbene Geschwister nicht hat. Riskantes Verhalten kann dann der Versuch sein, diese Schuld auszugleichen.61 Letztlich ist auch dieses riskante Verhalten genauso wie die Vermeidung von Risiken Ausdruck der Verlassensängste. Die verstärkte und generalisierte Angst jemanden zu verlieren prägt die soziale Integration in entscheidender Weise. Trennungsängste, Besitzergreifung und Vermeidung von Konflikten sind Stichworte die Beziehungsveränderungen auch in der Zukunft dieser Kinder verursachen können. ,,Der Unfalltod meines Bruders machte deutlich, wie schnell etwas passieren kann. Wenn ich nun mit jemandem Streit gehabt habe und er stirbt und ich habe keine Zeit gehabt mich mit ihm zu versöhnen..., davor habe ich Angst" 62 ist die Aussage einer Betroffenen. Sie beschreibt diesen Zusammenhang sehr treffend. Die Eltern stehen in dieser Situation einem verängstigten Kind hier ohnmächtig gegenüber. Das Versprechen, dass sie selbst nicht sterben werden, können sie nicht geben.63 Helfen kann hier im Wesentlichen familiäre Nähe, das Versprechen gut auf sich selbst zu achten und ein stabiles Umfeld der Familie. 64 3.5 Reaktionen auf die Art des Todes Die unmittelbaren Reaktionen auf nach dem Tod eines Geschwisters werden nicht primär von Faktoren wie Entwicklungsstand, Persönlichkeit oder familiärer Hintergrund des überlebenden Kindes bestimmt, sondern konstituieren sich vielmehr auf Grund der Todesumstände wie Todesursache, Todesort, Übermittlung der Todesnachricht oder letzter Begegnung mit dem sterbenden bzw. verstorbenen Geschwister. 65 Das Nichtbegreifen wollen oder können ist dann besonders stark, wenn der Übergang von einem gesunden fröhlichen Kind zu einem durch Unfall getöteten leblosen Körper miterlebt wird. Auf sich selbst bezogene Gefühle treten hier zurück und Forderungen nach aktivem Handeln die entweder agieren lassen oder lähmen werden akut. Weitere Stichworte dieser miterlebten Unfallsituation sind Distanziertheit zu Zeit und Raum, Hilflosigkeit, Einsamkeit und Leere. 66 Sterben Kinder nach einer längeren Krankheit, sind die Stichworte der Erlebnisse der Geschwister hier Einschränkung eigener Bedürfnisse während der Krankheit, vor dem Tod. Neben den Gefühlen Schmerz und Trauer steht die Erleichterung nach dem Tod. Beim Tod im Säuglingsalter besteht häufig das verzweifelte Bemühen der Eltern bei weiteren Kindern einer möglichen Gefährdung zuvorzukommen. 67 Bei den nachfolgenden Kindern äußert sich das möglicherweise in Überbetreuung, über älteren Geschwistern hängt dann die drohende Wiederholung. Die Todesursache die sicher die tiefste Erschütterung auslöst ist sicher der Selbstmord. Dem Selbstmord liegen unterschiedlichste Entstehungsbedingungen zu Grunde. So einschneidend sie für den Gefährdeten selbst sind, so selten werden sie von seiner näheren sozialen Umgebung wahrgenommen, respektive kann diese - trotz Wahrnehmung seiner Konflikte - oft keine angemessene Hilfe leisten. Seine Lebensbilanz - eine Beurteilung des Zusammenhangs zwischen individueller Selbstverwirklichung und mitmenschlich-sozialer Wirklichkeit - fällt negativ aus. 68 Im Gegensatz zu anderen Todesursachen ist hier beim überlebenden Geschwister die Gewissheit da, dass der Verstorbene vor seinem Tod nicht glücklich war, sondern verzweifelt, traurig und auch einsam. Gefühle von Ohnmacht und Hilflosigkeit entstehen,69 aber sicher auch erhebliche Schuldgefühle möglicherweise versagt zu haben. Die Begleitumstände des Todes wie Todesursache, Alter der Geschwister, Lebenskonstellation zum Zeitpunkt des Todes sind von Seiten es überlebenden Geschwisters wie auch seiner Familie her unveränderbare Faktoren, die den Weg der Bewältigung prägen. Nächste Schritte auf diesem Weg sind ein möglicher individueller wie auch ein in der Gemeinschaft durchgeführter und durch die Familie bedingt strukturierbarer Abschied.70 3.6 Rivalität und Schuldgefühle Wenn Geschwister nach langer Krankheit sterben, hat das überlebende Kind eine ganze Zeit lang weniger Zuwendung als gewöhnlich erhalten. Die Eltern waren viel mit dem kranken Kind beschäftigt, alles drehte sich nur um es. Manchmal wird es sehr verwöhnt, erhält viel Geschenke, jeder Wunsch wird ihm erfüllt. Das gesunde Kind dagegen wird zur Enthaltsamkeit und Zurückhaltung aufgefordert. Stirbt nun das kranke Kind, kann das Überlebende zunächst erleichtert sein, dass dieser Zustand zu ende ist und die Familie wieder zum ,,normalen" Leben zurückkehren kann. Gleichzeitig schämt es sich seiner Gefühle.71 Möglicherweise bemerken auch die Eltern diese Erleichterung und reagieren mit Unverständnis wegen der ,,mangelnden" Trauer. Gelegentlich wird auch das tote Kind von den Eltern idealisiert, als Vorbild dargestellt. Wohin soll nun das lebende Kind mit seinen zwiespältigen Gefühlen? Mit dem toten Geschwister ist eine Auseinandersetzung nicht mehr möglich. Das Überlebende Kind empfindet neben der Trauer auch Wut, Hass, Ablehnung. Kinder äußern dies dann auch in auffallendem Verhalten, was oft in keinem sichtbaren Zusammenhang mit der Trauer steht. Sie werden unruhig, zappeln, aggressiv etc. Die tiefen Gefühle werden abgewehrt und anders umgesetzt. Bei den Eltern, die selbst noch intensiv leiden, ist häufig wenig Unterstützung zu finden. Sie sind im Wesentlichen mit sich selbst beschäftigt. Deshalb sind sie nicht in der Lage die Auffälligkeiten als eine Trauerreaktion zu erkennen. 72 Bei Geschwisterbeziehungen sind ein Wechsel von Phasen der Solidarität mit solchen der Konkurrenz, Streit, Abgrenzung zu normal. Wird nun ein solcher Prozess durch den Tod unterbrochen, drängen sich neue Gefühlsreaktionen in den Vordergrund. Es entsteht eine Dualität von ,,Rivalität und Schuldgefühlen". Beim Tod eines Geschwisters können zuvor vorherrschende Rivalitätsgefühle in Schuldgefühle umschlagen. 73 Vor allem jüngere Kinder glauben durchaus noch an ihre magische Kraft. Wird ihr gelegentlicher Wunsch die Schwester möge doch verschwinden, durch deren Tod Wirklichkeit, fühlen sie sich dafür verantwortlich. Es ist wichtig, dass Kindern immer wieder zu verstehen gegeben wird, dass nichts was sie taten, sagten oder dachten irgendetwas mit dem Tod zu tun hatte. 74 4. Hilfen für das Kind 4.1 Kinder auf einen Verlust vorbereiten - der Tod als Thema Viele Eltern berichten, dass von allen Fragen die Kinder stellen diejenigen über den Tod am schwersten zu beantworten sind. Mütter finden Gespräche über Sexualität und Geburt weitaus leichter als Gespräche über den Tod. Eltern sind oft selbst nicht vorbereitet auf den Tod und das Gespräch darüber. Es ist nicht mehr Bestandteil ihres täglichen Lebens. Es ist fremd und unheimlich. Dazu sollen sie nun einfühlsame Worte der Erklärung für ihre Kinder finden. 75 So wollen Eltern dann ihre Kinder vor Themen die sie selbst als bedrückend empfinden schützen. Dabei gilt dieser Schutz vor allem leider mehr der eigenen Empfindung. Heutzutage werden Kinder aber durch die Massenmedien mit diesem Thema täglich konfrontiert.76 Die Vorbereitung eines Kindes auf das Leben mit all seinem Heil und Unheil und die Stärkung des Kindes auf die Auseinandersetzungen mit schweren Erfahrungen wird auch als ,,psychologische Immunisierung" bezeichnet.77 Darunter ist zu verstehen, dass die inneren Widerstandkräfte des Kindes, die Kräfte, die ein schweres Ereignis und einen Verlust zu bewältigen vermögen, frühzeitig geweckt werden müssen. Diese Vorbereitung auf das Leben ist für das Kind eine große Hilfe. 78 Denn Leben und Tod gehören zusammen und keines von beiden kann ohne das andere betrachtet werden. Erste Begegnungen mit dem Tod hat das Kind meist in der Natur mit toten Tieren, gefunden am Wegrand oder im Garten. Manchmal ist auch der Tod eines geliebten Haustieres erste Auseinandersetzung damit sein. An dieser Konfrontation soll das Kind nicht gehindert werden. Erhalten Kinder die Gelegenheit für Haustiere und Pflanzen zu sorgen, lernen sie die Voraussetzungen des Lebens -Nahrung, Licht, Luft- kennen und Lebensphänomene wie Entwicklung, Fortpflanzung, Krankheit, Rückschläge und Tod werden ihnen vertraut. Der Begriff der Metamorphose ist ein Stichwort, das der Natur wie auch dem Prozess des Sterbens und des Todes zugeordnet werden kann. Durch das Bild der Veränderung des Raupe in einen Schmetterling verdeutlicht Kübler-Ross den abstrakten Vorgang des Sterbens für Kinder. 79 Kinder und Jugendliche sollen an das Thema Tod herangeführt werden. Allerdings sollte ein solches Gespräch immer auf Initiative des Kindes geschehen, oder wenn die Realität des Phänomens Tod in das Leben des Kindes eingetreten ist. Stellen Kinder Fragen dann sollten die Eltern differenziert, klar und offen beantworten und dabei nichts verschweigen oder verheimlichen. Verschwiegen werden sollte dabei auch nicht, dass dieses Geschehen auch die Erwachsenen fassungslos und ohnmächtig macht. Eine von den Erwachsenen eingebrachte Thematik des Todes in die Welt des Kindes ist nur dann sinnvoll. Wenn dieses Kind in diese Welt auch sein Leben mit all seinen Wünschen und Bedürfnissen einbringen darf. Dass es sich selbst gern haben, sich selbst wichtig nehmen darf. Je mehr man sich selbst und das Leben wahrnimmt, desto mehr nimmt man auch den Tod wahr.80 4.2 Hilfen für Kinder im Trauerprozess 4.2.1 Durch die Eltern Wie ich schon oben dargestellt habe, ist ein wichtiger Faktor, dass auch die Geschwisterkinder in ihrer Existenz von ihrer Umgebung wahrgenommen werden. Sie dürfen sich nicht ausgeschlossen fühlen. Wichtigster Punkt ist hier, dass der Dialog zwischen den Eltern, dem vom Tod betroffenen Kind und dem gesunden Geschwister aufrechterhalten bleibt, dass die Eltern nicht in ihrem Erschrecken nach der Mitteilung der Prognose verstummen. Dieser Dialog sollte kognitive wie auch emotionale Aspekte umfassen. Gespräche zwischen Eltern und Ärzten sollen der realistischen Einschätzung zum bedrohten Leben ihres Kindes dienen. So sollen Fehlhaltungen vermieden werden. Die Ergebnisse müssen der Familie übermittelt werden. Die Vorstellungen, was mit dem kranken Geschwister geschieht können bei einer nicht realistischen Darstellung durch die Eltern verleugnet werden oder sie werden verzerrt und bedrohender, falls sie von dem Kind zugelassen werden. Bedrohlich empfinden es Kinder besonders, wenn sie Streitgespräche oder Gespräche mitbekommen, die sie zeitlich mit der Erkrankung in Zusammenhang bringen. Hier ist es wichtig Verstimmungen mitzubekommen und darauf einzugehen. Gesunde Kinder werden sich um Aufmerksamkeit der Eltern bemühen. Sie fühlen sich zurückgesetzt und nicht verstanden. Eine Auseinandersetzung der Eltern mit der verständlichen Eifersucht des gesunden Kindes auf das kranke/verletzte Kind ist unerlässlich. Es ist gut, wenn die ganze Familie sich an der Betreuung des vom Tod bedrohten Kindes beteiligt. Aber nie dar außer Acht gelassen werden, dass auch das gesunde Kind ein Recht auf ein eigenes Leben hat. Seine Vorstellungen müssen auch beachtet werden. Gesunde Geschwister müssen auch keine Lust auf ein Spiel mit dem kranken Kind haben dürfen. Der Tod eines Erkrankten kann nicht nur als Verlust, sondern auch als Erlösung aus einer bedrückenden und belasteten Zeit erlebt werden. Diese Zeitdimension stellt einen hilfreichen Faktor in der Trauerarbeit dar. Für Kinder und Jugendliche kann er umso belastender sein, wenn sie vom Wissen des bevorstehenden Todes ausgeschlossen werden. Gefühle der Wut, Hilflosigkeit, der Schuld und der Einsamkeit überwiegen dann diejenigen von Schmerz und Trauer und erschweren den Beginn der Trauerarbeit. Eltern sollten immer wieder verbal klarstellen, dass das, was sie als Eltern für das kranke Kind tun oder getan haben, auch für das gesunde Geschwister täten oder getan hätten.81 4.2.2 Fachliche Hilfen Ziel der Beratung von Hinterbliebenen ist es zu helfen, seelisch Unerledigtes in Bezug auf den Verstorbenen zu erledigen und von diesem Menschen endgültig Abschied zu nehmen. Dazu werden bestimmte Zeile angesteuert: · Die Realität des Verlustes verstärken · Dem Beratenen helfen, ausgedrückte und latente Affekte zu handhaben, · Dem Beratenen helfen, verschiedene Hindernisse bei der Neuanpassung nach dem Verlust zu überwinden. · Den Beratenen ermutigen, sich von dem Verstorbenen emotional in gesunder Weise abzulösen und die frei gewordenen Emotionen getrost in eine andere Beziehung einzubringen.82
Beratung erfolgen kann von professionellen Diensten, wie Ärzten, Sozialarbeitern, aber auch Freiwilligen, die entsprechend ausgewählt, ausgebildet und unterstützt werden.83 Wie kann das nun hier im Blick auf Kinder, deren Geschwister gestorben ist geschehen? Wie oben schon benannt, ist die Rolle der Eltern für diese Kinder immens wichtig. Da ist zunächst wichtig, dass nicht nur die Kinder betreut und gesehen werden, sondern die gesamte Familie.84 Eltern kapseln sich zumindest in der ersten Zeit ihrer eigenen Trauer unwillkürlich ab. Berater haben hier dann die Aufgabe zunächst die Realität der betroffenen Kinder zu betrachten. An welchem Stand der Verarbeitung sind sie. Sind sie über alles aufgeklärt worden, sprechen sie oder sind sie verstummt. Erste Aufgabe eines Beraters ist zunächst zu sehen, wo sich die einzelnen Familienmitglieder befinden. Danach muss die Realität des Verlustes bestätigt werden. Das bedeutet folgende Ansätze in Anlehnung an die oben schon genannten allgemeinen Grundsätze:85 · Unverzögerte und wahrheitsgetreue Aufklärung über die im Zusammenhang mit dem Todesfall stehenden Ereignisse · Unterstützung von individuellen, verbalen und nonverbalen Trauermöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen · Möglichkeiten der Anteilnahme der Kinder und Jugendlichen an inneren und äußeren Trauervorgängen Erwachsener · Gewähren von ,,Übergangsobjekten": Gegenstände von oder Gespräche über den Verstorbenen erleichtern die Errichtung eines neuen, tröstlichen Bildes und einer realistischen Erinnerung. · Sicherstellung der Integration der überlebenden Kinder in der Familie, der Schule, der Peer-group, am Wohnort · Sorgfältige Planung von Feier-, Jahres-, oder Ferientagen unter besonderer Berücksichtigung der Aspekte der Erinnerung und der Einsamkeit · Angebot von religiösen Modellen, wo die Voraussetzungen (Religionszugehörigkeit) dafür gegeben sind
Wichtig ist, dass konkrete Hilfsangebote, wie Hilfe im Haushalt, Kinderbetreuung etc. besser angenommen werden, als der Satz: ,,wenn ich irgendwas für euch tun kann...". Das alles kann in verschiedenen Rahmen stattfinden. Selbsthilfegruppen, ambulante Hospizhelfer, Beratung in Beratungsstellen der Kirchen und anderer Verbände sind einige der Möglichkeiten. Margit Baßler86 beschreibt ein Trauerseminar, das ich hier exemplarisch kurz beschreiben werde. Das Seminar veranstaltet sie für ein Wochenende für Kinder und Jugendliche. Die Seminare sind für Kinder vom Vorschulalter bis Jugendliche und junge Erwachsene. Bei diesen Seminaren ist es wichtig, dass die Kinder merken auch andere sind vom gleichen Problem betroffen. Als Einstieg in das Thema wird am ersten Abend eine Geschichte von Astrid Lindgren ,,Rupp Rüpel" vorgelesen. Die Geschichte handelt von Gespenstern, dem Tod, von ängstlichen und mutigen Bewohnern eines Dorfes. Diese Geschichte ist in eine Rahmenhandlung von einer erzählenden Großmutter und zwei Kindern die zuhören verpackt. Das schafft die nötige Distanz zu der Geschichte in der Geschichte, dass sich die Kinder an das sie ängstigende Thema heranwagen können. Es wird über die Geschichte gesprochen. Die Kinder können ihre Ängste gut auf die beiden Kinder der Rahmenerzählung projizieren. Danach werden Gestalten aus der Geschichte, die den Kindern wichtig sind gemalt. Die Bilder bleiben über Nacht im Seminarraum. Die Kinder haben die Möglichkeit ihre Ängste beim Malen in symbolischer Form auszudrücken und zu bannen. Der erste Abend ist damit abgeschlossen. Mit den Jugendlichen wird in einem anderen Raum noch zusammengesessen. Sie malen alles was ihnen im Zusammenhang mit dem/der Verstorbenen einfällt und kommen darüber ins Gespräch. Gerade dieses Gespräch ist ihnen sehr wichtige, spüren sie doch in ihrer Umgebung sehr viel Sprachlosigkeit.. Der nächste Tag beginnt diesmal mit einer Fabel. In ,,Leb wohl lieber Dachs" tauschen verschiedene Tiere ihre Erinnerungen an den Dachs aus. Die Kinder malen danach ihre persönlichen Erinnerungen an die eigenen Verstorbenen. Auch über diese Bilder erfolgen dann spontane Gespräche, in denen die Kinder ihre Gefühle ausdrücken. Sie erleben die Reaktionen der einzelnen Teilnehmer und ihre Eindrücke. Sie erzählen auch von ihrem Ärger, der Konkurrenz zu dem toten Geschwister. Dabei bemerken sie, dass diese Gefühle geteilt werden und zugelassen sind. Während dieses Wochenendes bekommen die Kinder und Jugendlichen verschiedene Möglichkeiten angeboten sich auszudrücken. So schreiben einige Jugendliche Briefe an ihre toten Geschwister in denen sie unerledigte Fragen aufgreifen können. Daneben werden Spiele angeboten, die zur Entspannung wichtig sind. Es werden Puppen und Marionetten gebaut. Ein Spiel damit spontan vorgeführt. Es wird gelacht und gealbert. Das Wochenende beschließt mit einem gemeinsamen Essen. In dieser Zusammenfassung werden beispielhaft einige wichtige Medien und Hilfsmittel für die Arbeit mit den Kindern benannt. Es gibt eine gute Auswahl an Kinderbüchern zum Thema für verschiedene Altersstufen. Kinder nehmen gern Puppen und lassen sie für sich sprechen. Durch diese Distanz fällt es ihnen leichter sich emotional schwierigen Themen zu nähern und Sprachblockaden abzubauen. In Spielen und mit Spaß erleben sie, dass auch sie ein Recht auf Fröhlichkeit haben. Beim Malen können sie in Symbolen ihre Gedanken erfassen und festhalten. 5. Zusammenfassung der Ergebnisse Kinder deren Geschwister gestorben ist stehen vor einem sie in ihrem ganzen Dasein erschütternden Ereignis. Die ebenfalls sehr belasteten Eltern sind häufig selbst nicht in der Lage ihnen hier und jetzt hilfreich zur Seite zu stehen. Im Gegensatz dazu sind die Kinder aber erheblich auf Beistand angewiesen. In einer Umwelt für die das Thema Tod mit Tabu behaftet ist gibt es für sie wenig Möglichkeiten ihre Trauer zu erleben, über das Geschehene zu sprechen, einen Rahmen zu haben ihre zwiespältigen Gefühle auszuleben. Gerade hier sind das Umfeld, Ärzte, Seelsorger, Hospizhelfer gefordert dieser sehr stillen und wenig auffallenden Gruppe den benötigten Beistand zu bieten. Es ist wichtig dass die Kinder eine eigene Form der Auseinandersetzung finden. Sie müssen die Möglichkeit haben Abschied zu nehmen und sich mit der neuen Realität vertraut zu machen. Schmerz, Trauer aber auch Wut und Ärger müssen sie äußern können. Aufgabe der Helfenden in diesem Prozess soll es deshalb auch sein Anwalt zu sein für ein Kind das in dieser belastenden Situation die ihm gebührende Hilfe vielleicht nicht lautstark einfordert. Helfer müssen Moderatoren sein wenn die Familie nicht mehr zum Dialog fähig ist. Vor allem Gespräche mit allen Beteiligten sind hierfür notwendig. Hilfsmittel kann all das sein, was es dem Kind erleichtert ein Podium zur Auseinandersetzung und Ausdrucksmittel zu finden. Das kann mit Hilfe von Gruppen, in Familiengesprächen geschehen. Hilfsmittel können dabei u.a. Bücher, Malen und auch Schreiben sein. 6. Reflexion Im Rückblick auf meine eigene Geschichte ist mir bei der Abfassung meiner Arbeit bewusst geworden, wie weit die Auswirkungen des Todes eines Geschwisters reichen. Der Tod meiner Schwester liegt fast 20 Jahre zurück. Ungefähr fünf Jahre war in meiner Familie ein Gespräch darüber nicht möglich. Es hat sehr viel Geduld gebraucht dahin zu kommen wenigstens darüber reden zu können. In der Rückschau wird mir klar, um wie viel leichter es wahrscheinlich gewesen wäre, wenn ein/eine ModeratorIn da gewesen wäre. Die größte Schwierigkeit war Worte zu finden. Meine eigene Auseinandersetzung hat dazu geführt dass ich mit meinen Kindern das Thema Sterben nie aus unserem Leben ausgeklammert habe. Meine Eltern, mein Bruder und ich haben lange gebraucht zu einem Gespräch zu kommen. Heute ist die Erinnerung keine untragbare Last mehr. Wir erinnern uns gerne. Fotos, Gegenstände und Erinnerungen sind dabei Ausgangspunkt von Gesprächen und auch Einsichten und Ansichten. Es war nicht leicht, unser Leben hat sich verändert. Aber die Veränderungen haben uns weitergebracht. Literaturverzeichnis: Baßler, M.; Schins, M.-Th. (Hrg.) Warum gerade mein Bruder? - Trauer um Geschwister; Reinbek bei Hamburg, 1992 Brocher, Tobias Wenn Kinder trauern; Reinbek bei Hamburg, 1998 Buckingham, Robert W. Mit Liebe begleiten; München, 1987 Finger, Gertraud Mit Kindern trauern; Zürich, 1998 Harder, Gabriela Maria Sterben und Tod eines Geschwisters; Zürich, 1992 Hoffmann, Josef Sterben lernen, um Leben zu können - Reifen im Bewußtsein der Endlichkeit des Lebens; in: Scheiblich, Wolfgang (Hrg.);Abschied und Trauer in der sozialtherapeutischen Arbeit; Freiburg, 1991 Iskenius-Emmler, Hildegard Psychologische Aspekte von Tod und Truaer bei Kindern und Jugendlichen; Frankfurt, 1988 Kast, Verena Wenn Kinder sterben; in: Student, Prof.Dr.med, J.-C.(Hrg.),Im Himmel welken keine Blumen; Freiburg, 1992 Kübler-Ross, Elisabeth Kinder und Tod; Zürich, 1984 Kübler-Ross, Elisabeth erfülltes Leben - würdiges Sterben; 1993 Gütersloh; Hrg. Göran Grip Matouschek, Leonore Trauer die nicht enden will; Gütersloh, 1990 Musall, Peter Wenn etwas zu Ende geht; Offenbach, 1998 Student, Prof.Dr.med, J.-C.(Hrg.) Trauer über den Tod eines Kindes; Hannover, 1990 Tausch-Flammer, D.; Bickel, L. Wenn Kinder nach dem Sterben fragen; Freiburg, 1998 Worden, J. William Beratung und Therapie in Trauerfällen; Bern, 1999 Zach, Aschi Der Tod in der Schule; in: Fässler-Weibel, Peter (Hrg.),Wenn Kinder sterben; Freiburg, 1993 1 Harder, S. 10 2 Finger, S. 38 3 Finger, S. 38 4 Harder, S. 17 5 Harder, S. 18 6 Buckingham, S. 51 7 Finger, S. 18 8 Tausch-Flammer, S. 77; Buckingham, S. 49 9 Harder, S. 23 10 Finger, S. 40 11 Finger, S. 40 12 Tausch-Flammer, S. 78 13 Finger, S. 41 14 Finger, S. 42 15 Finger, S. 42 16 Finger, S. 42 f. 17 Finger, S.44 18 Buckingham, S. 49 19 Buckingham, S. 49 20 Harder, S. 24 f. 21 Finger, S. 44 22 Harder, S. 25 23 Tausch-Flammer, S. 78 24 Finger, S. 45 25 Finger, S. 45 26 Finger, S. 46 27 Tausch-Flammer, S. 79 28 Finger, S. 47 f. 29 Harder, S. 30 f. 30 Buckingham, S.49 f. 31 Harder, S. 30 32 Finger, S. 49 f. 33 Brocher, S. 40 f. 34 Finger, S. 50 35 Finger, S. 50 36 Harder, S. 32 37 Hoffmann, S.41; Zach, S.242 38 Harder, S. 33 39 Harder, S. 33 ff. 40 Brocher, S.42 41 Harder, S. 885 ff. 42 Finger, S. 51 43 Harder, S. 85 44 Harder, S. 86 45 Finger, S. 51 46 Harder, S. 92 47 Buckingham, S. 113 48 Worden, S. 124 ff. 49 Finger, S. 52; Baßler, S. 65 f. 50 Brocher, S. 36 f. 51 Brocher, S.27 f. 52 Brocher, S. 31 f. 53 Tausch-Flammer, S.81 f. 54 Kast, S. 151 ff.; Harder, S. 74; Worden, S. 127 55 Finger, S. 54; Baßler, S. 55 56 Baßler, S. 55 f.; Harder, S. 79 f. 57 Baßler, S. 56, Harder, S. 79 58 Harder, S. 60 ff. 59 Harder, S. 65 60 Brocher, S. 76 61 Baßler, S. 56 f. 62 Harder, S. 65 63 Harder, S. 66 64 Finger, S. 57 65 Harder, S. 39 66 Harder, S. 40 67 Harder, S. 44 68 Harder, S. 46 69 Harder, S. 50f. 70 Harder, S. 50 f. 71 Finger, S. 52 f. 72 Baßler, S. 52 f. 73 Harder, S. 66 f. 74 Grollmann, S. 60 75 Finger, S. 71 76 Reed, S. 5 77 Harder, S. 125;Finger, S. 61 f. 78 Harder, s. 125 f. 79 Kübler-Ross, S. 29 f. 80 Harder, S. 137 f. 81 Harder, S.139 ff. 82 Worden, S. 47 83 Worden, S. 47 84 Worden, S. 123 ff. 85 Harder, S 159 86 Baßler, S. 39 f. Autor: Dorothea Krug Fachbereich: Sozialpädagogik Kategorie: Seminararbeit Jahr: 2000 Archivnummer: K8857
| |