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Augenblicke zwischen Leben und Tod


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 Wissenswertes zu Palliative-Care
ingoborm Offline

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Beiträge: 937

03.12.2005 14:38
Schmerzbehandlung und WHO-Stufenplan antworten
Welche Schmerzbehandlungen gibt es?

Fast immer wird die Behandlung der Schmerzen mit Medikamenten sinnvoll sein. Oft werden weitere Verfahren zur Schmerzlinderung -gleichzeitig oder nacheinander- zur Anwendung kommen. Neben Maßnahmen zur Verkleinerung des Tumors (Operation, Chemotherapie, Bestrahlung) gibt es die Möglichkeit der Schmerzbestrahlung, von Nervenblockaden, von physikalischen Maßnahmen, Stimulationsverfahren und psychologischen Verfahren.

Es wird versucht, alle Schmerzmittel als Tablette, Kapsel oder als Tropfenlösung oral (durch den Mund) einzunehmen. Ist dies nicht möglich, wie z.B. bei unstillbarem Erbrechen, Bewusstseinsstörungen oder Schluckbeschwerden, kann das Medikament gespritzt werden (z.B. unter die Haut oder in eine Vene). Seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit, Schmerzmittel in Form eines Pflasters zu verabreichen. Der Wirkstoff (Fentanyl) ist ein stark wirksames Opioid. Das Pflaster gibt seinen Wirkstoff kontinuierlich ab und muss alle 3 Tage gewechselt werden.

Die medikamentöse Schmerzbehandlung erfolgt heute nach den Regeln der Weltgesundheitsorganisation (WHO; http://www.who.int) und je nach Schmerzintensität in mehreren Stufen.
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Wie sieht das WHO-Stufenschema aus?

Das Schema sieht drei Stufen vor.

* Stufe I: nicht opioidhaltige Substanzen (z.B. Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Diclofenac, Metamizol)
* Stufe II: schwach wirksame Opioide (z.B. Tramadol, Tilidin/Naloxon, Codein)
* Stufe III: stark wirksame Opioide (z.B. Morphin, Fentanyl)


Nicht opioidhaltige Schmerzmedikamente = WHO-Stufe I

Bekannte Wirkstoffe dieser Gruppe sind Acetylsalicylsäure (ASS), Diclofenac, Paracetamol oder Metamizol. In der Regel beginnt man mit einem Medikament aus dieser Gruppe die Schmerzbehandlung. Sie wirken sehr gut auf Schmerzen, die durch Entzündungen oder Reizungen der Haut, Muskeln, Knochen oder Gelenken ausgelöst werden. Außerdem ist Metamizol gut wirksam bei kolikartigem Schmerz der Eingeweide. Bei Krebspatienten sind diese Medikamente sinnvoll zum Beispiel bei Knochenschmerzen durch Metastasen, die eine Entzündungsreaktion hervorgerufen haben.

Bei Dauerschmerzen ist es wichtig, die Medikamente regelmäßig, d.h. nach einem festen Zeitplan einzunehmen.

Bei einigen Medikamenten dieser Gruppe kann es zu Beschwerden im Magen-Darmtrakt kommen. In diesem Fall wird der Arzt z.B. raten, einen sogenannten "Magenschutz" einzunehmen, damit die Schleimhaut des Magens geschont wird.
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Opioidhaltige Schmerzmedikamente = WHO-Stufe II und III

Im Gegensatz zu den nicht opioidhaltigen Medikamenten, wirken die opioidhaltigen Schmerzmittel nicht entzündungshemmend bzw. nicht am Ort des Geschehens , sondern haben Einfluss auf die Weiterleitung und Verarbeitung der Schmerzinformation über die Schmerzbahnen im Gehirn. Aus diesem Grund ist es angezeigt, die beiden Medikamentengruppen (opioidhaltige und nicht opioidhaltige Schmerzmittel) miteinander zu kombinieren. So kann bei der Kombination von jedem Medikament eine geringere Dosis zur effektiven Schmerzbehandlung ausreichen. Auf diese Weise können auch unerwünschte Nebenwirkungen der Schmerzmittel verringert werden. Auch bei dieser Gruppe von Schmerzmitteln ist die regelmäßige Einnahme sehr wichtig.

Bei den opioidhaltigen Medikamenten unterscheidet man zwischen "schwachen" und "starken" Opioiden. Verglichen wird dabei der schmerzlindernde Effekt der einzelnen opioidhaltigen Wirkstoffe mit dem schmerzlindernden Effekt des Morphins. Morphin zählt zu den stark wirksamen Opioiden.

Die Substanzen Tramadol, Tilidin und Codein haben im Vergleich zu Morphin nur bis zu einem Zehntel der schmerzlindernden Fähigkeit. Das heißt jedoch nicht, dass dies nur schwach wirksame Schmerzmittel sind. In Kombination mit den Schmerzmitteln der WHO-Stufe I haben sie einen sehr guten schmerzlindernden Effekt.

Bei sehr starken bis unerträglichen Schmerzen wird der Arzt Krebspatienten zu stark wirksamen Opioiden raten. Dies sind die am stärksten wirksamen Schmerzmittel, die derzeit bekannt sind. Hierzu gehören neben Morphin, Fentanyl (das Schmerzpflaster), Buprenorphin und Oxycodon.

Zu Beginn einer Schmerzbehandlung mit Opioiden oder bei einer Erhöhung der Dosis kann es vorübergehend zu Übelkeit und auch zu Benommenheit kommen. Bei diesen Beschwerden handelt es sich nicht um eine Unverträglichkeit des Medikaments. Eine häufig auftretende Nebenwirkung, die als lästig empfunden werden kann, ist die Neigung zur Verstopfung. Es ist empfehlenswert, von Anfang an Maßnahmen zu treffen, die die Darmtätigkeit anregen. Dazu zählen ballaststoffreiche Mahlzeiten, viel Trinken, körperliche Bewegung und auch die regelmäßige Einnahme von Substanzen, die den Stuhlgang erleichtern.

Infoquelle: http://www.krebsinformation.de/Belastend...bcontent_Welche%20Schmerzbehandlungen%20gibt%20es?

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