Die Mitte der 1980er-Jahre ins Leben gerufene Tumorschmerzinitiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur Verbesserung der Tumorschmerzkontrolle wurde in den folgenden Jahren durch die Erarbeitung eines palliativen Versorgungskonzepts ergänzt. Anknüpfend an die von der Hospizbewegung entwickelten Konzepte definiert die WHO „Palliative Care“ als aktive und umfassende „Behandlung, Pflege und Fürsorge“ zur Erzielung eines größtmöglichen Maßes an Lebensqualität für Menschen mit Erkrankungen, die kurativen Therapieansätzen nicht (mehr) zugänglich sind. Entsprechend stehen Schmerz- bzw. Symptomkontrolle und eine unterstützende Begleitung der betroffenen Menschen und ihrer primären Bezugspersonen im Vordergrund. Dies schließt die Berücksichtigung psychischer, sozialer und spiritueller Unterstützungsbedarfe und –bedürfnisse ein. Kernpunkte von „Palliative Care“ sind nach der 1990 von der WHO veröffentlichten Definition:
* Die Unterstützung des Lebens und Betrachtung des Sterbens als Prozess und Teil des Lebens, den es weder zu beschleunigen noch zu verlängern gilt. * Die Kontrolle oder zumindest weitgehende Linderung von Schmerzen und anderen Symptombelastungen hat oberste Priorität. * Psychologische und spirituelle Aspekte werden als fester Bestandteil der Versorgung („Care“) betrachtet. * Die Bereitstellung eines Unterstützungssystems, das den betroffenen Menschen hilft, so lange wie möglich aktiv am Leben teilzuhaben. * Die Bereitstellung eines Unterstützungssystems für die Bezugspersonen der Patientinnen und Patienten, das auch den Angehörigen Hilfestellung bei der Bewältigung der vielfältigen mit dem Krankheitsprozess verbundenen Belastungen und bei der Trauerarbeit bietet.