Einem Angehörigen, Freund oder Partner das Sterben zu Hause zu ermöglichen, heißt, sich im Vorfeld bewußt zu machen, was dies für alle Beteiligten bedeutet: eine vollständige Veränderung des Alltags, belastende, aber auch schöne Erfahrungen und die persönliche Auseinandersetzung mit Abschied und der Endlichkeit des eigenen Lebens.
* Hat der Sterbende wirklich den Wunsch zu Hause zu sterben?
* Weiß der Sterbende um sein nahes Lebensende und werden keine verlängernden Maßnahmen mehr gewünscht, die einer klinischer Überwachung bedürfen?
* Befindet sich im Haushalt eine Person, die die Verantwortung für die Versorgung übernimmt?
Haben sich der Sterbende und seine Angehörigen für eine Sterbepflege daheim entschieden, sollten sie überlegen, welche unterstützenden Hilfen benötigt werden und wo diese zu bekommen sind. Unterstützungsmöglichkeiten zu kennen und zu nutzen, trägt mit dazu bei, dass der Sterbende sein Leben würdevoll und gut umsorgt zu Hause beenden kann.
* Kontakt zum Krankenhausarzt aufnehmen, um die anstehende Entlassung zu besprechen. Aufgabe des Krankenhausarztes ist es, alles ärztlich notwendige für die Entlassung vorzubereiten.
* Kontakt zum Krankenhaus - Sozialdienst oder zur Patientenüberleitung im Krankenhaus aufnehmen. Hier werden Sie über alle Fragen der Sicherung der häuslichen Situation beraten. Darüber hinaus kann hier bereits den Kontakt zu einem Pflegedienst vermitteln werden.
* Einen geeigneten Pflegedienst suchen, der die erforderliche Unterstützung bei der Pflege des Sterbenden leisten kann (siehe ambulante Pflegedienste).
* Kontakt zum Hausarzt aufnehmen oder einen geeigneten Arzt suchen (bei der Krankenkasse nachfragen, oder ins Branchenbuch schauen). Der Arzt muß zu regelmäßigen Hausbesuchen bereit sein und akzeptieren, dass der Patient keine Therapie der Krankheit mehr wünscht, sondern ausschließlich Maßnahmen, die seine Beschwerden lindern. Wichtig ist, dass der Arzt die erforderliche Schmerztherapie durchführt (siehe schmerztherapeutische Angebote).
Damit sich der Sterbende zu Hause fühlen kann, bedarf es keines sterilen Krankenzimmers, sondern eines wohnlichen Raumes. Deshalb ist zu überlegen, in welchem Zimmer der Sterbende gut leben kann. Der Raum sollte so eingerichtet werden, das alles, was dem Sterbenden wichtig ist, zum Beispiel das Telefon, Bücher oder Blumen, gut erreichbar ist. Zur guten Ausstattung gehören im Regelfall ein geeignetes Bett (evtl. ein von der Krankenkasse geliehenes Pflegebett), an das man von allen Seiten bei der Pflege herantreten kann und ein Beistelltisch zum Unterbringen aller notwendigen Gegenstände.
* eine ausreichende Anzahl von Bettwäsche, Bettlaken sowie Stecklaken
* Kissen zur Lagerung und geeignete Decken
* genügend Nachtwäsche
* Toilettenartikel, Zahn- und Mundpflegeartikel
* ausreichend Bade- und Handtücher sowie Waschlappen
* ggf. eine Urinflasche, eine Bettpfanne und einen Toilettenstuhl
* wenn erforderlich, ausreichend Inkontinenzmaterial
* Hilfsmittel zur Verhinderung des Wundliegens (z. B. eine Dekubitusmatratze)
Wenn Fragen zur Pflege auftauchen beraten zum Beispiel die ambulanten Pflegedienste, die Beratungsstelle für pflegende Angehörige oder die Krankenkassen.
Entscheiden sich Angehörige, einen Sterbenden nach Hause zu holen, machen sie manchmal die schmerzliche Erfahrung, dass sich Freunde, Bekannte, Nachbarn und Familienmitglieder zurückziehen. Die Nahestehenden können sich dann nach kurzer Zeit in Isolation befinden, obgleich sie gerade jetzt die Hilfe und Unterstützung ihrer Mitmenschen besonders nötig hätten. Dieser Rückzug zeigt, dass unsere Gesellschaft im Umgang mit Sterben unsicher ist.
Die Sprach- und Hilflosigkeit der Umwelt zu durchbrechen, gelingt noch am ehesten den Betroffenen selbst. So schwer es auch sein mag: in der Regel müssen die Nahestehenden von sich aus den ersten Schritt auf die anderen Menschen tun. Gelingt dies, wird meistens die Erfahrung gemacht, dass Mitmenschen zu Hilfe und Unterstützung bereit sind. Bitten Sie also ganz gezielt um Unterstützung! Zum Beispiel könnte jemand während eines Einkaufs beim Kranken bleiben oder erledigt Ihre Einkäufe.
Erfahrene Helfer sind bei Besuchsdiensten und ambulanten ehrenamtlichen Hospizdiensten zu finden.
Entscheidung für das Sterben zu Hause Einem Angehörigen, Freund oder Partner das Sterben zu Hause zu ermöglichen, heißt, sich im Vorfeld bewußt zu machen, was dies für alle Beteiligten bedeutet: eine vollständige Veränderung des Alltags, belastende, aber auch schöne Erfahrungen und die persönliche Auseinandersetzung mit Abschied und der Endlichkeit des eigenen Lebens.
Was kann es schöneres und beruhigerendes für einen Menschen geben, von seinen Lieben auf seinem letzten Weg bis zu großen Tor begleitet zu werden. Meine Mama ist im Februar dieses Jahres nach einem Jahr pflegebedürftigkeit gestorben. Mein Papa hat sie gepflegt, mit Hilfe einer Krankenschwester und Mama ist ganz friedlich eingeschlafen. Sie hatte immer große Angst vor diesem Augenblich, vielleicht auch deshalb, weil sie selber Krankenschwester war und miterleben musste, dass alte und kranke Menschen im Krankenhaus "abgelegt" wurden. Früher war es doch normal, dass die Familie beisammen war, wenn ein Mensch seinen letzten Weg antrat und ich glaube, dass das auch für die Zurück bleibenden eine gute, wenn auch schmerzliche Erfahrung ist. Ich musste selber schon mit ansehen, dass eine alte Frau, Mutter von 6 Kindern, alleine gelassen wurden, weil ja ach so viele andere Dinge wichtiger waren. Dafür wurde dann eine prunkvolle Beerdigung organisiert, mit Musikkapelle, reichhaltigem Leichenschmaus usw. Ich finde, das ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft. Die Zeiten früher mögen oft schwer gewesen sein, aber die Menschlichkeit hatte vorrang.
Sicher bringt die Pflege eines alten, kranken Menschen Arbeit mit sich, aber jeder, der davor zurück schreckt, sollte sich einmal fragen, wie er sich fühlen wird, wenn er an der Schwelle steht, ob er nicht auch jemandem um sich haben möchte, der bei ihm ist und seine Hand hält.
Der vorliegende Artikel, auf welchen Du Dich beziehst, zeigt zuerst einmal nur den allgemein umgebenden Rahmen für ein Sterben zu Hause auf. Dieser ist schon grundsätzlich wichtig für den zu Betreuenden, aber in vielen Fällen gerade auch für die Angehörigen, damit sie für sich, zu ihrem Wohle wie das des zu Betreuenden, entscheiden können, ob sie diesen letzten gemeinsamen Weg zusammen und miteinander beschreiten wollen.
Es ist ja halt gerade das Schreckliche, wenn man als Angehöriger unvorbereitet und ohne sich vorher Gedanken über ein Pflegen und Begleiten zu machen, mit einer solchen real konfrontiert wird. Vorherrschend sind gerade in einem solchen Moment und zu solch einem Augenblick Angst und Unsicherheit, wie man vorzugehen hat und es steht auch immer die Frage im Mittelpunkt, ob man denn auch alles richtig macht. Das ist für pflegende und betreuende Angehörige eine ungeheure Belastung, welche sich noch zu dem Leidgedanken, ihr Familienmitglied oder Freund bald zu verlieren, summiert und zudem in Konflikte eines Ablehnenwollens eines Begleitens führt.
Und dies beruht einfach auf der Tatsache, das Sterben, Tod und Trauer in unserer Gesellschafz weitestgehend tabuisiert sind, die Menschen über diese Themen unaufgeklärt belassen und damit in einer solchen Erfahrung allein gelassen werden. Es wird ja gerade erst durch die Hospizbewegung und die Palliativ-Care Hilfsmöglichkeiten von Begleitung bis Betreuung, von Pflege bis zur Angehörigenbetreuung wie deren Begleitung angeboten. Und es ist exzellent, das es die Hospizbewegung und die Palliativ-Care gibt, sonst sehe es in unserer Gesellschaft noch weitaus ärmer und schlimmer im Umgang mit den oben angesprochenen Themata aus.
Es ist auch, wie Du es sehr richtig in Deinen Zeilen erwähnst, das die Gesellschaft begleitende und betreuende Rituale in der Begleitung von schwerstkranken und sterbendenMenschen, aber auch deren Angehörigen, aus dem menschlichen Erfahren und Erleben ausgegliedert hat. Hier ist es sehr, sehr wichtig, sich zurück zu besinnen, diese Rituale wieder neu zu entdecken und in einen würdigen, mitmenschlichen und den Nächsten liebenden Rahmen zu integrieren, damit das Sterben würdig, menschlich und auch als ein Wunder im Leben selbst erfahren werden kann, denn Sterbenszeit ist immer auch Lebenszeit, und solange ein Mensch lebt, haben wir ihm gegenüber Würde, Achtung und Respekt seinem Leben gegenüber zu wahren, was bedeutet, das wir ihm auch im Sterben wie in seinem Leben begleiten und in all unserer Liebe beistehen, indem wir für ihn in seinen Wünschen und Belangen da sind, bis er durch das Tor, dem Ende seines Lebens geht, um mit der Ewigkeit und Unendlichkit zu verschmelzen.
Hallo ! Ich schreibe gerade eine Hausarbeit über ein lokales Netzwerk palliative Pflege im ambulanten Bereich. Bin selber Krankenschwester in der ambulanten Pflege und habe eine Zusatzausbildlung als Palliatib-Care Schwester. Meine bisherige Erfahrung ist, das die meisten Pat. lieber zu Hause sterben. Darum wollte ich gerne ein Netzwerk gründen zwischen Hausärzte, Seelsorger, Hospiz ,Fachärzte u.s.w. Wie ist eure Meinung dazu ?
Ich kann nur sagen, mach es! Ist eine gute Sache...In Berlin gibt es ja Home-Care und die sind auch in einem netzwerk mit Hoispiz und Pflegeeinrichtungen, bzw hat das Hospiz wo ich war, auch in so einem netzwerk drin ------------ Jedes Leben ist es Wert gelebt zu werden und ein anderes Leben als lebensunwert zu bezeichnen ist ein wertloses Geschwafel.
Ich kann mich Ingo hier nur anschließen und sagen, mach es. Ich finde es auch eine sehr gute Sache, die noch viel zu wenig verbreitet ist. Ich für mich habe ja schon gesagt, dass ich, wenn ich an der Schwelle stehe, gerne in ein Hospiz gehen würde, einfach weil ich glaube, dass mein Mann und meine übrige Familie damit überfordert wären, mich zu pflegen und zu begleiten. Aber wenn es anders geht und ich mich dabei wohl und geborgen fühlen kann, wäre das eine echte Alternative.
Auch ich finde, wenn die Möglichkeit besteht, sollte jeder für sich abwegen einen geliebten Menschen in der gewohnten Umgebung sterben zu lassen oder die sehr liebevolle Betreuung im Hospiz zu wählen. Ich habe den Wunsch meiner Mutter erfüllt und sie daheim sterben lassen. Wir , also alle ihre Lieben, waren zur Todesstunde bei ihr. Für mich persönlich eine Erfahrung, die mir die Angst vor dem Tod nahm. Unser Hausarzt begleitete uns während dieser schweren Zeit, sowie der Pflegedienst.Tag und Nacht wechselten wir uns ab, damit immer jemand bei ihr war. Ich fand es beruhigender, dass sich alle die meiner Mutter nahestanden in Ruhe verabschieden konnten. Bei meinem Cousin erlebte ich das Sterben im Hospiz. Da er in den frühen Morgenstunden verstarb mußten wir uns auf die Aussagen des Pflegepersonals verlassen. Ich hoffe, dass er nicht allein war. Die Familie wurde erst eine Stunde später benachrichtigt, doch als wir alle kamen wurden wir sehr gut aufgefangen. Wir konnten bleiben solange wir wollten, wurden getröstet und mit allem versorgt. Schlimm fand ich den Tod meiner Schwiegermutter. Sie starb im nüchternden Krankenhauszimmer und wir wurden wder aufgefangen, noch getröstet, alles um uns herum war kalt und steril. Wenn meine Stunde kommt, so würde ich mir wünschen, dass jemand meine Hand hält und ich dort sterben kann wo ich gelebt habe. Liebe Grüsse Johanna